Band 6 der Conan-Reihe.
Inhalt (Klappentext)
n einer Wüstenstadt an der Grenze zwischen Kush und Stygia wird Conan von Sklavenhändlern gefangengenommen. Kurz darauf muss der Cimmerier in einer Arena gegen einen knochenbrechenden Riesen ums nackte Überleben kämpfen. Zudem wird er in die Machenschaften des mächtigen Schlangenzauberers Thoth-Amon und der ehrgeizigen Mystikerin Athyr- Bast hineingezogen. Gut, dass ein alter Bekannter des Barbaren nicht weit ist.
Kritik
Der sechste Conan-Band setzt, natürlich, die begonnene Story fort, ist aber auch ohne Vorwissen gut konsumierbar. Zeichnungstechnisch sind wir wieder auf dem gewohnten Niveau unterwegs. So ist alles etwas dunkler gehalten, auch um die barbarische Welt zu unterstreichen, dennoch schafft man es hier, einen durchaus akzeptablen Detailgrad hinzukriegen, so dass man auch dem rauen Cimmerier immer seine Emotionen anmerken kann. Ein Wort sei an dieser Stelle auch noch zu der Eingangsübersetzung, dem Auszug aus den nemedischen Chroniken erwähnt: Da wünscht man sich glatt eine 1:1-Umsetzung aus den Filmen der 80er, da diese passend sind, auch wenn das hier vermutlich originalgetreuer an der englischen Vorlage ist. Das sollte an er Stelle erwähnt werden, denn jedesmal stört es mich wieder, aber das ist natürlich schon jammern auf sehr hohem Niveau.
Bei der Geschichte an sich landet Conan diesmal in einer Arena, wobei selbst die Einleitung, über eine Stadt des Glücks, etwas für sich hat. Natürlich riecht aber nicht nur der Leser, sondern auch unser Barbar, das hier irgendwas faul ist. Und zugegeben, dass Conan in einer Arena landet, ist jetzt nicht neu und kennt man aus diversen anderen Fantasy-Geschichten. Allerdings wäre Conan nicht Conan, wenn es hier nicht anders zugehen würde. Nein, nicht blutig – gut, solche Szenen gibt es hier auch noch zuhauf – sondern eher dahingehend, als das Conan gezwungen wird, seine Söldnerfreunde zu töten.
Wo andere Helden vermutlich die Waffen hinwerfen und sich weigern würden, überhaupt anzutreten, fügt sich Conan in das notwendige und vollstreckt. Klar, er hat immer auch einen Fluchtplan in der Hinterhand, trotzdem ist das sicher mit eine der eindrucksvollsten Szenen des Bandes, welche aber eben auch die barbarische Welt offenbart. Damit nicht genug, wird sich das am Ende noch steigern, denn erneut verliert Conan eine Geliebte in einer sehr bedrückenden Szene. Man kann sicher darüber streiten, ob das nötig war (immerhin sind Conans “Hauptfreundinnen” Belit und Valeria letztlich auch hopps gegangen), es nimmt dem Ende aber nichts von seiner Eindrücklichkeit. Hier versteht man deutlich, wieso Conan ist, wie er ist und mit Lady Athyr wird auch eine sehr gute Gegenspielerin eingeführt, die das Ende des Bandes sogar überlebt und bei der man sich (hoffentlich) auf weitere Kräftemessen mit unserem Barbaren einstellen kann.
In der Riege der Bösewichter ist dann da auch noch Toth-Amon zu nennen, der hier ebenfalls (wieder) einen Auftritt hat. Der mag zwar etwas kürzer sein, ist aber trotzdem eindringlich. Natürlich lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob nun Toth-Amon oder Thulsa Doom Conans wahrer Erzfeind ist (werden wird). Und Kulan Gath gäbe es ja theoretisch auch noch, aber der gehört zu Red Sonja. Trotzdem finden sich hier starke Widersacher wider und damit wohl noch weitere große Storys für die Zukunft.
Ach ja, Conan agiert hier diesmal nicht allein, denn Gestaltwandler Zula taucht ebenfalls nochmal auf (er ist auch aus Band 5 bekannt). Beide agieren hier wieder als sehr gutes Duo miteinander, wobei es auch hier am Ende einen kleinen Twist gibt. Auch als Leser fragt man sich unwillkürlich, ob man ihm trauen kann. Dass man aber eine Figur aufbaut, der man sich auch verbunden fühlt, ist eine weitere gute Leistung von Tim Zub. Aber am Ende muss man halt auch verstehen, dass die Essenz von Conan immer die des einsamen Wolfs war, der allein durch die Welt zieht.





