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Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc) "Typhon Pact: Rough Beasts of Empire" David R. George III Vorbemerkung "Rough Beasts of Empire" spielt vor dem Zeitraum der Haupthandlung von "Zero Sum Game", dem ersten Band der "Typhon Pact"-Reihe, zwischen Herbst 2381 und Frühjahr 2382. Inhalt Im Roman "Die Gesetze der Föderation", der sich über das gesamte Jahr 2380 erstreckt, erlebten wir, wie die romulanische Nation in zwei Separatreiche zerfiel: auf der einen Seite das nun verkümmerte romulanische Sternenimperium unter Prätorin Tal'Aura, auf der anderen Seite den imperialen romulanischen Staat unter Imperatorin Donatra. Eine politische Entwicklung von solcher Tragweite wäre nicht ohne weiteres denkbar gewesen ohne die tiefsitzende Feindschaft der beiden Regentinnen, die in "Nemesis" und dem TNG-Buch "Tod im Winter" ihren Ausgang nahm. Ausgestattet mit quasi-diktatorischen Vollmachten, stellten sich Tal'Aura und Donatra an die Spitze ihrer jeweiligen Staaten und begannen auf dem Rücken ihres eigenen Volkes einen erbitterten Bruderkrieg auszutragen, der früh eine entscheidende Folge zeitigte: Die Romulaner erlebten in Rekordgeschwindigkeit einen machtpolitischen Niedergang, zumal beide Gebilde - Sternenimperium und imperialer Staat - für sich nur bedingt autark sind. Die Unversöhnlichkeit zwischen Tal'Aura und Donatra trägt nach den "Destiny"-Ereignissen erheblich dazu bei, dass beide Herrscherinnen ihre Reiche in unterschiedliche Blöcke hineinmanövrieren: Tal'Aura das Sternenimperium in den Typhon-Pakt, Donatra in ein Bündnis mit Föderation und Klingonen. Weil die neue Bipolarität im Quadrantengefüge die romulanische Teilung nun auf absehbare Zeit zu zementieren droht, beginnt sich in beiden Reichen Missmut und sogar Protest gegen ihre selbstherrlich agierenden Regentinnen zu regen. Hier nimmt "Rough Beasts of Empire" seinen Ausgang: Besonders Tal'Aura, die den Senat seit Shinzons Staatsstreich niemals wieder in seiner eigentlichen Funktion einsetzte, wird in Bevölkerungs- und Elitenkreisen zum Vorwurf gemacht, sie hätte mit ihrer frühzeitigen Entscheidung für den Typhon-Pakt nicht nur das romulanische Schisma verfestigt, sondern zudem das in sich kaum überlebensfähige Sternenimperium (die romulanischen Kornkammern liegen nämlich in Donatras Territorium) von Versorgungs- und Hilfslieferungen fremder Mächte abhängig gemacht. Es ist in erster Linie die - seit Tal'Auras Machtergreifung weitenteils entmachtete - politmilitärische Oligarchie von Romulus, die mittlerweile im (stillen) Widerstand zur überkommenen Autokratin steht und auf die günstige Gelegenheit wartet. Sie schließt ehemalige Senatoren - nun auf kaum mehr als bloßes Abnicken beschränkt - ebenso ein wie den an die Leine genommenen Tal'Shiar und nationalistisch denkende Kräfte. Der hohe innenpolitische Druck, der sich nicht zuletzt wegen Nahrungsmittelknappheit und Versorgungsengpässen gegen Tal'Aura aufgestaut hat, kommt in der zweiten Jahreshälfte 2381 Spock und seiner Wiedervereinigungsbewegung unvermittelter Dinge entgegen. Nachdem die Vereiniger fast zwei Dekaden lang gezwungen waren, als Dissidenten im romulanischen Untergrund zu leben, weil sie politisch kriminalisiert wurden, glaubt der alte Vulkanier eine einmalige Gelegenheit auszumachen, die Bewegung aus den Schatten herauszuführen. Spock geht - auch weil er den Hintergründen eines Mordanschlags auf die Spur kommen möchte, der kürzlich auf ihn verübt wurde - das bewusste Risiko ein und lässt sich Tal'Aura ausliefern, um ihr ein Angebot zu unterbreiten: Wenn sie den Status der Vereiniger legalisiert und diese öffentlich über die vulkanisch-romulanische Bruderschaft sprechen dürfen, wird sie dieser vor Volkes Augen geführte Diskurs auch um inneren Druck entlasten - einerseits, da die Vereiniger zuletzt immer populärer im romulanischen Volk wurden und als authentisch mit ihren Anliegen gelten, andererseits, weil für Tal'Aura die Chance besteht, sich durch die Förderung der Vereiniger im Auge der Öffentlichkeit zum Anwalt einer Wiedervereinigung der Romulaner zu machen (um sich eines Tages in wie auch immer gearteter Weise mit dem vulkanischen Volk auszusöhnen). Zunächst scheint Spocks Kalkül voll aufzugehen: Ausgerechnet die diktatorisch wie kein Prätor zuvor herrschende Tal'Aura erklärt sich bereit, die Vereiniger öffentlich anzuerkennen, um eigenen Profit daraus zu schlagen. Voller Optimismus, ihre Losungen von Frieden und Logik nun ohne weitere politische Verfolgung im Sternenimperium vermitteln zu können, beginnen Spock und seine Leute Ansprachen vor breitem Publikum zu halten und ziehen viel Aufmerksamkeit und Zustimmung auf sich. Aber dann, nach mehreren Wochen, scheinen Spocks Reden Aufstände in beiden romulanischen Staaten zu provozieren, die ein politisches Erdbeben nach sich ziehen könnten. Betroffen hiervon ist besonders Donatras Reich. Sind die Vereiniger also das Instrument einer Propagandakampagne Tal'Auras gegen den imperialen Staat geworden? Erst mit der Zeit offenbart sich, dass längst ein politisches Komplott nicht nur gegen Donatra, sondern auch gegen Tal'Aura selbst im Gange ist - während im Hintergrund eine (bislang vielleicht unterschätzte) Macht im Typhon-Pakt ihre Finger im Spiel hat und eigene Interessen verfolgt. Viele Welten entfernt, am anderen Ende der Föderation, nimmt indes das Leben Benjamin Siskos einige dramatische Wendungen. Nachdem er Ende 2376 (im DS9-Relaunch-Roman "Unity") aus dem Himmlischen Tempel zurückgekehrt ist, hat er versucht, sich mit Kasidy Yates und ihrer gemeinsamen Tochter Rebecca auf Bajor ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch mehr und mehr wurden seine Hoffnungen erschüttert, weil seine Liebe zu Bajor in immer heftigere Auseinandersetzungen mit seiner Frau mündete. 2381, während der letzten Borg-Invasion, kehrte Sisko kurzzeitig wieder in den aktiven Dienst zurück und befehligte einen Kreuzer. Als viele Wochen später nicht nur sein Vater Joseph stirbt, sondern auch sein familiäres Glück in Trümmern liegt, klammert er sich wieder an sein altes Leben in der Sternenflotte. Mit der Befehlsübernahme der U.S.S. Robinson und dem Abflug von Bajor beginnt für Sisko ein neuer Lebensabschnitt, der, wie er glaubt, ohne eine starke Verbindung zu den Propheten abläuft, da sie ihm den Rücken gekehrt hätten. Nach einem Patrouillenflug entlang der Tzenkethigrenze, wo Erinnerungen an seine Zeit unter Captain Leyton an Bord der Okinawa wach werden, führt ein Befehl ihn nach Achenar Prime, wo er bei Donatra nach den Ursachen für die romulanischen Aufstände und den zurückliegenden Anschlag auf Spock forschen soll ... Kritik 1. Julian Wangler (Achtung, diese Rezension enthält massive Spoiler!)
Zusätzlich gibt es zwei Handlungsbögen, welche die allermeiste Zeit über nebeneinanderher existieren: die weitere Entwicklung um das romulanische Schisma sowie die "schöne, neue" Welt des Benjamin Sisko inklusive Überbrückung ganzer fünf Jahre zum letzten Stand des DS9-Relaunch ("The Soul Key"). Bereits der erste Eindruck lässt vermuten, dass das etwas zu viel Stoff für ein Werk mit 380 Seiten ist, wenngleich sich Autor George diesmal alle Mühe gibt, sich dem David Mack'schen Kompaktheitsstil anzuschmiegen. Besonders der Sisko-Plot hat mich ein wenig verwundert, trägt er doch die allermeiste Zeit über nichts zum Geschehen rund um den Typhon-Pakt bei. Stattdessen zwängt sich da in die interstellaren Ränkespiele im Jahr eins nach den Borg, die immerhin erklärter Gegenstand der Reihe sein sollen, nichts Gewaltigeres als die Abwicklung von "Deep Space Nine". Auf die Schnelle wird mal eben Siskos Rolle während der Borg-Invasion geklärt, sein bisheriges Leben auf Bajor seit der Rückkehr von den Propheten abgehandelt, neben ein paar alten Freunden (zum Beispiel Elias Vaughn) auch Joseph Sisko in die ewigen Jagdgründe geschickt, die Auflösung der alten DS9-Riege gestreift (in dem Zusammenhang kommt für mich Kiras Entscheidung, Vedek zu werden, ziemlich unerwartet), sein Verhältnis mit den Propheten für beendet erklärt und – um das Ganze zu komplettieren – der arme Mann in eine Ehekrise von geradezu siebenjährigen Ausmaßen gestürzt, die ihn kurzerhand zur Sternenflotte zurückführt. Erst im letzten Drittel des Buches schließt der Sisko-Plot überhaupt zum genuinen Thema des Romans auf, vermag aber nicht wirklich viel zur Lösung der Geschichte beizutragen. So wunderbar und authentisch der Charakter des ehemaligen DS9-Kommandanten unter der Feder Georges gedeihen mag, so faszinierend der Wandel seines Herzens ist, der ihn in den Hafen der Raumflotte zurückführt, so wenig sinnvoll erscheint mir der Entschluss, ihn im Rahmen dieser Reihe zu behandeln. Nur, um ein kurzes und wenig fesselndes Flashback hinsichtlich seiner ersten Begegnung mit den Tzenkethi einzufädeln? Das ist zu wenig. Stattdessen hätte man Sisko ein eigenes Buch reservieren können, das den (nach dem Spiegeluniversums-Intermezzo ohnehin gestrandeten) DS9-Relaunch in der Zeit nach "Destiny" fortsetzt, wie das bereits im Fall von "Voyager" beziehungsweise "Full Circle" geschehen ist. In der vorliegenden Kombination aber bleibt mir nichts anderes übrig, als schlicht und ergreifend Folgendes festzustellen: Thema verfehlt. Glücklicherweise zieht der andere Plot dafür umso mehr und passt voll und ganz zur Miniserie. Hier wird nicht nur ein hochinteressanter politischer Kuhhandel zwischen Spock und der romulanischen Politik geschlossen, der in weiser Voraussicht auf die Ereignisse im Pre-"Star Trek XI"-Comic "Countdown" eine Kontinuitätslinie ausrichtet (es sind ja gerade mal noch fünf Jahre, bis der Hobus-Stern sich in eine Nova verwandelt). Die Beleuchtung und Hinterfragung von Tal'Auras Entscheidung, das Sternenimperium in den Typhon-Pakt geführt zu haben, weist einige interessante Parallelen mit Adenauers Westbindung auf, die "Rough Beasts of Empire" zu einem Buch der wirklich politischen Sorte, wie zuletzt "The Art of the Impossible" ("Lost Era") oder "Die Gesetze der Föderation", machen. Zudem dürfen wir erleben, wie sich die politischen Realitäten auf den seit längerem außerordentlich geduldigen Spock endlich zubewegen. Vor allem aber kann man sich einmal mehr von romulanischen Intrigen etwas versprechen, in deren Verlauf einige alte Bekannte wieder in Erscheinung treten, die wir unter anderem im "Titan"-Debüt "Eine neue Ära" kennenlernen durften. Die inneren Grabenkämpfe werden besonders dadurch angeheizt, dass nun auch der frisch gegründete Typhon-Pakt in romulanischer Innenpolitik ansehnlich interveniert. Hier zeigt sich eindrucksvoll, dass sich manche Paktstaaten wie die Tzenkethi nicht allzu viel daraus zu machen scheinen, mal eben in die souveränen Belange eines anderen Alliierten einzugreifen, wenn es nur den eigenen Zielen dient. Auch aus dieser Warte ist der Typhon-Pakt eine regelrechte Antiföderation und seine Mitglieder knallhart interessengeleitet. Die Vorstellung der Tzenkethi als verschlagene Spezies passt gut in diesen Rahmen, kam aber gegenüber der romulanischen Handlung ein wenig zu kurz. Das Ende der Geschichte hält nicht mehr und nicht weniger bereit als einen doppelten Königsmord und die unerwartete Wiedervereinigung des romulanischen Volkes unter einem neuen Prätor. Weil die Tzenkethi ordentlich ihren Teil dazu beigetragen haben, dass Tal'Aura beerbt wird, verschiebt sich auch die innere Tektonik des Typhon-Paktes mit dem Ableben der despotischen Herrscherin, die wir seit den ersten Post-"Nemesis"-Novellen durchgehend erleben durften. Im Resultat scheinen nun also nicht mehr die Romulaner den Ton im Pakt anzugeben, wohingegen der Föderation mit der Wiederangliederung des imperialen Staates an das romulanische Mutterterritorium ein Bündnispartner abhandenkommt. Es bleibt spannend. Fazit: Ein gut geschriebener, aber nicht gut passender Einstieg in die Selbstfindungsodyssee des Benjamin Sisko und eine hochexplosive romulanische Intrigenstory, eingebettet in die Frühphase des Typhon-Paktes. Fraglos besitzt dieses Buch - trotz gewisser Konstruktionsdefizite - alles, was es braucht, um der zugeordneten Reihe zur Ehre zu gereichen, und Georges ausgezeichneter und feinfühliger Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei. Dennoch wäre eine Konzentration auf den Romulus-Handlungsbogen deutlich klüger gewesen, weshalb es zu ein paar Abstrichen für "Rough Beasts of Empire" kommt. 2. Martin Weinrich Jeder "Typhon Pact"-Band beschäftigt sich mit einer oder zwei Spezies aus der neuen Anti-Föderationsallianz. "Rough Beasts of Empire" geht etwas näher auf Entwicklungen im Romulanischen Imperium und bei den Tzenkethi ein. Dabei macht der Roman einiges besser und einiges wiederum schlechter als seine Vorgänger "Zero Sum Game" und "Seize the Fire". Die beiden Vorgänger-Bücher litten ein wenig an ihrer unbedeutenden Handlung. Zwar stellten die beiden Bücher die Breen- und die Gorn-Gesellschaft gut vor und fügten Ansätze hinzu, die recht interessant waren, aber auf der galaktischen Ebene passierte eigentlich nichts. In der Regel wurde zum Schluss immer nur der Status quo gewahrt, und man hätte die Bücher somit auch einfach unter dem Namen der jeweiligen Serie laufen lassen können. Die Romulaner wiederum sind die treibende Kraft im Typhon-Pakt. Das einzige Problem für die Romulaner sind eigentlich sie selbst. Denn noch immer gibt es ein föderationsnahes Sektiererreich unter Commander Donatra. Die derzeitige Prätorin Tal'aura versucht natürlich alles, um wieder über ein geeintes, starkes Imperium zu verfügen. Das erkennen auch die Tzenkethi, die zwar Mitglied im Typhon-Pakt sind, sich aber davor fürchten, von den Romulanern dominiert zu werden. Also setzt dieses Volk wiederum alles daran, um das Romulanische Imperium zu vereinen und den Pakt somit zu stärken, aber gleichzeitig dafür zu sorgen, dass das Romulanische Imperium eine schwächere Führung erhält. Zwischen diesen Fronten ist Botschafter Spock, der versucht, seine vulkanisch-romulanisch Einigungsbewegung voranzutreiben. Der Romulaner-Handlungsstrang bringt Bedeutung in das Buch und liest sich auch dementsprechend spannend. Zusammen mit den Tzenkethi weiß man nie genau, wer eigentlich gerade hinter welcher Intrige steckt - wenn man denn überhaupt schon so weit ist, Intrigen zu erkennen. Letztendlich kommt es zu massiven, zu Beginn des Buches nicht vorhersehbaren Umwälzungen, deren Auswirkungen erst einmal unklar sind. Dabei stören allerdings drei Punkte: Erstens ist "Rough Beasts of Empire" einer der wenigen "Star Trek"-Romane der letzten Zeit, der auf Zeitangaben völlig verzichtet. Und da merkt man zum ersten Mal, warum es doch nützlich sein kann, dass die Romane vor Zeitangaben beinahe platzen. Denn man benötigt erst einmal wieder eine Weile, um festzustellen, dass "Rough Beasts of Empire" deutlich vor den beiden anderen Romanen spielt. Erst mit den Verhandlungen um den Typhon-Pakt wird klar, dass er noch nicht gegründet ist, was er in den vorherigen Romanen schon ist. Das sorgt streckenweise für Verwirrung. Auf jeden Fall wäre es gesünder für die "Typhon Pact"-Reihe als Serie gewesen, wenn man so etwas deutlich gekennzeichnet hätte. Zweitens ist Spocks Anliegen mittlerweile kaum noch ernst zu nehmen. Die anfänglichen Motive Spocks, mit der Bewegung an die Öffentlichkeit zu gehen, sind zwar noch verständlich. Aber später ist er zunächst nur noch eine Marionette. Es gelingt ihm nicht, irgendeine Verschwörung zu verhindern, stattdessen sorgt er dafür, dass das Romulanische Imperium wieder vereinigt wird und der Typhon-Pakt gestärkt wird. Das ist für die Föderation nicht gut und kann eigentlich nicht in Spocks Interesse sein. Dessen Einigungsbewegung erreicht dafür eine gewisse Popularität. Es ist zwar etwas schwierig zu glauben, dass sich auf einmal recht viele Romulaner von Spocks Anliegen begeistern lassen, aber in dem Punkt scheint Spock seinem Ziel näher gekommen zu sein. Doch dadurch, dass er den Typhon-Pakt gestärkt hat, ist eine Vereinigung von Vulkaniern und Romulanern weiter weg als je zuvor. Insofern sind Spocks Motive und Aktionen in dem Roman nicht immer klar. Der dritte Punkt ist die größte Schwäche des Romans. Sie lautet: Benjamin Sisko. In Rückblenden erfährt man grob, was er seit dem letzten Buch der abgebrochenen neunten "Deep Space Nine"-Staffel gemacht hat, und es ist enttäuschend. Sisko glaubt, dass jeder, den er liebt, von den Propheten oder vom Schicksal gestraft wird. Daher verordnet er sich selbst ein Leben in Einsamkeit. Die Idee ist so dämlich, dass man sie eigentlich gar nicht erst kommentieren sollte. Da blubbert Sisko seit seiner Rückkehr aus dem Wurmloch sowieso nur in Andeutungen herum, und die einzige Konsequenz, die bisher daraus gewachsen ist, ist, dass er sich selbst isoliert. Das soll ein paar Emotionen bemühen, wirkt aber albern. Noch gruseliger wird es, als Sisko den Tod seines Vaters mit der kruden Theorie in Verbindung bringt. Siskos Vater wirkte schon in der vierten DS9-Staffel so, als würde er nicht mehr lange sein Restaurant betreiben können. Daher ist es eigentlich ein Wunder, dass er überhaupt so lange gelebt hat. Nein, mit dem Sisko-Handlungsstrang hat sich der Autor keine Freude gemacht. Zudem auch noch verzweifelt versucht wird, die beiden Handlungsstränge zum Schluss zusammenzuführen, was nicht wirklich überzeugend wirkt. Diese drei Punkte sind die größten Schwächen des Romans, der aufgrund der interessanten Thematik und des guten Stils des Autors eigentlich sehr gut zu lesen ist. Durch diese drei Punkte bleibt der Roman allerdings weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Fazit: "Rough Beasts of Empire" sorgt endlich dafür, dass Bewegung in die galaktische Lage kommt. Leider erfährt man erst danach, dass diese Bewegung eigentlich vor den bisherigen zwei Büchern der Serie entstanden ist. Pech. Zusammen mit dem eher schwachen Auftritts Spocks und dem katastrophalen Auftritt Siskso wird der Roman zu einer zwiespältigen Sache. Die Romulaner-Handlung ist wichtig und spannend, der Roman liest sich gut. Aber im Nachhinein ärgert man sich über die Entwicklungen. Das ergibt leider wieder einmal nur eine durchschnittliche Bewertung, obwohl hier so viel mehr möglich gewesen wäre. "Rough Beasts of Empire" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich. Bewertung
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