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Thomas Götz (tg)19.05.16

"Star Trek: Prometheus"

Im Gespräch mit den beiden Autoren Christian Humberg und Bernd Perplies

Im Juli 2016 erscheint zum ersten Mal eine "Star Trek" Romanreihe aus der Feder deutscher Autoren. Wie ist es dazu gekommen? Worum dreht sich die Handlung? Das TrekZone Network hat auf der FedCon 25 mit den Autoren gesprochen.

Trekzone: Wie kam es zu der Idee von Prometheus bzw. dazu, das ihr diese Bücher schreiben durftet?

Christian Humberg: Durch eine Änderung im Lizenzrecht war es möglich, dass deutsche Autoren einen Star Trek-Roman schreiben konnten. CrossCult kam dann auf uns zu und hat uns gefragt, ob wir das nicht machen wollen. Zeitgleich waren Bernd und ich kurz davor gestanden, eben dies auch dem Verlag vorzuschlagen. Das Ganze ist natürlich auch ein guter Boni zum 50-jährigen Jubiläum.

TZ: Wie kam es zu dem Konzept von Prometheus?

CH: Wir haben dann eine Story entwickelt und Paramount vorgelegt und Paramount hat recht zügig zugestimmt. So kam es, das wir die drei Romane geschrieben haben.

TZ: Die Genehmigung hat also gleich funktioniert? Auch eure Charaktere wie z.B. Jenna Kirk waren kein Problem?

CH: Ja, das hat alles gleich geklappt. Da die Romane ja auch nicht offiziell [non-canon] sind, muss sich Hollywood aber eh nicht nach ihnen richten. Solang man keinen Hauptcharakter, wie Cpt. Kirk persönlich, tötet, konnten wir eigentlich machen, was wir wollen.

TZ: Also war es euch möglich, die Hauptcharaktere zu benutzen?

CH: Ja, wir durften alle Charaktere aus allen Star Trek-Serien und -Filmen benutzen. Hier haben wir aber nur die genommen, die wir für unsere Geschichte gebraucht haben und ansonsten unsere Eigenen entwickelt.

TZ: Wie lang habt ihr denn zum Schreiben der drei Romane gebraucht?

CH: Also, beworben um die Lizenz haben wir uns bereits zwei Jahre, bevor wir mit dem Schreiben anfingen. Es folgten lange Verhandlungen mit Hollywood und als diese abgeschlossen waren, mussten wir die Romane dann aber kurzfristig schreiben. Als wir das grüne Licht hatten, mussten wir quasi alles Liegen und Stehen lassen und uns nur auf die Romane konzentrieren, um sie zum 50. Jubiläum fertig zu kriegen.
Es folgten dann schon sechs-sieben Monate Schreibarbeit, dann folgte die Korrektur- und Lektoratsphase, es ist also allein mit dem Schreiben noch nicht getan. Gut, wir waren zu zweit, das sind pro Kopf anderthalb Bücher aber neun Monate kann man hier schon rechnen.

TZ: Bei 400 Seiten pro Buch, also 1200 Seiten insgesamt, ist das schon ein Stück.

CH: Ja. Da folgt dann viel Telefonieren, viel Zusammensetzen.

TZ: Wie ist denn die Zusammenarbeit untereinander gewesen?

CH: Bernd und ich schreiben ja schon seit knapp 10 Jahren zusammen Bücher. Wir haben auch gerade zwei Kinderbuchserien, zum einen „Die unheimlichen Fälle des Lucius Adler“ bei Thienemann und zum anderen „Drachengasse 13“ bei Schneider. Wir wissen also bereits sehr gut, wie der andere schreibt und wie wir am besten zusammen schreiben.
Wir haben ein sehr ausführliches Kapitelexposee für jedes Kapitel gemacht, die Kapitel dann untereinander aufgeteilt, parallel geschrieben und dann auch gegenseitig Korrektur-gelesen. So kommt dann ein Text heraus, der wirklich nach uns beiden klingt. So wirkt das Buch für den Leser wie aus einem Guss – und so soll es ja auch sein.

TZ: Gab es denn Schreibblockaden oder lief es an einem Stück durch?

CH: Das lief tatsächlich wie an einem Stück. Natürlich gibt es Tage, an denen man weniger gut drauf ist und es langsamer läuft, aber das kann man hinterher immer noch korrigieren, wenn etwas nicht passt.

TZ: Also lief die Zusammenarbeit in gewohnten und bekannten Bahnen ab?

CH: Die Zusammenarbeit war in der Tat recht gleich zu anderen Büchern, was aber höher war, war der Recherche-Aufwand. Die eben erwähnten Buchserien sind Welten, die wir erfunden haben, da konnten wir alle Details festlegen oder spontan entwickeln.
Bei Star Trek ist aber schon sehr viel etabliert, da muss man recherchieren, auch wenn man bereits ein großer Fan ist. Denn Sachen wie die Entfernung Erde-Romulus müssen eben stimmen oder wie lang ein Schiff mit Warp 6 für diese Strecke braucht.

TZ: Denn den Fans fallen Fehler sofort und gnadenlos auf…

CH: So ist es. Daher war dieser Aufwand höher als bei anderen Büchern.

TZ: Dürfen wir uns also auf viel Technobabble einstellen?

CH: Nach meiner Ansicht ist Technobabble der Feind jeder Geschichte, denn da gibt es spannenderes zu erzählen. Wir haben daher versucht, das auf ein Minimum zu reduzieren und es lieber auf Action und Pointen auszuweiten.

TZ: Was war es für ein Gefühl, den ersten offiziellen deutschen Star Trek-Roman schreiben zu dürfen?

CH: Das war eine Ehre. Früher als Kind sah ich noch ehrfürchtig die Classic-Folgen und jetzt durfte ich einen offiziellen Roman schreiben… das ist natürlich supertoll und ein Lebenshighlight auch als Fan.

TZ: Die Handlung ist ja noch geheim, zumindest ein Großteil. Aber welche Einblicke könnt ihr denn schon geben?

CH: Die Handlung schließt nahtlos an den letzten Band von „The Fall“ an und ist zeitlich im Oktober 2385 angesiedelt. Die Föderation – Achtung, Spoiler für Nicht-„The Fall“-Leser – hat eine neue Präsidentin, die ein neues Zeitalter des Friedens anbrechen lassen will. Es gab ja in der Vergangenheit genug Kriege, der Dominion-Krieg, die Borg-Krise, der Typhon Pact, die nun vorbei sein sollen. Es soll wieder die Forschung im Vordergrund stehen.
Natürlich passiert dann aber wieder etwas. In diesem Fall sind das Terroranschläge im Lembatta-Cluster, sowohl gegen klingonische als auch Föderationsaußenposten. Die Föderation schickt die Prometheus und die Klingonen die Vortas, um dem auf den Grund zu gehen. Hierzu müssen die Crews beider Schiffe zusammenarbeiten, was sich als schwierig erweist, da sich die Captains nicht mögen. Es gibt also sowohl eine externe Bedrohung als auch interne Konflikte.

TZ: Klingt, als könnte man sich auf viele schöne Charakterszenen freuen…

CH: Richtig und das war uns auch wichtig. Es sollte auf der einen Seite ordentlich Action geben, auf der anderen sollte das Persönliche aber nicht vernachlässigt werden. Dabei wird der Gesellschaft auch ein Spiegel vorgehalten, denn das hat Star Trek ja schon immer ausgemacht und von anderen Franchises unterschieden.

TZ: Ist der Captain eher ein Haudrauf-Typ wie Kirk oder eher Diplomatie behafteter wie Picard?

CH: Captain Richard Adams ist ein Kriegsveteran, der in allen vorhin erwähnten Krisen an vorderster Front dabei war. Seine Frau hat diese Krisen nicht überlebt, er will also auch endlich Ruhe und Frieden haben. Daher kommt ihm der „To boldly go…“-Kurs der neuen Präsidentin sehr entgegen. Allerdings wird er quasi wieder in den nächsten Schützengraben der Front gezogen, was ihm zwar nicht passt, aber er sieht die Notwendigkeit, denn nur so wird er schließlich seinen Frieden erlangen können.
Das Vorbild für die Rolle war übrigens, nicht nur Namensmäßig, Commander Adama aus Battlestar Galactica.

TZ: Wie würdest du den Buchstil beschreiben? Ist es eher bunt und spritzig wie bei TOS? Oder eher ruhig diplomatischer wie bei TNG? Dunkler wie bei DS9? Oder ist es doch eher der politische Thriller wie die letzten Star Trek-Romane zu „The Fall“? Oder ein Mix aus allem?

CH: Da es ja eine Trilogie ist und wir satte 1200 Seiten zur Verfügung haben, ist es tatsächlich ein Mix. Von politischen Diskussionen im Föderationsrat bis hin zu klingonischen Witzen ist tatsächlich alles vorhanden und das war auch unsere Absicht, zum 50.Geburtstag soviel Star Trek wie möglich in die Reihe zu packen.

TZ: Besteht denn die Chance, das es nach dieser Trilogie mit weiteren deutschen Star Trek-Büchern weitergeht?

CH: Die Chance besteht tatsächlich. Ursprünglich wollten der Verlag und wir das nur als einmalige Sache machen, denn der Aufwand war natürlich schon groß. Eine einmalige Sache zum 50.Jubiläum und das war’s.
Das haben wir nun geschafft, die Reihe ist da und damit sind wir erstmal glücklich und zufrieden.
Wenn sich die Bücher aber sehr gut verkaufen und uns eine neue Idee einfällt, sind wir sicher die letzten, die dazu Nein sagen würden.
Wie sagte Spock so schön: Es gibt immer Möglichkeiten.

TZ: Wäre eine etwaige Fortsetzung dann die Fortsetzung zu Prometheus oder doch etwas mit den bekannten Hauptcharakteren?

CH: Das kommt auf die Idee an. Wie gesagt, wir durften alle Star Trek-Charaktere verwenden und auch Hollywood ist da relativ offen, sofern wir es vorher abklären. Der Rest muss sich in der Zukunft zeigen.

TZ: Wird es denn eine englische Version der Bücher geben und falls ja, wann?

CH: Ja, die internationale Version kommt sogar relativ zeitgleich, also in jedem Fall noch dieses Jahr. Die Übersetzungen gibt es ja schon, denn die mussten ja gemacht werden, damit Hollywood die Bücher absegnen konnte. Sie könnten also jederzeit in Druck gehen.

TZ: Musstet ihr denn schon in irgendeiner Form Rücksicht auf die neue Star Trek-Serie nehmen oder habt etwas dazu erfahren?

CH: Nein, die Bücher wurden von der neuen Serie gar nicht beeinflusst. Die Leute, mit denen wir bei Hollywood zusammenarbeiten, wissen ja selber noch nicht mal, in welche Richtung Bryan Fuller mit der neuen Star Trek-Serie gehen wird.
Allerdings sind wir natürlich wie alle anderen auf die neue Serie gespannt.

TZ: Wie sehen denn eure nächsten Projekte aus?

CH: Gerade haben wir den zweiten Lucius Adler-Band beim Verlag eingereicht, der im Herbst erscheinen wird. Davon abgesehen bin ich gerade mit weiteren Übersetzungen, auch von Star Trek-Romanen, beschäftigt. Desweiteren habe ich noch ein paar Bücher für nächstes Jahr bei Goldmann in der Pipeline. Die Arbeit geht uns also nicht aus.

Bernd Perplies: Neben dem zweiten Lucius Adler arbeite ich gerade an einem neuen Fantasy-Roman, der nächstes Jahr im Frühjahr erscheinen soll. Aber dazu darf ich noch nicht viel verraten.

TZ: Vielen Dank für das Interview!

Christian Humberg / Bernd Perplies

(tg - 19.05.16)


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