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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)19.01.13

"Lautlose Waffen"

David Mack

Inhalt

Zwei Monate nachdem die Enterprise-Besatzung den Einsatz einer riesigen Androiden-Armee durch die Breen verhindern konnte, gibt es wieder Probleme mit den Breen. Während der Leser dies bereits weiß, erfahren die Protagonisten des Romans dies erst im Verlauf der Handlung.

Picard und die Enterprise-Crew sind von der Sternenflotte zu einer merkwürdigen wissenschaftlichen Mission entsandt worden. Merkwürdig ist diese Mission, da das Schiff gar nicht dafür ausgestattet ist, sie zu erfüllen. Die Mission ist damit automatisch zum Scheitern verurteilt. Dafür wird die Enterprise von verschiedenen Mitgliedern des Typhon Paktes argusäugig beobachtet.

Die Handlung beginnt erst richtig, als Data, der im vorherigen Band durch das Opfer Noonian Soongs wieder zum Leben erweckt wurde, auf der Heimatwelt der Orioner von der Föderation verhaftet wird. Alles sieht danach aus, als hätte er einen Mord begangen. Data sendet ein Notsignal an die Enterprise, die den Fall sofort untersucht.

Dabei stößt sie in ein Wespennest. Denn auf dem Planeten der Orioner tagt die Föderationspräsidentin Bacco mit dem Imperator der Gorn. Gemeinsam verhandelt man über einen Friedensvertrag zwischen der Föderation und einem Mitglied des Typhon Paktes. Das darf natürlich niemand wissen. Doch nun da die Enterprise den Planeten angesteuert hat, richtet sich das Augenmerk aller Typhon-Pakt-Mitglieder auf die spontane Bewegung des Flaggschiffes der Föderation.

Das ist genau im Sinne der Breen, die den Gipfel überhaupt erst angeregt haben und nun ihren geheimen Plan umsetzen wollen.

Kritik

1. Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Die Breen haben einen Plan, die stärkste Kraft im Typhon Pakt zu werden und der Föderation mächtigen Schaden zuzufügen. Picard und die Besatzung der Enterprise-E sind ahnungslos.
Der Leser erfährt äußerst schnell, dass die Breen einen unglaublich genialen Plan haben, der die Föderation unglaublich verwirren wird und den Breen nicht nur unglaubliche Vorteile bescheren wird, sondern sie auch zu den unangefochtenen Anführern des Typhon Paktes machen wird. Bis die Enterprise überhaupt herausfindet, dass alles, was sie erreichen, von den Breen geplant ist, vergehen hingegen drei Viertel des Romans. Das ist schade.

Dazu kommt, dass der Leser ebenfalls zu Beginn erfährt, dass die Gorn lediglich ein Element im Plan der Breen sind. Bis Präsidentin Bacco sich das erklären kann, vergeht ebenfalls viel Zeit.

Die meiste Zeit des Romans ist der Leser den Föderationsprotagonisten somit einen Schritt voraus. Das stellt einmal mehr die Frage, ob man den Roman nicht einfach stark hätte kürzen können, indem man die vermeintlichen Enthüllungen gestrichen hätte. Es hätte "Silent Weapons" deutlich spannender gemacht, wenn der Leser nicht vieles bereits im Voraus wüsste.

"Silent Weapons" ist dennoch ein sehr guter Roman. Denn obwohl ihm Spannung fehlt, liest er sich doch wie ein guter, altmodischer Krimi mit gelungenen Charakteren.

Zunächst einmal erlebt man eine durchaus interessante Entwicklung an Worf. Er hasst die Breen nun mit ganzem Herzen. Sie haben schließlich in dem ersten Teil der Reihe seine Geliebte umgebracht. Sein Hass ist also kein Wunder. Gleichzeitig geht er aber auch sehr unfair mit der neuen Sicherheitschefin Šmrhová um. Er kritisiert sie in jedem Moment. Im Verlauf des Romans geht er jedoch zunehmend freundlicher mit ihr um. Seine Abneigung wird gar nicht mehr thematisiert, es wird schlicht deutlich, dass ihre Kompetenz während der Ermittlungen ihn überzeugt hat.

Besonders stark ist wieder einmal der Auftritt von Föderationspräsidentin Bacco. In "Silent Weapons" muss sie ihren ersten persönlichen Schicksalsschlag einstecken. Die Breen töten nämlich ihre Assistentin Esperanza und ersetzen sie durch einen Androiden. Dieser versucht ein Attentat auf Bacco und den Imperator der Gorn auszuführen. Bacco reagiert hier mit der richtigen Mischung aus Emotionen und Staatsräson, sodass die Situation sehr schnell gerettet werden kann.

Das sollte der Föderation aber bereits zu denken geben. Denn alle Ereignisse in dem Roman, die in einer "normalen" "Star Trek"-Geschichte zu großen diplomatischen Verwicklungen geführt hätten, werden hier relativ rasch aufgelöst. Erst dadurch bekommt die Enterprise-Crew schließlich das Gefühl, dass jemand sie auf eine Fährte lockt.

Dies ist das einzige spannende Element in dem Roman. Denn der Leser kennt den genauen Plan der Breen ja nicht. Er erwartet die ganze Zeit, dass der Plan eine große Gefahr für die Föderation darstellen wird und zu einer Katastrophe führen wird. Schließlich ist "Silent Weapons" auch der zweite Roman einer Trilogie. Traditionell kommt es hier zur großen Katastrophe, die erst im Finale wieder etwas revidiert werden kann.

So ist es hier aber nicht. Im Gegenteil: Der Plan der Breen ist relativ banal. Sie haben lediglich an einem Antrieb gearbeitet, der den Slipstream-Antrieb der Föderation in den Schatten stellt. Dafür mussten sie jedoch Untersuchungen in der Föderation durchführen und die Ergebnisse erst einmal aus dieser herausschmuggeln. Damit das gelingt, musste die Föderation abgelenkt werden, was ihnen auch sehr gut gelingt.

Natürlich durschauen Picard und seine Crew erst am Ende des Romans diese Scharade. Dann gelingt es ihnen aber, den Plan der Breen nach allen Regeln der Kunst zu durchkreuzen. Der enorme Materialeinsatz der Breen (wertvolle Androiden) sowie die durch den Einsatz entstehenden Unstimmigkeiten innerhalb des Typhon Paktes haben den Breen eine schmerzhafte Niederlage bereitet.

Für die Föderation ist dieser Roman daher ein voller Erfolg. Und das ist sinnvoll. Der Typhon Pakt war nämlich von Anfang an ein merkwürdiges Gebilde. In ihm versammeln sich hauptsächlich aggressive, misstrauische Völker. Zusammen verbünden sie sich ausgerechnet gegen die einzige Macht, die sich nicht aggressiv gibt und den meisten anderen Mächten offen gegenüber tritt. Die einzige Gemeinsamkeit ist somit die Furcht vor einem andersartigen System, das allein reicht nicht, um eine Allianz dauerhaft zu festigen.

Nun brechen erstmals die internen Machtkämpfe innerhalb des Typhon Paktes für den Leser offen aus. Die Breen möchten den Typhon Pakt dominieren und schrecken nicht davor zurück, ihre Verbündeten zu erpressen. Das eröffnet Präsidentin Bacco eine unglaubliche Chance. Als sie die Situation durchschaut, verlässt sie ihren Wunsch nach einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Gorn. Stattdessen schlägt sie den Gorn vor, deren Beziehungen mit den Romulanern zu verbessern. Dadurch ist beiden geholfen. Die Gorn sind nicht mehr von den aggressiven Breen erpressbar und da die Föderation mit den Romulanern eine relative Stabilität erreicht hat, senkt so eine Intensivierung der Beziehung die Risiken auch für die Föderation. Am Ende hat die Föderation deutlich bessere Beziehungen zu den Gorn, eine gute Entwicklung.

Für einen zweiten Band einer Trilogie ist es, wie bereits erwähnt, sehr angenehm, dass es bereits zu einer Entspannung im zweiten Teil kommt. Diese politische Entwicklung ist aber nicht das einzige gelungene Element des Romans.

Dr. Crusher bekommt mehr und mehr mit, dass die Tatsache, dass ihr Gatte Captain der Enterprise ist, eine Auswirkung darauf hat, wie ihr Sohn behandelt wird. Im jungen Alter hat das keine Auswirkungen auf ihn. Sie fürchtet jedoch, dass es ihm im Alter von sechs bis acht Jahren wirkliche Schwierigkeiten in der persönlichen Entwicklung bereiten könnte. Sie spricht das Thema gegenüber Picard an, der sofort bereit ist, die Sternenflotte für seine Familie zu verlassen. Diese sofortige Bereitschaft, die Enterprise langfristig zu verlassen, ist überraschend. Natürlich wurde in den vergangenen Romanen immer wieder deutlich gemacht, wie wichtig die Familie nun für Picard geworden ist. Dennoch war die Raumfahrt für ihn ebenfalls immer wichtig.

Das Thema entwickelt sich zu einem Konflikt, als Picard bei dem Anschlag Esperanzas Crusher schützt, anstatt die Angreiferin am Schießen zu hindern. Leider wirkt es ein wenig albern, wie ärgerlich Crusher ist. Immerhin verdankt sie Picard tatsächlich ihr Leben. Andererseits hat sie durchaus Recht: Als Captain gehört Picards Loyalität in erster Linie der Föderation. Picards Verteidigungsreden, in denen er von der neu entdeckten Bedeutung der Familie redet, wirken etwas pathetisch. Sehr überzeugend ist hingegen Crushers Einwand, dass Picard ihrem im Dienst verstorbenen ersten Ehemann immer Vorhaltungen gemacht hat, wenn er die Familie über die Pflicht gestellt hat. Ganz gelöst wird dieses Dilemma nicht. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Konflikt, in dem bisher Dr. Crusher die besseren Argumente hatte, im letzten Band der Reihe noch einmal aufgegriffen wird.

Darüber, dass Picard tatsächlich die Enterprise verlassen sollte, braucht man sich aber wohl erst einmal keine Gedanken zu machen. Schließlich redet das Ehepaar Picard-Crusher von einem Zeitraum von sechs bis sieben Jahren, es wird noch eine Weile dauern, bis der Relaunch zu diesem Zeitpunkt gelangt.

Gegen Ende gibt es vermehrt Szenen, in denen Data und Geordi aufeinander treffen. Dabei wird sehr gut deutlich, wie viel Data Geordi bedeutet. Data wiederum muss sich natürlich weiter auf die Suche nach dem Rest seiner Familie machen. Weiterhin weigert er sich dabei, die Hilfe der Sternenflotte anzunehmen. Eine rührende Abschiedsszene ist damit vorprogrammiert.

Gleichzeitig bietet diese Handlung aber auch den einzigen Cliffhanger. Auf der Suche nach seiner Familie findet Data nämlich tatsächlich seine Mutter. Der Wissenschaftler Vaslovik befindet sich jedoch nicht bei ihr. Scheinbar hat die Gemeinschaft der Androiden doch nicht nur gutes im Sinn, wie sie Soong im ersten Teil gesagt haben. Es deutet somit viel darauf hin, dass neben dem Typhon Pakt im dritten Teil auch die mittlerweile ja lange aufgebaute Androiden-Handlung (erst mit Soong, nun mit Data) an Fahrt aufnehmen wird.

Fazit: "Silent Weapons" ist ein Band, dem es an Spannung fehlt. Gleichzeitig gibt es sehr interessante diplomatische Begegnungen und gelungene Charakterszenen. Außerdem hebt sich der Roman angenehm von dem "typischen" zweiten Teil einer Trilogie ab.

Insgesamt liest sich "Silent Weapons" aufgrund der vielen Ereignisse des Romans noch etwas interessanter, flüssiger und besser als der Vorgänger.

"Silent Weapons" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

2. Thomas Götz

Diese Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlages.

Der zweite Band der "Kalte Berechnung"-Reihe setzt die Geschichte fast genau dort fort, wo der erste Band aufgehört hatte. Dabei präsentiert sich auch dieser Band als eine Geschichte rund um Androiden - was eigentlich das einzige Verbindungsglied zwischen den Büchern ist, denn der Roman kann gut auch als Einzelgeschichte stehen.

David Mack erweist sich dabei erneut als routinierter Schreiber, der seine Charaktere fest im Griff hat. Dabei wird nicht derart auf die Tränendrüse gedrückt, wie man es vielleicht, nach dem Tod von Worfs Freundin im Band zuvor, erwartet hätte. Viel mehr haben die meisten Charakterszenen eigentlich noch Bevery und Picard, welche über einen Rückzug aus der Flotte nachdenken müssen. Das Ganze ist natürlich wieder schön in Szene gesetzt und bereitet vermutlich den Weg zum Countdown-Comic. Die anderen Charaktere können zwar auch glänzen, vor allem einige der neu eingeführten Nebencharaktere lernt man hier besser kennen, es ist aber nicht so intensiv wie bei diesen beiden Helden.

Dabei geht der Roman eigentlich recht schwach los und bietet zunächst nur Standardkost, während ab etwa Seite 100 die Geschichte derart Fahrt aufnimmt, das man kaum noch Luft holen kann und unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Dabei kommen all die schönen Sachen zum Tragen, die man von anderen Romanen bereits kennt: Eine politische Verschwörung, die schön aufzeigt, wie viel man aus der Politik des Trek-Universums herausholen kann, jede Menge Action und natürlich der zurückgekehrte Data, der auch wieder eine prominente Rolle innehat.

Vor allem die Verwicklungen um die Gorn und den Typhon Pact zeigen schön auf, wie brüchig die Allianz ist. Allerdings ist es von den Breen schon sehr blöd, die Gorn derart auszunutzen, das sie sich aus dem Pakt zurückziehen. Das dieser Ausgang dabei herauskommt kann sich jeder schon denken, hier hätte man das Ganze vielleicht anders lösen können. Das die Breen die heimlichen Drahtzieher und neuen Bösewichte des Quadranten werden, ist, angesichts der letzten Entwicklungen, durchaus nachvollziehbar, auch wenn sich abzeichnet, das sie und die Tzenkethi wohl die einzigen im Pakt verbleibenden starken Völker bleiben werden.

Auch das Ende bietet einen netten kleinen Twist mit Verheißung auf mehr, auch wenn es etwas unwahrscheinlich erscheint, das die Breen ihre gesamten Androidenbestände aus dem Vorband nur für ein derartiges Artefakt verheizen, auch wenn es die Brücke zum ersten Typhon Pact-Band schlägt. Dennoch fiebert man nahezu bis zum Ende mit – der Autor beherrscht es einfach, Action und Charakterszenen zu verbinden.

Fazit: Mack zieht erneut alle Register und vermag (fast) von Anfang bis Ende zu überzeugen. Nur ein paar kleinere Randmankos stören das Gesamtbild, fallen aber nicht wirklich ins Gewicht.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Kalte Berechnung 2: Lautlose Waffen"

Originaltitel "Cold Equations Book II: Silent Weapons"

Buchreihe TNG - The Second Decade

Autor David Mack

Übersetzer Wibke Sawatzki

Preis 12,80 Euro

Umfang 409 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 978-3-86425-786-5

(wc, tg - 13.10.15)


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