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Thomas Götz (tg), Martin Weinrich (wc)27.09.06

"Doppelhelix 3 - Roter Sektor"

Diane Carey

Inhalt

Ein künstliches Virus hat die gesamte romulanische Herrscherfamilie infiziert. Botschafter Spock muss seine Vereinigungsbemühungen beiseiteschieben und seinen alten Freund Dr. Leonard McCoy zu sich rufen. Dieser entdeckt die einzige Hoffnung auf ein Heilmittel in einem lange verschollen geglaubten romulanischen Erben, dessen Blut und Gewebe noch nicht vom Virus verseucht wurden. Aber kann dieser Erbe gefunden werden, bevor der Untergang einer Herrscherdynastie das gesamte Imperium ins Chaos stürzt?

Kritik

1. Thomas Götz

Der ergraute Dr. McCoy und Botschafter Spock müssen die romulanische Königsfamilie retten.
Der mittlerweile dritte "Doppelhelix"-Band stammt aus der Feder von Diane Carey, die ja vor allem durch ihre Romulaner-Storys auf sich aufmerksam machte. Und wie könnte es anders sein, dreht es sich auch dieses Mal um die Spitzohren. Leider aber eigentlich nur am Rande ...

Doch beginnen wir am Anfang. Der Roman beginnt mit einem kurzen Cameo von Spock, der einem gewissen Eric Stiles, seines Zeichens der Enkel des Redshirts aus einer Classic-Folge, bei einer Fluchtmission helfen soll. Diese scheitert und der liebe Eric muss vier Jahre Folter ertragen, bevor er von Dr. McCoy gerettet wird. Während dieser Zeit lernt er einen Romulaner kennen ... und dann sind schon mal knapp 150 Seiten des knapp über 300 Seiten starken Romans vorbei. Keine Erwähnung des unbekannten Virus, das die ersten beiden Bände dominierte, und auch keine Erwähnung der ominösen Drahtzieher. Stattdessen gibt es erwähnte Szenen auf einem fernen Planeten in einem "Roten Sektor" (Sperrgebiet, an das sich aber scheinbar eh nur wieder mal die Föderation hält).

Immerhin muss man Diane Carey zugutehalten, dass diese Szenen am Anfang durchaus sehr emotional sind und sogar recht gut funktionieren. Sie passen zwar nicht unbedingt zur restlichen Story und hätten eher in eine Kurzgeschichte oder ein anderes Buch mit anderer Handlung gepasst, aber wie bereits erwähnt, präsentieren und transportieren sie gut die inneren Gefühle der beteiligten Charaktere - und das ganz ohne bekannte "Star Trek"-Helden.

Dann allerdings schlägt der Roman die erste Wende und man ist in der Jetztzeit angekommen, sprich etwa 2368/2369 (sechste TNG-Staffel). Interessanterweise nimmt Carey bei der Einordnung der Geschichte ähnlich wie die Vorgänger keinen Bezug auf TNG-Folgen, sondern scheinbar auf eine ihrer eigenen Geschichten von einem romulanischen Überläufer. Aber gut, sei es drum, Spock und McCoy stehen hier natürlich, wie auch schon das Titelbild eindrucksvoll illustriert, im Mittelpunkt. Picard und Co. kann man getrost vergessen, denn dessen Auftritt reicht kaum über ein Kapitel hinaus - ja, es bekommen noch nicht mal alle TNG-Helden einen Auftritt (Troi, Worf, Geordi etwa fehlen ganz). Immerhin, McCoy hat seine Augen 2366 (siehe "Feuertaufe: McCoy") doch nicht "zum letzten Mal" geschlossen, wie es das besagte Buch im letzten Satz andeutet, sondern ist hier noch quicklebendig (im Shatnerverse, das ja ca. 2373-2379 spielt, ist er es ja auch noch, aber das ist eine andere Geschichte).

Anders ausgedrückt: Die TNG-Helden sind nur schmückendes Beiwerk, obwohl ihr Titelzug auf dem Cover prangt. Da nutzt es auch nichts, dass Crusher und Data nach Romulus reisen, um die Imperatorin der Romulaner zu heilen. Überhaupt wirkt es ein wenig unglaubwürdig, die so stolzen Romulaner plötzlich um UFP-Hilfe-heischend zu sehen. Dass sie in Panik geraten und Grenzscharmützel anzetteln, mag noch nachvollziehbar sein, dass man aber so mir nichts, dir nichts die UFP-Ärztin nach Romulus eskortiert (später gleich noch auf einem Warbird), wirkt - da man denken muss, die Romulaner selbst haben keine Ärzte, die imstande sind, das gleiche zu leisten wie die "tolle" Föderation - für dieses stolze Volk doch etwas zu sehr aus dem Hut gezaubert.

Überhaupt hätte man mit den Romulanern so viel machen können, etwa besagten Missstand erklären (also, warum sie doch UFP-Ärzte brauchen) oder wie die Zustände im Reich sind, oder dass Crusher und Data isoliert werden vom Rest, oder das man ihnen Spionage unterstellt, oder dass die Imperatorin einfach auch mal ein Wort gesagt hätte ... Stattdessen gibt es eine kleine Verschwörung im Romulanischen Reich, mit der versierte Leser schon gerechnet haben dürften, die aber ebenso fix wieder beendet ist. Lediglich Datas Kampfszene ist hier noch ein stilles Highlight.

Der Romulaner-Part ist also etwas enttäuschend und diejenigen, die diese Rezension bis hierher gelesen haben, werden sich bereits denken können, dass die Lösung des Problems der eingangs erwähnte Romulaner ist. Auch dem geneigten Leser ist dies nach den ersten 160 Seiten klar, und so bietet die Rückkehr auf den fremdenfeindlichen Planeten leider nicht mehr allzu viel Neues. Der dortige Bösewicht handelt überdies eh nur klischeebehaftet - und kommt auf dieselbe Weise am Ende ums Leben. Immerhin, die Lösung für das Problem bietet dann noch eine nette kleine Wendung, die zum Schmunzeln anregt. Neben dem geheimen Verschwörer, der immerhin noch für ein wenig Abwechslung sorgt, aber auch wieder ein "überlegenes Schiff" hat, steht erneut Eric Stiles im Vordergrund, der auch die zweite Hälfte des Bandes zu tragen hat und eben die Lösung des Problems präsentieren respektive "holen" darf.

Im Gegensatz zu den ersten 150 Seiten, in denen die Stiles-Story recht gut funktioniert hat, funktioniert sie in der zweiten Buchhälfte aber eher weniger. Zu sehr wird hier der junge Commander (und sein Schiff, welches Carey-typisch auch eine Neukreation ist, diesmal ein Tender, der während Schlachten quasi andere Schiffe repariert) in den Vordergrund gerückt - sogar soweit, dass selbst Spock zurückstecken muss. Mag sein, dass dies seine Charakterentwicklung darstellen soll, hier hätte man sich aber durchaus auf die bekannten "Star Trek"-Helden konzentrieren sollen, da die Story von unserem lieben Stiles eben nicht so getragen werden kann, wie es nötig ist und stellenweise etwas gekünstelt wirkt.

Fazit: Alles in allem ist der Band zwar solide, aber er hat in der zweiten Hälfte einige Durchhänger und die Hauptstory wurde aus den Augen verloren. Carey hat sich ein wenig zu sehr auf ihre eigenen Charaktere versteift.

2. Martin Weinrich

"Roter Sektor" ist der bis dahin umfangreichste Band der sechsteiligen Miniserie "Doppelhelix". Der größere Umfang wird hauptsächlich dafür genutzt, eine bis zu diesem Roman unbekannte Person einzuführen. Der junge Offizier Eric Stiles muss auf einem fremdenfeindlichen Planeten einen Botschafter vor einem Mob beschützen. Der Einsatz entwickelt sich beinahe zum Desaster, die Schutzobjekte (darunter Botschafter Spock) können nur durch einen wagemutigen Einsatz Stiles' flüchten. Für Stiles bedeutet das jedoch eine lange Gefangenschaft auf dem Planeten, der von der Föderation zum Roten Sektor erklärt wurde. Das bedeutet, dass sich die Föderation quasi selbst verbietet, dort aktiv zu werden. Somit gibt es wenige Möglichkeiten, Stiles zu befreien.

Der Einstieg in den Roman ist sehr dynamisch und sehr spannend. Eine Geschichte aus der Sicht eines noch unerfahrenen Offiziers zu erzählen, ist zwar keine neue Idee, funktioniert hier aber sehr gut. Auch die Entwicklung der Freundschaft zwischen Stiles und dem Mitgefangenen Romulaner Zevon ist sehr überzeugend. Von dem Virus, das die Grundlage für die Miniserie legt, vernimmt man in der ersten Hälfte kaum etwas.

Das ist gut, denn der dritte Roman kann in dieser Hinsicht eigentlich keinen Fortschritt bringen. Bereits im zweiten Band hatte sich das Konzept, ein Raum wird infiziert und in letzter Minute geheilt, beinahe abgenutzt. Dieses Muster schlicht ein drittes Mal anzuwenden, hätte nicht mehr funktioniert. Andererseits war es in dem Aufbau der Miniserie höchstwahrscheinlich nicht möglich, viele Informationen über die Hersteller des Virus zu offenbaren. Die Auflösung ist vermutlich relativ schlicht und kann nicht über mehrere Bände angekündigt werden, daher ist es nur verständlich, dass die Infektion erst in der zweiten Hälfte des Romans wirklich an Bedeutung gewinnt.

Allerdings muss erwähnt werden, dass Stiles' Naivität einen am Ende ein wenig nervt. Er kommt nicht einmal auf den Gedanken, dass sein Verhalten durchaus heldenhaft war. Nur durch seinen Einsatz konnte Spock gerettet werden. Eigentlich müsste ein angehender Offizier der Sternenflotte diese Schlussfolgerung ziehen können. Diese kleine Schwäche der Charakterisierung Stiles' wird jedoch durch viele gelungene Szenen wieder ausgeglichen.

Der größte Spannungsfaktor der eigentlichen Handlung ist die Auswahl des Infektionsobjekts. Die romulanische Führungsschicht wurde infiziert, was natürlich zu Chaos im Imperium führt. Die Führungskaste entstammt einer einzigen Familie. Obwohl man als Zuschauer der Fernsehserie weiß, dass sich das Imperium nicht in Chaos auflösen wird, besteht hier erstmalig eine ernsthafte Gefahr für die politische Situation im Quadranten. Schließlich wäre zuvor "lediglich" ein Volk auf einem Planeten beziehungsweise die Bevölkerung einer Raumstation ausgelöscht worden. Das wären zwar Katastrophen gewesen. Direkte Auswirkungen auf das Machtgleichgewicht im Alpha-Quadranten, hätte das aber nicht gehabt.

Es steht also durchaus etwas auf dem Spiel im dritten Band der Reihe. Die Romulaner wenden sich an die Föderation um Hilfe, weil sie selbst nicht mehr weiterkommen. Das verwundert, schließlich dürfte das romulanische Gesundheitswesen mindestens so weit entwickelt sein wie das der Föderation. Zumindest fehlt eine Begründung, warum dies nicht der Fall sein könnte. Andererseits hat die romulanische Führungsfamilie vielleicht erkannt, dass sie in ihrer Situation keine Wahl haben als alle Optionen auszunutzen. Und eine Außenperspektive kann gelegentlich ja Wunder wirken.

Schnell stellt sich heraus, dass die Herstellung des Gegenmittels relativ leicht sein könnte, wenn man ein nicht infiziertes Mitglied der Führungsriege auftreiben könnte. Hier schließt sich der Kreis, ist doch der im Roten Sektor noch immer gefangengehaltene Zevon ein Mitglied dieser Familie. Er hegt jedoch einen Groll gegen seine Verwandten, denn er macht sie für die Naturkatastrophe, die den Planeten erst zum Roten Sektor hat werden lassen, verantwortlich.

Letztlich löst sich die Situation selbstverständlich in Wohlgefallen auf. Stiles kommt wieder ins Spiel, ein Gegenspieler tritt beinahe ins Rampenlicht und nach einem intensiven Raumkampf kann das Gegenmittel hergestellt werden. Das alles bietet wenig Neues, ist aber gut und vor allem spannend erzählt.

Sowieso ist das hohe Erzähltempo und der Erzählstil die größte Stärke des Romans. Obwohl es gelegentliche Unstimmigkeiten (wie die Hilfesuche der Romulaner) gibt und die "Next Generation"-Crew eher eine Nebenrolle einnimmt, gelingt es der Autorin mit Charakteren wie Stiles und McCoy genügend Spannung zu erzeugen, um den Leser das Buch verschlingen zu lassen.

Fazit: "Roter Sektor" bietet einen deutlichen Bruch mit den vorherigen beiden Bänden, was dem Roman gut tut. Ein unbekannter Charakter wird mit viel Mühe aufgebaut und der Virus bedroht diesmal das politische Gleichgewicht im Quadranten. Somit zittert der Leser nicht nur um einen Sympathieträger, sondern auch ein wenig um den Alphaquadranten. Das ist mit einem hohen Tempo und einem guten Stil erzählt und liest sich sehr gut.

"Doppelhelix - Roter Sektor" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Thomas Götz
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Doppelhelix 3 - Roter Sektor"

Originaltitel "Double Helix 3: Red Sector"

Buchreihe The Next Generation

Autor Diane Carey

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 341 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-864250-13-2

(tg, wc - 19.01.13)


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