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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)31.07.16

"Feuer gegen Feuer"

Bernd Perplies & Christian Humberg

Inhalt

Die neue Präsidentin der Föderation, Kellessar zh'Tarash, ist gerade vereidigt, da wird der Völkerbund bereits von der nächsten großen Krise heimgesucht. Terroristen schleichen sich mit einer neuartigen Tarntechnologie an eine Föderationsraumstation und vernichten diese. Kurz darauf kommt es zu weiteren Anschlägen im Klingonischen Imperium und in der Föderation. Jedes Mal trifft der Angriff das Ziel unerwartet und der Verlust an Leben ist massiv.

Kurz nach den Anschlägen tauchen Bekennervideos der Renao auf. Dieses Volk lebt im Lambatta-Cluster innerhalb der so genannten "Heimatsphären". Es vertritt die Ansicht, dass jedem Volk ein bestimmter Raum gegeben ist, den es nicht überschreiten sollte. Durch ihren steten gewalttätigen bzw. diplomatischen Expansionsdrang seien die Föderation und das Klingonische Imperium direkt für das durch Kriege verursachte Leid im Alpha- und Beta-Quadranten verantwortlich. Die Renao haben daher alle diplomatischen Beziehungen zu den Großmächten abgebrochen. Bisher schien es jedoch als würden sie den Status Quo, angesichts ihrer eigenen Mittellosigkeit, akzeptieren.

Durch die Bekennervideos sind die Renao nun natürlich die Hauptverdächtigen. Doch eigentlich dürften sie gar nicht über die Mittel für solche Terroranschläge verfügen. Es könnte daher durchaus sein, dass der Typhon Pakt hinter den Angriffen steckt. Die Föderation schickt die U.S.S. Prometheus unter Captain Adams und mit der Begleitung Botschafter Spocks zu den Renao, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das Klingonische Imperium entsendet das einstige Flaggschiff die I.K.S. Bortas unter Captain Kromm.

Während es zu immer weiteren Nadelstichen gegen die Föderation und die Klingonen kommt, muss Adams rasch für Erfolge sorgen, bevor der mit dem eisernen Wille sich zu beweisen ausgestattete Kromm zu rabiateren Methoden gegen die Renao greift.

Kritik

1. Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Originalausgabe.

Die U.S.S. Prometheus untersucht Terrorangriffe auf die Föderation und das Klingonische Imperium. Die Spur führt in den Lembatta-Cluster. Doch es ist schwer, die Urheber der Angriffe ausfindig zu machen.
"Feuer gegen Feuer" packt ein brandaktuelles Thema an: Terrorangriffe, für die es zwar Bekennervideos gibt, deren Hintergrund aber nicht eindeutig geklärt werden kann, erleben wir ausgerechnet in den Veröffentlichungswochen dieses ersten Bandes der ersten deutschen "Star Trek"-Serie in regelmäßigen Abständen. Auch die Föderation rätselt in jedem Fall zunächst, ob hinter den brutalen Angriffen tatsächlich (ideologische) Fanatiker stecken oder ob es sich um einen klassischeren Angriff (z.B. des Typhon Pakts) handelt. Humberg und Perplies gelingt es, diese Anschläge beklemmend und eindringlich zu beschreiben. Die Beschreibungen der Attacken aus der Sicht der Opfer verfehlen ihre Wirkung auf den Leser nicht und schaffen eine dunkle Atmosphäre, in der nicht klar ist, wer Freund und wer Feind ist. Gegen diese asymmetrische Kampfführung sind die Föderations- und Klingonenflotten zunächst einmal völlig Macht- und hilflos. Ein interessanteres Szenario ist daher schwer vorstellbar.

Die Handlung ist in der ersten Hälfte global angelegt. Das bedeutet, dass die Erzählung zwischen vielen Orten hin- und herspringt und die Autoren mehrere Erzählstränge nebeneinander anlegen. Das erhöht unmittelbar das Erzähltempo: Kurze Kapitel, ständig neue Protagonisten und neu auftauchende Fährten halten den Leser in Atem und lassen den Lesefluss immer weiter anschwellen. Dies wird durch einen gefälligen, teilweise etwas simplen Erzählstil mit eingängigen Satzkonstruktionen unterstützt. Allerdings haben beide Stilelemente Schwächen: Ihnen fehlt die notwendige Unterfütterung mit überzeugenden Charakteren. In der ersten Hälfte des Romans wird das Setting im gesamten Alpha- und Beta-Quadranten vorbereitet. Erst in der zweiten Hälfte erhält die Besatzung der Prometheus die Chance, zu ermitteln und sich damit zu beweisen. Dadurch bleibt die Crew extrem blass und die Handlung wirkt trotz des gelungenen Szenarios streckenweise blutleer, da sie nicht aus den Augen eingeführter Identifikationsfiguren verarbeitet werden kann. Der Roman erscheint daher eher wie die in "Der Romulanische Krieg" geschilderte Globalhandlung – nur ohne das aus der Serie "Star Trek: Enterprise" etablierte Personal – und weniger wie der auf eine Raumstation und einige Charaktere fokussierte Auftakt der Vanguard-Reihe.

Dabei haben die von Humberg und Perplies geschaffenen Charaktere durchaus Potential. Und die Autoren bemühen sich, persönliche Verbindungen zu den Ereignissen zu schaffen. So ist Captain Adams Nichte unter den Opfern des ersten Terrorangriffs. Doch in der ersten Hälfte erlebt man die Protagonisten hauptsächlich eingeschoben im sterilen Schiffsumfeld. Im späteren Einsatz geraten die Protagonisten wiederum viel zu schnell in Feuergefechte, als dass hier nachhaltige Charakterarbeit geleistet werden kann. So ist die Crew zwar mit "Star Trek"-typischen Charakteren ausgestattet, die noch ungelenk und konstruiert wirken. Doch das Potenzial ist da. Denn dort wo sich Humberg und Perplies Platz und Zeit für ihre Charaktere nehmen, was vor allem beim Renao Lieutenant ak Nmur geschieht, gelingt es ihnen durchaus eine zerrissene Persönlichkeit (trotz einiger tiefer Griffe in die Klischeekiste) darzustellen. Für die folgenden Romane ist es dringend notwendig, sich von der sterilen Globalhandlung zu verabschieden und sich mehr darauf zu konzentrieren, die Besatzung in ein Abenteuer zu verwickeln anstatt einen Makroabriss zu geben. So könnten Ereignisse (wie z.B. die Terroranschläge) zum Beispiel ausschließlich aus den Augen der Besatzung "erfahren" werden, sodass dem Leser eine emotionalere Perspektive geboten wird.

Der Platz, der für die Prometheus-Charaktere fehlt, wird für die Beschreibung der Klingonen-Crew verwendet. Hier gelingt Humberg und Perplies ein merkwürdiger Spagat aus differenzierter Darstellung und peinlichen Abziehbildern. Während z.B. der Sicherheitschef, der erste Offizier und der Chefingenieur der Klingonen Persönlichkeiten sind, die Keith R.A. DeCandido nicht besser hätte beschreiben können, die Traditionen hochhalten und trotzdem keinem Klingonen-Klischees zuzuordnen sind, ist ausgerechnet der Klingonencaptain Kromm ein stereotyper Haudraufklingone. Letzteres ärgert und nervt zudem, führt aber zu dem interessanten Wendepunkt der Handlung: Nur durch Folter gelingt es den Klingonen, eine neue Fährte zu entdecken. Zwei verbitterte Sternenflottenoffiziere tolerieren diesen Vorgang. Angesichts der einleitend erwähnten Verbindungen zur Gegenwart, ist das ein deprimierender und aufwühlender Handlungsdreh.

Daher ist es äußerst unbefriedigend, dass dieses Thema nicht aufgegriffen wird. Hier hätten die Autoren bereits im ersten Band den Mut haben müssen, mehr Platz für Diskussionen über Folter und die Ideale der Föderation zu führen. Das wäre schwierig in die eher actiongetriebenen zweite Hälfte nach dem Foltereinsatz einzubauen, hätte die Qualität des Romans aber enorm erhöht. So bleibt zu hoffen, dass dieses sensible Thema nicht im Raum stehen bleibt, sondern in den Folgebänden aufgegriffen wird.

Sowieso merkt man dem Roman an, dass es sich bei den ersten drei Prometheus-Romanen nicht wie der erste Legacies-Roman, die Typhon Pact-Romane oder aber einige The Fall-Romane um abgeschlossene Romane handelt, sondern um eine waschechte Trilogie. Das bedeutet, dass "Feuer gegen Feuer" letztlich lediglich ein mehrerer hundert Seiten umfassender Auftakt ist, auf den die Folgeromane aufbauen können. Auch der Höhepunkt bei denen ein Team der Prometheus und der Botas auf die Renao-Fanatiker stößt bringt daher wenig bis keine Antworten. Das kann enttäuschend wirken. Bewertet man diesen Roman aber als Auftaktband, also als einen Roman, der die Bühne für Folgeromane einrichten soll und so etwas wie ein Versprechen auf eine interessante Handlung in diesen Fortsetzungen darstellt, dann macht "Feuer gegen Feuer" einen ausgezeichneten Job. Die Grundlage ist gelegt, auf der die beiden weiteren Teile nun mit stärker Charakter- und Ereignisorientierter Handlung, weniger globalen Beschreibungen und einer ernsteren Auseinandersetzung mit dem brisanten und hochspannenden Thema aufbauen können und müssen.

Fazit: Der erste Band der neuen "Star Trek: Prometheus"-Reihe könnte nicht aktueller und spannender sein. Humberg und Perplies gelingt ein durchgehender Erzähfluss, der die Grundlage für weitere Romane legt. Dies vernachlässigt die Charaktere und vertuscht häufig eine stillstehende Haupthandlung, die sich allenfalls in kleinen, inkrementellen Schritten fortbewegt. Sieht man "Feuer gegen Feuer" als reinen Auftaktband einer Trilogie, so steht am Ende ein kompliziertes und überzeugendes Szenario, eine Crew mit viel Potenzial und viel Raum für überzeugende (und auch nachdenkliche, s. Folter) Konflikte. Das ist für den ersten Band einer Reihe, trotz einiger Schwächen, eine vielversprechende, sehr gute Leistung.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Originalausgabe.

Viel wurde bereits über das Warum, Wieso und Weshalb geschrieben und auch trekzone hatte ein Interview mit den Autoren. Nun liegt er also vor, der erste deutsche Original Star Trek-Roman, oder besser, der erste Teil davon.

Die Autoren wollten bewusst nicht die bekannten Charaktere benutzen, um nicht in Konflikt mit dem Lit-Canon aus den USA zu geraten und führen mit der Prometheus eine ganze Reihe an neuen Personen ein. Auf altbekannte Charaktere braucht man als Fan aber nicht verzichten. So hat etwa fast der ganze Cast von Deep Space Nine den ein oder anderen Gastauftritt und mit Spock wirkt sogar ein alter Bekannter an der Lösung des Rätsels mit. Das ganze klappt übrigens recht gut und es gibt in der Tat keine Widersprüche zum etablierten Canon – Literatur oder auch nicht Literatur.

Von diesen „bekannten“ Namen abgesehen, die natürlich sowohl Cameo als auch Fanservice sind, haben es die Autoren im Übrigen auch nicht lassen können und ein paar bekannte Namen aus der Geschichte des deutschen Fandoms eingebaut: Ein Captain namens Hillenbrand, ein Ensign namens Robert Vogel oder gar ein Admiral namens Markus Rohde. Dies dürfte natürlich vor allem den deutschen Fans etwas sagen und für den ein oder anderen Schmunzler sorgen.

Die Geschichte an sich dreht sich um die Terrorakte im Lembatta-Cluster und ist damit sogar aktuell am Zeitgeschehen dran. Zwar war Star Trek schon immer ein Spiegel seiner Zeit, das es aber derart brisant wird, hätten sicher auch die beiden Autoren beim Schreiben nicht erahnen können. So oder so, die Geschichte funktioniert sogar auf dieser Ebene und alle, die sich fragen, ob die beiden es geschafft haben, die Star Trek-Atmosphäre richtig einzufangen, denen kann hiermit gesagt werden: das haben sie mit Bravour geschafft.

Dabei nehmen sich die Autoren lange Zeit, um ihre Geschichte in Fahrt zu bringen. Es dauert sogar fast geschlagene 200 Seiten, bis die Schiffe, die Prometheus und ihr klingonisches Pendant, zu ihrer Reise aufbrechen. Diese Zeit wird genutzt, um die Charaktere vorzustellen und auszubauen – und auch hier zeigt sich das gute Gespür der beiden, denn auch das funktioniert einwandfrei. Im Grunde ist der Roman wie eine Art Krimi aufgebaut: Es gibt Ermittlungen zu den Vorfällen und dabei werden die Charaktere weiter ausgebaut. Aber auch damit haben die Autoren ja Erfahrung.

Schon nach kurzer Zeit ist man mit den Charakteren warm geworden und will mehr über sie erfahren. Selbst den inzwischen durchaus etwas ausgelutschten Klingonen wird hier eine neue, man möchte fast sagen „menschlichere“, Facette verliehen. Im Vergleich zum Sternenflottenpendant kommen vielleicht einige der Klingonen zu kurz, aber es kommen ja noch zwei Fortsetzungsbände. Übrigens wird auch bei den Klingonen gegen Ende der Bezug zu aktuellen Themen gezogen, denn mag man von ihren Methoden halten was man will, es zeitigt Ergebnisse. Das dabei Gefangene zu Tode gefoltert werden soll an dieser Stelle einfach mal so im Raum stehen bleiben.

Natürlich gibt es auch noch Action, vor allem im Finale, auch wenn es nicht ganz so kracht wie in anderen Geschichten. Dabei gelingt es auch, das neu eingeführte Volk der Renao recht facettenreich darzustellen. Auch hier vermag zu überzeugen, das diese, trotz primitiver Technik, durchaus einiges an Schrecken verbreiten können. Es gibt keine Superwaffen oder eine ähnliche zahlenmäßige Überlegenheit, trotzdem ist die Bedrohung jederzeit spürbar.

Vor allem das Ende macht Lust auf mehr und schon nach diesem einen Roman möchte man auch mehr: Mehr Romane über die Prometheus (oder deren Charaktere) und mehr Star Trek-Romane von den beiden Autoren. Gut, wie erwähnt kommen noch zwei Bände, aber dann? Doch wie heißt es so schön: Die Zukunft bietet immer Möglichkeiten.

Fazit: Ein rundum gelungener Einstieg in die neue Reihe und ein rundum gelungener erster deutscher Star Trek-Band. Die Charaktere werden sehr gut eingeführt und schon nach kurzer Zeit ist man mit ihnen warm geworden und fiebert dem Ausgang der Handlung entgegen. Ein großes Feuerwerk mag zwar ausbleiben, aber das fällt bei dem guten Schreibstil kaum ins Gewicht. Daher kann man diesen Band beruhigt allen ans Herz legen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Feuer gegen Feuer"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor Bernd Perplies & Christian Humberg

Preis 15,00

Umfang 538 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 9783864258510

(wc, tg - 21.09.16)


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