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Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)01.12.01

"Der Coup der Promethaner"

Denny Martin Flinn

Inhalt

Captain Sulu, Kommandant der U.S.S. Excelsior und ehemaliger Offizier von Captain Kirk, ist mit seinem Schiff im System Beta Prometheus unterwegs. Als ein Schiff der Promethaner ein Notruf aussendet, beamt Sulu mit weiteren acht Offizieren an Board des Schiffes um Hilfe zu leisten. Direkt nach ihrer Ankunft werden sie als Geiseln genommen und weggebracht. Da die Promethaner ein Hauptlieferant von Dilithium sind, will die Sternenflotte keinen Krieg mit dem Gegner riskieren und versucht deshalb, die Offiziere über Diplomatie zu befreien.

Als der seit einigen Monaten pensionierte Kirk erfährt, dass Sulu eventuell noch längere Zeit in Gefangenschaft verbringen muss, trommelt er seine alte Crew zusammen, mietet sich eine Yacht und zieht so los, um seinen alten Freund Sulu zu retten...

Kritik

Peter Tigmann

Die Excelsior-Crew als Geiseln, geschrieben von STVI-Co-Autor Flinn.

Okay, der letzte Satz ist etwas salopp formuliert, aber wenn man den Roman ließt, bekommt man wirklich den Eindruck, das Kirk und seine Mannen einfach "losziehen" und nicht groß nachdenken.

Dies ist aber nur einer der Mängel dieses Romans.

Das Buch wurde von Denny Martin Flinn geschrieben. Flinn war Co-Autor beim sechsten "Star Trek"-Film, der mir von der Story her sehr gut gefallen hat. Vielleicht liegt hier aber das Hauptproblem des Buches - Flinn hat den ganzen Roman eher wie einen Film und nicht wie einen Roman geschrieben. Ein Beispiel: In fast jedem "Star Trek"-Roman, bekommt man alle Szenen aus der Sicht des gerade agierenden Charakters erzählt und "liest" quasi seine Gedanken. Dies ist in einem Film ja eher selten. Daher wird es wohl auch kommen, dass die ganze Geschichte meistens aus einer "Von-oben-drauf-Blick"-Perspektive erzählt wird. Aus Sicht der Charaktere selbst erfährt man nur wenig, daher erscheinen sie auch über große Stellen hinweg sehr zweidimensional. Auch wollte Flinn scheinbar unbedingt, Ähnlichkeiten zwischen der Sulu- und der Kirk-Crew haben - die Charaktere der Excelsior erinnern mich nämlich sehr an die Classic-Crew. Leider hat das nicht ganz funktioniert. Sencus, Sulus erster Offizier, ist Vulkanier. Scheinbar war das aber nicht Menschlich genug, denn in einer Szene "lächelt" er! BRR.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Story wirklich so im Trek-Universum passiert wäre. Die Föderation riskiert neun ihrer Offiziere um einen Dilithiumlieferanten nicht zu verlieren und das auch noch in der Classic-Ära? Ich denke mal nicht. Die Story hat auch riesige Löcher. Kirk kann scheinbar innerhalb von ein paar Stunden nach Vulkan fliegen und dann direkt wieder auf der Erde seine restliche Crew zusammentrommeln. Es gibt noch andere solcher Fehler (Kirks angeblich langsame Yacht fliegt mal eben in ein paar Stunden in einen weit entfernten Sektor), was dem Roman nicht gerade zusagt.

Sieht man mal von den Fehlern ab, bin ich mir manchmal auch etwas verschaukelt vorkommen oder glaubt irgendjemand von Ihnen, dass man Klingonen mit Wasserpistolen hereinlegen kann? Ich für meinen Teil halte das für geballten Blödsinn.

Kirk muss ja wirklich auch im alter noch ein Held sein, sein Betthupferl, dass er ja scheinbar in vielen Büchern immer wieder haben muss, fehlt auch hier nicht. Sorry, aber diesem Roman kann man einfach keine gute Bewertung geben, dazu sind die Charaktere einfach zu flach und die Geschichte zu unrealistisch. Auch hat mir nicht sehr gut gefallen, was Flinn die Charakter im Ruhestand hat alles erleben lassen, Spock spielt zum Beispiel Theater!

Fazit: Das war leider ein sehr schlechter Roman.

Manrico Tenner

Dem Autor gelingt mit den Promethanern eine ungewohnt tiefgründige Schilderung einer Fremdrasse. Das Volk wird von seinen machtsüchtigen religiösen Führern durch Propaganda manipuliert, die gefangenen Ersthelfer als Spione verleumdet. Gerade in unserer heutigen Zeit ist aufgrund der täglichen Berichterstattung aller möglichen Medien eine genaue Trennung seriöser, unabhängiger Berichterstatter von Meinungsmachern nahezu unmöglich. Jeder veröffentlicht seine Wahrheit, eine Manipulation breiter Massen ist nahezu unvermeidbar. Eine nach Lynchmord, Vergeltung und Vergeltung für die Vergeltung rufende Menge sieht man heute ständig im Fernsehen. Letztlich ist auch Maldari Opfer der Auslegung seiner Religion durch machtbesessene Priester, wenn ihm die Kontrolle über die Geiseln genommen wird.

Anfangs schildert der Autor der Leidensweg des Excelsior-Captains und seiner Mitgefangenen zeitnah, später rückt die Planung ihrer gewaltsamen Befreiung in den Vordergrund, die aus diplomatischen Gründen keinesfalls von der Föderation ausgehen darf. Hierzu rekrutiert Kirk in "Glorreichen Sieben"-Manier die pensionierte Crew der Enterprise. Das ironische Spiel der "alten Hasen" mit ihrer Pensionierung kann ein Durchscheinen ihrer Sehnsucht nach den "guten, alten" abenteuerlichen Tagen nicht verhindern, nur allzu gern sind sie bereit, ihren Kameraden in Not zu retten.

Letztlich nicht unerwartet stellt sich heraus, dass Barbara O'Marla im inoffiziellen Auftrag der Föderation handelt, hier verschenkt der Autor Konfliktpotential. Auch schließt er einige begonnene Handlungsstränge nur unbefriedigend ab. Die Ablehnung Sareks als Verhandlungspartner erfährt keine schlüssige Begründung. Ungeklärt bleiben die Rolle der Klingonen auf Prometheus nach Rettung der Geiseln sowie eventuelle Sanktionen der Föderation gegen die Promethaner.

Lässt sich der Leser auf die nicht immer schlüssige Handlung und die mitunter etwas übermütig charakterisierten Figuren ein, nimmt man den alten Herren ihren Drang nach Abenteuern gern ab und die Interaktion der Crew ist auf hohem Niveau vergnüglich und glaubwürdig.

Fazit: Die Enterprise-Crew wird auf humorvolle Weise wieder zusammengeführt. Dass die Story nichts Neues bietet und jede Menge logischer Löcher aufweist, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle.

Bewertung

1. Peter Tigmann
2. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Der Coup der Promethaner"

Originaltitel "The Fearful Summons"

Buchreihe Classic

Autor Denny Martin Flinn

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 376 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5686

ISBN 3-453-15001-5

(pt, te - 31.07.07)


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