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Peter Tigmann (pt), Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc)16.01.06

"Offenbarung 2"

S.D. Perry

Vorbemerkung

Mit der zweiteiligen "Avatar"-Serie wurde die "Deep Space Nine"-Relaunch-Reihe gestartet. Bei dem hier besprochenen Buch handelt es sich um "Avatar: Buch 2". Bereits im Jahr 2001 erschien das Buch "Avatar" im Hause Pocket Books. Knapp acht Jahre später, also 2009, erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel "Offenbarung" auch in Deutschland.

"Offenbarung 2" können Sie seit Dezember 2009 unter anderem bei Amazon bestellen.

Inhalt

Die Enterprise erreicht die Station DS9 und erfährt hier von den Plänen, eine Flotte durch das Wurmloch zu schicken. Auch Picard ist von dieser Idee nicht begeistert, da es noch zu viele ungeklärte Faktoren gibt.

Als Bashir dem gefangenen Jem'Hadar-Soldaten neues White bringt, gelingt es diesem, sich zu befreien und auf die Station zu fliehen, dabei tötet er mehrere Leute. Wie es scheint, ist er doch nicht von Odo geschickt worden. Quer durch die Station beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, an der auch Commander Vaughn beteiligt ist.

Kira muss sich zudem noch mit einem Vedek herumschlagen, dessen Glauben so weit geht, dass er morden lässt. Er und seine Mitstreiter wollen verhindern, dass das entdeckte Buch veröffentlicht wird, da sie fürchten, dass das bajoranische Volk in eine ernsthafte Glaubenskrise gestürzt wird. Kira trifft eine Entscheidung.

Der geflohene Jem'Hadar schafft es zum Kern der Station und versucht, ihn zu sprengen. Kira, Vaughn und ein anderer Jem'Hadar können ihn stoppen, der Reaktorbruch ist aber nicht mehr aufzuhalten, weshalb die Sektion abgesprengt werden muss, was Kira auch noch in letzter Sekunde schafft.

Der neue Jem'Hadar erklärt, dass in Wirklichkeit er es gewesen ist, der von Odo geschickt worden ist, sich aber nicht früher hat zeigen können, da noch andere feindliche Jem'Hadar an Bord gewesen sind und versucht haben, DS9 zu zerstören. Glücklicherweise hat er alle davon abhalten können. Nachdem er Kira und Admiral Ross, der mittlerweile mit einer Flotte die Station erreicht hat, eine Nachricht von Odo zeigt, glauben Sie ihm. Die Flotte wird aufgelöst, da Odo bestätigt, dass vom Dominion keine Gefahr mehr ausgeht.

Jake Sisko ist unterdessen heimlich in das Wurmloch geflogen, um seinen Vater wiederzufinden. Bei seiner Mission treten plötzlich ungeahnte Schwierigkeiten auf...

Kritik

Die folgenden zwei Rezensionen beziehen sich auf die englische Originalausgabe.

1. Peter Tigmann

Nach "Offenbarung 1" geht es mit dem zweiten Teil weiter. Wird es zu einem neuen Krieg gegen das Dominion kommen?
Da der erste Roman der DS9-Relaunch-Serie "Avatar - Book One of Two" nicht gerade überzeugen konnte, waren die Erwartungen an den Nachfolger natürlich etwas geringer, was aber im Nachhinein nicht unbedingt richtig war. Denn im Gegensatz zum ersten konnte der zweite "Avatar"-Roman durchaus überzeugen. Zwar ziehen die ersten 50 Seiten noch etwas gemächlich dahin, danach drückt die Autorin aber endlich etwas auf das Gaspedal und bietet eine spannende und auch actionreiche Geschichte, die dennoch nicht auf Charaktermomente verzichtet: im Gegenteil.

Ein großes Problem des ersten Romans von Autorin S.D. Perry war, dass einige Schilderungen viel zu ausführlich waren und sie dem Roman damit fast das gesamte Tempo und Spannung genommen hatte. Auch von den ständig deprimierten Figuren zu lesen, war nicht gerade zuträglich. Natürlich kann man nicht sagen, dass dies alles im zweiten Roman nicht mehr der Fall wäre. Perry neigt immer noch dazu, ein und dieselbe Situation von allen anwesenden Personen beschreiben zu lassen, was mit der Zeit langweilig wird. Glücklicherweise hat sie hier aber diesmal etwas Tempo gemacht und abwechslungsreicher erzählt. Dennoch, dasselbe Szenario aus Sicht von vier verschiedenen Personen zu sehen, war definitiv nicht nötig. Die Figuren waren in diesem Roman weitaus besser zugänglich als im ersten, da nicht nur seitenweise darüber geschrieben wurde, wie schlecht es doch allen geht - dazu aber später mehr.

Die eigentliche Geschichte setzt die Erlebnisse von "Avatar Book One" direkt fort. Alle im ersten Roman begonnenen Handlungsstränge fließen mit der Zeit zusammen, was recht clever gelöst wurde. Die Geschichten an sich wissen hierbei mehr oder weniger zu überzeugen, auch wenn es nicht ganz klar ist, warum die Föderation nach einem kurzen Scharmützel gleich wieder Krieg mit dem Dominion anfangen möchte. Hier konnte man das Ende schon fast erahnen. Der Handlungsstrang um die Jem'Hadar nahm eine unerwartete Wendung, was dem Buch sehr gut tat. Der Geschichte um Kira, die mit ihrem Glauben zu kämpfen hat, wird zum Ende hin noch einmal auf sehr überraschende Weise aufgegriffen. Scheinbar führt man mit dem Charakter des Vedek Yevir eine Art Nachfolger von Kai Winn ein. Es bleibt allerdings etwas unklar, warum er Kira verbietet, ihren Glauben noch weiter auszuleben, vorher schien er Kira noch verziehen zu haben.

Die Geschichte um Jake Sisko bildet das Ende des Buches. Hier darf natürlich nicht auf den obligatorischen Cliffhanger-Abschluss verzichtet werden, der auf den nächsten Roman "scharfmachen" soll. Auch die Enterprise-Crew hatte in "Avatar Book Two" mehr oder weniger große Gastauftritte, war im Endeffekt aber nur dazu da, den neuen Ersten Offizier von DS9, Commander Vaughn, einzuführen. Dieser ist übrigens bedeutend interessanter dargestellt als im Roman zuvor.

Fazit: Nach einem eher schwachen ersten Roman weiß der zweite Roman trotz einiger Schwächen zu überzeugen. Wie auch immer, die Grundsteine für die DS9-Relaunch-Serie sind gelegt. Die neuen Charaktere wurden zwar etwas holprig eingeführt, scheinen aber doch alle durchaus Potenzial zu haben. Wie auch die "alten" Charaktere selbst, vermisst man natürlich Sisko, O'Brien & Co., aber wer weiß, ein paar gelegentlichen Gastauftritten steht ja im Prinzip nichts im Wege.

2. Julian Wangler

Während das erste Buch umsichtig die verschiedenen Handlungsstränge ausbreitet, wird im zweiten Band rasant das Tempo angezogen. Die beiden Haupthandlungsstränge werden spannend zu einem Ende gebracht. Eine Verbindung der beiden Plots findet indes nicht statt, was aber auch nicht weiter tragisch ist. Wichtig ist, dass die Prophezeiungsthematik offen bleibt. In einer Kammer von B'hala finden Kira, Ro und Kassidy zwar den Beweis dafür, dass die 1000 Todgeweihten nicht die Opfer des Abgesandtenkindes sind. Aber die weitere Rolle der Prophezeiung ist Auslegungssache.

Damit bleibt auch dem DS9-Relaunch die mysteriös-spirituelle Komponente erhalten, die auch die Serie auszeichnete. Mehrere Nebenplots wurden ebenfalls angerissen; sie bieten eine gute Grundlage für Folgeromane. Vielleicht war die Auflösung in "Avatar 2" ein bisschen zu schnell, aber daran kranken Cliffhanger des Öfteren. Alles in allem haben wir einen gelungenen Piloten für dieses Projekt, der wahrhaft Lust auf mehr macht. Ich bin jedoch überzeugt davon, das Niveau lässt sich noch deutlich steigern.

Das liegt eindeutig am Potential der Charaktere, das in den "Avatar"-Bänden offenbar wird. Alte wie neue Personae Dramatis bringen sich dabei ein. Ezri Dax ist an der Schwelle, sich selbst neu zu entdecken, nachdem sie notgedrungen die Defiant befehligen musste. Ro hat ihre überfällige Aussöhnungsszene mit Picard und wird - wie in der Serie Worf - als ehemaliger TNG-Charakter auf DS9 rehabilitiert. Besonders gut harmoniert sie dabei mit Quark, der bereits ein Auge auf sie geworfen hat. Zwischen ihnen beiden deutet sich eine besondere Chemie an.

Ein richtiger Paradigmenwechsel ist Kiras Exkommunikation als Ahndung ihrer Öffentlichmachung des Buches mit der Prophezeiung. Sie darf nun keinen bajoranischen Tempel mehr betreten. Die neue Kira im DS9-Relaunch vollzieht einen Schritt, den die Serie noch nicht wagte. Sie erkennt die Vedek-Versammlung als einen Vormund, der auch politische Machtgelüste hat, und stellt ihre Auslegungen von Richtig und Falsch grundsätzlich infrage. Kiras Glauben ist dabei, sich zu verändern; er wird freier, ungebundener, individueller. Der Andorianer Shar scheint ein dunkles Geheimnis zu hüten, das im direkten Zusammenhang mit seinem Volk zu stehen scheint. Es bleibt abzuwarten, wohin uns der DS9-Relaunch hier führen wird.

Figuren wie Elias Vaughn und den Jem'Hadar Taran'atar in die Riege der Serienhelden aufzunehmen, ist eine Versöhnungsgeste an Leser, die mit der stark auf den Krieg geprägten Ausrichtung der Serie nicht immer einverstanden waren. Jetzt ergibt sich die Möglichkeit für einen müden Veteranen, durch neuen Forschergeist seine gemarterte Seele zu heilen, und Taran'atar ist als Abgesandter des Dominion auf DS9 die Perspektive für ein dauerhaftes Zusammenleben der Völker - so steinig der Weg dorthin auch werden mag.

Fazit: Ein guter, wenn auch etwas kurzer zweiter Teil des "Avatar"-Tandems. Es gibt nichts auszusetzen: Vor allem die Atmosphäre wird von Perry bestechend herübergebracht, ihr Verständnis von den Charakteren ist, wie ich finde, einzigartig. Es ist somit kein Wunder, dass sie in der achten DS9-Staffel die meisten und wichtigsten Bücher schreibt; sie ist die DS9-Relaunch-Autorin.

Perry hat eine gute Balance aus Altbewährtem und Neuem gefunden, was sich besonders in den Charakteren niederschlägt. "Avatar" ist vor allem ein Wink auf das, was noch kommen mag. Ich freue mich auf mehr.

3. Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des Cross-Cult-Verlags.

Der zweite Teil des Auftakts der achten "Deep Space Nine"-Staffel legt ein weitaus höheres Tempo an den Tag als der erste. Zwar kam es in dem ersten Teil zu dem verheerenden Angriff auf die Station, doch im zweiten Teil laufen sich die Charaktere erst so richtig warm.

Der Jem'Hadar-Handlungsstrang verliert etwas an Spannung. Man möchte dem fanatischen Krieger natürlich glauben. So etwas wie ein kultureller Austausch klingt nach einer Odo-Idee. Aber natürlich muss noch etwas schief laufen, sonst hätte der Roman keine Haupthandlung. Daher ist es nicht besonders verwunderlich, dass sich der Jem'Hadar als Lügner entpuppt. Verwunderlicher ist hingegen, dass es noch einen anderen Jem'Hadar auf der Station gibt, der wirklich diese Mission mit sich herumträgt. Diese Überraschung ist gelungen.

Der "religiöse" Handlungsstrang, der im ersten Teil noch eine staubige Sache war, nimmt an Fahrt auf. Er ist im Vergleich zu der anderen Handlung weitaus interessanter. Denn Kira wird zu einer Entscheidung gezwungen, die fatale Konsequenzen mit sich bringt, ihr aber auch den Respekt von Ro Laren einbringt.

Mit religiösen Veränderungen gehen auf Bajor natürlich auch immer politische Veränderungen einher. Es wird spannend bleiben, was die Prophezeiung und die extremen Entscheidungen der Vedek-Versammlung für Folgen haben. Und natürlich wird es interessant sein, wie der Charakter Kira mit dem Ausschluss vom religiösen Leben Bajors umgehen wird.

Die Charaktere erwecken "Offenbarung" zum Leben. Geschickt wird auch die "The Next Generation"-Crew mit in die Handlung eingebaut. Sie liefert zudem den zukünftigen Ersten Offizier Vaughn, der eine Tochter an Bord der Station hat. Aber auch die Beziehung zwischen Ezri und Bashir wird thematisiert und "vertieft".

Etwas lächerlich wirken Quarks romantische Ambitionen für Ro Laren. Man kann sich das kaum vorstellen, und es ist verwunderlich, dass Ro so gelassen darauf reagiert. Ro Laren wiederum trägt diesen Staffelauftakt. Ihre Szenen mit Kira und vor allem die mit Picard sind glaubwürdig. Außerdem ist sie ein interessanter Charakter, der noch Potential für die nächsten Bände mit sich bringt. Ähnliches gilt für den Andorianer Shar auf der Station. Es stellt sich heraus, dass er eine mächtige Mutter hat.

Allerdings verwundert doch ein wenig, wie dünn das Buch daherkommt. Es ist etwas älter. Als es in Amerika herauskam, war es für "Star Trek"-Romane teilweise noch üblich, stereotype "Alien-of-the-Week"-Geschichten zu erzählen, die auf 230 Seiten mühelos abgehandelt werden könnten. Im Vergleich zu den parallel bei Cross Cult erschienenen "Vanguard"- und "Titan"-Büchern fällt allerdings auf, dass man "Offenbarung" durchaus zu einem Roman hätte machen können.

Der knappe Umfang sorgt natürlich für ein hohes Erzähltempo. Gleichzeitig wirkt vieles aber oberflächlich. Es ist - wie bereits erwähnt - schön, dass die "Next Generation"-Crew wieder ihre Finger mit im Spiel hat. Aber es wirkt etwas übertrieben, dass jedem Crewmitglied eine Passage zugeschrieben wird. Das hätte man zum Beispiel für ein längeres Gespräch Ensign ch'Tanes mit seiner Mutter nutzen können. Denn so schön die Idee ist, bleibt sie doch nur angesprochen und nicht umgesetzt. Wobei das natürlich noch "Charakterstoff" für die nächsten Bände verspricht.

Fazit: Der zweite Teil von "Offenbarung" ist nicht nur wegen des geringen Umfangs schnell gelesen. Er ist schwungvoll, und die Charaktere wirken stimmig. Außerdem lässt er - wie es sich für einen guten "Pilotfilm" gehört - genügend Handlungsstränge offen, dass zukünftige Geschichten daran anknüpfen können. Zudem legt er den Grundstein für eine neue "Deep Space Nine"-Crew. Der Anfang der achten DS9-Staffel ist somit solide gelungen.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Julian Wangler
3. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Offenbarung 2"

Originaltitel "Avatar 2"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor S.D. Perry

Übersetzer Christian Humberg

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
11,80 Euro

Antiquarisch:
3 bis 4 Euro

Umfang 236 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9412-4852-9

(pt, jw, wc - 14.07.10)


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