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Lost Boys: Reign of FROGS
VirtualSelf
Beitrag 9. Feb 2009, 19:31
Beitrag #1


Vice Admiral
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Titel: Lost Boys: Reign of Frogs
OT: Lost Boys: Reign of Frogs
Story: Hans Rodionoff
Zeichnungen: Joel Gomez
Tusche: Don Ho
Farben: Randy Mayor, Gabe Eltaeb
├ť: Claudia Fliege
Lettering: Fabio Ciacci
Ausstattung: Softcover, 100 Seiten
ISBN: 978-3-86607-714-0
Verlag: Panini Comics, 2008


Wir schreiben das Jahr 2007: Edgar Frog, einer der beiden Frog-Br├╝der, die Anfang der 90'er Jahre des letzten Jahrhunderts als Jugendliche einer Bande von Vampiren den Arsch aufgerissen haben, bastelt in einer kleinen Werkstatt in Luna Bay, Kalifornien, Surfboards zusammen. Eines Tages dt├╝rmt ein 12-J├Ąhriger in seinen Schuppen und bittet Edgar, ihn als Vampir-Killer-Lehrling aufzunehmen. Nachdem er den Jungen auf seine Menschlichkeit hin getestet hat, erz├Ąhlt Edgar ihm die haarstr├Ąubende Geschichte seiner Familie und von Vampiren, die seit dem amerikanischen Unabh├Ąngigkeitskrieg in den Staaten hausen und Washington D.C. unsicher machen.
Tja ... und an dieser (fr├╝hen) Stelle habe ich den Faden verloren bzw. kaum mehr begriffen, als dass irgendwelche Leute namens Frog und Emmerson Blutsaugern das Lebenslicht ausblasen, warum und – vor allem - wann auch immer.

Wie l├Ąsst H.P. Lovecraft den wahnsinnigen Araber Abd al-Azrad im Necronomicon schreiben, „Es ist nicht tot, was ewig liegt ...“? So erleben wir einmal mehr den Versuch der Reanimation eines Genre-Klassikers. Heute ereilt dieses Schicksal den Vampir-Kult-Streifen „The Lost Boys“, welchen Joel Schumacher 1987 inszenierte und der bei Genre-Fans insbesondere wegen seiner stylishen Optik und des coolen Soundtracks f├╝r positive Resonanz sorgte. Und einmal mehr w├╝nscht man sich, Produzenten, Comic- und Drehbuchautoren w├╝rden das „requiescat in pace“ ernst nehmen und das Tote ruhen lassen.
Nicht nur, dass die Handlung mit ihren zahlreichen Zeitspr├╝ngen zwischen heute und 1990 bzw. 1987 im Laufe des Comics zunehmend verworrener wird, bis man ihr kaum noch – oder wie ich gar nicht mehr - zu folgen vermag, auch fehlt der Geschichte jeglicher Anflug von erz├Ąhlerischer Originalit├Ąt und Frische. Hans Rodionoff hat nichts - aber auch rein gar nichts - zu erz├Ąhlen, was die Wiederbelebung der Frog-Br├╝der auch nur im Ansatz rechtfertigte. Was bleibt, ist dr├Âger 0815-Teenie-Horror mit hausbackene Storyelementen und h├Âlzernen Charakteren.

Auf Seite des Artworks sieht es nicht ganz so tr├╝be aus. Einerseits wirkt es mit seiner klaren Linienf├╝hrung und der zur├╝ckhaltenden Koloration stylish unterk├╝hlt und vermag durch gezielt eingestreute, exzessive Gewaltszenen ein gewisses Splatter-Feeling zu vermitteln, andererseits fehlt es den Figuren visuell an Charakter und Eigenst├Ąndigkeit. In Anbetracht der wirren Story w├Ąre aber die problemlose Identifizierbarkeit der Protagonisten – auch in ihrem jeweiligen zeitlichen Kontext – unabdingbar f├╝r das Verst├Ąndnis der Geschichte, sodass unterm Strich auch f├╝r den grafischen Teil konstatiert werden muss: Klassenziel verfehlt!


Fazit: Das unterk├╝hlte Artwork und die vordergr├╝ndige, wirr konstruierte Teenie-Horror-Story verm├Âgen den Leser nicht mitzurei├čen. So ├╝berfl├╝ssig wie das DVD-Sequel „Lost Boys: The Tribe“, das nicht grundlos direkt auf DVD ver├Âffentlicht wird.



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kiss your face and touch your skin
I will slide my fingers in
let me show you what I can.


Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er seinen Kopf verliert.
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