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Peter Tigmann (pt), Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)16.12.06

"Kartenhaus"

Peter David

Inhalt

In einem Sektor mit Namen 221-G, der besser als das Thallonianische Imperium bekannt ist, kommt es zum absoluten Chaos, als die Königsfamilie der führenden Welt fast vollständig ausgelöscht wird. Welten in diesem Sektor, die bis dahin in Frieden gelebt haben, beginnen sich gegenseitig anzugreifen.

Die Flüchtlingsströme, die die Föderation erreichen, reißen fast nicht mehr ab. Schließlich bitten die Thallonianer die Föderation um Hilfe, um die Aufstände zu beenden. Da die Föderation allerdings an die Erste Direktive gebunden ist, kann sie nicht in die Geschehnisse eingreifen. Schließlich entschließt man sich dazu, das Raumschiff Excalibur in die Region zu schicken, um die Situation längerfristig zu beurteilen.

Captain Picard, auf dessen Schiff auch die Verhandlungen mit den Thallonianern stattgefunden hat, wird gebeten, einen Vorschlag für den Kommandanten der Excalibur zu machen. Er nennt einen Sternenflottenoffizier, der schon lange nicht mehr im aktiven Dienst ist, aber als Undercover-Agent für die Föderation arbeitet: Mackenzie Calhoun.

Calhoun hat einst selbst im Sektor 221-G gelebt und seinem Volk, den Xenexianern, im Alter von 19 Jahren zur Freiheit aus der Sklaverei verholfen. Nach einiger Überzeugungskraft seitens Picard nimmt Calhoun das Kommando über die Excalibur an. Schließlich beginnt Calhouns Mission zum Sektor 221-G, der neuen Grenze ...

Kritik

1. Peter Tigmann

Die Kritik bezieht sich auf die Erstausgabe aus dem Hause Heyne, die 2001 in Deutschland unter dem Titel "Captain Calhoun" erschien.

Das Thallonianische Imperium bricht zusammen. Die Sternenflotte schickt ein Schiff zur Hilfe. Mit diesem Roman beginnt eine neue "Star Trek"-Romanserie ...
Lange haben die deutschen Buchfans sich gedulden müssen, jetzt ist sie endlich erschienen, die "Neue Grenze"-Buchreihe von Peter David - anderthalb Wochen vor dem offiziellen Erscheinungstermin.

Im Gegensatz zu den USA erhalten wir aber zwei Romane in einem Band. In den USA waren die Romane getrennt als sehr dünne Büchlein erschienen. Zusammen ergeben sie eine stolze Lesemenge von circa 330 Seiten. Wenn dies eine neue "Star Trek"-Serie wäre, so könnte man die beiden Geschichten durchaus als Pilotfilm betrachten, da die eigentliche Mission der U.S.S. Excalibur erst gegen Ende des Buches beginnt und richtig auch erst im nächsten Monat, wenn der nächste Band erscheint, losgeht.

Das heißt aber nicht, dass dieses Buch irgendwie schlecht ist, das ist es nämlich ganz und gar nicht. Die ersten zwei Bände beschäftigen sich weitestgehend mit der Geschichte der einzelnen Crewmitglieder, besonders mit der von Mackenzie Calhoun, von dem ich gleich versprechen kann, dass er anders ist als die Captains, die uns in den vier anderen Trek-Serien beschert wurden. Calhoun ist aufgrund seiner Vergangenheit aggressiv, hat aber einen sechsten Sinn für Gefahren und ist auch - in meinen Augen - fair. Ein Charakter, der so gar nicht "sternenflottenmäßig" auftritt, war eine geniale Idee von Peter David, da es nicht nur für viel Konfliktpotential sorgt, sondern auch den einen oder anderen humoristischen Moment in das Buch einbringt.

Auch treffen wir weitere Charaktere, die wir schon vor allem aus "The Next Generation" kennen. Da wäre zum einen Robin Lefler, die in der Episode "Gefährliche Spielsucht" eingeführt wurde. Weiterhin treffen wir auch Doktor Selar wieder, jene Vulkanieren, die auf Doktor Crushers Krankenstation mitgearbeitet und eine sehr "bewegte" Vergangenheit hat, wie wir hier erfahren. Der bekannteste Charakter dürfte aber wohl Commander Shelby sein, die wir aus dem "The Next Generation"-Zweiteiler "In den Händen der Borg" und "Angriffsziel Erde" kennen. Sie dient Calhoun als Erster Offizier und war in der Vergangenheit schon mit ihm verlobt.

Calhouns restliche Crew wird auch mehr oder weniger intensiv von David eingeführt, was er aber sehr gut gelöst hat, da er bei all den neuen Charakteren auch nicht die eigentliche Geschichte des Buches vergessen hat.

Diese beginnt, wie wir es von David schon fast gewohnt sind, in der Vergangenheit und arbeitet sich dann bis in die Gegenwart vor, dies dient allerdings hier nur der geschichtlichen Erklärung und der Charaktervorstellung. Ich möchte hier nicht weiter auf den Inhalt eingehen, da das Buch auf zwei sehr zentrale Themen, nämlich die Mission und die neuen Charaktere, ausgerichtet ist, und ich so zu viel von der Geschichte preisgeben würde.

Kritikpunkte gibt es keine größeren, die Story zog sich am Anfang etwas hin, was aber nötig war, um Calhoun gut kennenzulernen. Positiv möchte ich noch hervorheben, dass David Teile seines "The Next Generation"-Romans "Vendetta" weiterführt. In diesem Roman hatten wir die Excalibur, damals noch unter dem Kommando von Captain Korsmo, kennengelernt. Korsmos Schicksal ist zweifelsohne nicht sehr angenehm, macht aber den Weg zu dieser Geschichte frei.

Neben dem Auftreten von Teilen der "The Next Generation"-Crew, darunter Picard, Riker und Data, hat auch Spock einen Auftritt in seiner Funktion als Botschafter. Andere Charaktere wie zum Beispiel Admiral Jellico sehen wir ebenfalls wieder.

Fazit: Sehr gelungener Einstieg in die "Neue Grenze"-Reihe, deren Schwerpunkt in diesen ersten zwei Bänden auf den Charakteren liegt und dadurch sehr viel Spannung beim Leser erzeugt, der die einzelnen Personen und ihre Eigenarten noch nicht kennt und somit nur schwer einzuschätzen weiß, wie sich die einzelnen Verhalten werden; dadurch bietet der Roman einige Überraschungen. Außerdem wird auch sehr gekonnt in die eigentliche Geschichte eingeführt. Kurz um: direkt Lesen!

2. Martin Weinrich

Diese Kritik bezieht sich auf die übersetzte Ausgabe "Kartenhaus" aus dem Jahr 2011 aus dem Hause Cross Cult.

Peter David schafft mit "Kartenhaus" die Grundlage für eine eigenständige Serie. Das Buch ist also so etwas wie ein Pilotfilm. Der Unterschied zu den Pilotfilmen der verschiedenen "Star Trek"-Serien: Dieses Buch ist besser.

159 Seiten dauert es, bis man das Geschehen endlich den Hauptort der Handlung erreicht: die Excalibur, ein Sternenflottenschiff der Ambassador-Klasse. Bis dahin werden dem Leser die meisten Offiziere des Schiffes bekannt gemacht, die noch nicht aus früheren "Star Trek"-Serien bekannt sind. Peter David fängt dabei 20 Jahre vor Beginn der eigentlichen Handlung an und erzählt erst einmal die Herkunft des recht ungewöhnlichen Captains. Es folgen Anekdoten aus dem Leben zweier weiterer, zukünftiger Brückenoffiziere. Nebenbei führt David gleich zwei Völker ein: das der Thallonianer und die Danteri.

Die eigentliche Handlung setzt in dem Moment ein als das Thallonianische Imperium auseinanderbricht. Das ist nur kurz nach dem Angriff der Borg in "Star Trek: Der erste Kontakt". Die Thallonianer haben ihren Raumsektor mit Gewalt und harter Herrschaft zusammengehalten und sorgten somit für Frieden. Nun, da sie nicht mehr die Kontrolle über das Gebiet haben, fangen die Streitigkeiten zwischen den vielen Völkern in dem Sektor wieder an, eine Flüchtlingswelle rast auf die Föderation zu. Außerdem scheinen die Danteri, die ebenfalls ein Imperium besitzen, in den Fall des Imperiums verwickelt zu sein.

Dieser Einfall ist fast schon genial. Endlich hat ein Raumschiff der Föderation nämlich mal einen Grund, um nicht planlos im Weltall zu fliegen. Natürlich ist "Erforschung" eine nette Sache, aber hier kann man nun das Erforschen mit einer Mission verbinden. Eine vielversprechende Ausgangslage.

Wie schon erwähnt, wird viel Zeit verwendet, damit sich die Crew findet. Auch der darauffolgende Aufbruch bringt eigentlich wenig Handlung mit sich. Das stört aber kaum. Denn wie auch bei dem "Deep Space Nine"-Roman "Zwielicht" ist eher der Weg das Ziel. Die erste Hälfte wird durch spannende Charaktergeschichten und durch den Auftritt von Picard und der "Next Generation"-Crew getragen. Die zweite Hälfte lebt dann von dem schon jetzt gelungen Zusammenspiel der Excalibur-Crew. Wenn das so weitergeht, wird "New Frontier" eine wirklich gelungene Serie.

Störend sind nur zwei Dinge. Die Dentari scheinen Mitglieder der Föderation zu sein. Hier erschafft Peter David unnötig weitere Widersprüche in der Föderationsdoktrin. Warum sollte die Föderation ein Volk aufnehmen, das andere unterdrückt? Vielleicht ist die Übersetzung an dieser Stelle nicht ganz gelungen, aber die Aussage eines Danteri-Offiziellen "Und Sie haben vor, ein Mitglied der Föderation - nämlich uns - mit der Sicherheitsbedrohung alleinzulassen ..." ist schon sehr direkt. Dabei ist eine Einbindung der Danteri in die Föderation eigentlich unmöglich, zumal sie ja noch über eine eigene Überlichtflotte zu verfügen scheinen.

Der andere Kritikpunkt ist erzählerischer Art. Peter David macht viel richtig, aber es stört doch, dass er die zweite Hälfte in Charakterkapitel einordnet. Das nimmt dem Ganzen in ein paar Fällen doch etwas Spannung.

Das Buch endet mit der ersten Rettungsmission der Excalibur und zwei sehr gelungenen Cliffhangern, sodass man nach einer gelungenen Einführung der Crew und der Region sofort mit dem nächsten Roman beginnen möchte.

Fazit: Eine neue, krisengeplagte Weltraumregion, ein Schiff und eine ungewöhnliche Crew und das alles auch noch gelungen und authentisch in Sprache verpackt. "Kartenhaus" ist ein sehr gelungener "Pilotfilm", der nur geringe Schwächen hat.

"Kartenhaus" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

3. Thomas Götz

Wir erinnern uns: bereits vor gut 10 Jahren erschienen die ersten 6 Bände der, wie sie damals hieß, neuen Grenze auf deutsch bei Heyne, welche die Reihe abrupt abbrachen. Nun hat sich der CrossCult-Verlag der Serie angenommen mit dem festen Vorsatz, ALLE Bände zu bringen (immerhin ist die Reihe in den USA bereits auf über 13 Bände angewachsen). Und alle heißt in diesem Fall auch die beiden Bände, die Serienübergrifend in anderen Reihen noch vor dem (deutschen) 6.Band erschienen sind: Captain's Table und Double Helix. Ok, zugegeben, klingt kompliziert und CorssCult hat sich da einiges vorgenommen - aber der Erfolg der neuen deutschen Star Trek-Bände scheint die Leute dort genug anzuspornen (bzw. ihnen recht zu geben) - und für den deutschen Leser und Fan ist das natürlich so oder so gut.

Die Bände erscheinen in einer Neuübersetzung, auch wenn der direkte Vergleich mit dem Heyne-Band nur wenige Unterschiede zutage fördert. Von etwaigen gekürzten Sex- oder Gewaltszenen im Vergleich der beiden Bücher spürt man jedenfalls nichts. Und wie damals bereits bei Heyne so sind auch bei CrossCult die ersten 4 Bände zu den jeweils ersten beiden Büchern zusammengefasst, sprich: der vorliegende erste Band enthält quasi New Frontier 1 & 2, ein jedes etwa 150 Seiten stark (das das etwas wenig ist, kann man natürlich verstehen).

Wie bei vielen neuen Serien (z.B. auch Vanguard) üblich, darf der "Staffelstab" von Prominenten Star Trek-Vertretern weitergereicht werden, und so haben Spock und Picard (und Peter Davids Lieblingsadmiral Jellico) Gastauftritte bzw. führen einige der neuen Charaktere ein. Auch das Buch selbst dient zunächst als Einführung der Charaktere: Man erfährt von der (teils blutigen) Vergangenheit eines jeden Hauptcharakters, wie sie letztlich auf der Excalibur zusammenfinden und zu ihrer ersten Mission aufbrechen. Action gibt es da zwar auch - aber eher noch dosiert eingesetzt. Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf der Einführung der Charaktere und diese dem Leser - auch menschlich - näher zu bringen. Im Vergleich zu vielen anderen Serien, bei denen man als Leser quasi "mitten" in die Charaktere bzw. Handlung geworfen wird, läßt sich David hier genug Zeit, um seine neuen Spielzeuge zu entfalten.

Hier kann der Autor dann aber auch nicht ganz widerstehen und führt Charaktere ein (bzw. fort) die er bereits in seiner "Starfleet Kadetten"-Reihe eingebracht hat, was natürlich in diesem Falle nichts Schlechtes ist. Auch ein paar aus Nebenhandlungen (oder nur einzelnen Episoden) bekannte Charaktere, wie Shelby, werden eingeführt und konsequent weiterentwickelt, was eine weitere Lücke für Hardcore-Fans schließt.

Fazit: Ein guter erster Band, der sich vor allem auf die Einführung neuer Charaktere konzentriert, was ihm auch fabulös gelingt.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Martin Weinrich
3. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Kartenhaus"

Originaltitel "House of Cards/Into the Void"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,80 Euro

Antiquarisch:
ca. 2 - 4 Euro

Umfang 310 Seiten

Verlag Cross Cult

Bestellnummer 06/6551

ISBN 3-9426-4901-2

(pt, wc, tg - 21.09.11)


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