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Martin Weinrich (wc)29.02.16

"Ascendance"

David R. George III

Inhalt

Der Vorgänger spielte bereits auf zwei Zeitebenen. Auf der ersten gelangte Kira in die Vergangenheit und versuchte dort – erfolglos – zu verhindern, dass die Ascendants durch das Wurmloch Bajor zu erreichen. Immerhin konnte Taran’atar mit einem Handelsschiff die Verfolgung aufnehmen. In der Gegenwartshandlung (2385) steht die bajoranische Gesellschaft vor großen Umbrüchen: Die Hinweise vermehren sich, dass die Propheten keine Götter sind und außerdem taucht jemand aus der bajoranischen Vergangenheit auf, in der man von den Propheten nichts weiß. Zuletzt befreite sich ein Gestaltwandler in einem Forschungslabor der Föderation, überwältigte Odo und machte sich auf den Weg nach Deep Space Nine. "Ascendants" knüpft nahtlos an diese Ereignisse an.

Insofern steht Bajor zu Beginn des Romans vor der Auslöschung durch eine mehrere hundert Schiffe zählende Ascendantsflotte, während die Deep Space Nine Besatzung der Gegenwartshandlung sich mit dem Gestaltwandler auseinandersetzen musste.

Kritik

Die Ascendants greifen im Jahr 2377 Bajor an und wollen den Planeten verwüsten. Im Jahr 2385 taucht ein merkwürdiger Gestaltwandler auf. Wie hängen diese beiden Phänomene zusammen?
"Ascendance" macht ein paar Dinge besser als der katastrophale Vorgänger, aber leider einiges genau so falsch. Zunächst eine kleine Zusammenfassung: Der „Deep Space Nine“-Relaunch, einst das Flaggschiff des „Star Trek“-Romanuniversums konnte nach einer misslungenen neunten Staffel nicht wieder Fuß fassen und die Akteure zerstreuten sich in verschiedenen Crossover-Serien über die Galaxis. In besagten Crossoverereignissen wurden dem Leser immer mal wieder einzelne Informationshäppchen über die "Deep Space Nine"-Besatzung und ihr Schicksal serviert, das war aber meistens wenig und häufig langweilig. Im vergangenen Jahr wurde die Serie dann endlich wiederbelebt – aber auf äußerst widersprüchliche Weise. Zwei Romane,The Missing und Sacraments of Fire behandelten zum Teil dieselben Themen. Während The Missing von Una McCormack immerhin eine kurzweilige und vielschichtige Geschichte erzählte, setzte David R. George III den langatmigen, ereignislosen und vor allem beliebigen Stil fort, den er bereits in seinen vorherigen Bänden. Ohne die Einbindung in einen größeren Kontext wie den Typhon Pact entstand dadurch ein ungenügendes Produkt, dessen einzige Leistung es war, die verschiedenen Handlungsstränge zusammenzuführen und damit die Grundlage für weitere Abenteuer auf DS9 zu legen.

David R. George III hat im Anschluss scheinbar gelernt, dass eine kohärente Handlung, so etwas wie ein Haupthandlungsstrang, einem Roman durchaus gut tun kann. Er teilt "Ascendance" daher in zwei separate Teile auf – zunächst werden die Ereignisse in der Vergangenheit erzählt, anschließend die in der Seriengegenwart. Das führt zu einem ordentlichen Lesefluss, der nicht ständig von Nebensächlichkeiten unterbrochen wird. George III konzentriert sich auf das Wesentliche seiner Handlung und macht "Ascendance" damit deutlich lesenswerter als Sacraments of Fire.

Das ändert aber nichts an einem Grundproblem der Handlung: Sie ist langweilig und uninteressant. 2377 greift eine riesige Flotte Bajor an und versucht, den Planeten zu vernichten. Der Leser weiß jedoch längst, dass Bajor auch in der Zukunft existieren wird. Er wundert sich vielmehr, warum dieser Angriff, wenn er doch so dramatisch ist, so selten erwähnt wird. Diese Handlung hätte man bereits 2009 zusammen mit dem diese Handlung vorbereitenden Roman Der Seelenschlüssel erzählen müssen. Oder man hätte sie nun, sieben Jahre später, wenigstens mit einer kreativen Wendung versehen können. Doch die erste Hälfte des Romans ist eine stereotype, kalt geschilderte Darstellung eines Angriffs, der in letzter Sekund abgewehrt wird. Das mag bei einigen Lesern ein Mindestmaß an Spannung aufbauen, überraschen wird es niemanden.

Die Gegenwartshandlung ist wieder einmal eine von David R. George IIIs Seifenopern. Es wird auf DS9 gemenschelt, Partnerschaften werden geschlossen und große Gedanken gehegt. Dabei passiert relativ wenig. Der Gestaltwandler hat, so stellt immerhin ein wenig überraschend heraus, etwas mit dem Angriff der Ascendance zu tun. Die Bajoraner reagieren, und das ist nun nicht mehr überraschend, äußerst aufgebracht auf die Entdeckungen des vorherigen Bandes, Ro verliebt sich und am Ende taucht Kira sogar wieder auf. Vermutlich hat die zig tausendste Folge GZSZ mehr Energie, Inhalt und Spannung als diese zweite Hälfte von "Ascendance".

Ärgerlich ist aber vor allem, dass George III mit seinem Charakterfokus wenig Detailverliebtheit an den Tag lässt. Immerhin könnte er seinen vielen Romane, in denen er das "Leben" auf DS9 seit der neunten Staffel schildern kann (mittlerweile immerhin vier: Heimsuchung, Schatten, Erkenntnisse aus Ruinen und Sacraments of Fire), auch nutzen, um diese zu vertiefen. George III geht aber völlig lieblos mit seinen Figuren um. Einige Beispiele: Sicherheitschef Blackmer wollte in Sacraments of Fire wie auch in The Missing zurücktreten, da er nach dem Anschlag auf Präsidentin Bacco nicht mehr an sich selbst glaubte. Nun entdeckt er seine Vorliebe für den Kommandozweig und übernimmt am Ende des Romans den Posten des ersten Offiziers. Es wird zwar dargestellt, wie Blackmer gefallen am Kommandieren findet, nicht aber wie er so rasch seine Selbstzweifel überwindet. Der vorherige erste Offizier Cenn, in seinem Glauben schwer erschüttert, verlässt die Station. George III gelingt es nicht, ein vielschichtiges Bild von Cenns Glauben zu zeichnen. Die Darstellung verharrt entweder auf blinder Wut und vagen Aussagen über den Sinn seines Lebens. Ros Romanze wiederum bringt das jahrelange, immer etwas merkwürdige und doch sympathische Verhältnis mit Quark zu Ende. George III, der hier mit einer der subtilsten Hinterlassenschaften der achten DS9-Staffel spielt, lässt Ro hier mehrfach den Gedanken wiederholen, wie sie das Quark, den sie gern hat, aber nur als Freund sieht, beibringen soll. Das klärende Gespräch findet in diesem Roman nicht statt. Wer so wenig Interesse an seinen Figuren aufbringen kann, sollte sie nicht in den Mittelpunkt seiner Handlung stellen.

Für Anhänger des DS9-Spinoffs ist "Ascendance" dennoch ein Muss. Obwohl misslungen, werden immerhin alte Handlungsstränge hier zu einem stringenten Ende gebracht. Die meisten Charaktere werden nun endgültig für Tod erklärt oder aber wieder in die Serienhandlung integriert (so lange sie nicht wie Dax oder Bashir bereits an anderer Stelle im Einsatz sind). Es bleibt die Hoffnung, dass David R. George III an große frühere Werke wie die geniale Crucible-Reihe zum 40. Geburtstag anknüpfen und den DS9-Relaunch aus seinem jetzigen, statischen, Seifenopern ähnlichen Status befreien und endlich wieder mit einem nicht nur unabhängigen sondern auch relevanten Handlungsstrang versehen kann. Im Juni diesen Jahres erscheint der DS9-Roman "Force And Motion" von Jeffrey Lang. Der Roman wird sich nur auf Nog und O’Brien konzentrieren, Lang sieht den "ganzen DS9-Relaunch" als "Davids Gebiet". DS9-Fans scheinen wie im vorherigen Jahr mit The Missing also auch in diesem Jahr wieder eine Alternative zu George IIIs uninspirierten Arbeiten zu bekommen.

Fazit: "Ascendance" bringt viele offene Enden des DS9-Relaunches zu einem zufriedenstellenden Ende. Der Roman konzentriert sich auf die Charaktere, deren Darstellung häufig jedoch lieblos wirkt. Wie sein Sacraments of Fire ist somit auch "Ascendance" allenfalls etwas für überzeugte Fans der Reihe in der Hoffnung, dass auf DS9 demnächst wieder Geschichten erzählt werden, die einen ganzen Roman spannend, innovative und unterhaltend füllen können.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Ascendance"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor David R. George III

Preis 7,30

Umfang 368 Seiten

Verlag Simon & Schuster Pocket Books

ISBN 9781501103704

(wc - 29.02.16)


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