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Das Tor des Vergessens, Die Legende von Malemort #2
VirtualSelf
Beitrag 9. Sep 2009, 18:47
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Das Tor des Vergessens
Serie: Die Legende von Malemort, Band 2
OT: Le roman de Malemort: La porte de l'oubli
Text & Zeichnungen: Eric Stalner
Farben: Jean-Jacques Chagnaud
Ü: Tanja Krämling
Lettering: Delia W√ľllner-Schulz
Ausstattung: HC, Albumformat, 56 Seiten
ISBN: 978-3-86869-022-4
Verlag: Splitter Verlag, 2009





Der Eiferer Monseigneur Aymon de Montgarac hofft, mit der Gefangennahme des Ritters Malperthuis und der Dame Agnes seinen inneren D√§monen bes√§nftigen zu k√∂nnen, welcher ihn, der einst f√ľr das Massaker an H√§retikern in Malemort verantwortlich zeichnete, seit √ľber 30 Jahren qu√§lt. Er l√§sst die beiden in das Labyrinth verbringen, das unter seiner Burg einen ausgeh√∂hlten Berg durchzieht. Dort, jenseits eines schmiedeeisernen Tores, sollen Malperthuis und Agnes – wie unz√§hlige Gefangene vor ihnen - dem Vergessen anheim fallen.
Doch de Montgarac hat die Rechnung ohne die junge Anthea und Arnulf gemacht, der neben seinem Herren - Colbus de Malemort – sowie dem Ritter Malperthuis als Einziger das damalige Blutbad √ľberlebte. Die beiden schleichen sich in die Stadt, um die Eingekerkerten zu befreien, landen jedoch im Zuge eines H√§ndels mit mordlustigen Bauernt√∂lpeln selbst der Gefangenschaft des Monseignieurs. W√§hrend Anthea auf dem Weg in die Katakomben nahezu jede Hoffnung verliert, verl√§sst sich Arnulf auf das Eingreifen Colbus de Malemorts, der – weder tot, noch lebendig – √ľber gro√üe Macht verf√ľgt, allerdings von ebenso gro√üen Skrupeln und Trauer umgetrieben wird.
Da jedoch in den unterirdischen Räumen nicht nur Folterknechte der Gefangenen harren, sondern weitaus erschreckendere Gefahren lauern, entschließt sich der Graf, zu handeln, auch wenn das letztlich bedeutet, dass er vor Anthea sein raubtierhaftes Wesen entblößen muss.


War das erste Album, „Unter dem Mondlicht“, grafisch wie erz√§hlerisch noch von einer fast femininen Attit√ľde getragen, so greift im zweiten Band in beiderlei Hinsicht D√ľsternis um sich, werden sowohl Story als auch Artwork sp√ľrbar dunkler und h√§rter. Humor, Romantik oder gar mediterrane Leichtigkeit haben nicht l√§nger Platz in einer Geschichte, in der es um Schuld, Rache und Vergebung geht, in der Grausamkeiten und Tragik zu handlungsbestimmenden Elementen werden.
Ich kann mich an kaum eine Comic-Serie erinnern, in der der atmosph√§rische Wandel so rigoros, aber auch so stimmig vollzogen wurde wie in diesem zweiten Malemort-Album. Dabei legt Stalner nach wie vor das rechte Augenma√ü im Austarieren von Charakterzeichnungen, Actionelementen, Metaphysik und historischem Hintergrund an den Tag, so dass das mit leichter Hand erz√§hlte und gezeichnete Comic einen gef√§lligen, „runden“ Eindruck hinterl√§sst.
Besonders hervorzuheben ist, dass es dem Autor gelingt, die wichtigsten Handlungstr√§ger nahezu gleich differenziert zu entwickeln, wobei sich gerade Graf Colbus nach seinem Cameo-Auftritt im ersten Band nun in einer geradezu messianischen Inszenierung zu einer √ľberraschend interessanten Pers√∂nlichkeit entfaltet.

Sechs Seiten mit großformatigen, explizit ausgearbeiteten Zeichnungen aus Stalners Skizzenbuch runden in editorischer Hinsicht das positive Gesamtbild dieses Comic-Albums ab.


Fazit: Eine frische, spannende, erz√§hlerisch wie grafisch zunehmend d√ľsterer werdende Geschichte mit nach wie vor sympathischen Charakteren. Sehr empfehlenswert!


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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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