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"Eines Tages werden wir in der Lage sein, über unvorstellbare Energien zu verfügen... Energien, die uns in Raumschiffen zu fremden Welten bringen. Der Mann, der dann die tiefen Weiten des Alls erreicht, wird auch Wege finden, den Millionen Hungernden seiner Welt zu helfen und sie von Krankheiten zu heilen. Das sind die Tage, für die es sich zu leben lohnt. Bereite dich auf das morgen vor!"

 − Edith Keeler
 − in ST:TOS "Griff in die Geschichte"

August 2004

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 22 (#75)

 features

 

Kampf um die Zukunft

Das Leben der Edith Keeler

Was machte sie, ihre Taten und letztendlich ihr Tod so besonders?

Man gönnt sich ja sonst nichts...

Ein Muss für Sci-Fi-Leser

27 Storys über Liebe und Tod, Zahnschmerzen und Alien-Besuche

Aura sorgt für Klarheit

Envisats Gegenstück

Informatives über das neue NASA-Hochleistungsobservatorium

 

Vorwort

Die Stadt am Rande der Ewigkeit


Liebe Leserinnen und Leser

Sie glaubte an eine bessere Zukunft für die Menschheit. Sie war überzeugt, mit ihren begrenzten Möglichkeiten etwas ändern zu können. Und in manchen Aspekten stellte sie wohl die Personifizierung der Ideale von Gene Roddenberry höchstselbst dar: Edith Keeler.

Diese Ausgabe der "Incoming Message" beschäftigt sich mit der Classic-Episode "Griff in die Geschichte", mit dem Leben und dem Tod des Charakters Edith Keeler sowie der Thematik der Zeitreise im Allgemeinen. Eine ganz bestimmte Frage spielt dabei eine entscheidende Rolle: Was wäre, wenn es eine Person wie Edith Keeler in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts tatsächlich gegeben hätte? Würde die Zukunft anders aussehen?

Melanie Brosowski erläutert in ihrem Rückblick auf "Griff in die Geschichte", wie sich die Botschaft von "Star Trek" vor fast 40 Jahren zeigte, Barbara Watson, Leiterin des interessanten Projekts Edith Keeler's Time is Now, berichtet über die Hoffnungen und Ziele von Edith Keeler − und zu guter Letzt erklärt Darstellerin Joan Collins in einem kurzen Statement, was sie heute über ihren Charakter denkt.

Und mit einem persönlichen vorneweg genommenen Fazit entlasse ich Sie hiermit auch bereits in die Lektüre: Wenn genügend Menschen daran glauben, könnte Edith Keelers Zeit tatsächlich jetzt sein − und unsere Zukunft einer gewissen Fernsehserie tatsächlich recht nahe kommen.

Viel Spaß beim Lesen!

Michael Müller
Redaktionsleiter

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Vergangene Zukunft

Ein Rückblick auf die Episode "Griff in die Geschichte" und eine Analyse, was sie so besonders macht.

"Sie hatte Recht − aber zur falschen Zeit"

Das Leben und der Tod von Edith Keeler: für die Zukunft der Menschheit von enormer Bedeutung.

Zeitreisen − Ein Mythos, der Gefahren birgt

Grenzenlose Möglichkeiten in der Fiktion − aber wann werden Zeitreisen endlich Wirklichkeit?

Die Ereignisse des Monats

Jede Menge Geburtstage und eine Farewell Convention zu Ehren von James Doohan.

Man gönnt sich ja sonst nichts....

Dieses Buch sollte sich der Science-Fiction-Fan nicht entgehen lassen.

Die Rückkehr des Anti-Helden

"Riddick − Chroniken eines Kriegers": Was erwartet uns nach dem enttäuschenden Start in den USA?

Kino-Guide August

"I, Robot", "Catwoman", "The Butterfly Effect": drei Filme zum Entspannen.

Best of DVD

"Freddy vs. Jason", "Scary Movie 3", "Dawn of the Dead": drei Filme zum Fürchten.

DVD-Guide August

Das "Riddick"-Prequel "Pitch Black" erscheint als "Special Edition", von "Angel" kommt die vierte Staffel.

Erdbeobachtung mit Aura

Ein Hintergrundbericht zum neuen amerikanischen Großsatelliten für die Erderforschung.

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights.

Online-Tipp

Nachdem wir in den letzten Wochen serverbedingte Schwierigkeiten hatten, ist es nun wieder möglich, sich für die Akademie des TZN Starfleet-Rollenspiels einzutragen. Starten Sie noch heute Ihre Karriere und melden Sie sich hier an.


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Vergangene Zukunft

Review zu "Griff in die Geschichte"

Eine tragische Geschichte, eine Reise in eine andere Welt, ein Held, der wider Willen seine Pflicht tun muss, um die Zukunft der Menschheit zu retten − und vor allem unglaubliche Charaktertiefe: "Star Trek" as it's best − in der 28. Episode der Originalserie.

Inhalt

Während die Enterprise einen unbekannten Planeten umkreist, gehen von diesem Zeitverwerfungen aus, die das Schiff erschüttern und Sulus Konsole explodieren lassen. Nachdem McCoy den Verletzten mit Cordrazine behandelt hat, erschüttert eine weitere Zeitverwerfung das Schiff. McCoy verliert den Halt und injiziert sich versehentlich eine hohe Menge des Medikaments. Diese Überdosis führt zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen, sodass Pille in dem Glauben, jeder würde ihn umbringen wollen, in den Transporterraum flüchtet und sich auf den Planeten beamt.

 
 

Die Crew stößt auf einen Ring aus Stein, den Wächter der Ewigkeit, in dessen Innern die ganze Geschichte der Erde abläuft.


Kirk, Spock, Uhura, Scotty und zwei Wachen folgen ihm. Sie stoßen auf einen Ring aus Stein, den Wächter der Ewigkeit, in dessen Innern die ganze Geschichte der Erde abläuft. Getrieben von Furcht, nutzt McCoy das Erstaunen seiner Freunde und springt in den Ring. Er landet in der Vergangenheit, die er, ohne es zu wissen oder zu wollen, ändert, sodass die Enterprise in der Gegenwart von Kirk aufhört zu existieren. Spock und Kirk folgen ihrem Freund, um ihn zurückzuholen und die richtige Gegenwart wieder herzustellen.

Als sie durch den Wächter gehen, landen sie in einer amerikanischen Stadt während der wirtschaftlichen Depression der 30er-Jahre, ungefähr eine Woche, bevor McCoy ankommt. Edith Keeler, die eine Straßenmission leitet, hilft ihnen bei der Suche nach einem Zimmer und Arbeit. Nach einiger Zeit gelingt es Spock, einen primitiven Computer zu bauen. Dabei entdeckt er, dass es zwei mögliche Zukunftsvarianten für Edith Keeler gibt: In der einen kommt sie bei einem Unfall ums Leben, in der anderen wird sie unter anderem mit dem amerikanischen Präsidenten über die Einmischung Amerikas in den Zweiten Weltkrieg diskutieren. Doch nur eine der beiden Zeitlinien kann stimmen, je nachdem, ob der Arzt ihr Leben rettet oder für ihren Tod verantwortlich ist.

Spock forscht weiter und findet heraus, dass McCoy sie retten wird, was katastrophale Folgen hat: Edith Keeler würde eine Friedensbewegung starten und somit die Einmischung der USA in den Zweiten Weltkrieg verhindern, wodurch Hitler die Atombombe fertig stellen und den Krieg gewinnen würde. Eine weitere Folge wäre die Nichtexistenz der Föderation und somit natürlich auch die der Enterprise. Als Kirk von Spock erfährt, dass Ediths Tod deshalb unumgänglich ist, gesteht er dem Vulkanier, dass er sich unsterblich in sie verliebt habe. Mittlerweile ist auch McCoy angekommen. Unbemerkt von seinen Kameraden landet er ebenfalls bei Edith Keeler, und auch er verliebt sich in sie.

Schließlich kommt der schicksalhafte Tag: Kirk geht mit Edith über eine Straße, und Edith bittet ihn, sich zu beeilen, damit sie den Clark-Gable-Film nicht verpassen. Dem Captain ist dieser Gable unbekannt, was Edith amüsiert, denn Dr. McCoy erging es genauso. Jim traut seinen Ohren nicht. Er rennt zur Mission zurück, wo Spock und kurz danach auch McCoy zur Tür herauskommen. Keeler folgt Kirk und läuft über die Straße. Doch sie sieht den Lastwagen nicht. McCoy will ihr hinterher und sie retten, doch Kirk hält ihn zurück − und es kommt, wie es kommen muss. Geschockt kehren die Offiziere zurück in ihre Gegenwart. Die Enterprise existiert wieder, und der Landetrupp wird zurückgebeamt.

Kritik

Meiner Meinung mit eine der besten "Star Trek"-Folgen. Dass Kirk ein Frauenheld ist, ist nun wahrlich keine Neuigkeit. Aber in dieser Folge opfert er seine Liebe und Ediths Leben für die Zukunft. Er ist nicht nur verliebt in sie, nein, er liebt sie von ganzem Herzen. Umso tragischer ist es, dass auch McCoy sie liebt und er ihn zurückhalten muss. Einmal mehr merkt man hier die Tiefe der Charaktere. Spock hat Verständnis für Kirks Situation, berät ihn und beeinflusst ihn doch nicht in seiner Entscheidung. Auch McCoy weiß, nachdem er den ersten Schock verdaut hat, dass sein Freund so gehandelt hat, wie er musste.

Was die Story an sich betrifft, so wurde eine ganze Menge Inhalt und Tiefe für eine Folge untergebracht. Die Geschichte ist alles andere als oberflächlich und hat den Hauch einer klassischen Tragödie, wie man es sonst aus "Star Trek" kaum kennt. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz. So muss Spock seine spitzen Ohren unter einer Mütze verdecken, um nicht erkannt zu werden.

Zeitreisen sind ein beliebtes Thema bei "Star Trek". Zwar bleibt immer noch der bittere Nachgeschmack des Zeitparadoxums (warum ist nicht auch der Landetrupp verschwunden, sondern nur die Enterprise?), doch ansonsten wurde die ungewöhnliche Idee mit dem Wächter der Ewigkeit gut umgesetzt.

 
 

Die Geschichte ist alles andere als oberflächlich und hat den Hauch einer klassischen Tragödie, wie man es sonst aus "Star Trek" kaum kennt.


1986 erhielt die Originalstory von "Griff in die Geschichte" den internationalen Hugo Science Fiction Award. Denn das, was die Fans als Episode zu sehen bekamen, war eine von Gene Roddenberry vollkommen umgeschriebene Version. In ihrer Ursprungsform war es ein Crewmitglied namens Beckwith, der an Bord der Enterprise mit Drogen handelte und in die Vergangenheit flüchtete. Auch war es Spock, der Beckwith daran hinderte, Keeler zu retten. 1995 schrieb Harlan Ellison ein Buch mit dem Titel "The City on the Edge of Forever" über die Entstehung dieser Folge und die Probleme. Seine Originalgeschichte ist in dem Buch "Six Science Fiction Plays", herausgegeben von Roger Elwood, bei Pocket Books erschienen.

Joan Collins ahnte damals noch nicht, dass sie eines Tages eine der berühmtesten Schauspielerinnen der Welt sein würde. Ihren größten Erfolg hatte sie mit der Rolle des Biestes Alexis in "Dallas".

Infos


Originaltitel "The City on the Edge of Forever"

US-Erstausstrahlung 6. April 1967

Regie Joseph Pevney

Drehbuch Harlan Ellison

Gaststars Joan Collins (Edith Keeler), Hal Baylor (Polizist), John Harmon (Obdachloser), David L. Ross (Galloway)

"Griff in die Geschichte"

"Griff in die Geschichte" oder besser "Die Stadt am Rande der Ewigkeit" ist eine der beliebtesten "Star Trek"-Episoden. Melanie Brosowski lässt die Folge noch einmal Revue passieren und schreibt warum.


 

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"Sie hatte Recht − aber zur falschen Zeit"

Wer war Edith Keeler?

"Edith Keeler war eine revolutionäre Idealistin, die die Welt besser machen wollte. Hätte sie wirklich gelebt, wäre die Geschichte der Welt, wie wir sie kennen, vollkommen anders verlaufen." − Joan Collins über ihren Charakter.

Ausgedacht vom legendären Science-Fiction-Autor Harlan Ellison für die "Star Trek"-Episode "Griff in die Geschichte", war Edith Keeler eine Person, die jeden beeinflusste, mit dem sie in Kontakt kam, inklusive des jungen Captain James T. Kirk, der durch den "Wächter der Ewigkeit" zurückgeschickt wurde, um einen "Fehler" in der Zeitlinie zu korrigieren.

 
 

"Die Menschen, die das All erobern, werden Wege finden, die Millionen hungriger Leute zu versorgen und ihre Krankheiten zu heilen." − Edith Keeler


Edith Keeler war missionarisch und visionär. Trotz der Tatsache, dass sie in der Zeit der Großen Depression in den Vereinigten Staaten dieses wirtschaftliche Desaster durchlebte, konnte sie sich eine andere, bessere Welt vorstellen, die kommen würde. Und sie war entschlossen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um sie real werden zu lassen.

Edith: "Eines nicht so fernen Tages wird der Mensch in der Lage sein, sich unglaubliche Energien nutzbar zu machen − vielleicht sogar das Atom. Energien, die uns zu anderen Welten bringen können, in einer Art Raumschiff. Und die Menschen, die das All erobern, werden Wege finden, die Millionen hungriger Leute zu versorgen und ihre Krankheiten zu heilen. Sie werden in der Lage sein, einen Weg zu finden, jedem Hoffnung zu geben sowie eine gemeinsame Zukunft. Und diese Tage sind es wert, dafür zu leben... Es wird nicht morgen oder übermorgen sein. Aber sie werden kommen. Seid also auf morgen vorbereitet, macht euch dafür bereit."

Einer ihrer vielen Beweggründe war, dass sie eine Pazifistin war, entschlossen, für friedliche Lösungen der globalen Probleme zu kämpfen.

Edith: "Ich glaube, dass sie eines Tages all das Geld, das sie jetzt für Krieg und Verderben ausgeben, nehmen werden ..."
Kirk: "... und es für das Leben verwenden?"
Edith: "Ja!"

Wie Kirk und Spock entdeckten, war Edith ihrer Zeit jedoch voraus. Die 30er-Jahre waren gefährliche Jahre für Pazifisten, und − zum Glück für die Geschichte − wurde durch Keelers tragischen Unfalltod die Friedensbewegung ihrer eloquentesten und überzeugendsten Figur beraubt, wodurch der Sieg der Alliierten über Adolf Hitler sichergestellt wurde, bevor Deutschland seine Nuklearwaffenversuche beenden und mit diesen die Welt erobern konnte.

Kirk: "Aber sie hatte Recht − Frieden war der Weg."
Spock: "Sie hatte Recht − aber zur falschen Zeit."

Das hätte sehr gut 1930 stattfinden können − in einer Welt voll aufkeimender "Supermächte" im Positions- und manchmal auch im Vormachtsgerangel. In einer Welt, in der ein Mann, der auf Völkermord aus war, eine der mächtigsten Nationen des Planeten kontrollierte.

Die Prinzipien zu fördern, die so viele von uns gelernt und verinnerlicht haben in den mehr als 35 Jahren seit dem Start der Serie. Wir glauben, dass Veränderungen auch von Dingen außer von Bomben herbeigeführt werden können. Wir glauben, dass die Menschheit in friedlicher Koexistenz zusammenkommen muss, um zu überleben und die Zukunft erleben zu können. Wir glauben, dass Edith Keelers Zeit jetzt ist.

 
 

Veränderungen können auch von Dingen außer von Bomben herbeigeführt werden.


Diese Prinzipien können dabei helfen, die positive Zukunft zu erschaffen, die Gene Roddenberry und die vielen talentierten Autoren und Produzenten der Serien uns geholfen haben vorzustellen. Wir möchten alle "Star Trek"-Fans ermutigen, ohne Rücksicht auf ihre persönlichen Einstellungen, mehr zu tun als nur von einem besseren morgen zu träumen, wenn sie vor dem Fernseher sitzen.

Die Zukunft beginnt heute. Wir alle sind "Wächter der Ewigkeit". Und Edith Keelers Zeit ist jetzt!

Related Links

  • Edith Keeler's Time: Für eine bessere Zukunft − "Star Treks" Ideale im richtigen Leben
    Was konnte Edith Keeler bewegen und warum musste ihr Leben auf so tragische Weise enden? Antworten auf diese und weitere Fragen rund um Edith Keeler findet man auf dieser Seite.

  • "Griff in die Geschichte"

    Die amerikanische Website EdithKeelersTime.com beschäftigt sich ausführlich mit dem Charakter der Edith Keeler und ihren Ideen sowie dem eigentlichen Sinn hinter "Star Trek". Barbara Watson, die Leiterin des Projekts, erläutert in diesem Artikel die Beweggründe von Edith Keeler für ihr Tun und erklärt, für was für eine Zukunft sich ihre Website einsetzt. Aus dem Englischen von Sven Rogge.


     

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    Zeitreisen − Ein Mythos, der Gefahren birgt

    Eine kritische Betrachtung eines Menschheitstraumes

    Zeitreisen ist eines der Themen, welches viele Menschen, wie auch mich, trotz − oder vor allem wegen − seiner Komplexität immer wieder fesselt. Die Möglichkeiten, die dieses Thema bietet, sind beinahe grenzenlos. Das haben auch die "Star Trek"-Autoren verstanden und sich damit befasst.

    Und das nicht gerade selten: Alleine von den zehn "Star Trek"-Kinofilmen handeln drei (wenn man "Star Trek: Treffen der Generationen" mitzählt) von dieser Thematik, bei den Serien sind es um ein vielfaches mehr.

     
     

    Man weiß, dass große Massen nicht nur den Raum, sondern auch die Zeit krümmen können.


    Doch nicht nur die Autoren von "Star Trek" haben die Idee der Zeitreisen aufgegriffen. In jeder anständigen Science-Fiction-Serie ist es mindestens einmal darum gegangen, und in vielen anderen Serien und Filmen bekommt dieses Thema eine zentrale Rolle. So zum Beispiel in "Seven Days" oder in der legendären Trilogie "Zurück in die Zukunft".

    Auch für viele Physiker und Mathematiker der "realen" Welt ist die Frage, ob es möglich ist, die Zeitlinie zu verändern, von großem Interesse. Zahlreiche Theorien wurden darüber aufgestellt. Man weiß, dass große Massen nicht nur den Raum, sondern auch die Zeit krümmen können. Stephen Hawking nahm an, dass ein Schwarzes Loch schwer genug sei um einen Übergang in eine andere Dimension oder andere Zeit schaffen zu können. Vor kurzem hat er diese Theorie jedoch widerrufen, allerdings nicht, weil die Krümmung der Zeit nicht zustande kommen könnte, sondern weil die eindringende Materie einfach nur zerstört wird, jedoch nicht unsere Dimension verlässt.

    Eigentlich ist das Reisen durch die Zeit ganz einfach. Jeder von uns macht täglich eine − jedoch immer nur in eine Richtung. Und das ist auch gut so. Denn könnten wir ganz nach Lust und Laune mal einen kurzen Abstecher in die Vergangenheit machen oder einfach so mal in die Zukunft schauen, dann würde sich daraus ein riesiges Chaos ergeben und kein Mensch könnte erwägen, was die Konsequenzen wären. Bestes Beispiel hierfür ist das so genannte "Großvater-Paradoxon", das sicher einigen von Ihnen geläufig sein dürfte. Doch was sagt das aus?

    Stellen Sie sich vor, Sie würden in die Vergangenheit reisen und verhindern, dass Ihr Großvater Ihre Großmutter kennen lernt. Wozu das führen würde, kann man sich denken: Sie würden nie ein Kind zeugen, was zur Folge hätte, dass auch Sie nie geboren würden. Allerdings hätten Sie in diesem Fall nie in der Zeit zurückreisen und praktisch Ihre eigene Geburt verhindern können. Also würden Sie doch geboren und könnten wieder in der Zeit zurückreisen − und so weiter...

    So gesehen war die Zeitreise von Captain Kirk und seiner Mannschaft in "Star Trek: Zurück in die Gegenwart" eine sehr riskante Angelegenheit. Denn wäre dabei nur ein Mensch zu Schaden gekommen, so hätte das den Lauf der Geschichte vollkommen verändern können. Oder anders gesagt: Wer weiß schon, ob die Meeresbiologin Gillian Taylor nicht irgendwann einmal ein Kind zur Welt gebracht hätte, das ein Mittel gegen Krebs entwickelt hätte...

     
     

    ... denn wäre dabei nur ein Mensch zu Schaden gekommen, so hätte das den Lauf der Geschichte vollkommen verändern können.


    Eine Theorie, welche die meisten Zeitreisen-Paradoxa lösen würde, wäre die so genannte "Theorie der vielen Welten". Diese wiederum stützt sich auf die Quantenphysik und besagt, dass jedes subatomare Teilchen zu jeder Zeit zahllose Möglichkeiten besitzt. Vergleichbar mit einem Sandkorn, welches (bildlich gesprochen) die Möglichkeit besitzt, durch das eine oder andere Loch eines Siebes zu fallen. Immer, wenn es zu so einer Situation kommt, bildet sich − so die Theorie in vereinfachter Form − ein neues Universum. Infolge dessen sollte man immer, wenn man eine Zeitreise unternimmt, in ein fremdes Universum gelangen, welches sich parallel zu unserem entwickelt. Allerdings wäre es bei der großen Anzahl an Universen unmöglich, wieder in unseres zu gelangen.

    Ebenso verhält es sich (wahrscheinlich) mit Sprüngen in die Zukunft. Allerdings müssten wir hierbei davon ausgehen, dass seit Anbeginn der Zeit dessen weiterer Verlauf feststehen würde. Wäre dies nicht der Fall, so wäre es prinzipiell schon möglich, in die Zukunft zu reisen − in welchem Universum man dabei landen würde, wäre jedoch reine Glücksache.

    Möglich oder nicht − die Frage nach der Zeit und ob beliebige Reisen möglich sind oder nicht, wird die Menschheit mit ziemlicher Sicherheit noch lange beschäftigen.

    Was denken Sie über Edith Keeler, ihre Visionen, die Episode "Griff in die Geschichte" im Allgemeinen oder zum komplexen Thema Zeitreisen? Ihre Meinung interessiert uns − schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de!

    "Griff in die Geschichte"

    Sind Zeitreisen möglich oder nur ein Mythos? Und falls sie Wirklichkeit werden sollten, welche Gefahren werden sich damit verbinden? Über dies und mehr hat sich Patrick Maisl Gedanken gemacht.


     

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    Die Ereignisse des Monats

    August 2004

    Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick.

    Trek-Kalender

     
     

    Montag

     

    Dienstag

     

    Mittwoch

     

    Donnerstag

     

    Freitag

     

    Samstag

     

    Sonntag

     
     
                               01.August  
                             

    Geburtstag
    Wah Ming Chang
    (Designer)

     
       02.August    03.August    04.August    05.August    06.August    07.August    08.August  
               

    Geburtstag
    Cirroc Lofton
    (Jake Sisko)

     

     
       09.August    10.August    11.August    12.August    13.August    14.August    15.August  
           

    Geburtstag
    Walter "Matt" Jefferies
    (Art Director)

    Geburtstag
    Catherine Hicks
    (Dr. Gillian Taylor)

    Geburtstag
    Jane Wyatt
    (Amanda Grayson)

       

    Geburtstag
    Brannon Braga
    (Ausführender Produzent, Autor)

       
       16.August    17.August    18.August    19.August    20.August    21.August    22.August  
       

    Geburtstag
    Harve Bennett
    (Ausführender Produzent, Autor)

       

    Geburtstag
    Diana Muldaur
    (Kathryn Pulaski)

    Geburtstag
    Jonathan Frakes
    (William T. Riker)

    Geburtstag
    Gene Roddenberry
    ("Star Trek"-Erfinder)

       

    Geburtstag
    Kim Cattrall
    (Valeris)

       
       23.August    24.August    25.August    26.August    27.August    28.August    29.August  
       

    Geburtstag
    Jennifer Lien
    (Kes)

         

    Convention
    Canadian National Science Fiction Expo Convention in Toronto, Kanada (3 Tage)
    Infos

     

    Geburtstag
    Gates McFadden
    (Beverly Crusher)

    Convention
    "Star Trek", "Stargate" & Sci Fi Media Convention in Sacramento, USA (2 Tage)
    Infos

    Convention
    Beam me up, Scotty ... one last time − James Doohan Farewell Convention and Tribute in Los Angeles, USA (3 Tage)
    Infos

       
       30.August    31.August                      
       

    DVD
    "Star Trek: The Original Series":
    Staffel-1-Box
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    Man gönnt sich ja sonst nichts...

    Eine Rezension über ein ungewöhnliches Buch

    Ich hatte vieles unter diesem Titel vermutet, als ich das Buch zum ersten Mal in meinen Händen hielt, aber nicht eine Anthologie mit 27 Science-Fiction-Storys. Ausführlich auf jede Kurzgeschichte einzugehen würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, doch ich möchte zumindest den Inhalt jeder Story kurz wiedergeben.

    Man gönnt sich ja sonst nichts (Achim Hildebrand)
    Aliens landen auf der Erde. Doch sind sie wirklich so friedlich, wie sie behaupten zu sein?

    Erde ersteigert (Bernd Hutschenreuther)
    Ein junger Sirianer ersteigert die Erde. Was wird aus den Bewohnern?

    Eine Woche ohne Stimme (Anna Rinn-Schad)
    Die Natur wird nicht mehr sich selber überlassen, sondern designt. Doch das hat nicht nur Vorteile.

    Der Defekt (Volker Hagelstein)
    Die Hauptfigur dieser Geschichte gewinnt eine intelligente Küche, die nicht nur auf seine Gesundheit bedacht ist, sondern auch sprechen kann. Doch nicht nur das, sie entwickelt auch Gefühle, unter anderem Eifersucht.

    Jimmy verdaut Welt (Wolfgang Sendner)
    Die Freaks der Zukunft sind Organpunker, Typen, die lebenswichtige Organe als Schmuckstücke außerhalb ihres Körpers tragen.

    Die E-Saite des Rickenbacker (Edgar Güttge)
    Die Besatzung eines Raumschiffs entdeckt im All ein paar Basssaiten.

    Vater werden ist nicht schwer (Ralf Steinberg)
    Über das Problem des entspannten Kinderkriegens in einer fiktiven Zukunft.

    Vielen Dank für die Blumen (Susanne Jaja)
    Nach einer erfolgreichen Vorstellung bei einem intergalaktischen Theaterfestival möchte sich die Gruppe bei den Gastgebern bedanken. Doch leider hat sich niemand über die Gebräuche der Spezies informiert.

    Kartoffelernte (jon)
    Bärbecker will den Weganern beibringen, wie man Kartoffeln anbaut. Doch dies widerspricht der Religion der Fremden.

    Tausend Banner im Sand (Achim Hildebrand)
    Endlich beherrschen die Menschen den interstellaren Raumflug. Als sie den Planeten Primus erreichen und ihre Fahne in den Boden rammen wollen, glauben sie, dass sie die Ersten sind.

    Expedition (Lutz Schafstädt)
    Der sich in der heimischen Badewanne entspannende Ben wird irrtümlich von Außerirdischen entführt.

    Die Flammen (Ralf Steinberg)
    Ein Techniker einer Außenstation verliert sich ganz und gar in den Anblick der Flammen eines Planeten.

    Blinddate auf Titan (Frank Lehmann)
    Von einem Mädchen, das alles versucht, von Titan wegzukommen, und einem alten Kapitän, der überlegt, ihr diesen Wunsch zu erfüllen.

    ... und alles wimmelnde Getier (Achim Hildebrand)
    Nachdem er eine alles Leben vernichtende Biobombe auf einem Planeten abgeworfen hat, stürzt der Pilot der Maschine ab. Ohne Aussicht auf Rettung versucht er in seinen letzten Minuten, seine Tat mit einem ungewöhnlichen Plan zu sühnen.

    Sabotage (jon)
    Weltraumsiedler begegnen den wahren Herrschern des Planeten, den sie kolonisieren wollen.

    Schmerzen (Ralf Steinberg)
    Während eines Heimaturlaubes bekommt ein Raumfahrer wahnsinnige Zahnschmerzen. Der Grund dafür ist unglaublich.

    Das Fax des FlugEngels (Edgar Güttge)
    Diese Geschichte beschreibt den Weg eines ungewöhnlichen Faxes auf seinem Weg durch die Raumfahrtbehörde.

    Versiebt oder Survival of the Fittest (Susanne Jaja)
    Rogell gewinnt einen Aufenthalt auf einem unbewohnten Planeten. Doch so unbewohnt ist er gar nicht, wie sie bald herausfindet.

    Nachrichten aus dem Wissenschaftsrat (Inge Lütt)
    Der Wissenschaftsrat der Außerirdischen tagt: Wer stellt die witzigste Versuchsanordnung auf, mit der sie mal wieder so richtig über die Terraner lachen können?

    Das kann man ja gar keinem erzählen (flammarion)
    Ein Formwandler landet auf der Erde. Er gerät in tödliche Gefahr, als er nicht rechtzeitig zu seinem Eimer zurückkehren kann.

    Gleis 10 oder Ankunft kann doch nicht so schwer sein (Gerhard Kemme)
    Über die ungewöhnlichen Abenteuer des Weltraumbahnhof-Gepäckträgers Fiete Schnabeldonk.

    Kriegsschauplatz (anemone)
    Der Krieg ist zur Touristenattraktion mutiert. Doch wer sich zu weit von der Sicherheitszone entfernt, gerät in Lebensgefahr.

    Oculi mei (Inge Lütt)
    Bei einem Anschlag sterben tausende Menschen. In seiner Verzweiflung über den Tod seiner Frau und seiner Töchter stürzt sich ein Wissenschafter in seine Arbeit. Als es ihm gelingt, eine komplette DNA-Struktur aus Reliquien Jesus zu extrahieren, reift in ihm ein kühner Plan.

    Die Angst, stets gleich in unseren Seelen (Christian Savoy)
    Aliens nehmen mit den Menschen Kontakt auf. Ihre Absichten sind friedlich, doch die der Terraner nicht.

    Geliebte Maid (Michael Schmidt)
    Sascha wandert auf den Mars aus, wo es einen der begehrten Arbeitsplätze bei den Menselijk gibt. Doch wer sich dem Kollektiv der Aliens widersetzt, wird umgehend bestraft.

    Sand in den Augen (Achim Hildebrand)
    Wissenschaftler lösen das Geheimnis der wandernden Steine auf dem Mars und im Tal des Todes der Erde. Doch das Ergebnis ist erschreckend und bedrohlich zugleich.

    Sonnenuntergang (Criss Jordan)
    Das Ende der Sonne ist nah. Die Menschheit hat nur eine Chance zu überleben: die Flucht.

    Das Spektrum der Geschichten reicht von lustig über spannend bis äußerst erschreckend. Dabei ist es nicht die übliche oberflächliche Science-Fiction-Kost, sondern es handelt sich um sehr tief gehende Geschichten, die allesamt flüssig geschrieben und gut zu lesen sind. Langeweile kommt also garantiert nicht auf. Der Preis von 12.00 Euro ist völlig okay. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, dem möchte ich auch die ISBN nicht vorenthalten: 3-935982-28-3.

    Related Links

  • Leselupe.de: Die Literatur(such)maschine
    Literatur lesen, schreiben und suchen auf einer der größten deutschsprachigen Literaturplattformen − seit 1998.

  • Amazon.de: "Man gönnt sich ja sonst nichts..."
    Die direkte Bestellmöglichkeit zum Buch der Leselupen-Bücherei bei Amazon.de.

  • SF-Zone

    Ein Lesevergnügen für alle Science-Fiction-Fans, die nicht auf die übliche Kost stehen. Unter die Lupe genommen von Melanie Brosowski.


     

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    Die Rückkehr des Anti-Helden

    Preview zu "Riddick − Chroniken eines Kriegers"

    Fans von Science-Fiction-Filmen kennen das ja: Man nimmt eine altbekannte, altbewährte, altbackene Geschichte, erweitert sie um ein paar kleine Details und schon hat man ein neues Drehbuch für ein nettes kleines Filmchen fertig, welches seine Kosten mit größter Wahrscheinlichkeit wieder einspielen dürfte.

    "Pitch Black" war so ein Filmchen. Die "Zehn kleine Negerlein"-Story mit den bewährten "Alien"-Zutaten wurde für läppische 30 Millionen Dollar inszeniert und beinhaltete die typischen Genre-Klischees und Ekeleffekte. Warum das unscheinbare Filmchen dennoch ein beachtlicher (wenn auch nicht spektakulärer) Hit wurde und das Produktionsstudio Universal nun über 100 Millionen Dollar in deren Fortsetzung hineingesteckt hat, liegt hauptsächlich an einem dieser kleinen, unscheinbaren Details, von denen sich "Pitch Black" nicht gravierend, aber immerhin wohltuend von den üblichen Genre-Vertretern abhob: Riddick.

     
     

    Riddick ist die erste Kinofigur des neuen Jahrhunderts mit ähnlichem Kultpotenzial wie ein Indiana Jones, Han Solo oder Terminator.


    Riddick ist eine dieser Kinofiguren, die man so schnell nicht vergisst. Charismatisch, durchtrainiert, mysteriös, gut aussehend, cool, nebenbei ein kaltblütiger Killer und übrigens der Held der Geschichte. Oder besser gesagt der Anti-Held von "Pitch Black". Die Figur des Riddick erhielt im neuen Superstar Vin Diesel ("Saving Privat Ryan", "xXx", "The Fast and the Furious") die Idealbesetzung. Riddick ist die erste Kinofigur des neuen Jahrhunderts mit ähnlichem Kultpotenzial wie ein Indiana Jones, Han Solo oder Terminator. Kein Wunder also, dass Vin Diesel mit seiner Darstellung des schlagfertigen Anti-Helden auch gleich zum neuen Actionstar am Hollywood-Himmel aufgestiegen ist.

    Die Fortsetzung von "Pitch Black" kommt diesen September, leicht verspätet, unter dem Titel "Riddick − Chroniken eines Kriegers" in die deutschsprachigen Kinos. Um die Spannung nicht zu verderben, sei der Inhalt hier auch nur kurz erläutert: Riddick hat die letzten vier Jahre seit seinem Absturz auf einem monsterverseuchten Planeten (siehe "Pitch Black") damit zugebracht, sich auf der Flucht vor Kopfgeldjägern am Rande der Galaxie zu verstecken. Schließlich landet er auf dem Planeten Helion, der Heimat einer fortgeschrittenen und multikulturellen Gesellschaft, die aber von dem machtgierigen und kaltblütigen Lord Marshal (Colm Feore) mithilfe seiner Krieger, den finsteren Necromongers, unterjocht wird. Riddick verstrickt sich dabei immer tiefer in einen galaktischen Krieg, dessen Ende nicht abzusehen ist.

    "Riddick − Chroniken eines Kriegers" präsentiert sich als großes, episches und ambitioniertes Science-Fiction-Spektakel und ist eigentlich als Trilogie angelegt. Von den beeindruckenden CGI-Welten und dem überwältigenden Set-Design her erinnert der Film eher an David Lynchs Meisterwerk "Dune – Der Wüstenplanet", auch wenn Regisseur und Drehbuchautor David T. Twohy ("Below") "Riddick" lieber als den bösen Zwilling von "Star Wars" betrachtet.

    Im Gegensatz zu anderen Fortsetzungen von erfolgreichen Filmen hebt sich "Riddick" wohltuend vom üblichen Hollywood-Vorgehen ab. Es wäre ein Leichtes gewesen, einen neuen Monsterfilm wie "Pitch Black" zu inszenieren, immerhin folgt die "Alien"- oder die "James Bond"-Reihe auch dem ewig gleichen Schema, doch Twohy und sein Hauptdarsteller und Produzent Diesel wollten ein komplett eigenes Universum erschaffen.

     
     

    Viele Dinge in dem Film hat man so noch nie im Science-Fiction-Genre gesehen.


    Diesel machte sich Sorgen darüber, wie sich Fortsetzungsfilme auf seine Karriere auswirken könnten, und dass er dadurch seine Kreativität verlieren würde (aus diesem Grund unterschrieb er auch nicht für die Sequels von "xXx" und "The Fast and the Furious"). Er wollte an einem völlig eigenen Projekt arbeiten. Eines, welches sich nicht auf eine Buch- oder Comic-Vorlage stützt. "Riddick" sollte deswegen ein einzigartiges, originales Projekt werden, und Diesel ist im Nachhinein überaus stolz und zufrieden damit. Viele Dinge in dem Film hat man so noch nie im Science-Fiction-Genre gesehen, und während der fünf Jahre dauernden Produktion ist um die Figur des undurchschaubaren Alleingängers eine richtige Mythologie entstanden.

    Der Film ist dann auch trotz der zahlreichen Actionszenen und den coolen Onelinern kein Popcorn-Movie im üblichen Sinne geworden und präsentiert sich dafür ähnlich düster und opulent wie "Herr der Ringe". Ob der Film seine hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann und der zweite Teil tatsächlich in Produktion geht, wird sich noch zeigen müssen. Mit dem bisherigen Einspielergebnis von zirka 57 Millionen Dollar allein in den USA ist dies wohl leider eher unwahrscheinlich. Hoffen wir, dass Europa, Asien und der Rest der Welt "Riddick" besser aufnehmen werden. Ansonsten werden die nächsten Science-Fiction-Filme wohl wieder die altbekannten, altbewährten, altbackenen Geschichten werden, die wir von Hollywood eigentlich gewohnt sind.

    Infos


    Originaltitel "The Chronicles of Riddick"

    Regie & Drehbuch David T. Twohy

    Deutscher Start 2. September 2004 (Vorpremieren teilweise bereits im August)

    Länge 115 Minuten

    Produktionsbudget 105 Millionen US-Dollar

    Darsteller Vin Diesel (Riddick), Judi Dench (Aereon), Colm Feore (Lord Marshal), Thandie Newton (Dame Vaako), Karl Urban (nein, nicht unser Raumfahrer.net-Chefredakteur; Vaako), Alexa Davalos (Kyra)

    SF-Zone

    Schafft "Riddick" das, was "Star Trek Nemesis" − mindestens finanziell − erfolglos versucht hat? Randolph Sutter hat sich mit dem nun erst im September in deutschsprachigen Kinos startenden Science-Fiction-Abenteuer auseinander gesetzt.


     

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    Kino-Guide

    August 2004

    "I, Robot"  (USA 2004)


     

    Regie

    Alex Proyas

    Drehbuch

    Jeff Vintar und Akiva Goldsman nach einer Vorlage von Isaac Asimov

    Darsteller

    Will Smith (Del Spooner), Bridget Moynahan (Susan Calvin), Alan Tudyk (Sonny), James Cromwell (Dr. Alfred Lanning)

    Start

    5. August


    Inhalt
    Die Bewohner der Erde im Jahr 2035 haben eine ganz neue Art Angestellter, Diener und Bediensteter: Roboter. Die humanoid aussehenden und hochintelligenten Roboter gelten als äußerst zuverlässig und zudem ungefährlich, denn ihre Kernprogrammierung enthält die drei Gesetze der Robotik. Diese verhindern unter anderem, dass jemals ein Roboter einem Menschen Gewalt antun kann. Und doch gerät Detective Spooner an einen mysteriösen Fall, in dem scheinbar der Roboter Sonny seinen Erfinder umgebracht hat. Hat der Roboter seine Programmierung überlistet oder wurde er manipuliert? Bald wird die Situation noch komplizierter, denn auch mit allen anderen Robotern scheint etwas nicht zu stimmen.

    Erwartung
    Gut. Sowohl die amerikanischen Science-Fiction-Fans wie auch die Kritiker reagierten meist positiv auf den Film von Regisseur Alex Proyas. Wie auch in seinen früheren Filmen "The Crow" und "Dark City" gestaltete Proyas einen visuell beeindruckenden und aufregenden Streifen. Roboter Sonny, dessen Mimik von Schauspieler Alan Tudyk stammt, ist ein ähnlich beeindruckender CGI-Charakter wie Gollum. Das Design des Films ist nicht immer innovativ ("Star Wars − Episode II", "Minority Report" oder "A.I." lassen grüßen), wobei es heutzutage auch immer schwerer wird, Neues zu bieten. Will Smith hält sich angenehm zurück, die Nebendarsteller wie James Cromwell, Bruce Greenwood und Chi McBride wissen zu gefallen. "I, Robot" hat die Balance zwischen guter Story und dem heutzutage üblichen Spezialeffekte-Gewitter recht gut hingekriegt. In der Schweiz läuft der Film übrigens bereits seit dem 29. Juli.


    "Catwoman"  (USA 2004)


     

    Regie

    Pitof

    Drehbuch

    John Brancato und Michael Ferris nach einem Comic von Bob Kane

    Darsteller

    Halle Berry (Catwoman), Benjamin Bratt (Tom Lone), Sharon Stone (Laurel Hedare), Lambert Wilson (George Hedare)

    Start

    17. August


    Inhalt
    Schnelligkeit, Beweglichkeit und die ausgeprägten Sinne einer Katze werden plötzlich zu Fähigkeiten der jungen Patience Philips. Schuld daran trägt die Kosmetik-Firma Hedare, in der die ehemals schüchterne Frau arbeitete. Ein besonderes Mittel, welches eigentlich die Alterung verlangsamen sollte, verwandelt Patience in Catwoman. Doch kein Superheld ohne Feind, und der wird verkörpert von Firmenchefin Laurel. Und auch eine Liebesgeschichte ist nicht weit: Der Cop Tom Lone ist in Patience verliebt, doch gleichzeitig auf der Jagd nach der undurchsichtigen Catwoman.

    Erwartung
    Schlecht. Stylisch, sexy und actionreich hätte die Comic-Verfilmung von "Catwoman" werden sollen. Doch das Echo der Kritiken und Fans ist miserabel, das Einspielergebnis enttäuschend. Der Franzose Pitof, der den visuell interessanten "Vidocq" drehte, scheitert auf ganzer Linie. Schwache, zu oft eingesetzte Computertricks, eine lahme Story und die übertriebene Darstellung fast aller Akteure (inklusive Halle Berry) sind selbst für eine Comic-Verfilmung nicht akzeptabel. Die "cinematische Cat-astrophe" ("Seattle Post-Intelligencer") hatte dabei im Vorfeld hohe Erwartungen geweckt. Die Messlatte im Comic-Genre ist spätestens seit "X-Men" und "Spider-Man" hoch angesetzt. Und der zu anspruchslose "Catwoman" ist leider der schlechteste Vertreter der letzten Jahre und nur für ganz neugierige Halle-Berry-Fans zu empfehlen.


    "The Butterfly Effect"  (USA 2004)


     

    Regie & Drehbuch

    Eric Bress und J. Mackye Gruber

    Darsteller

    Ashton Kutcher (Evan Treborn), Melora Walters (Andrea Treborn), Amy Smart (Kayleigh Miller), Elden Henson (Lenny Kagan)

    Start

    26. August


    Inhalt
    Psychologiestudent Evan hatte nicht nur eine traumatische Kindheit, nun stirbt auch noch seine Freundin. Doch aus Gründen, die ihm selbst nicht so klar sind, ist Evan in der Lage, in den Körper seines jüngeren Ichs zu schlüpfen und so quasi durch die Zeit zu reisen. Doch die vermeintlich positiven Änderungen, die Evan in seiner Vergangenheit auslöst, haben allesamt äußerst negative Auswirkungen auf seine Gegenwart. Beim Versuch, alles rückgängig zu machen, wird die Sache noch schlimmer, und bald ist Evans Leben endgültig ein Alptraum.

    Erwartung
    Gut. Das Regie/Autoren-Team Bress und Gruber (erster kommerzieller Film: "Final Destination 2") hat mit "The Butterfly Effect" trotz eher negativen Kritiken einen Überraschungserfolg gelandet. Zugrunde liegendes Konzept des titelgebenden "Schmetterling-Effekts" ist übrigens, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der anderen Seite der Erde einen Wirbelsturm hervorrufen kann. Ähnlich heftige Reaktionen erlebt auch Evan im Film, und die sind dank den gewieften Autoren auch mit einigen interessanten Storywendungen versehen. Wer sich allerdings mit der Theorie von Auswirkungen der Zeitreise in anderen Filmen oder thematisch ähnlichen Streifen wie "Donnie Darko" nicht anfreunden konnte, wird auch hier den Kopf schütteln und den Film unlogisch und unnötig finden. Der düsteren Grundstimmung des Films ist nicht mal Comedy-Hampelmann Ashton Kutcher schädlich, und so können Fans von Mystery-Thrillern sicher einen Blick riskieren.

    SF-Zone

    Im Kino-Guide der SF-Zone finden Sie Informationen zu den im neuen Monat startenden Science-Fiction-, Fantasy- und Mystery-Streifen − zusammengestellt von Stephan Mark.


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    Best of DVD

    Die Top-3-Liste der SF-Zone


    "Freddy vs. Jason"

    Einst brachte er Leute in ihren Träumen auf besonders kreative Weise ums Leben, nun schmort Freddy Krüger in der Hölle. Um seine Kräfte wiederzugewinnen, soll der ebenso gnadenlose wie schweigsame Killer Jason Vorhees für ihn Angst und Schrecken verbreiten. Doch bald wendet sich der Mann mit der Hockeymaske gegen seinen Meister und ein Kampf der Horror-Meister entbrennt. Mittendrin ein Haufen erst ahnungsloser Teenager, die bald um ihr Leben laufen müssen.

    Das Duell der beiden Ikonen aus den Filmreihen "Nightmare on Elmstreet" und "Friday the 13th" unter der gekonnten Regie von Ronny Yu war der erfolgreichste Horrorfilm 2003. "Freddy vs. Jason" spart nicht an Schockmomenten, Kunstblut, witzigen Ideen, üblen Sprüchen und den Charakter-Klischees typischer Horrorfilme. Die gelungene DVD ohne Jugendfreigabe enthält zusätzlich einen Audiokommentar, verschiedene Dokus (darunter auch zum Promotion-Event "Pre-Fight: Freddy vs. Jason") sowie Trailer, Musikvideo und alternative Szenen. Eine Frischzellenkur für die beiden Schlitzer, die sich gelohnt hat.

    "Freddy vs. Jason" erscheint am 6. August auf DVD.

    "Scary Movie 3"

    Ein geheimnisvolles Video, das jeden, der es sich ansieht, nach sieben Tagen tötet. Und mysteriöse Kornkreise, die die Ankunft von Aliens vorbereiten. Und der schlechteste weiße Rapper aller Zeiten. Wie das zusammenpasst? Tut es nicht. Auch nicht wirklich in "Scary Movie 3", der seine dummen Gags diesmal aus verschiedenen Genres zusammenklaut. Das tolle Ensemble und die Tatsache, dass der Humor nicht mehr so vulgär (aber genauso platt) ist wie in "Scary Movie 2", sprechen für den Film.

    Filmkenner, die nach jeder Anspielung suchten, und auch Leute, die von Film wohl überhaupt keine Ahnung haben, kamen scharenweise in die Kinos. Buena Vista spendiert dem Kinoerfolg auch eine ansehnliche DVD. Dabei nimmt sich auch das Bonusmaterial nicht ganz ernst und wartet mit Schmankerln wie "Das schreckliche Making-of 'Scary Movie 3'", "Furchtbar schreckliche Szenen und Pannen vom Dreh" sowie entfallenen Szenen, einem alternativen Ende und einem Audiokommentar auf. "Scary Movie" bietet 80 Minuten anspruchslose Unterhaltung mit vielen Genre-Verweisen.

    "Scary Movie 3" erscheint am 12. August auf DVD.

    "Dawn of the Dead"

    Ein mysteriöser Virus rottet die Menschen aus und lässt sie als mörderische Untote nach den letzten Überlebenden jagen. Diese haben sich in einem riesigen Einkaufszentrum verbarrikadiert. Ihr Plan ist es, zu einer unbewohnten Insel zu fliehen. Doch bald kommt es zu Konflikten innerhalb der Gruppe, und die Untoten stürmen das Einkaufszentrum.

    Regie-Debütant Zack Snyder spendierte dem Horrorklassiker (1978) ein düsteres, hartes und rasantes Remake. Der Film ohne Jugendfreigabe sollte zunächst nur als Kinofassung mit jeder Menge Extras zum Kauf erhältlich sein, der neun Minuten längere "Director's Cut" nur als Verleih-DVD in Deutschland und als Kauf-DVD in Österreich und der Schweiz. In letzter Minute hat Universal den Plan geändert und veröffentlicht nun den "Director's Cut" überall. Die Extras sind eine Einführung des Regisseurs, Making-of, alternative Szenen, drei Kurz-Featurettes und ein verlängerter Epilog ("Das verlorene Band: Andys letzte Tage"), der ausschnittweise im Abspann zu sehen ist. Horrorfans freuen sich auf einen der gelungensten Genre-Beiträge der letzten Zeit.

    "Dawn of the Dead" erscheint am 19. August auf DVD.

    SF-Zone

    Der "Director's Cut" von "Dawn of the Dead", zwei Kult-Killer und eine schräge Komödie sind die DVD-Top-3 im August von Stephan Mark.


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    DVD-Guide

    August 2004

    5.8. − "Bugs − Die Killer-Insekten"

    "Mimic"-Abklatsch um Killer-Käfer. Lauer US-TV-Movie (2003) ohne Stars, Stärken und Bonusmaterial.

    5.8. − "Encrypt − Der Schlüssel zum Überleben"

    Auf einer verwüsteten Erde der Zukunft muss ein Team ein Sicherheitssystem überwinden. Noch eine schwache TV-Produktion (2003).

    5.8. − "Mindstorm"

    Telekinetisch begabte Menschen werden gejagt. Diese finnisch-amerikanische Co-Produktion (2000) ist der Dritte im Bunde übler B-Movies.

    5.8. − "Nostradamus"

    Eine Sekte will mit dem Geist von Nostradamus den Weltuntergang herbeiführen. Durchschnitts-Thriller (2000) ohne besondere Qualitäten.

    5.8. − "Pitch Black − Special Edition"

    Rechtzeitig zum Kinostart von "Riddick − Chroniken eines Kriegers". Neu an der "Special Edition": Interviews, Enzyklopädie, Vorschau auf den Film, "Dark Fury" (Animated) und Game.

    5.8. − "Zurück in die Vergangenheit"

    Durch 30-jähriges Koma zum Geschäftsmann und zurück in die Vergangenheit. Schräge Komödie (2000) aus Frankreich von und mit Patrick Braoudé.

    9.8. − "Boris Karloff Collection"

    CMV veröffentlicht vier Titel mit dem B-Star Karloff (einzeln je 10 Euro): "Alien Terror" (1971), "Cult of the Dead" (1971), "Dance of Death" (1968) und "The Torture Zone" (1968).

    19.8. − "Frankensteins Höllenmonster"

    Horrorstar Peter Cushing als Dr. Frankenstein als Leiter in einem Irrenhaus. Horrorproduktion (1974) der Hammer-Studios mit Doku über Cushing und Synchronsprecher-Interview.

    19.8. − "Space Rangers"

    Nuklearmüll-Transporter strandet im Weltall. Direct-to-Video-Produktion (1989), die man getrost vergessen kann.

    19.8. − "Time Cop"-Box

    Doppelbox mit dem Original (1994) mit Van Damme und dem Videosequel (2003) mit Jason Scott Lee. Gute Unterhaltung zum fairen Preis.

    19.8. − "Tremors"-Box

    Zwei Boxen zu den Raketenwürmern. "Tremors" (1990) und "Die Rückkehr der Raketenwürmer" (1996) zusammen, "Tremors 3 − Die neue Brut" (2001) und "Tremors 4" (2004) zusammen.

    19.8. − "Angel − Jäger der Finsternis: Season 4.1"

    500 Minuten oder elf Episoden aus der ersten Hälfe der vierten Staffel. Die beliebte Serie wartet mit drei Audiokommentaren, einer Featurette und Trailern als Extras auf.

    24.8. − "Battle Royale 2"

    Im totalitären Japan kämpfen Schulklassen gegeneinander. Sehr gewalttätiges Sequel (2003) zum Kultfilm als Doppel-DVD und als "Limited Edition".

    SF-Zone

    Alle DVD-Veröffentlichungen aus den Bereichen Science-Fiction, Fantasy und Mystery im August auf einen Blick.

     

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    Erdbeobachtung mit Aura

    Auf Envisats Spuren

    Das neue Hochleistungsobservatorium der NASA heißt Aura. Es ist das Gegenstück zu Europas Envisat, der bisher als bestes Erdbeobachtungsobservatorium galt. Ob der Satellit eine Antwort auf das Envisat-Observatorium ist, weiß natürlich keiner − und offiziell will man davon auch nichts wissen.

    Aura ist ebenso ein Allroundobservatorium wie Envisat. Ihm wird nichts verborgen bleiben. Es untersucht die Atmosphäre, die Oberfläche, die Wolkenbildung, das Klima und zu guter Letzt die Einflüsse der Sonne auf unseren Heimatplaneten. Weitere wichtige Punkte sind die Untersuchung der Ozonschicht und der Ozeane. Die Atmosphäre wird in untere und obere Atmosphäre unterteilt. So erhofft man sich präzisere Messungen für einen bestimmten Bereich der Atmosphäre. Aura ist das dritte große Erdobservatorium im so genannten "Earth Observing Satellites"-Programm der NASA (das erste war die Sonde Terra und das zweite war Aqua).

     
     

    Aura hätte bereits im Juni starten sollen, doch der Start wurde in den Juli verschoben, wo es auch nicht gleich klappte.


    Das Erdobservatorium wird nicht vom JPL betreut, sondern vom NASA Goddard Space Flight Center. Es ist geplant, dass dieses Observatorium mehr als vier Jahre lang in Betrieb sein wird. Die Auswertung der Daten wird einige Jahre länger in Anspruch nehmen. Zugleich sind auch Software-Updates geplant, um das Observatorium der Entwicklung anzupassen, wo dies möglich ist.

    Die Instrumente

    Aura hat vergleichsweise wenig Geräte an Bord. Im Vergleich zur Saturn-Sonde Cassini, die elf Geräte hat, besitzt Aura nur vier Geräte, die dafür mit neuster Technik entwickelt wurden und leistungsfähiger sind. Die vier Geräte werden im Folgenden einzeln vorgestellt und deren Ziele erläutert.

    High Resolution Dynamics Limb Sounder (HIRDLS)
    Dieses Gerät untersucht die Erde im infraroten Bereich und ist dafür gebaut worden, die Temperatur sowohl der Atmosphäre als auch die der Ozeane zu untersuchen. Des Weiteren wird der Ozongehalt gemessen. Für den Wasseranteil (H2O) in der Atmosphäre ist dieses Gerät ebenfalls zuständig. Außerdem werden noch kleinere Zusammensetzungen in der Atmosphäre untersucht und beobachtet.

    Microwave Limb Sounder (MLS)
    Dieses Gerät soll den Wissenschaftlern den Prozess des Treibhauses, des Wasserkreislaufes und der gesamten Natur der Erde besser erklären. Angefangen von der oberen Stratosphäre bis zur Oberfläche wird alles untersucht, was zum Verständnis der Umwelt beitragen könnte. Auch dieses Gerät wird sich Ozon besonders zur Brust nehmen.

    OMI − Ozone Monitoring Instrument
    Wie der Name schon vermuten lässt, spezialisiert sich dieses Gerät auf die Ozeane und alle Wasserflächen auf dem Blauen Planeten. Dies ist auch sehr wichtig, da es die Eismassen auf der Antarktis weiter untersuchen und beobachten wird. So kann es präziser für Eisbergwarnungen benutzt werden. Weiter wird auch bei diesem Instrument Ozon im Zusammenspiel mit dem Wasser in der Atmosphäre untersucht. Es soll die Untersuchungen, die bereits 1970 mit Satelliten begannen, fortführen, um so ein Modell erstellen zu können, das den Ozonverlauf der letzten 35 Jahre darstellen kann.

    Tropospheric Emission Spectrometer (TES)
    Wie der Name dieses Geräts bereits erahnen lässt, ist das TES für die oberen Schichten unserer Atmosphäre zuständig. Es ist eine hochleistungsfähige Infrarotkamera. Das TES wird den CO2-Gehalt in unserer Atmosphäre messen sowie den Treibhauseffekt überprüfen und beobachten.

     
     

    Alle hoffen auf eine lange und erfolgreiche Mission.


    Dies sind alle Geräte, mit denen Aura ausgestattet ist. Scheinbar ist der NASA und Amerika nun das Ozonproblem endlich doch zu drückend geworden und man nimmt sich dessen an. Wie man sieht, ist jedes Gerät auch für Ozonbeobachtung ausgelegt worden − jedes in verschiedener Art und Weise. Aura hätte bereits im Juni starten sollen, doch der Start wurde in den Juli verschoben, wo es auch nicht gleich klappte.

    Am 15. Juli ist Aura dann endlich gestartet. An Bord einer Boeing-Delta-2-Rakete hob es von der Vandenberg-Air-Force-Basis ab. Rund eine Stunde nach dem Start setzte der Träger Aura in einem Orbit in 750 Kilometern Höhe aus. Alle hoffen auf eine lange und erfolgreiche Mission.

    Related Links

  • TZN Raumfahrer.net: Envisat
    Sonderseite zum europäischen Großsatelliten.

  • TZN Raumfahrer.net: Aqua vor dem Start
    Infos zum NASA-Satellit zur Erforschung der Weltmeere.

  • NASA: Aura-Website
    Aktuelle englischsprachige Artikel rund um Aura.

  • In Space

    Martin Ollrom berichtet von einem amerikanischen Großsatelliten zur Erderforschung.


     

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    Impressum

    Die Macher und die rechtlichen Dinge im Überblick


    Ausgabe 76 erscheint am 1. September 2004.

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    Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist Michael Müller.

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