Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)10.02.18

"Sühne"

Kirsten Beyer

Inhalt

Rekapitulation: In den vorherigen beiden Bänden des Voyager-Relaunch (Protectors, Acts of Contrition) stieß die Voyager-Flotte im Delta-Quadranten auf die Konföderation der Welten. Dieses Staatengebilde erschien zunächst wie ein Spiegelbild zur Föderation im Delta-Quadranten. Bei näheren Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass es sich eher um ein Gegenbild handelte. Die Wirtschaft ist strikt kapitalistisch organisiert, die Gesellschaft zeichnet sich durch krasse Ungleichheiten und –gerechtigkeiten aus. Obwohl die Konföderation eindeutig nicht als Bündnispartner taugt, muss der Sternenflottenverband mit ihnen zusammenarbeiten. Denn alte Widersacher der Voyager haben sich zu einer Allianz zusammen gefügt und greifen sowohl die Konföderation als auch die Föderationsschiffe an. Nach einer zerstörerischen Schlacht stellt sich heraus, was die Allianz wünscht: Sie möchten Admiral Janeway vor Gericht stellen und nach Möglichkeit exekutieren.

Derweil wurde Seven of Nine aufgrund einer medizinischen Katastrophe, die in Verbindung mit ihren ehemaligen Caeliar Genomen steht, zur Erde zurückgerufen. Tom Paris begleitete sie aufgrund einer familiären Angelegenheit. Die Untersuchungen verliefen äußerst mysteriös und Seven kann bald herausfinden, dass die Vorgehensweise des leitenden Arztes allen Grundlagen der Föderation widerspricht.

"Atonement" ist der Abschlussband dieser Trilogie und setzt nahtlos an diesen Ereignissen an: Janeway hat sich der Allianz gestellt, um weitere Tote zu verhindern, ihr Schicksal ist ungewiss. Und Seven of Nine steht allein dem bürokratischen Apparat sowohl des medizinischen als auch des militärischen Arms der Sternenflotte gegenüber.

Kritik

1.Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das amerikanische Original.

Admiral Janeway steht vor Gericht: Ihr droht die Todesstrafe. Im Alpha-Quadranten ringt Seven um die Seele der Föderation.
"Atonement" gelingt es, die Trilogie um die Konföderation und die medizinische Krise in der Föderation zu einem überzeugenden Abschluss zu bringen. Die Handlung ist überraschenderweise deutlich vielschichtiger als das Ende des vorherigen Bandes vermuten ließ. Durch die vielen Wendungen erweckt der Roman den Eindruck, recht dicht erzählt zu sein. Außerdem werden die Konflikte in einer "Star Trek"-typischen Manier aufgelöst.

Die größte (und angenehmste) Überraschung ist wohl, wie rasch die Gerichtsverhandlung abgeschlossen wird. Bereits im vorherigen Fall gab es eine (weniger dramatische) Verhandlung um das Sorgerecht von Tom Paris Kindern. Obwohl dieser Abschnitt von Beyer unterhaltsam präsentiert wurde, entbehrte er doch nicht einer gewissen Sinnlosigkeit. Ähnlich verhält es sich mit dem Gerichtsverfahren der Allianz: Warum sollten untereinander verfeindete Völker, die sich plötzlich zusammengeschlossen haben, auf einmal ein Interesse an einem Schauprozess Janeways haben? Man könnte die Admiralin ja auch einfach ohne einen solchen umbringen. Tatsächlich geht es in dem Prozess aber um etwas ganz anderes: Aufbauend auf vorherigen Ereignissen des Relaunches entpuppt sich die Allianz als von den Siareen gesteuert. Diese Wesen, die die Voyager-Besatzung einst aus Versehen befreite, können Lebewesen übernehmen und verfolgen ein klar definiertes Ziel. Geschickt gelingt es Janeway, diese Wesen zu enttarnen, die Allianz entfällt dadurch. Die Siareen werden auf der Voyager gefangen gehalten. Doch es stellt sich bald heraus, dass eines dieser Wesen einen Offizier der Voyager übernommen hat und somit noch frei herum läuft. Das ist ein spannender Ausgangspunkt für die Delta-Quadrant Handlung.

Diese rasche Wendung ist überraschend, macht aber dennoch Sinn. Beyer gelingt es sehr gut, all ihre Drehungen in den Kontext des Voyager-Relaunches einzubetten. Es folgt ein langes Doppelspiel der Siareen, bei dem weder Janeway noch der Leser wirklich wissen, was man von diesen Wesen halten soll. Die Siareen versuchen nämlich auch mithilfe von Verhandlungen zu erreichen, dass man sie zu ihrer Heimatwelt bringt. Es stellt sich heraus, dass dieser Ort für die Transportbänder und die Protektoren in der Region verantwortlich ist und von der Konföderation als heilige Quelle gesehen wird. Dieser Mix aus religiöser und machttaktischer Handlung ist nicht unbedingt schnell, dafür aber spannend und interessant inszeniert.

Auch die verschiedenen Charakterhandlungen sind in diesem Roman sehr gelungen. Seven of Nines Beziehung zu ihrem früheren Partner Axum, der noch immer Schwierigkeiten mit seiner neuen Rolle außerhalb eines Kollektivs hat und gerade erst von dem leitenden Arzt der Sternenflotte gefoltert wurde, ist sehr gut dargestellt. In diesem Teil entpuppt sich die Trilogie zudem als Darstellung der Wiederannäherung von Chakotey und Janeway: Deren Beziehung hatte zeitweise Schwierigkeiten, sich den neuen Machtverhältnissen und vor allem Janeways eigenem Findungsprozess anzupassen. Hier wird die Annäherung am Ende des Buches sehr gut dargestellt. Aber auch die Art, wie Tom sich mit seiner Mutter versöhnt und andere kleinere Charaktermomrgen an Bord der Voyager wissen zu überzeugen.

Zuletzt weisen beide Handlungen eine "Star Trek"-typische Lösung auf. Die letztlich doch zu eroberungswütigen Sinareen werden (von ihrem eigenen Heimtaplaneten) aufgehalten. Dem Sternenflottenverband gelingt es, ein Vertrauensverhältnis mit der Konföderation aufzubauen, in dem die Agrarwissenschaftler der politischen Führung zeigen, dass man Ziele nicht nur mit den Mitteln der aggressiv-kapitalistischen Wirtschaftsführer erreichen kann. Stattdessen zeigen sie, wie auch andere Ziele (wie z.B. eine flächendeckende Nahrungsmittelversorgung) im Fokus der Politik stehen könnten. Das Vertrauen ermöglicht zwar noch keine Bündnisverhandlungen, wohl aber eine kleine Annäherung. Nach der sehr pessimistischen Darstellung im vorherigen Band, ist dies ein überzeugender Annäherungsschritt. Zuletzt stellt sich natürlich auch der folternde Arzt auf der Erde als Einzeltäter heraus, der nach einer Enthüllung durch Seven all seine Ämter verliert (wie auch die Sternenflottenadmiräle, die Seven nicht glauben wollten). Obwohl dies zunächst unmöglich erscheint, präsentiert der Roman somit die friedlichen Lösungen beziehungsweise exemplarischen Handlungen, die für die "Star Trek"-Reihe prägend sind.

Doch auch "Atonement" wartet mit kleinen Schwächen auf. Der erste ärgerliche Punkt ist die Grundlage der medizinischen Krise. Es ist schade, dass Beyer auch in diesem Band diese Handlung nicht mit den Ereignissen z.B. aus "The Fall" in Einklang bringt. Es gibt keine Begründung, warum dieser (relativ große) Skandal dort nicht einmal eine Erwähnung findet. Das ist aber, angesichts der sehr guten Charakterarbeit zu verschmerzen. Hier fällt als zweiter Punkt eher auf, dass die Handlung sehr gut zugespitzt wird und anschließend in einem starken Zufalls- und Ad-hoc-Moment aufgelöst wird ("Seven geht bei der Präsidentin petzen"). Hier hätte man sich auch einen komplexeren Ausgang vorstellen können. Trotzdem verkörpert dieser Abschnitt wie oben bereits erwähnt, fast alle "Star Trek"-Ideale (und letztlich gehören nicht immer überzeugende Auflösungen ja auch dazu). Auch die Haupthandlung leidet ein wenig darunter, dass ihre Auflösung etwas ad-hoc wirkt. Immerhin wurden beide Handlungsstränge über drei Bände aufgebaut, um dann relativ simpel aufgelöst zu werden. Hier hätte man sich komplexere Enden vorstellen können. Angesichts gelungener Charakterisierungen, einer dichten Handlung und dem Abschluss aller laufenden Handlungen in "Star Trek"-typischer Manier kann man diese etwas konstruiert wirkenden Enden jedoch verschmerzen.

Fazit: "Atonement" ist ein überzeugender Abschluss einer Trilogie, die sich für zwei Handlungsstränge viel Zeit und Raum genommen hat und so intensiv mit ihren Charakteren arbeiten kann. Der Roman spart nicht an überraschenden aber plausiblen Wendungen und unterhält damit bis zu den "Star Trek" würdigen Lösungen der Probleme. Das unterhält insgesamt sehr gut.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Band Elf des Voyager-Relaunches schließt die begonnene Trilogie ab und lässt auch keine großen, offenen Handlungsstränge zurück, wie in einigen anderen Reihen zuvor. Kirsten Beyer, die ja erst kürzlich zum Stab von Discovery gewechselt ist, beweist hier erneut, das sei ein gutes Star Trek-Händchen hat.

Dabei wird auch in diesem Roman wieder wenig auf Action sondern vielmehr auf Charakterebene gesetzt - und das funktioniert erstaunlich gut. Dies liegt mitunter auch daran, das die Schwächen des direkten Vorgängers konsequent ausgemerzt wurden. So darf fast jeder der altbekannten Voyager-Crew, inklusive einiger Nebencharaktere, glänzen. Dabei findet die Handlung auf zwei Ebenen statt: Zum einen ist dies die Handlung auf der Voyager, zum anderen auf der Erde.

Vor allem letztere stockt am Anfang noch etwas, während man bei der Voyager, aufgrund des offenen Endes des vorherigen Teils, gleich in die vollen geht. Dies dreht sich im weiteren Verlauf derart, das die Handlung auf der Erde fast interessanter wird, denn Beyer kanzelt die Verhandlung um Janeway recht schnell ab. Das ist sicher eine gute Entscheidung, will man als Leser doch nicht eine Aufarbeitung von sieben Voyager-Jahren lesen sondern eben erfahren, wie die Sache weitergeht. Vor allem, da man ja schon weiß, wer die Strippenzieher sind.

An dieser Stelle dürfen sogar die Bösewichte glänzen, denn sie zeigen sich reumütig und bitten die Voyager-Leute um Hilfe. Ja, damit treffen sie genau einen Nerv, es ist aber eigentlich das, wofür StarTrek und die Sternenflotte steht, weswegen dieser Handlungsstrang ganz gut funktioniert. Trotz Chakotays Warnungen wünscht man sich an der Stelle fast einen guten Ausgang. Das der später nicht so kommt, kommt daher leider nicht völlig unerwartet. Immerhin wird auch die anführerin der Konföderation überzeugt, mit der Todesstrafe nicht zu voreilig zu sein und ihre Ansichten zu überdenken. Auch das wieder ein schöner Wink mit dem Trek-Zaunpfahl.

Während man auf der Voyager die entstandene Feuerpause also nutzt, um alte offene Ende mit der Konföderation abzuschließen (was auf die Dauer sogar etwas langweilig wird), geht es auf der Erde darum, dem abtrünnigen Sternenflottenoffizier zu entlarven. Gut, das wieder mal ein Offizier abtrünnig wird ist nichts Neues und an der Stelle zu verkraften. Auch weitere handelsübliche Klischees werden im Laufe der weiteren Entwicklung bedient, wie etwa nicht zuhörende Admirale oder dergleichen. Da aber auch dieser Handlungsebene, vor allem auch mit den aus TNG bekannten Kindern von Tama ganz gut funktioniert, kann man darüber mal hinwegsehen.

Selbst Tom Paris Mutter und die Familie von Janeway bekommen, obwohl eigentlich nur Nebencharaktere, genug Raum, so das es einfach eine Freude ist, ihnen zu folgen. Das Ende deutet die Richtung hier auch schon an, immerhin darf ich aber auch Sevens neuer Freund entwickeln, und damit sind sowohl Axum als auch Cambridge gemeint. Schön auch, dass eben nicht das Klischee bedient wurde und Seven mit Axum zusammenkommt, sondern bei Cambridge bleibt. Hier wird etwas Neues gewagt und das ist auch gut so.

Auch das Ende präsentiert sich nicht derart actionbehaftet, wie man es vielleicht erwartet und das Finale ist recht schnell wieder vorbei. Auch hier schenkt Beyer eher den Figuren mehr Raum, statt groß eine effekthaschende Geschichte aufzubauen. Zuguterletzt wird natürlich der Bogen zu den Crewmitgliedern im Alpha-Quadranten geschlagen und ein Happy End herbeigeführt und auch hier ist es durch die Bank weg schön zu sehen, das Star Trek-typische Werte vermittelt werden.

Fazit: Eine Story, die sich vor allem auf die Charaktere konzentriert und daher eher leise Töne anschlägt. Dies funktioniert erstaunlich gut, trotz einiger Klischees, die ab und an bedient werden. Damit bietet der Roman Star Trek-Feeling pur und ist ein gelungener Abschluss des begonnenen Handlungsbogens.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Sühne"

Originaltitel "Atonement"

Buchreihe VOY-Relaunch

Autor Kirsten Beyer

Übersetzer René Ulmer

Preis 16.- Euro

Umfang 528 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-95981-515-4

(wc, tg - 10.02.18)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2018