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Adm. Ges
Es wird mal wieder Zeit für einen neuen Thread hier. Der ESC war ja immer ein gern diskutiertes Thema hier und in diesem Jahr hat es auch mal wieder einigen medialen Wirbel erzeugt.

Also, wer hat den ESC 2014 gesehen und was habt ihr dazu zu sagen?

Ich finde, Conchita Wurst hat völlig zu Recht gewonnen. Lied und Performance haben mir gut gefallen und ich hab tatsächlich 20 ct in eine SMS investiert. Der Beitrag aus den Niederlanden hat mir ebenfalls zugesagt, ich hätte allerdings nicht erwartet, dass er auf Platz 2 landet.

Gut gefallen hat mir auch den deutsche Beitrag, der in der Ausstrahlung nach Österreich und vor Schweden leider etwas deplatziert wirkte und vermutlich auch deswegen so untergegangen ist. Da hatte ich schon eine bessere Platzierung (TOP 10) erwartet. Armenien war aus meiner Sicht überbewertet, ebenso Ungarn. Über Polen kann man geteilter Meinung sein. Gesanglich fand ich den nicht so prall. Summer Summarum waren die Beiträge solide, aber auch viel 0815. Während der Ausreißer Polen relativ gut gepunktet hat, kam Frankreich nur auf den letzten Platz.

Wenig verständlich ist für mich die Diskussion um die Jury-Entscheidungen. Der 1. Platz bleibt nach allen Wertungsvarianten der 1. Platz. Auch die Niederlande haben den 2. Platz sicher. Erst bei 3 und 4 gibt es die erste Verschiebung je nach Wertungsskala. Der Erfolg gegen die Nachbarschaftsschieberei war in den letzten Jahren aber durchaus sichtbar, insofern finde ich die Mischung aus Televoting und Jury OK. Was mir allerdings fehlt, ist Verständnis für die Jury-Besetzung & Entscheidung in Deutschland, die so deutlich anders war.
Lex
So sehr ich auch den Kontrabass mag, das Lied fand ich absolut grausam und in diesem Feld nicht konkurrenzfähig. da gab es sehr viele bessere Beiträge und der Platz im hinteren Drittel geht für mich vollkommen in Ordnung.

Ich mochte die singenden Sozialarbeiter aus Island, Holland und Norwegen, aber auch Österreich hat mir gut gefallen. Der Sieg geht in Ordnung, auch wenn ich vermute, dass das weniger mit dem Song an sich zu tun hat. An das Lied wird sich in ein paar Tagen niemand mehr erinnern, an den Künstler aber sehr wohl.

Aus eben diesen Grund kann ich auch sehr gut verstehen, dass die deutsche Jury keine Punkte nach Österreich gab. Das sind Profi-Musiker, und wenn man NUR die musikalische Qualität bewertet, kann man durchaus 10 Titel besser bewerten. Letztendlich entscheidet hier auch der persönliche Geschmack.

Und die alljährliche Nachbarschaftshilfe-Diskussion können wir gerne wieder aufleben lassen. Solange aus Deutschland aber regelmäßig 8-12 Punkte in die Türkei gehen (falls sie denn vertreten ist), sollten wir da gaaaanz ruhig sein. Wir sind nicht besser.
Adm. Ges
So verschieden sind Geschmäcker. Das Ö-Lied ist bei mir ein Ohrwurm, was sicher auch daran liegt, dass ich Bond-Soundtracks mag. Auch der deutsche Beitrag hat mir gut gefallen. Island fand ich OK, aber nicht überragend, Norwegen hat mir auch sehr gut gefallen. Viele Titel fand ich aber auch einfach 0815 - dazu zählt für mich auch das drittplatzierte Schweden.

Zur Bewertung gehört aus meiner Sicht sowohl der musikalische Teil, als auch der Auftritt. Es muss sich ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Die Jurywertung wird nicht grundlos nach der Generalprobe durchgeführt. Ginge es nur um die Musik, dann würde ja der Tonbeitrag reichen. Der Auftritt der deutschen Jury war aus meiner Sicht im Rahmen der TV-Berichterstattung einfach unprofessionell. Insgesamt sehe ich natürlich trotzdem den Fotschritt und finde es wichtig, dass die Jury-Wertung auch veröffentlicht wird. So kann man ganz gut erkennen, welches Korrektiv wie gewirkt hat. Es funktioniert ja in beide Richtungen. Ein Lied, das die Jury gut findet, aber beim Publikum durchfällt, wird ja ebenso abgewertet. Insofern sehe ich ingesamt den richtigen Weg.
logan3333
Ich kann dazu nur sagen das mir der ESC völlig Wurst ist. mrgreen.gif
Voivod
Ich finde es gut, dass der Transvestit all die Schwulenhasser da draussen zum Hyperventilieren bringt! smile.gif Real life trolling, haha... Musikalisch ist dieser Trällerwettbewerb aber immer noch nicht so mein Ding. Trotzdem habe ich einige Songs gehört, man kommt ja nicht drumrum. Liftmusik halt, tut nicht weh...
JEAN-LUC
Lex, ich kann mich dir fast 100%ig anschließen. Beim Norweger paßten für meine Ohren Stimme und Lied nicht so perfekt zusammen, wie bei anderen Beiträgen (war da aber nicht der einzige Beitrag, bei dem mir das so gang). Österreich hat sicher auch durch den Hype (vor allem um den Künstler) im Vorfeld gute Chancen gehabt und in Kombination mit einem guten (Bond-)Song hat es dann eben zum Sieg gereicht. Schweden und Holland waren für mich rein musikalisch aber besser. Vollkommen unterbewertet fand ich persönlich Slovenien mit dem vorletzten Platz.
Tenner
Tatsächlich gibt es einen Thread hier, der sich mit diesem Thema beschäftigt. happy.gif

Wir sind gestern abend beim deutschen Vorentscheid für den ESC hängen geblieben. Hauptsächlich wegen der Schöneberger - herrliche Kodderschnauze, die sich auch selbst auf den Arm nehmen kann. smile.gif
Die Songs/Bands waren eher so lala. Gespannt war ich als WGT-Gänger der letzten Jahre auf Faun, die gerade dem Gothic-/Mittelalter-Genre entstiegen sind und jetzt auch mainstream mitdudeln. Vielleicht haben sie sich ja ein "unheiliges" Vorbild genommen, man weiß es nicht. Jedenfalls konnte ihr Lied nicht wirklich überzeugen. Auch meine beiden Favoriten schieden nach der ersten Runde leider aus. Danach war nur noch wichtig, daß nicht Laing (die vier schwitzenden Mädels auf den Fitness-Rädern) nach Wien fahren.
Zwischendurch habe ich mich gefragt, wie diese Show wohl klänge, wenn Dieter Thomas Heck sie moderieren würde wie seinerzeit die Hitparade. Und ja, dies sagt viel über mein Alter aus... *hust*

Und dann der Schocker ganz zum Schluß. Der gewählte Sieger sagt, er wäre gar nicht in der Verfassung, nach Wien zu fahren und gibt den Pokal an die Zweitplatzierte - hallo? Warum trete ich dann überhaupt an und gebe durch meinen Verzicht nicht einem anderen Künstler die Chance?? Nicht ganz verständlich...

Schlußendlich haben wir für Mai in Wien jetzt mit Ann Sophie einen Lena-/Nelly Furtado-Verschnitt, der zwar schön klingt, dem ich persönlich aber keine größeren Chancen beim Endauscheid einräume.
Matt
Ich sehe eher Parallelen zu Amy Winehouse. Das könnte durchaus zu Ann Sophies Vorteil sein. Andererseits hat sie mit ihrer leicht hyperaktiven Art und z.T. auch ihrem Aussehen ein wenig Ähnlichkeit mit Lena, das dürfte eher zu ihrem Nachteil ausfallen, denn daran werden sich die europäischen Voter noch erinnern können. Außerdem ist "Black Smoke" ein aus meiner Sicht höchst durchschnittlicher Song, der aus der ESC-Masse auch nicht sonderlich heraussticht. Es fehlt so ein bisschen das Alleinstellungsmerkmal. Sowohl optisch als auch musikalisch wird man wohl in der Masse untergehen und eher einen mittleren Platz belegen. Wäre jetzt meine Prognose. Eine gute Vertreterin ist Ann Sophie dennoch, hat anscheinend auch mehr in der Birne als Frau Meyer-Landrut, das ist zumindest für mich ein wichtiges Kriterium. (Wobei das freilich unfair ist, eine damals 17jährige mit einer 24jährigen zu vergleichen).

Was Herrn Kümmert angeht: Der ist wohl psychisch recht labil, da gab es in der Vergangenheit schon einige Vorfälle. Insofern nicht völlig überraschend, dass er sich vom ESC-Rummel überfordert sieht. Ich denke, er hat mitgemacht, um sich selbst etwas zu beweisen. Mit einem Sieg hat er im Leben nicht gerechnet und musste aus der Nummer dann irgendwie wieder rauskommen. Sehe ich jetzt nicht so tragisch. Eher sollte man fragen, ob nicht ein neues Voting durchgeführt werden sollte. Wenn Kümmert 52% zu 48% gewonnen hat, ist das vielleicht unnötig, bei 80% zu 20% wäre es durchaus wahrscheinlich, dass die 80% Anrufer für Kümmert durch Umverteilung auf die anderen Kandidaten einen anderen Sieger als Ann Sophie gewählt hätten. Aber natürlich ist das Prozedere bis zum ESC auch zeitlich schon streng durchchoreographiert, da dürfte schlicht keine Zeit für eine weitere Vorauswahl-Show sein.
Lex
Genau so sehe ich das auch. natürlich ist es seine freie Entscheidung, ob er nach Wien möchte oder nicht, vollkommen unabhängig von den Gründen. Aber dann hat er beim Vorentscheid schlichtweg nichts zu suchen. Das war eine extrem arschige Aktion, die sicher einige Sympathiepunkte gekostet hat.

Die Lieder fand ich alle entweder doof oder uninteressant. ich tippe auf einen Platz im unteren Drittel.
Matt
ZITAT(Lex @ 6. Mar 2015, 12:37) *
Das war eine extrem arschige Aktion, die sicher einige Sympathiepunkte gekostet hat.

So "arschig" fand ich das jetzt nicht. Er hat vielleicht sogar selbst geglaubt (bzw. man hat ihm eingeredet), dass er das schon wuppen könnte, wenn er gewinnt. Aber als er dann tatsächlich gewonnen hat (und damit gerechnet hat er vermutlich nicht wirklich) ist ihm erst richtig bewusst geworden, was das konkret bedeutet. Er ist eben offenbar psychisch recht labil, da werden nicht immer rationale Entscheidungen getroffen. Und sein Manager/seine Plattenfirma hat angesichts der ESC-Chance wohl auch eher Dollarzeichen als sein Wohlergehen im Blick gehabt.

EDIT: Und Barbara Schöneberger rult. smile.gif
Lex
Sollte er tatsächlich mit dem festen Vorsatz, nach Wien zu fahren, in den Vorentscheid gegangen sein und erst im Verlauf der Sendung entschieden haben, dass das wohl doch nicht sein Ding ist, okay. Doof, aber okay.

Ein "ich mach mal mit, wenn ich gewinne, steig ich halt aus" ist schlichtweg unfair denen gegenüber, die sich über den Startplatz gefreut hätten und gerne ihr Land beim ESC vertreten würden. Nur bei einer Wahl anzutreten um zu schauen, ob man sie gewinnen kann, und dann "Ätsch, ich geh nach hause" sagen, finde ich moralisch äußerst zweifelhaft.

EDIT: Ich will damit nicht sagen, dass ich das nicht nachvollziehen kann. Ich find's nur doof.
Matt
Ich weiß natürlich auch nicht sicher, dass er den Vorsatz, bei einem eventuellen Sieg trotzdem nicht nach Wien zu fahren, nicht schon vor der Veranstaltung gefasst hat. Ich habe aber keinen Grund gleich die negativst mögliche Interpretation anzunehmen. Was über Kümmerts frühere Eskapaden bzw. psychische Verfassung bekannt ist, genügt zur Erklärung der Vorkommnisse vollkommen. Da braucht es keine zusätzliche Arschigkeit.

Apropos Arschigkeit (was 'ne Überleitung): Ich erinnere mich an meine Teenager-Jahre, wo ich zugegebenermaßen recht gern die Spielshow "Bube, Dame, Hörig" auf SAT.1 angesehen habe - mit der bezaubernden Assistentin Babsi, heute besser bekannt als Barbara Schöneberger. Diese ist heute eine erfolgreiche und intelligente Fernsehmoderatorin (siehe nicht nur ESC-Vorentscheid), während ihr damaliger "Boss", Elmar Hörig, nach seinem damaligen Rausschmiss zu einen bitteren, wirren alten Mann mutiert ist, der auf seiner Facebook-Seite (die ich bewusst nicht verlinke) gegen Ausländer hetzt, Verschwörungstheorien verbreitet und Pegida unterstützt.

Aber zurück zum ESC. smile.gif
JEAN-LUC
Amy Winehouse?!? Aber im Leben nicht - die hatte nämlich eine Stimme, die für solche Jazz-Nummern geeignet war!!! Was man über Ann Sophie nicht sagen kann. Ich sage ihr in Österreich ein klägliches Scheitern im hinteren Drittel oder eher noch Viertel voraus.
Matt
Das sehe ich dann doch ein wenig anders. Im Gegensatz zur einer gewissen Frau Meyer-Landrut hat Ann Sophie nicht nur ein Stimmchen, sondern tatsächlich eine Stimme. Und sie trifft sogar die Töne. Das Problem ist nur, dass die Stimme nicht aus der Masse heraussticht. Lena stach gerade deswegen heraus, weil ihre Stimme nicht perfekt war (und den gelegentlichen schiefen Ton aufwies).

Die Parallelen zu der stimmlich relativ unverwechselbaren Winehouse sind darum auch überschaubar, zumindest wenn man es rein auf das Musikalische bezieht. Ich meinte oben auch eher "das Gesamtpaket", d.h. ein bisschen Ähnlichkeit bei den Songs, ein bisschen Ähnlichkeit bei der Stimme und ein bisschen Ähnlichkeit im Aussehen, so dass sie mich *insgesamt* ein wenig an Winehouse erinnert hat. Solche Vergleich sind aber natürlich eh immer fragwürdig und vor allem höchst subjektiv. Oben wurde Nelly Furtado genannt. Die sehe nun wiederum *ich* nicht.
Lex
Genau das sage ich ja immer wieder. Du brauchst keine gute Sängerin. Du brauchst keinen tollen Song. Damit kommt man nicht weit. Was man braucht ist eine auffallende Persönlichkeit und einen Song, der im Gedächtnis bleibt, wenn es ans Voten geht. Das war bei Juliane Werding Nicole so. Die Konkurrenz hat tolle Standardkost geboten, aber dann sitzt da plötzlich ein junges Mädchen, nur mit einer simplen Gitarre bewaffnet und liefert ein wunderschönes Lied ab.

Horn und Raab gehörten zu den Bestplatzierten deutschen Acts der letzten 20 Jahre. Bestimmt nicht, weil sie so begnadete Sänger sind und die Lieder handwerklich perfekt waren. Und dann Lena... Wir sind uns denke ich alle einig, das sie nicht Gottes Geschenk an die Sängerzunft ist. Aber sie war mal wieder was anderes, das Lied blieb im Kopf. Da ist es bei mir immer noch. Und es hat auch nicht geschadet, das Raab vorher MASSIV Werbung gemacht hat. Das Team Raab/Lena ist in den Wochen vor dem ESC durch zahllose ausländische Fernsehstudios getourt, unter anderem. Viele andere Länder kannten schon lange vor der Show "diese Lena", dieses verrückte Huhn. Die haben alles richtig gemacht.

...und jetzt haben wir eine gute Sängerin mit einem harmlosen Liedchen. Die wird beim ESC in etwa so auffallen wie ein Regentropfen im Rhein. Ich tippe mal stark darauf, das Deutschland nächstes Jahr nicht Austragungsort sein wird. Wie oben schon erwähnt, tippe auch ich auf einen Platz im unteren Drittel.


EDIT: Amy Winehouse gehört übrigens zu den ganz wenigen Sängerinnen/Sängern, bei denen ich sofort den Sender wechsle. *grusel*
Matt
Könnte es vielleicht sein, dass du Juliane Werding mit Nicole verwechselst? Erstere hat IMO nie am ESC teilgenommen. Nicole dagegen saß mit der Klampfe schüchtern auf der Bühne und spielte "Ein bisschen Frieden" (und das auch noch dreisprachig, wenn ich mich nicht irre). *Das* hat in der Tat Eindruck gemacht. Vielleicht spielst du aber auch auf eine andere Begebenheit an, bei der Werding tatsächlich involviert war. Ist nicht direkt mein Spezialgebiet. wink.gif

Deine anderen Analysen unterschreibe ich vollkommen. Marketing ist halt heutzutage zum Siegen ein wichtiger Bestandteil. Die Voter müssen sich beim Anrufen irgendwie an einen bestimmten Song erinnern. Dabei hilft es, wenn 1) die Zuschauer ihn vorher schon mal gehört haben (Ohrwurmfaktor, siehe Raabs PR-Tour), oder 2) der Song musikalisch heraussticht, oder 3) die Künstler optisch herausstechen. Dieses richtig zu dosieren, ist aber enorm schwer, weil der Grad zwischen "Herausstechen" und "übertriebenen Effekten" sehr schmal ist. Mit großer Oberweite oder schrillen Kostümen allein holt man auch keinen mehr hinterm Ofen hervor. Da muss zumindest ein wenig Substanz dahinterstecken. Insgesamt ist ein Sieg also nicht sicher planbar, man kann aber einiges tun, dass man zumindest vorn mit dabei ist.
Lex
Natürlich Nicole, nicht Werding. Mea culpa.
Mel
Wobei anno Nicole Standardkost bedeutete, dass jeder Teilnehmer in seiner Landessprache singt (mit Ausnahmen) und die Teilnehmeranzahl kleiner... und daher immer dieselben... war.

Abwärts ging's imho mit dem Grand Prix Eurovision de la Chanson (der Name war quasi schon ein VHS-Kurs für Franze I ;-)), seit fast alle in Englisch singen und die zig Vorentscheide (national/europaweit) stattfinden. In den letzten 15 Jahren hat's auch kaum ein Gewinner des Eurovision Song Contest geschafft, langfristig 'richtig' im Geschäft zu bleiben.
Man kann die Musik von Nicole, Vicky Leandros, Udo Jürgens und Co mögen oder nicht - viele Namen und Lieder sind immer noch im Radio präsent. Johnny Logan wird sogar auf allen Sendern gespielt, nicht nur in den Renterprogrammen. ;-)) Lordi oder eben auch unser Guildo sind - im besten Fall - noch auf Sampler-CDs ("das war 2006!") zu finden; oder werden totgeschwiegen. Ein Hype und nichts dahinter.
Unter anderem weil die 'Künstler'' diese Bezeichnung nicht verdienen. Sie wurden für den einen Moment gut in Szene gesetzt, ja. Aber von dauerhafter Qualität kann da nicht die Rede sein.
Die Show wirkt mittlerweile mehr wie 'Europa sucht den SuperStar (für 2 Wochen)', als der ursprüngliche Liederwettbewerb.

Ich habe den Grand Prix als Kind/Teenie geliebt, inkl. Kassettenrekorder an den Fernseher anschließen und Lieder aufnehmen und so. :-) Die letzten Jahre mache ich nicht mal mehr aus Langeweile den Fernseher an. Auch das Tamtam um den ESC ist mir zu viel. Letztes Jahr haben wir zum Ende reingeschaltet und es wirkte eher wie die große Schöneberger & Jones-Show, als eine Zusammenfassung des ESC und die Anschlussparty. Aber dann wieder, wenn schon Elaiza (sp?) nix gerissen haben, 's Barbara hat sich gut in Szene gesetzt.

Da ich also vom Event an sich eh nichts mehr als reißerische Titel in der Bild erwarte, passt der diesjährige Vorentscheid gut in mein ESC-Bild. Im Grunde ist es auch egal, welche Blindschleiche wir nach Wien schicken. Wir kriegen unsere 2 Punkte aus Österreich und irgendjemand mit einem kurzen Rock (oder guten Marketingabteilung) wird schon gewinnen. Darf dann Conchita-mäßig seine 5 Minuten-Berühmtheit für die 'große Message' einsetzen und... bang - 2016 der gleiche Zenober in Nicht-Berlin. [/desillusioniert]
Matt
Ich bin nicht sicher, ob man beim ESC mit der Losung "Früher war alles besser" weiterkommt. Die erste Liga der Schlagersänger hat schon damals nur selten teilgenommen, allerdings war der ESC (bzw. wie er damals hieß, der "Grand Prix Eurovision de la Chanson") gelegentlich ein Sprungbrett für Nachwuchskünstler. Leute wie Jürgens, Leandros etc. waren zum Zeitpunkt ihres Auftritts nicht sonderlich bekannt. Allerdings erinnert man sich heute an die meisten Künstler ebenfalls nicht mehr. Wer kennt noch Margot Hielscher? Margot Eskens? Inge Brück? Natürlich gibt es Ausnahmen, und du hast einige genannt, aber insgesamt sind die meisten doch eher in der Versenkung verschwunden (zurecht).

Auch musikalisch war das damals nicht substanzieller, nur anders. Damals dominierte der klassische Schlager, heute sind eher moderne Poparrangements (gelegentlich mit Elementen anderer Stilrichtungen) angesagt. Freilich sind die meisten Songs austauschbar und kalt/emotionsbefreit, aber das galt damals (unter anderen Vorzeichen) ebenfalls.

Eines ist aber natürlich richtig: Damals gab es viel weniger Teilnehmer, so dass man es deutlich schwerer hatte, in der Masse unterzugehen.
Matt
Dass Ann-Sophie nicht sonderlich gut abschneiden würde, hatte ich ja prognostiziert. Dass es aber *so* schlecht werden würde (wenn ich mich nicht irre, sogar das schlechteste deutsche Abschneiden in der 60jährigen Geschichte des Wettbewerbs), hätte ich nie erwartet. Und das, obwohl auch die Performance meiner Ansicht nach sogar noch einen Tick besser als beim deutschen Vorentscheid war. Man kann daraus nur eines schließen: Der Song wurde allgemein als grottig empfunden und auch mit Ausstrahlung konnten wir nicht punkten. Wenigstens hat Österreich auch nicht mehr Punkte... wink.gif

Schwedens Sieg für mich ein wenig überraschend (hätte Russland ganz vorne erwartet), aber nicht unverdient. Gute Nacht.
Voivod
Ich mag den Siegersong... unsure.gif Gute Lyrics, doppelbödig. wink.gif
Adm. Ges
Ich denke der Startplatz Nummer 17 mittendrin hat da auch seinen Beitrag zu geleistet. Da fällt es noch schwerer herauszustechen. Dank "Nachbarschaftshilfe" sind die wirklichen Grotten etwas weiter vorn gelandet. Ich bin jetzt mal auf die Tabellen gespannt, die die Ergebnisse in Jury- und Zuschauervoting aufsplittet. Morgen mehr, jetzt geht es erst mal ins Bett. wink.gif
Tenner
Hmm, wenn ich mir den Siegersong des Schwedenhappens so in Erinnerung rufe, dann fallen mir vor allem drei Dinge auf, die überzeugt haben:
- eingängiger Song, der im Ohr bleibt
- coole Performance (wenn auch mit einer Menge Technik)
- sympathische Ausstrahlung

Davon konnte der deutsche Beitrag leider nur Ansätze in die Waagschale werfen. Und auch die Russin überzeugte da nicht so wirklich, zumal sie dann auch noch SEHR auf die Tränendrüse drückte. Alles in allem wohl ein verdienter Sieg. Das ein oder andere Pünktchen hätte sich doch gerne für Ann-Sophie verirren können. 0 Punkte werden ihr mE nicht gerecht.
Adm. Ges
Ich hab mir jetzt mal die Tabellen angeguckt. Zwischen den Punkten und den tatsächlichen Abstimmungsergebnissen gibt es schon recht heftige Verzerrungen.

Die Jurys haben vor allem Schweden, Russland und Lettland gepusht. Klarer Publikumssieger wäre Italien geworden, das wiederum von vielen Jurys deutlich schlechter gewertet wurde. Deutschland bewegte sich recht solide im Mittelfeld mit ein paar Ausreißern nach unten. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 4x den undankbaren 11. Platz in der Gesamtwertung - also knappstmöglich an den Punkten vorbei.

Der aus meiner Sicht schlechteste Beitrag kam aus Albanien. Ich habs nicht gezählt, aber auch bei den Jurys lag Albanien besonders häufig hinten. Albanien hat klar von der Balkan-Connection profitiert, denn in Mazedonien und Montenegro gab es keine Jury, sondern 100% Publikumsentscheid.

Also ganz einfach nur großes (statistisches) Pech für Deutschland für einen soliden Mittelfeldbeitrag.

Schweden finde ich als Sieger völlig OK. Einzig das fehlende Intro ist mir negativ aufgefallen - der Typ singt einfach los. Russland fand ich auch recht stark, aber ebenfalls zu stark auf die Tränendrüse drückend. Italien hat mir auch gut gefallen, insofern geht der 3. Platz für den Publikumgssieger in Ordnung. Estland war mein persönlicher Favorit und hat sich mit einem Top10-Platz gut geschlagen. Israel hat mich überrascht, den "Golden Boy" sah ich deutlich weiter oben.
JEAN-LUC
Enttäuschend ... Nein, damit meine ich nicht das deutsche Abschneiden (das hatte ich in etwa so erwartet), sondern den diesjährigen ESC insgesamt. Da war nichts dabei, das mich absolut überzeugen konnte. Und die Abstimmungsergebnisse haben wieder mal ein übriges geliefert - Norwegen lag bei mir viel weiter vor diesen 0-8-15-Effekt-Nummern auch Schweden und Russland - mit Italien als Sieger hätte ich da noch leben können. Das Ding heißt doch immer noch Song- und nicht Performance-Contest!
Mel
ZITAT(Adm. Ges @ 25. May 2015, 00:16) *
Die Jurys haben vor allem Schweden, Russland und Lettland gepusht. Klarer Publikumssieger wäre Italien geworden, das wiederum von vielen Jurys deutlich schlechter gewertet wurde. Deutschland bewegte sich recht solide im Mittelfeld mit ein paar Ausreißern nach unten. Wenn ich mich nicht verzählt habe, gab es 4x den undankbaren 11. Platz in der Gesamtwertung - also knappstmöglich an den Punkten vorbei.


Wenn du noch ein bisschen rechnest, gewinnen wir vielleicht doch noch... der Titel war ja im Vorentscheid auch nur Nr. 2 und reiste dann doch nach Wien... ;-))

zum Gewinner: Congrats! Eine Runde Charts bitte und dann never to be heard of again. Aber für die Best Of 2015-Sampler macht er was her.

@Jean-Luc: sehe ich ähnlich. Wobei hier auch viele Lieder nicht überzeugt haben.
War es von der Musik besser, waren die Texte grottig und vice versa. Ggf. schneiden sich da viele ins eigene Fleisch. Englisch kann fast jeder, da fallen Textschwächen schneller auf. Israel hatte seine Grand Prix-Blütezeit bis Ende der 80er. Seit Mitte der 90er hat sich beim ESC die Teilnahmezahl etc pp verändert, aber in Landessprache zu singen hat Ofra Haza und Dana International nicht geschadet.

Aber nun gut... nächstes Jahr: gleiche Zeit, gleicher Ort? ;-)
Adm. Ges
ZITAT(Mel @ 25. May 2015, 08:42) *
Aber nun gut... nächstes Jahr: gleiche Zeit, gleicher Ort? ;-)


Aber sicher! wink.gif

Einen wirklichen Favoriten hatte ich in diesem Jahr auch nicht. Estland hat mir da noch mit am Besten gefallen. Aber auch die viel gescholtene Trash-Nummer von der Insel fand ich gut. Generell freue ich mich über etwas Abwechslung anstelle von 0815-Einheitsbrei. Insofern fand ich auch den unaufgeregten ruhigen Beitrag aus Zypern toll und freute mich, dass er ins Finale kam.

Neben Albanien, das von Herrn Urban zu Recht gescholten wurde, empfand ich Litauen als einen der schwächsten Beiträge. Idee und Performance waren gut und der Kuss kann durchaus als kleines Highlight gewertet werden. Aber musikalisch passte es überhaupt nicht.

Ich bin gespannt, welche Selbstzerfleischungs- und Verleugnungsprozesse nun in Deutschland (wieder) einsetzen, nachdem der Lena-Klon-Versuch derart in die Hose ging.
Matt
Nur ein paar vermischte Gedanken zu den bisherigen Posts:
- Klar sind bestimmte Startplätze besser als andere, aber der Sieger hatte z.B. Platz 10, auch nicht gerade optimal. Daran hat es IMO null gelegen.
- Klar heißt es Song- und nicht Performance-Contest, aber die Performance (Gesamtlänge, Anzahl erlaubter Personen etc.) ist strikt reglementiert. Man kann da nicht alle Geschütze auffahren, die man vielleicht gern wollte. Wer es innerhalb dieses Korsetts dann schafft, seinen mittelprächtigen Song etwas zu kaschieren, tut nichts Verbotenes. Verhindern kann man die Wirkung "optischer Reize" ohnehin nicht, da die Ausstrahlung des Künstlers immer noch hinzu kommt.
- Ann-Sophie ist kein Lena-Klon. Anderer Stil, ganz andere Stimme. Insofern greift diese Einschätzung zu kurz. Die schlechte Bewertung hat darum auch nichts damit zu tun, dass die europäischen Voter gegen Lena abgestimmt hätten.
- gleiche Zeit, gleicher Ort? Das glaub ich nicht, Tim. Äh, Tom. Es sei denn, Österreich wird vom letzten auf den ersten Platz gesetzt und muss die Show ausrichten. wink.gif
Adm. Ges
Also wenn wir mal die Startplätze rein nummernmäßig auswerten, dann würde ich etwa 1-10 und die letzten 5 als die "Besseren" und die dazwischen als die "Schlechteren" bewerten. Natürlich spielt das für die wirklich guten Stücke keine Rolle, denn sie werden sich immer durchsetzen. Ansonsten sehe ich da aber schon einen minimalen(!) Einfluss für die Punktevergabe des Publikums. Oh ein Eichhörnchen...

Auch die Nachbarn spielen natürlich eine Rolle. Die Stücke davor und dahinter laufen ja nahezu ohne Pause. Da bleibt ein stärkeres Stück, das nach einem Schwächeren kommt, natürlich eher in Erinnerung und hat damit beim Voting auch größere Chancen. Andersrum wird auch ein Gutes Stück federn lassen, wenn davor ein absoluter Knaller läuft. Insofern sehe ich die Startplatzierung eben als einen Faktor an, der die Bewertung mit beeinflusst. Auch wenn der recht gering ist, könnte es für einen Platz Unterschied und damit 0 oder 1 Punkt entscheiden. Für die vorderen Plätze spielt das natürlich keine Rolle.

Natürlich ist Ann-Sophie kein Lena-Klon. Da wollte ich ein wenig provozieren. Gewisse Parallelen sind aus meiner Sicht aber durchaus vorhanden, insofern hab ich einfach mal etwas übertrieben. wink.gif

Mir ist übrigens recht egal, wo der Contest stattfindet, denn dafür wurde die Fernübertragung per Television erfunden. mrgreen.gif
Mel
ZITAT(Matt @ 25. May 2015, 11:14) *
- gleiche Zeit, gleicher Ort? Das glaub ich nicht, Tim. Äh, Tom. Es sei denn, Österreich wird vom letzten auf den ersten Platz gesetzt und muss die Show ausrichten. wink.gif


Ich habe das jetzt eher auf die ESC-Unterhaltung hier im Forum bezogen, als den tatsächlichen Austragungsort des Sängerwettstreits... ;-))

Und ja, 'performt' wurde schon immer beim ESC. Und kurze Röcke an dünnen Mädels haben seltenst die Chancen auf den Sieg geschmälert... aber wenn ich mir den Schweden-Måns und sein Strichmännchen ansehe (was toll gemacht ist!), hat das für mich nichts mehr der einfachen Präsentation des Lieds zu tun. Wer zum (Live-) Singen noch tanzen und Klavierspielen kann: go for it! Aber zu hoffen, dass ein mittelprächtiges Liedchen von einem feurigen Hintergrund und teurer Bühnendeko aufgewertet wird und so zum Sieg fühlt - neeee, da kann ich auch DSDS, X-Factor und Co. gucken. ;-)
logan3333
Nicht das ich mich normalerweise für den ESC auch nur ansatzweise interessiere, allerdings sind die Votings und die Expertenjury immer doch sehr stark politisch geprägt oder irre ich mich da? Die Concita Wurst hat doch nur gewonnen weil man Putin mit dem LGBT Vorzeigekünstler eines auswischen wollte. Und in diesem Jahr hat man wohl solidarisch gegen die einseitige Russlandpropaganda den Russischen Akt hochgestimmt? confused4.gif
Matt
Das ist ja das schöne: Man kann sich alles drehen, wie man es gerade braucht. Wenn Russland weit hinten gelandet wäre, hätte man das als untrügliches Zeichen gedeutet, dass die böse westliche Anti-Russland-Propaganda schon ganze Arbeit geleistet hätte. Nein, Politik spielt natürlich eine kleinere Rolle, aber eben keine dominante. Gerade die Jurys (so hofft man zumindest) sollen ja gerade ausschließlich die Musik in den Vordergrund stellen.
logan3333
Kann sein, so oder so ist es doch alles großteils uninspirite weichgespühlte auf den Mainstream zugeschnittenes Gedudle daß mich egal wer oder was oder von wo auch immer singt an Modern Talking erinnert. Das man den österreichischen Beitrag auf Null gesetzt hat verwundert mich nicht, aber wo war der deutsche Beitrag so viel anders als die meisten anderen? Alles doch nur musikalische Tütensuppe, ohne Charakter. mrgreen.gif
Voivod
^Äh, hast du den finnischen Beitrag gehört? Das war zwar arg dick und plump aufgetragene P.C., aber Mainstream war das nicht! laugh.gif Wäre der Song etwas massentauglicher gewesen und die Behindis nicht ganz so hässlich, hätten die Finnen gewonnen. Da haben die Finnen wohl die Leidensbereitschaft des Publikums überschätzt. Trotzdem mein Sieger! wink.gif Rock on, guys! smile.gif
JEAN-LUC
Ach ja PC ... vielleicht hätte die polnische Teilnehmerin ihren Rollstuhl doch nicht so unter/ hinter dem Kleid tarnen sollen - ein paar Punkte hätte das sicher noch bringen können.
Voivod
^Uh, da hatte es noch eine Rollstuhlfahrerin? Ertappt, ich habe die Sache gar nicht geguckt und kenne nur den Schweizer Beitrag (grässlich), den Song der Finnen (habe eine kleine Doku über die Jungs gesehen, echter Punk, Ärger in der Wohngruppe wird gleich zu einem wütenden Song verwurstet) und den Siegersong, weil ich in die Punktvergabe reingezappt und auf youtube nachgeguckt habe, wie denn der Gewinner so klingt... unsure.gif
Adm. Ges
Boah, jetzt haben die Medien auch gerechnet und es beginnt die peinliche Seite der Ergebnis-"Aufarbeitung". Knapp vorbei ist auch daneben und 0 oder 4 Punkte macht jetzt auch nicht DEN Unterschied, als dass man da jetzt auf den 4 11. Plätzen rumreiten müsste. Feststellen (so wie ich es versucht haben) wäre ja in Ordnung, jetzt aber gleich wieder auf die Tränendrüse zu drücken ist so BILD.
Matt
Die "Aufarbeitung" ist insofern hilfreich, dass sie zeigt, dass Ann-Sophie in den einzelnen Ländern relativ oft Plätze zwischen 11 und 20 belegt hat (Jury und Telefonvoting zusammengerechnet). Sowohl der durchschnittliche als auch der mediane Platz ist Platz 17 (von 27). Und eben nicht Platz 26. Das entspräche dann auch exakt einem Mittelfeldplatz, wie von vielen (auch hier) vorhergesagt. Das Problem ist halt, dass nur die Plätze 1-10 Punkte bekommen. Es bedarf also einiger "Ausreißer", um Punkte zu bekommen. Und diese Ausreißer hatte Ann-Sophie nicht, die relativ homogen überall nur "durchschnittlich" ankam. Dieses "Winner takes it all"-Wahlsystem, das ja auch bei der US-Präsidentenwahl alle vier Jahre für Diskussionen sorgt, hat also auch hier zugeschlagen. Da haben dann die Länder einen Vorteil, die aufgrund starker Länder-Connections immer so zwei bis drei hohe Wertungen dabei haben, selbst wenn sie überall sonst unter ferner liefen rangieren.

Es fällt auch auf, dass die 11. Plätze von Ann-Sophie (mit Ausnahme von Ungarn) alle aus Nachbarländern stammen, wo ja in den Grenzregionen immer ein wenig geschummelt wird. Würde man das korrigieren (wobei Korrekturfaktoren natürlich unmöglich zu schätzen sind), würde man auch hier vermutlich wieder eher bei Platz 17 landen.

Außerdem fällt auf, dass die Jurys den Song tendenziell besser bewerten als die Anrufer. Angeblich (ich kann das aber mangels Sprachkenntnissen nicht überprüfen) ist in den meisten Ländern vom Kommentator erwähnt worden, dass Ann-Sophie nur "zweite Wahl" ist, weil der Sieger zurückgezogen hat. Wenn das stimmt, könnte das die Anrufer natürlich beeinflusst haben. Die Jurys sollten davon eher unbeeinflusst sein. Außerdem könnte das darauf hindeuten, dass der Song eher musikalisch überzeugt hat (mich allerdings nicht) als in Bezug auf Massenkompatibilität. (Falls wir mal unterstellen, dass sich letzteres bei den Televotern gegenüber musikalischer Kompetenz eher durchsetzt).

EDIT: Korrektur: Nachdem nun alle Tie-Breaker angewendet wurden, belegt Deutschland doch Platz 27 statt 26 (also den letzten Platz).
Adm. Ges
Es gibt einen Unterschied zwischen Aufarbeitung und "Aufarbeitung". Das, was du geliefert hast ist Ersteres, das was einige Medien betreiben Letzteres.
Tenner
So, liebe Freunde des guten Geschmacks. Es ist mal wieder Zeit für den deutschen Vorentscheid für den ESC - unser Song für Stockholm.

Bislang macht die gute Babsi als Moderatorin mal wieder den besten Eindruck! mrgreen.gif
Jewels
Na Mensch, wenn das nicht mal 0 Punkte gibt...
Matt
Moment mal. 17 Jahre? Region Hannover? Björk-mäßige Stimme und Erscheinung? Gesangswettbewerb gewonnen? Da war doch was... Okay, Lena war damals beim Vorentscheid schon ein Jahr älter. Und bei ihr war der Nachname ein Doppelname, nicht der Vorname. Und auf Manga stand sie auch nicht sonderlich. Aber sonst? Sonst fallen mir beim besten Willen keine Unterschiede ein.

Wenn Jamie-Lee jetzt noch den Nachnamen weglässt, dann... ja, dann klingt es eher nach Ann-Sophie. Reimt sich sogar. Schwierig.

Solide Popnummer (Rihanna-esque) mit vernünftiger Stimme. Etwas Lolita-Charme (leider sonst keine nennenswerte Bühnenausstrahlung) mit schrägem (Manga-)Outfit. Das sollte für einen Mittelfeldplatz reichen. Bei politischer Abstimmung gegen Merkels Politik eventuell auch hinteres Mittelfeld. Aber für ganz hinten wird es ebenso wenig reichen wie für ganz vorn. Da darf man sicher sein. Letzteres übrigens auch deshalb nicht, weil die Raabsche Promo-Tour durch Europa fehlen wird. (Andererseits glaube ich ganz grundsätzlich nicht, dass JL das Zeug zur zweiten Lena hätte).

Kurz ein Wort zu Platz 2 und 3. Alex Diehl mir persönlich trotz netter Message ein Spur zu anbiedernd. Kam nicht so authentisch rüber wie vielleicht gehofft, sondern eher mit einem Schuss Kalkül. Das wird Anrufer gekostet haben. Avantasia war für mich als altem Meat-Loaf-Fan natürlich ein innerer Reichsparteitag, auch wenn der Song eher nach schlechtem Meat-Loaf-Outtake klang. Nach dem Motto: Wie schreibe ich einen prototypischen Bombast-Rocksong mit allen Ingredienzen aus dem Jim-Steinman-Baukasten. Und einem Schuss Bon Jovi. (EDIT: Der Song wurde wohl wirklich für eine Kollaboration mit ML geschrieben, aber von diesem abgelehnt. Ich weiß warum.)
Adm. Ges
Eine püppchenhafte Manga-Maus mit leichter Ähnlichkeit zu Jennifer Lawrence singt ein Stück, bei dem mich gewisse Details an das Vorjahr erinnerten. Solide Nummer, aber zu 08/15 um weit nach vorne zu kommen. Mittelfeld halte ich ebenfalls für möglich.

Alex Diehl war mein persönlicher Favorit, wirkte mir aber auch eine Tick zu dick. Trotzdem denke ich, dass damit eine Platzierung im vorderen Mittelfeld oder gar ein Überraschungserfolg (Top 5) möglich gewesen wäre.

Wirklich peinlich fand ich den Auftritt von Ralph Siegel. Stück und Mädel waren völlig austauschbar. Kleid und Leuchteffekte reichen nicht, um sich da abzuheben. Gut, dass das Ding nicht in die Top 3 gekommen ist. Ob da sein peinlicher Fast-Heulanfall mit zu beigetragen hat?

Nuja, ich kann mit dem Ergebnis leben. Es hätte schlimmer kommen können. Barbara Schöneberger hat wieder eine wunderbare Show geliefert.
Lex
Nach dem ersten Halbfinale sehe ich gar nicht mehr so schwarz für unser Mangamädel. Das war ja mal gar nix. Alles stinklangweilige Songs. Einzig Holland und Ungarn fand ich ganz okay, aber einen potenziellen Siegertitel konnte ich da jetzt nicht finden. Mal schauen, was Donnerstag noch so kommt.

Inzwischen gefällt mir übrigens unser Erfolgssong vom letzten Jahr richtig gut, zumindest in dieser Version.
Matt
Aus Zeitgründen werde ich wie gehabt nur das Finale verfolgen können, habe aber schon mal wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass es Österreich dieses Jahr ins Finale geschafft hat. Ist nicht Russland bei den Buchmachern ganz vorn? Und waren die nicht im 1. Halbfinale schon dabei? Dein Eindruck?
Lex
Also, wäre der ESC ein Grafikdesing-Wettbewerb, wäre Russland ganz weit vorne. Komplett durchgestylte Choreografie mithilfe der Videohintergründe. Das Lied selber habe ich nicht mehr in Erinnerung, was kein gutes Zeichen ist.
Matt
Okay, Videohintergründe und durchgestylt, das hört sich nach dem Versuch an, das Erfolgsrezept von Måns Zelmerlöw zu kopieren; vielleicht nicht musikalisch (hab den Song noch nicht gehört), aber optisch-konzeptuell. Na mal schauen, wie stark die europäischen Zuhörer im Finale den Song gewichten, und wie stark die "Grafik".
Blaidd_Drwg
Der russische Teilnehmer hat wohl Russland als ein sicheres Land für Homosexuelle erklärt. Im verlinkten Artikel ist ein nettes Bild. Der Blick vom Nebenmann spricht schon Bände. Und überhaupt, wollten die Russen nicht aus Protest wegen Conchita Wurst zu Hause und ihre eigenen Grandprix veranstalten?

http://www.queer.de/detail.php?article_id=26099
Adm. Ges
Ich bin passend zur Halbzeit nach Hause gekommen. Da lief gerade der russische Beitrag und wirkte auch musikalisch recht stimmig.

Als dann die Votings anstanden und der Schnelldurchlauf kam, stach der Beitrag definitiv heraus. Ebenso unsere Nachbarin Zoe aus Autriche - vor allem natürlich wegen der französischen Präsentation, aber ich fand es auch insgesamt stimmig. Die Niederlande hatte ich nicht komplett gehört, aber auch die stachen im Schnelldurchlauf positiv heraus. Griechenland und San Marino wirkten auch noch interessant, aber die haben es ja (leider?) nicht geschafft. Stattdessen sind auch wieder ein paar 0815-Schmonzetten im Finale gelandet. Nicht gegen die nette Dame aus Aserbaidschan, aber ich hätte den Beitrag z.B. nicht im Finale gebraucht.

Morgen dürfte ich dann auch die Zeit für das komplette Halbfinale haben. Das Finale am Sonnabend könnte hinten raus etwas lang werden, denn ich hab vorher noch einen Dienst. Aber gut, eigentlich hätte ich bis 23 Uhr arbeiten müssen, da bin ich natürlich glücklich über den Tausch.
Lex
Dummerweise ist an diesem Samstag ja auch die Fedcon. Laut Programm kommt 19:45 der Shatner-Bill, danach um 20:45 Terry Farrell. Mal schauen, was mir an dem Abend wichtiger ist.
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