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Matthias Suzan (mt)09.10.18

″Make it so″!

Wohin führt uns die neue Picard-Serie?

Auf der ″New York Comic Con″ wurde kürzlich bekannt gegeben, dass die neue Serie um die beliebte Figur des Jean-Luc Picard (Sir Patrick Stewart, 78) entgegen vieler Erwartungen nicht als Miniserie geplant ist, sondern stattdessen über einen Zeitraum von mehreren Staffeln produziert werden soll. Derzeit plane man mit einem Produktionsstart im April des kommenden Jahres. Aber wohin wird uns die neue Picard-Serie führen? Raum für Spekulationen bietet das Setting – 20 Jahre nach den Geschehnissen in ″Star Trek: Nemesis″ – allemal.

″Jean-Luc Picard is back″, ließ Sir Patrick Stewart im August verlautbaren und löste damit eine große Begeisterung vor allem bei jener Generation von Trekkies aus, die in den späten 1980ern und frühen 1990ern mit ″The Next Generation″ den Weg ins Star Trek-Universum gefunden haben. Der zehnte Kinofilm ″Star Trek: Nemesis″ (2002) war der bislang letzte Stopp im 24. Jahrhundert, mal abgesehen von der Enterprise-Episode ″These Are the Voyages...″ aus dem Jahr 2005 und Spocks beziehungsweise Neros Erzählungen in ″Star Trek″ aus dem Jahr 2009. Nun wird die wohl prominenteste Ära in der Star Trek-Historie endlich eine Fortsetzung finden. Das 24. Jahrhundert war immerhin Schauplatz für drei Star Trek-Serien (The Next Generation, Deep Space Nine, Voyager) und vier Kinofilme (Generations, First Contact, Insurrection, Nemesis) und somit stolze 15 Jahre (1987-2002) lang das ″Wohnzimmer″ der Star Trek-Fans.

Zugeständnis an die langjährigen Fans

Hatte man bei der Konzipierung der jüngsten Star Trek-Serie ″Discovery″ noch die Befürchtung, dass ein Sequel nach ″Voyager″ angesichts der umfangreichen Star Trek-Historie potenzielle Zuschauer – vor allem in der relevanten Zielgruppe der unter 30-Jährigen – abschrecken könnte, so scheint sich hier bei den Verantwortlichen ein Sinneswandel vollzogen zu haben. Die neue Picard-Serie ist sicherlich auch als ein Zugeständnis an die langjährigen Fans zu verstehen - vor allem an die späte Generation X (Geburtenjahrgänge 1970er-Jahre) und die frühe Generation Y (Geburtenjahrgänge 1980er-Jahre). Gerade in dieser Generation, die mit Picard, Sisko und Janeway aufgewachsen ist, gibt es nicht wenige, die mit den Reboot-Filmen und teilweise auch mit ″Discovery″ kaum etwas anfangen können. Gleichwohl hat diese Generation große Bedeutung für das Franchise, befinden sich doch viele "Kinder der 90er" heute in ihren Dreißigern oder Vierzigern, gehen demnach einer geregelten Arbeit nach, haben zumeist ein festes Einkommen und sind daher potenzielle Abonnenten von Streaming-Diensten wie CBS All Access oder Netflix. Außerdem sind viele von ihnen mittlerweile auch Eltern geworden. Es wäre sicher im Interesse von CBS (und Paramount), wenn deren Kinder künftig ebenfalls mit dem ″Star Trek-Virus″ infiziert werden. Eine Rückkehr in das Star Trek-Universum der 90er hat demnach für die Verantwortlichen – neben dem kreativen Aspekt – sicherlich auch wirtschaftliche beziehungsweise marketingtechnische Vorteile.

Star Trek als Spiegel der Gesellschaft

Star Trek wurde von Gene Roddenberry als eine Serie konzipiert, die sich auf erzählerische Weise kritisch mit dem aktuellen Zeitgeist auseinandersetzt. Diese Orientierung gilt auch heute noch sowohl als Markenkern als auch als Qualitätsmerkmal von Star Trek. Während eine tiefgründige Gesellschaftskritik in den Reboot-Filmen kaum erkennbar ist, hat "Discovery" diesbezüglich schon gute Ansätze gezeigt.

Wenn sich die Verantwortlichen dazu entschließen, eine Ikone wie Jean-Luc Picard zurückzuholen, die wie wohl keine andere Figur in Star Trek für moralische Integrität, Führungsstärke und Fortschrittsoptimismus steht, dann kann davon ausgegangen werden, dass die neue Picard-Serie einen hohen gesellschaftskritischen Anspruch haben wird.

Gleichwohl hat Patrick Stewart bereits angedeutet, dass der ″neue″ Picard nicht identisch sein wird mit demjenigen, den der Zuschauer zwischen 2364 und 2379 (bzw. 1987 und 2002) kennengelernt hat. Womöglich wird die neue Picard-Serie demnach sogar ein persönliches Drama sein, eingebettet in spannende Geschichten über den Alpha-Quadranten an der Schwelle zum 25. Jahrhundert.

Das Setting: Die Föderation nach einem schwierigen Jahrhundert

Als wir die Föderation das letzte Mal zu Gesicht bekommen haben, befand sich diese gerade in einer frühen Nachkriegszeit, die mit den späten 1940er-Jahren des 20. Jahrhunderts verglichen werden könnte. Der Dominion-Krieg ist 2379 erst wenige Jahre Geschichte und der Alpha-Quadrant muss sich in dieser Zeitperiode neu sortieren. In ″Nemesis″ deutet sich eine Entspannung des föderal-romulanischen Verhältnisses an. Die Klingonen dürften – ebenso wie die Cardassianer – noch ihre Wunden lecken. Das Dominion hat sich in den Gamma-Quadranten zurückgezogen. Womöglich hat es sich sogar aufgrund von Odos Intervention mittel- oder langfristig außen- und innenpolitisch liberalisiert. Was inzwischen mit den Borg geschehen sein mag, ist nur schwerlich abzuschätzen. Die Voyager hatte bei ihrer Rückkehr in den Alpha-Quadranten schließlich noch ein kleines ″Abschiedsgeschenk″ für die Borg Queen zurückgelassen (Zerstörung des Unikomplexes und des Transwarpzentrums durch Janeway). Alles in Allem ist das ein Rahmen, der den Autoren aus kreativer Sicht sehr entgegenkommen sollte. Schwierig ist allerdings Picards Alter. Er - Jahrgang 2305 - wäre 2399 demnach 94 Jahre alt. Da die Menschen im 24. Jahrhundert jedoch weit über 100 Jahre alt werden können (Leonard McCoy ist im TNG-Pilotfilm 137 Jahre alt), würde das nach heutigen Maßstäben vielleicht einem Alter von 65 bis 70 Jahren entsprechen.

Picard in der Zeitlinie von All Good Things…/Gestern, Heute, Morgen

Interessanterweise wurde diese Zeitperiode (spätes 24. und frühes 25. Jahrhundert) schon dreimal in Star Trek gezeigt – allerdings stets in alternativen Zeitlinien. Sowohl in TNG (2395, All Good Things…/Gestern, Heute, Morgen) als auch in DS9 (2450, The Visitor/Der Besuch) und Voyager (2404, Endgame/Endspiel) wurde ein Eindruck davon vermittelt, wie die Zukunft nach ″Nemesis″ aussehen könnte.

Beim ″United States Patent and Trademark Office″ sollen kürzlich zwei potenzielle Serientitel - ″Star Trek: Reliant″ und ″Star Trek: Destiny″ - angemeldet worden sein. Basierend auf diesen Fakten, den Spekulationen um künftige Serienkonzepte sowie den Andeutungen von Patrick Stewart und Alex Kurtzman sind folgende Szenarien grundsätzlich denkbar (Hierbei handelt es sich allerdings um reine Spekulation):

Szenario 1: Picard als Leiter der Sternenflotten-Akademie

Gerüchte um eine Serie, die an der Starfleet Academy in San Francisco spielt, gab es immer wieder. Tatsächlich erscheint dieses Szenario sehr vielversprechend. Das mögliche Konzept: Nachdem er ein Jahrzehnt im Ruhestand war, sucht der frustrierte Ex-Captain Jean-Luc Picard eine neue Herausforderung. Er entschließt sich, in den Dienst der Sternenflotte zurückzukehren, und wird Leiter der Sternenflotten-Akademie, wo er eine neue Generation (″Next Generation″) von Sternenflotten-Forschern ausbildet. Immer wieder steht der weise Picard seinen jungen Kadetten mit wertvollen Ratschlägen väterlich zur Seite. Seine Studenten vertrauen ihm bedingungslos (engl. "reliant" = vertrauend, sich verlassend). Gelegentlich begleitet er seine Studenten auch auf Forschungsreisen, rettet mit ihnen das Universum und erlebt auf seine alten Tage noch einmal neue Abenteuer in den unendlichen Weiten der Galaxie.

Picard und Wesley in "The First Duty/Ein missglücktes Manöver"

Das große Plus eines solchen Konzeptes wäre, dass man damit sowohl die Generationen X und Y als auch die Generation Z gleichermaßen ansprechen könnte. Eine Akademie-Serie hätte zwangsläufig einen sehr jungen Cast (cirka 18-22 Jahre) zur Folge und wäre demnach enorm attraktiv für ein sehr junges Publikum. Gleichzeitig würde die Figur Jean-Luc Picard (sowie mögliche Gastauftritte anderer beliebter Charaktere aus den alten Serien) auch die ″alte Garde“ der Trekkies vor die Bildschirme locken. Des Weiteren wäre ein Erscheinen Picards nicht unbedingt in jeder Episode erforderlich, sondern Patrick Stewart würde in diesem Konzept primär als prominentes ″Zugpferd“ für einen ansonsten blutjungen Cast fungieren. Angesichts des fortgeschrittenen Alters des britischen Schauspielers scheint ein solcher Ansatz durchaus logisch zu sein.

Wahrscheinlichkeit: sehr hoch

Szenario 2: Jean-Luc Picards Biographie

Das übergeordnete Thema dieser Art Anthologie-Serie wäre das Leben von Jean-Luc Picard, das in Form von Flashbacks des gealterten Picards (Sir Patrick Stewart) erzählt wird. Die Serie könnte mit einem kurzen Prolog über Picards Kindheit und Jugend beginnen. Weitere Staffeln könnten sich dann mit Picards Zeit an der Akademie, seiner Dienstzeit als junger Ensign und Lieutenant sowie mit seiner Zeit auf der U.S.S. Stargazer (NCC-2893) befassen. Denkbar wäre auch eine Staffel, welche die Lücke zwischen der Zerstörung der Stargazer und Picards Übernahme der Enterprise-D thematisiert.

Ein junger Captain Picard (aus dem Flashback in "Violations/Geistige Gewalt")

Der Vorteil dieses Serienkonzepts bestünde darin, dass die Nebenfiguren von Staffel zu Staffel wechseln könnten, womit man der Serie eine gewisse narrative Dynamik ermöglichen würde, ähnlich wie man das derzeit bei "Discovery" versucht (wechselnde Kommandanten Lorca und Pike). Zudem wäre auch in diesem Fall die Anwesenheit von Patrick Stewart nicht für jede Episode notwendig. Die jüngeren Versionen von Picard würde in diesem Fall von verschiedenen Schauspielern gespielt werden. Des Weiteren könnte man auf diese Weise endlich die Lücke zwischen TOS und TNG schließen. Das frühe 24. Jahrhundert bietet durchaus Raum für interessante Geschichten, wie zum Beispiel die nicht unproblematischen Erstkontakte mit den Cardassianern und Talarianer. Für ein solches Konzept spräche auch die Tatsache, dass die Zuschauer keinerlei Vorwissen aus den 90er-Serien benötigen würden. Zudem würde auch der kürzlich angemeldete Serientitel ″Star Trek: Destiny″ (Star Trek: Schicksal) ganz gut zum Inhalt dieses Serienkonzepts passen.

Gegen dieses Szenario spricht allerdings, dass CBS vor nicht allzu langer Zeit ein Anthologie-Konzept von Bryan Fuller aus Kostengründen abgelehnt hat. Warum sollte CBS also nur wenige Jahre später plötzlich doch bereit ist, das finanzielle Risiko einer Anthologie-Serie (für jede Staffel neue Sets) einzugehen? Alex Kurtzman hat wiederum vor knapp einem Jahr gesagt, dass eine Star-Trek-Anthologie-Serie nicht gänzlich vom Tisch sei.

Wahrscheinlichkeit: hoch

Szenario 3: Picard als Politiker

In der finalen TNG-Episode ″All Good Things…/Gestern, Heute, Morgen″ wurde bereits angedeutet, dass Picard nach seinem aktiven Dienst bei der Sternenflotte eine Karriere als Politiker beziehungsweise als Diplomat anstreben könnte. Es wäre also denkbar, dass Picard in der neuen Serie als Botschafter tätig ist. Aber könnte ein eher politisch orientierter Plot auch spannend genug sein, um daraus echtes Star Trek zu machen?

Picard in "All Good Things…/Gestern, Heute, Morgen"

Star Trek hat sich häufig kritisch mit dem Zeitgeist auseinandergesetzt. Während die ″Oberste Direktive″ in TOS als Kritik an der ″Containment-Politik″ der damaligen US-Regierung verstanden werden kann (TOS: A Private Little War/Der erste Krieg, 1968), setze sich TNG wiederum kritisch mit der Außenpolitik Ronald Reagans auseinander (TNG: Too Short a Season/Die Entscheidung des Admirals, 1988).

Die aktuelle Präsidentschaft von Donald Trump schreit förmlich nach einer kritischen Reflexion. Denn Jean-Luc Picard ist das exakte Gegenteil von Trump: Picard ist beherrscht und entscheidet stets rational. Er ist mitfühlend, prinzipientreu und humanistisch gebildet.

Denkbar wäre demnach, dass man bestimmte Ereignisse aus der Realität (Trumpismus, EU-Krise und Brexit, Flüchtlingsströme, Rückkehr des Autoritarismus usw.) in verfremdeter Form auf das Star Trek-Universum projiziert.

Dies könnte wie folgt aussehen: Die Föderation befindet sich im ausgehenden 24. Jahrhundert in einer schweren politischen Krise. Die zweite Hälfte des Jahrhunderts hat der Föderation wie keine Epoche zuvor ihre eigene Fragilität vor Augen geführt. Die Kriege mit den Borg (TNG), den Klingonen (DS9 Season 4 & 5) sowie mit der Dominion-Allianz (DS9 Season 5-7) haben die Föderationsgesellschaft nachhaltig verändert. Pessimismus und Angst, Vorurteile und Misstrauen unterminieren den Zusammenhalt des Bündnisses. In diversen Föderationswelten gibt es Autonomiebestrebungen. In einigen davon haben sogar autoritäre Regime die politische Macht übernommen. Das interstellare Bündnis droht aus seinem Inneren heraus zu zerbrechen. Der neue Föderationspräsident favorisiert eine Abschottungspolitik, bremst den Forscherdrang der Sternenflotte ein und setzt außenpolitisch auf Konfrontation mit ehemals verbündeten Großmächten, wie etwa den Klingonen. Auf Cardassia Prime hat nach zwei Jahrzehnten ziviler Regierung einmal mehr das Militär die Macht übernommen. Die Zerstörung von Romulus im Jahr 2387 hat zudem eine interstellare Flüchtlingswelle ausgelöst. Die desillusionierte und politisch angeschlagene Föderation braucht eine neue Vision und eine neue moralische Instanz. Und wer könnte dafür besser geeignet sein als Jean-Luc Picard?

Ein tief besorgter Jean-Luc Picard entschließt sich daraufhin, seine Position als Botschafter zu nutzen, um die Föderation wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Picard reist durch die gesamte Föderation und knüpft Kontakte zu alten Freunden überall im Quadranten. Sein Ziel: Er will Präsident der Vereinten Föderation der Planeten werden und diese in eine neue Ära des Friedens und der Prosperität führen. Doch der Weg dorthin ist gepflastert mit politischen Intrigen und interstellaren Konflikten.

Zugegeben, das klingt etwas wie ″House of Cards im Weltraum″, in diesem Fall allerdings mit einem moralisch einwandfreien Protagonisten. Star Trek als Politthriller – kann das funktionieren? Zweifel bleiben, zumal Patrick Stewart in diesem Szenario praktisch in jeder Episode auftreten müsste. Ich denke nicht, dass er das körperlich noch schafft. Das Konzept wäre auch viel zu weit weg von dem, was man mit Star Trek assoziiert: Abenteuerlust und Weltraumforschung. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass politische Elemente in der neuen Picard-Serie eine große Rolle spielen werden. Dass man sich kritisch mit Trump auseinandersetzen wird – und eventuell sogar einen Gegenspieler nach seinem Vorbild konzipiert – halte ich für wahrscheinlich.

Wahrscheinlichkeit: gering

Szenario 4: Picard als Archäologe

Jean-Luc Picard hat sein Leben als pensionierter Sternenflotten-Kapitän satt. Das Leben auf der Erde hat ihn in den vergangenen Jahren einsam gemacht. Nach der Niederlegung seines Offizierspatents vor vielen Jahren war Picard nach La Barre auf das Weingut seiner Familie zurückgekehrt. Dort kümmerte er sich um seine Schwägerin Marie, die den Verlust von Mann und Sohn allerdings niemals verkraften konnte. Nach Maries Tod hat Picard nun auch das letzte Mitglied seiner Familie verloren. Er fällt in eine tiefe Depression und sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben. Doch eines Tages steht ein Weggefährte aus vergangenen Tagen vor seiner Tür. Gemeinsam sind sie einst Studenten bei Professor Richard Galen gewesen. Nun ermutigt dieser alte Weggefährte Picard, sich ihm und einer Gruppe junger Archäologen anzuschließen. Die Expedition führt Picard in eine ferne Galaxie. Picard schöpft neuen Lebensmut und startet eine zweite Karriere als Archäologe.

Vash & Picard in "Captain's Holidays/Picard macht Urlaub"

Picards Interesse an der Archäologie kam in TNG immer wieder zur Sprache. In der Episode ″The Chase/Das fehlende Fragment″ spielte der Captain sogar kurze Zeit mit dem Gedanken, die Sternenflotte zu verlassen und gemeinsam mit seinem alten Mentor auf archäologische Entdeckungsreise zu gehen.

Ein solches Serienkonzept à la ″Indiana Jones″ hätte sicherlich seinen Reiz, ist aber angesichts des Alters von Patrick Stewart eigentlich kaum vorstellbar. Als Miniserie wäre es vielleicht denkbar gewesen, als reguläre Serie eher nicht.

Wahrscheinlichkeit: sehr gering

Szenario 5: Picard und der Jungbrunnen

Ein sterbenskranker Jean-Luc Picard kehrt nach über 20 Jahren zum Planeten Ba'ku im Briar Patch zurück. Eine metaphasische Strahlentherapie ist seine letzte Chance auf Heilung. Bei der Therapie kommt es jedoch zu Komplikationen und der knapp 94 Jahre alte Picard ist plötzlich wieder Mitte 20 und kerngesund. Die Therapie kann nicht rückgängig gemacht werden und Picard muss akzeptieren, dass er sein Leben noch einmal leben kann. Was wird er tun? Wird er sein Leben wieder ausschließlich der Sternenflotte widmen? Oder gründet er stattdessen die Familie, die er nie hatte?

Anij & Picard auf Ba'ku

Dieses Szenario ist äußerst konstruiert, wobei es das Gerücht gibt, dass "Metamorphe" in der neuen Picard-Serie eine Rolle spielen könnten. Durchlebt Picard womöglich eine folgenreiche Metamorphose? Patrick Stewart würde demnach nur in der Pilotepisode auftauchen, seine Figur Jean-Luc Picard könnte allerdings neue Abenteuer erleben. Zudem würde auch der Serientitel "Star Trek: Destiny" passen. Es ist aber kaum vorzustellen, dass man für einen solch kurzen Auftritt so viel Wirbel um Patrick Stewarts Rückkehr machen würde. Ich denke auch nicht, dass eine solche Storyline Patrick Stewart zu einer Rückkehr bewogen haben könnte.

Wahrscheinlichkeit: sehr gering

Der Look: Zeitsprung von rund 140 Jahren

Der Look des 24. Jahrhunderts in "Star Trek: Nemesis"

Eine der größten Herausforderungen für die Macher der neuen Picard-Serie dürfte neben der Handlung wohl die Optik sein. Ohne Zweifel wirkt die U.S.S. Discovery (NCC-1031) mit ihren zahlreichen Hologrammen (Kommunikation, Konsolen) bereits deutlich moderner als die Föderationsschiffe des 24. Jahrhunderts. Nun stellt sich das Problem, dass zwischen Discovery (2256/57) und der neuen Picard-Serie (ca. 2399/2400) rund 140 Jahre liegen. Die technischen Sprünge zwischen Enterprise, TOS und TNG waren meiner Ansicht nach schon immer die Achillesferse von Star Trek. Die technische Entwicklung in Star Trek ist meinem Eindruck nach einfach viel zu langsam – und damit auch leicht unglaubwürdig. Man muss sich diesbezüglich nur die Realität vor Augen führen: Der technische Sprung zwischen beispielsweise 1878 und heute ist gigantisch. Allein schon die technische Entwicklung der vergangenen 20 bis 30 Jahre (Internet, Smarthone. K.I. usw.) war so rapide, dass diese enorme Zeitspanne zwischen den künftig parallellaufenden Star Trek-Serien die künstlerische Leitung der neuen Picard-Serie vor eine Mammutaufgabe stellt. Apropos künstlerische Leitung: Aus nostalgischen Gründen wäre es sehr erfreulich, wenn Michael Okuda diesbezüglich wieder eine nennenswerte Rolle spielen würde. Die TNG-Ära ist einfach ohne die berühmten ″Okudagramme″ nicht vorstellbar.

(mt - 09.10.18)


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