“Level Five Transporter Accident” verlässt einmal mehr die gewohnten Pfade von “Star Trek”. Dieses Mal wird es puppenhaft, skurril und ziemlich abgedreht. Wie gut das funktioniert, lest ihr in Matthias’ Episodenkritik.
ACHTUNG: SPOILER!
Handlung
Die Enterprise befindet sich auf dem Weg nach Vulkan, muss zuvor jedoch noch Patrouillendienst in einem Gebiet leisten, in dem orionische Piraten ihr Unwesen treiben. Als es zu einer Fehlfunktion des Transporters kommt, wird nahezu die gesamte Crew – mit Ausnahme von Spock – in Puppen verwandelt.
Damit beginnen die eigentlichen Probleme: Spock versucht, das Schiff praktisch im Alleingang zu steuern, da die Kontrollpulte nicht auf die kleinen Puppenfinger der übrigen Crew reagieren. Gleichzeitig tauchen die angekündigten orionischen Piraten auf, greifen die Enterprise an und entern schließlich das Schiff.
Während Spock sich verzweifelt gegen die Versuche der Piraten wehrt, die Freigabe der Kommandocodes zu erzwingen, muss die Puppen-Crew einen Weg finden, die Enterprise zurückzuerobern. Es entwickelt sich ein klassisches David-gegen-Goliath-Szenario – nur eben mit Puppen gegen reale Personen […]
Drehbuch
Das Drehbuch zu “Level Five Transporter Accident” stammt von Henry Alonso Myers und Dana Horgan und setzt erneut auf ein ziemlich abstruses Szenario. Genau darin liegt für mich allerdings auch das grundlegende Problem dieser Episode. Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass sich auch “Star Trek”-Autoren gelegentlich den Wunsch erfüllen, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen und etwas anderes auszuprobieren. Das Franchise hat schließlich eine lange Tradition solcher Ausflüge. Ob Dixon Hill oder andere Holodeck-Geschichten; ob Horror, Familiendramen oder musikalische Elemente – ungewöhnliche Erzählformen gehören seit Jahrzehnten zu “Star Trek”. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Dosis. Frühere Serien konnten sich solche Ausflüge leisten, weil sie pro Staffel häufig 22 oder mehr Episoden produzierten. Eine oder zwei ungewöhnliche Folgen fielen dort kaum ins Gewicht. “Strange New Worlds” verfügt dagegen über lediglich zehn Episoden pro Staffel. Wenn ein beträchtlicher Teil dieser ohnehin kurzen Staffel aus Genre-Experimenten besteht, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie viel Raum noch für die klassischen “Star Trek”-Themen bleibt. Genau das stört mich an der aktuellen Staffel zunehmend, zumal uns auch etwas anderes in Aussicht gestellt wurde.
“Level Five Transporter Accident” ist im Grunde ein Ausflug in die Welt der Muppets. Wer “Die Muppets Weihnachtsgeschichte” (“The Muppet Christmas Carol”, 1992) kennt, wird die Grundidee schnell wiedererkennen. Auch dort steht mit Michael Caine als Ebenezer Scrooge eine reale Figur im Mittelpunkt, die sich durch eine Welt bewegt, in der sie von Puppen umgeben ist. Caine selbst ragt als realer Schauspieler aus dieser Welt heraus, funktioniert innerhalb dieses ungewöhnlichen Szenarios aber trotzdem hervorragend und fügt sich gleichzeitig erstaunlich gut in die Muppet-Welt ein. Gerade diese Mischung verleiht “Die Muppets Weihnachtsgeschichte” ihren besonderen Charme und macht den Film bis heute zu einem der gelungensten Ausflüge der Muppets ins Spielfilmformat.
“Level Five Transporter Accident” übernimmt dieses Grundprinzip – oder versucht es zumindest. Mit Spock gibt es eine reale Figur, die plötzlich mit einer vollständig aus Puppen bestehenden Crew interagieren muss. Die Episode versucht dabei ebenfalls, die Grenze zwischen der realen Welt und der Puppenwelt bewusst verschwimmen zu lassen. Das funktioniert allerdings nur eingeschränkt. Zwar gibt es einzelne Momente, in denen die Interaktion zwischen Spock und der verwandelten Crew an “Die Muppets Weihnachtsgeschichte” erinnert, die gleiche Chemie stellt sich jedoch nicht ein. Das liegt für mich vor allem daran, dass Spock erneut sehr überzeichnet dargestellt wird und sich die Episode stärker mit seiner eigenen Person und seinen Beziehungen zu La’an und T’Pring beschäftigt, als wirklich in das Seelenleben und die Welt der gesamten Muppet-Crew einzutauchen. Gerade dadurch bleibt die eigentliche Dynamik zwischen Spock und den verwandelten Crewmitgliedern erstaunlich oberflächlich.
Auch die Rückeroberungsgeschichte trägt dazu bei, dass sich der Fokus zunehmend von der Crew wegbewegt. Sobald die orionischen Piraten die Enterprise entern, steht deren Bedrohung stärker im Mittelpunkt, während das eigentlich interessante Puppen-Szenario zunehmend zur bloßen Ausgangslage für eine relativ gewöhnliche Actionhandlung wird. Meiner Meinung nach tut das der Episode nicht gut, denn gerade die Interaktion mit der verwandelten Crew hätte das Potenzial gehabt, wesentlich stärker im Zentrum der Geschichte zu stehen.
Die zunehmende Absurdität der wissenschaftlichen Erklärungen war für mich irgendwann ein deutliches Indiz dafür, dass es sich bei dem Geschehen entweder um einen Traum oder eine Simulation handeln musste. Spätestens an diesem Punkt war für mich klar, dass die Episode ihre eigene Geschichte offenbar nicht ganz ernst nimmt. Die Traumauflösung am Ende bestätigte diesen Eindruck schließlich. Und ehrlich gesagt haben die Autoren damit gerade noch so die Kurve bekommen. Denn als tatsächliches Geschehen innerhalb des “Star Trek”-Universums wäre mir das Szenario deutlich zu klamaukhaft und wissenschaftlich völlig haarsträubend. Als Traum Spocks kann man diese Absurdität zumindest als bewussten Bestandteil der Geschichte akzeptieren – auch wenn das Ganze dadurch natürlich nicht weniger klamaukhaft wird.
Aber grundsätzlich stellt sich für mich die entscheidende Frage: Passt ein solcher Klamauk-Ansatz wirklich zu “Star Trek”? Bei dieser Folge bin ich entsprechend noch zwiegespaltener als bei den übrigen Episoden der Staffel. Einerseits kann ich anerkennen, dass die Autoren offensichtlich Spaß an ihrem Konzept hatten. Andererseits beschleicht mich zunehmend das Gefühl, dass “Star Trek” immer häufiger zum Selbstzweck experimentiert. Man möchte etwas ausprobieren, weil es ungewöhnlich ist. Ob die Geschichte darüber hinaus etwas über das Universum oder die Figuren zu erzählen hat, scheint zweitrangig zu sein. Und genau diesen Eindruck hatte ich bereits bei mehreren Episoden dieser Staffel.
Dabei ist das Grundmotiv von “Level Five Transporter Accident” keineswegs neu. Eine Crew wird verkleinert beziehungsweise verwandelt und muss anschließend ein entführtes Schiff zurückerobern – ein Szenario, das unweigerlich an frühere “Star Trek”-Episoden wie “Erwachsene Kinder” (TNG 6×07, “Rascals”) oder “Das winzige Raumschiff” (DS9 6×14, “One Little Ship”) erinnert. Gerade der Vergleich mit dem TNG-Vorbild zeigt allerdings sehr deutlich, was mir bei der aktuellen Episode fehlt.
Auch die TNG-Folge ist im Kern eine eher simple Geschichte, nutzt ihr ungewöhnliches Szenario aber, um tatsächlich etwas über ihre Figuren zu erzählen. Bei Picard wird beispielsweise deutlich, wie schwer es ihm fällt, seine Rolle als Autoritätsperson plötzlich wieder als Kind auszufüllen. Gleichzeitig muss er sich damit auseinandersetzen, dass er selbst glaubt, Probleme im Umgang mit Kindern zu haben. Keiko erlebt die Situation gleichzeitig aus der Perspektive einer Ehefrau und Mutter, während Ro Laren mit einer Kindheit konfrontiert wird, die ihr durch ihre Vergangenheit praktisch verwehrt geblieben ist. Guinan bildet mit ihrer jahrhundertelangen Lebenserfahrung wiederum einen bewussten Gegenpol und genießt es geradezu, die Unbeschwertheit eines Kindes noch einmal erleben zu können. Aus einem zunächst simplen Science-Fiction-Konzept entsteht dadurch eine Geschichte über Rollenbilder, Identität, Selbstbewusstsein und unterschiedliche Lebensphasen.
“Das winzige Raumschiff” setzt andere Schwerpunkte und lebt neben seiner gelungenen Inszenierung – etwa wenn sich O’Brien und Bashir durch das Innere einer Steuerkonsole bewegen – auch von den psychologischen Spielchen zwischen Captain Sisko und den beiden Jem’Hadar-Anführern. Gerade diese Auseinandersetzung verleiht der eigentlich simpel gestrickten Geschichte zusätzliche Spannung und einen eigenen Charakter. Beide Episoden zeigen damit, dass auch ein zunächst albern wirkendes Konzept funktionieren kann, wenn es mehr ist als nur ein Gimmick.
Genau diese zusätzliche Ebene fehlt mir in “Level Five Transporter Accident”. Das Puppen-Szenario besitzt abgesehen von einigen Gags kaum eine inhaltliche Bedeutung. La’ans Erleichterung darüber, als Puppe niemanden ernsthaft verletzen zu können, deutet zwar kurz eine charakterliche Ebene an, wird aber nicht konsequent weiterentwickelt. Es bleibt bei Stichworten und der serientypischen Küchenpsychologie.
Das Puppen-Sein bleibt letztlich ein Gimmick. Die Auflösung macht diese Einschätzung sogar noch deutlicher: Das gesamte Szenario erweist sich als Traum Spocks, ausgelöst von Scottys Handpuppe. Das ist durchaus plausibel. Jeder kennt vermutlich die Erfahrung, dass das Gehirn aus einem völlig belanglosen visuellen oder emotionalen Eindruck später einen vollkommen absurden Traum konstruiert. Insofern funktioniert die Erklärung innerhalb der Episode durchaus. Nur stellt sich für mich die Frage, ob ein solcher Traum tatsächlich eine komplette Episode von einer ohnehin nur zehn Folgen umfassenden Staffel rechtfertigt.
Auch handwerklich bleibt das Drehbuch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Rückeroberung der Enterprise folgt weitgehend einem bekannten Schema. Überraschende Wendungen oder besonders raffinierte Lösungen sucht man vergeblich. Dass die Puppen am Ende lernen müssen, sich wie Puppen zu verhalten, ist zwar konsequent, erinnert aber sehr stark an die entsprechende Idee aus “Erwachsene Kinder”, wo die verwandelten Crewmitglieder ebenfalls erkennen müssen, dass sie ihre neue Rolle annehmen müssen. Auch das Ende, bei dem die Figuren ihren ungewöhnlichen Zustand noch einmal genießen möchten, bevor alles wieder seinen normalen Gang nimmt, erinnert deutlich an die TNG-Episode.
Besonders unglücklich finde ich allerdings den Umgang mit Spocks Todesszene aus “Star Trek II: Der Zorn des Khan”. Natürlich darf “Star Trek” mit seinem eigenen Erbe spielen. Hommagen und Selbstreferenzen gehören seit jeher zum Franchise. Doch zwischen einer liebevollen Hommage und einer Parodie liegt ein Unterschied. Die ikonische Szene aus “Der Zorn des Khan” für einen vergleichsweise billigen Fanservice-Gag zu verwenden, überschreitet für mich diese Grenze. Was bereits “Star Trek Into Darkness” bei vielen Fans nicht nur positiv aufgenommen wurde, wird hier noch einmal auf die Spitze getrieben. Eine Szene, die für die Geschichte von Spock, Leonard Nimoy und das emotionale Vermächtnis von “Star Trek” eine enorme Bedeutung besitzt, sollte meines Erachtens nicht ausschließlich als Pointe behandelt werden. Wieder einmal lassen die Autoren leider jegliches Fingerspitzengefühl vermissen.
Hinzu kommen einige dramaturgische und logische Ungereimtheiten. Über weite Strecken wird betont, dass die Puppen die Schaltpulte der Enterprise aufgrund ihrer Fingerbeschaffenheit nicht bedienen können. Gleichzeitig sorgt Uhura später durch einen Fehlgriff dafür, dass die Orioner die Crew entdecken können. Das wirkt wie ein typisches Beispiel dafür, dass die Regeln der Episode immer genau dann angepasst werden, wenn die Handlung sie benötigt. Solche Ungereimtheiten wären in einer ohnehin bewusst absurden Geschichte vielleicht verschmerzbar. Wenn eine Episode allerdings gleichzeitig versucht, ihre eigene Welt mit pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen zu rechtfertigen, fallen solche Brüche umso stärker auf.
Und trotzdem muss man dem Drehbuch zugutehalten, dass die verwandelte Crew zumindest atmosphärisch erstaunlich gut als Muppet-Version ihrer selbst funktioniert. Die typische Muppet-Handlungsweise und der bewusst klamaukige Ton passen durchaus zu dem gewählten Konzept. Für mich ist allerdings entscheidend, dass die Episode am Ende die Traumauflösung als Erklärung nachliefert. Erst dadurch bekommt das Ganze überhaupt einen halbwegs akzeptablen Rahmen – und die Autoren kriegen für mich gerade noch so die Kurve. Denn als tatsächliches Geschehen innerhalb des “Star Trek”-Universums wäre mir das Szenario deutlich zu klamaukhaft und wissenschaftlich völlig haarsträubend. Auch als Traum bleibt es letztlich eine ziemlich abstruse Angelegenheit, die vor allem deshalb funktioniert, weil sie eben genau das sein darf: ein vollkommen absurder Traum Spocks.
Einen wirklichen Mehrwert für die Geschichte des Raumschiffs Enterprise, der Figuren oder gar des Trek-Universums liefert das allerdings weiterhin nicht.
Charaktere
Auf der Charakterebene bleibt die Episode leider ähnlich dünn. Erneut dreht sich ein erheblicher Teil der Handlung um Spocks Beziehungen zu La’an und T’Pring. Auch hier kann ich mich der Kritik anschließen, die bereits an anderer Stelle innerhalb des TrekZone-Teams geäußert wurde: Dieser Charakterbogen ist inzwischen schlicht überstrapaziert. Und die Faszination Spocks lag auch für mich nie in seinen romantischen Beziehungen. Was diese Figur für mich seit jeher so faszinierend macht, ist vielmehr sein außergewöhnlicher Intellekt, seine rationale und analytische Herangehensweise an Probleme, seine Fähigkeit, auch in scheinbar ausweglosen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, und natürlich seine besondere Stellung zwischen menschlicher Emotionalität und vulkanischer Logik. Hinzu kommen seine Beziehungen zu den anderen zentralen Figuren, insbesondere seine Freundschaft und die intellektuellen wie emotionalen Auseinandersetzungen mit Kirk und McCoy. Gerade dieses Zusammenspiel verschiedener Facetten hat Spock für mich und viele andere zu einer der interessantesten Figuren des gesamten “Star Trek”-Universums gemacht.
Gerade deshalb finde ich es bedauerlich, dass “Strange New Worlds” Spocks innere Zerrissenheit immer wieder vor allem über romantische Beziehungen erzählt. Nach mittlerweile dreieinhalb Staffeln hätte ich mir gewünscht, dass die Serie andere Facetten dieser Figur stärker in den Mittelpunkt rückt.
Auch T’Pring erhält meiner Meinung nach keine wirklich neuen Facetten, die sie deutlich von anderen vulkanischen Figuren abheben. Hinzu kommt ein Punkt, der inzwischen fast schon unfreiwillig komisch wirkt: Die Enterprise ist schon wieder auf dem Weg nach Vulkan. Langsam entsteht der Eindruck, dass wir es hier weniger mit einem Raumschiff auf einer fünfjährigen Mission in den Tiefen des Alls zu tun haben als mit einem Kreuzfahrtschiff, das zwischen Erde, Vulkan und einigen Föderationsaußenposten hin und her pendelt. Gerade bei einer Serie, die sich so stark auf den Geist der Originalserie beruft, wirkt diese permanente Nähe zu den immer gleichen bekannten Welten zunehmend befremdlich.
La’ans Trennung von Spock wirkt überdies etwas abrupt, während ihre angedeutete innere Veränderung inzwischen seit mehreren Episoden auf der Stelle zu treten scheint. Möglicherweise ist diese Zurückhaltung bewusst gewählt, weil das Thema im weiteren Verlauf der Staffel noch einmal aufgegriffen werden soll. Im Moment wirkt es jedoch eher wie ein Charakterbogen, der künstlich am Leben gehalten wird.
Inszenierung
Wenn es einen Bereich gibt, in dem “Level Five Transporter Accident” nahezu uneingeschränkt überzeugt, dann ist es die Inszenierung. Die Enterprise-Muppets aus Jim Hensons Creature Shop sind hervorragend gelungen. Die Puppen greifen die äußeren Merkmale der jeweiligen Figuren erstaunlich präzise auf und schaffen es gleichzeitig, deren typische Charakterzüge zu transportieren.
Auch Regisseur Jordan Canning gelingt es im Verbund mit dem Cast sehr gut, das typische Muppet-Gefühl einzufangen. Vor allem die Interaktionen zwischen den realen Figuren und der verwandelten Crew erinnern stellenweise an “Die Muppets Weihnachtsgeschichte” und teilweise auch an die klassische “The Muppet Show”, an die ich allerdings vor allem noch Kindheitserinnerungen aus den frühen 1990er-Jahren habe. Dazu kommt, dass ich 2005 die damalige Muppet-Attraktion in den MGM Studios im Walt Disney World Resort Orlando besucht habe und einige Muppets (Statler & Waldorf) daher auch mal “live” sehen konnte. Die Episode hat auf der visuellen Ebene also durchaus einen gewissen Charme.
Schlussbetrachtung
“Level Five Transporter Accident” ist für mich ein weiteres Beispiel dafür, dass “Strange New Worlds” inzwischen zunehmend auf ausgefallene Experimente setzt – und dabei immer häufiger den eigentlichen Kern von “Star Trek” aus den Augen verliert. Experimentierfreude ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Im Gegenteil: “Star Trek” hat immer wieder davon profitiert, ungewöhnliche Geschichten zu erzählen und Grenzen auszutesten. Das Problem entsteht dort, wo das Experiment selbst zum eigentlichen Inhalt wird.
Genau diesen Eindruck hinterlässt auch die vierte Episode bei mir. Das Puppen-Konzept ist charmant umgesetzt, die Muppets sehen hervorragend aus und die Schauspieler gehen mit sichtbarer Spielfreude an die ungewöhnliche Situation heran. Doch abseits davon bleibt nur wenig zurück. Die Handlung ist vorhersehbar, der Spannungsbogen schwach und die Charakterentwicklung überschaubar. Vor allem aber fehlt mir ein thematischer Kern, der die Episode über ihr eigentliches Gimmick hinaus interessant macht.
Manchmal darf “Star Trek” natürlich einfach Spaß machen. Nicht jede Episode muss die Gesellschaft, die Menschheit oder das eigene Universum neu definieren. Bei nur zehn Folgen pro Staffel wünsche ich mir allerdings eine etwas bessere Balance. Im Moment entsteht bei mir zunehmend der Eindruck, dass “Strange New Worlds” unbedingt beweisen möchte, wie viele unterschiedliche Genres man in das “Star Trek”-Universum integrieren kann. Dabei droht ausgerechnet das verloren zu gehen, was mich ursprünglich an “Star Trek” fasziniert hat.
Die Folge ist für mich in der Summe kein kompletter Totalausfall. Die handwerklich durchaus gelungene Umsetzung des Muppet-Konzepts bewahrt sie letztlich vor einer deutlich schlechteren Wertung. Denn so charmant einzelne Momente auch sein mögen, ändert das nichts daran, dass wir es hier mit einer weitgehend überflüssigen, spannungsarmen und inhaltlich enttäuschenden Episode zu tun haben, die “Star Trek” meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte.







