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Earh Rocks Magazin 9 - Home, sweet home - Rezension
Rolf Mair
Beitrag 14. May 2009, 08:01
Beitrag #1


Crewman


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Liebe Community!

Anbei möchte ich euch die Rezension des neuen Earth Rocks Magazins von Leonie Moor zukommen lassen.

O-Text:

Als ich heute das neue Magazin des Vereins „Earth Rocks“ auspackte war ich sehr ĂŒberrascht. In vollkommen neuem Gewand, kommt da eine Ausgabe daher, die sich von einem professionellen Magazin am Kiosk, nurmehr durch den s/w Inhalt unterscheidet.
Das ansprechende Cover von Mathias Kollros, einem österreichischen KĂŒnstler, zeigt Persephone in der Unterwelt. Ein augenzwinkernder Einstieg in das Thema „Home, sweet home“, wie ich finde.
Die weiteren eingereichten CovervorschlÀge reichen von kindlich bis gute Amateurarbeit
Der erste Artikel gehört wie immer dem Österreichischen Weltraumform. Der Autor Gernot Grömer weist dabei auf neue Projekte und den, in Zusammenarbeit mit einigen Schulen, konzipierten Marsraumanzug „Aouda“ hin. Informativ, wenn man sowas mag.
Danach folgt der sehr spannende Artikel von Friedhelm Schneidewind. Ich mochte seine anderen Artikel auch schon, aber der hier ist so angenehm zu lesen wie Honig. Vollkommen neutral und unprĂ€denziös erzĂ€hlt er ĂŒber Tolkien und fĂŒgt, was mich ganz besonders freut, eine wirklich ausfĂŒhrliche SekundĂ€rliteraturliste an.
Das Interview mit dem Arcanum Verlag steigert dann das LesevergnĂŒgen. FĂŒr Autoren ist es sicher sehr hilfreich, abseits der Blogs und halbgaren Statements im Internet, einmal ausfĂŒhrlich was ĂŒber die Macher im Hintergrund zu erfahren.
Und dann kommt mein Lieblingsinterview mit Niklas Peinecke. Klug, aber nicht altklug, frisch, aber nicht frech und vor allem sehr einfĂŒhlsam erzĂ€hlt er ĂŒber sich und seine Schreibarbeiten. DarĂŒber, das Profiautor kein Wunschberuf (mehr?) ist. Über die Familie, ĂŒber die Arbeit. Ich liebe solche Interviews. Dickes Lob an die Earth Rocks - Macher.
Dann kommen die Kurzgeschichten des Wettbewerbs. FĂŒr mich eigentlich die einzige Schwachstelle des Magazins. Irgendwie wollen die fĂŒr mich nicht in das sonst so perfekte Gewand passen. Meinetwegen. Dies gilt wohl dem Vereinsauftrag zur Förderung phantastischer Literatur. Ich werde daher nicht weiter auf die Geschichten eingehen, da darf sich jeder selbst ein Bild machen.
Wir sind in der Mitte des Magazins und ich treff auf etwas ganz Neues. Ein Interview mit einem CG-KĂŒnstler. Wo kommen all die tollen Bilder her, die man auf den Cover der Computerspielschachteln und der Computerhefte sieht? Jetzt weiß ich es. Von KĂŒnstlern wie Alexander Preuss.
Damit man sich auch gleich ein Bild von den Bildern machen kann, sind die Macher von Earth Rocks so clever und fĂŒgen vier farbige Beispiele als eine Art Postersammlung ein. Sofort erinnere ich mich an meine Bravozeit zurĂŒck. Poster in einem Heft. Da kann ich mir richtig vorstellen, wie so manches Autorenhirn beim Anblick die ersten Geschichten entwirft. Einzig ein Bild ist etwas zu dunkel geraten. Wie ich aber auf Nachfrage erfahren habe, scheint dies mit der neuen Druckerei zu tun zu haben. DafĂŒr ist der Rest top.
Die Geschichte von Bruna Phlox hat mir sehr gut gefallen. Ein Wasserplanet, ein melancholischer Wissenschaftler und das MilitĂ€r. Herz, was willst du mehr. Aber das diese Autorin was kann, weiß man ja spĂ€testens seit ihrem CapCo – Sieg.
Der 3. Teil des Artikels Die RÀtsel der Tierwelt von Markus Grundtner. Witzig und spritzig geleitet uns der Autor durch schrÀge Welt der Tiere, mit all ihren schrÀgen VerÀstelungen.
Die Miniserie SF fĂŒr Kinder ist dann wieder nicht so meins. Da kann ich einfach nichts damit anfangen. Deshalb sag ich da auch nichts dazu.
Jan Große, ein angehender Physiker wie ich erfahren habe, schreibt im nĂ€chsten Artikel ĂŒber einen Besuch beim Stellaratorexperiment Wendelstein 7-X in Greifswald und ganz ehrlich. Jetzt interessiert mich dieses Thema auch. Überaus nett fand ich die Idee den theoretischen Hintergrund mit altbekannten Science Fiction Szenen zu verknĂŒpfen.
Mein zweiter Lieblingsartikel in dieser Ausgabe ist der geniale Beitrag von Raimund Mayr, ĂŒber dessen Glosse ich schon im letzten Heft lachen musste.
SĂŒffisant, sarkastisch, aber nie beleidigend, erklĂ€rt er in bunter Sprache das Thema „Wohnen morgen“. Als Architekt kann er dazu auch einiges sagen und ganz ehrlich, wenn nur die HĂ€lfte wahr ist, dann dĂŒrfen sich so manche Autoren mal an der Phantasienase packen und zu recherchieren beginnen. Zu vieles ist dann falsch und unglaubwĂŒrdig.
Die Rezension von Christian KĂŒnne zur Anthologie Die rote Kammer ist dann sehr aufschlußreich. Insbesondere, dass anscheinend die QualitĂ€t innerhalb dieser Sammlung so unterschiedlich ist, hat mich dann doch erstaunt.
Zum krönenden Schluß, genau richtig gesetzt, kommt dann noch ein Interview mit Sven Matthias, der zwei der drei Geschichten auf der CD eingelesen hat. Auch hier merkt man wieder das hohe Niveau auf dem die Earth Rocks Leute arbeiten.
Schön langsam wĂŒrde mich mal ein Interview mit ihnen selbst interessieren.
Die letzte Seite gehört dann noch zwei Lesungsberichten. Erstaunlich, was in dem kleinen Österreich so auf die Beine gestellt wird.

Dann kommt die CD. Ein absoluter Leckerbissen. Die etwas antiquierte Sprache von Edgar Allen Poe in der Geschichte „Metzengerstein“ steht in krassem Gegensatz zur Dystopie „Krematorium“ von Frank Hebben. Eine geniale Kombination.
Die Umsetzung von Seven Matthias ist dann der Oberhammer. WĂ€hrend der Cybperpunkstory lĂ€uft es mir eiskalt ĂŒber den RĂŒcken. Gewaltig und meines Erachtens ein AnwĂ€rter auf einen Preis beim DPP oder DSFP.
Die Geschichte von Florian Stummer „Shorty kratzt die Kurve“ ist dann genau das bunt, schrille i-TĂŒpfelchen auf das SahnehĂ€ubchen.

Fazit: Mit der neuen Aufmachung legt Earth Rocks die Messlatte in punkto „Standard“ in der Magazinszene verdammt hoch. Das Format passt perfekt in die Handtasche, die Schrift ist super lesbar, das Papier angenehm anzugreifen. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema „Home, sweet home“ auf ganz eigene, aber schlĂŒssige, Art durch alle Artikel und Interviews. Gut durchdacht und clever gemacht fĂŒr lĂ€ppische 5, 40 Euro MIT CD. Keine Ahnung wie die das machen, aber es geht. Da darf man wirklich auf die JubilĂ€umsausgabe 10 gespannt sein.

Info: http://www.earth-rocks.at/portal/index.php?content=3

Beste GrĂŒĂŸe, Ralf
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