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StartSF ZoneRezension: The Orville 2x03 - "Zu Hause"

Rezension: The Orville 2×03 – “Zu Hause”

Der Abgesang für einen Charakter kommt nicht ganz überraschend. Was drinsteckt, sehen wir uns in der Review an.

Achtung: Spoiler!

Am Anfang war…

Die Spatzen hatten es ja schon von den Dächern gepfiffen: Die dritte Folge von “The Orville” beschert uns den Abschied eines altbekannten Charakters, denn Alara Kitan, gespielt von Halston Sage, wird die Serie mit dieser Episode verlassen. Über die Hintergründe gibt es ja einige Gerüchte, auf die wir nun aber nicht näher eingehen wollen.

Fakt ist, dass Alara auf ihre Heimatwelt zurückkehren muss, da die veränderte Schwerkraft ihr zu schaffen macht. An und für sich ist die Erklärung zwar in Ordnung, ein bisschen wie ein Plot Device wirkt sie aber dennoch. Was sich daran anschließt, ist ein Flug zu ihrer Heimatwelt und ein Stelldichein diverser “Star Trek”-Schauspieler.

Alaras Vater wird dabei – wie schon in der ersten Staffel – von Robert Picardo (Holodoc in “Voyager”) gespielt, als Bösewicht darf John Billingsley (Dr. Phlox in “Enterprise”) brillieren. Beide Schauspieler haben erfreulicherweise ihre üblichen deutschen Synchronsprecher, wobei der von Billingsley deutlich älter klingt. Aber es sind ja auch ein paar Jahre vergangen. So oder so hat man im Deutschen damit gleich einen Wiedererkennungswert geschaffen. Beide Schauspieler machen ihren Job dann auch sehr ordentlich, was allerdings auch nicht anders zu erwarten war.

Darüber hinaus werden in dieser Folge leider auch ein paar Klischees zu viel bedient. Doch kommen wir zunächst zum Positiven.

…der Abschied

Die Orville kommt in dieser Folge nur am Rande vor. Deren Crew sucht nach einer Lösung für Alaras Problem. Der Hauptteil der Folge konzentriert sich vielmehr auf die Sicherheitsoffizierin und ihre Familie – und letztlich auf Alaras besagten Abschied von der Orville. Sehr positiv ist, dass es nicht einfach nur ein kurzer Abschied ist, sondern dass Alara tatsächlich sehr viel Screen Time bekommt. In “Zu Hause” bekommt sie wirklich allen Raum und das ist nicht nur sehr erfreulich, sondern hebt sich auch gegenüber anderen Serien ab. Und am Ende erhält dann auch wirklich jedes wichtige Crewmitglied einen rührenden Abschiedsmoment mit Alara.

Etwaigen Krach hinter den Kulissen hin oder her: Falls es dort tatsächlich Stress gegeben haben sollte, dann hat sich dieser in keiner Weise auf den Bildschirm übertragen. Hier geht’s professionell zu und das merkt man auch jeder einzelnen Szene an. Denn bei den emotionalen Abschiedsworten und -gesten können einem als Zuschauer auch mal leicht die Tränchen über die Wangen kullern.

Aus dieser charakterlichen Warte her ist die Folge also top, hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Exakt so geht ein Abschied für einen liebgewonnenen Charakter – sofern dieser nicht durch den Serientod ausscheidet. Diesbezüglich können sich viele andere Serien so einiges von “The Orville” abschneiden.

Und die vielen Klischees…

Leider ergießt sich die Folge aber auch in vielen Momenten in den üblichen Klischees. Die Eltern waren nie mit Alaras Berufswahl einverstanden und wollen, dass sie den Pfad einschlägt, den sie für sie vorgesehen haben – auch wenn Alara das trotz ihrer Rückkehr immer noch nicht will. Prompt wird natürlich die Vorbild-Schwester präsentiert, die genau das Leben führt, das die Eltern sich auch für Alara vorstellen.

Erfahrene Zuschauer wissen demnach auch schon, was nun unweigerlich passieren wird: Es kommt zu irgendeinem Vorfall, der die Eltern zum Umdenken bringt und am Ende zu einer großen Versöhnung führt. Und siehe da, genau das passiert dann auch in dieser Episode: Alaras Eltern sehen am Ende ein, dass der Lebensweg, den ihre Tochter eingeschlagen hat, vielleicht doch nicht so schlecht ist, wie sie anfangs noch glaubten. Dieser Teil der Handlung ist dann leider auch so bekannt wie klischeehaft und somit auch nicht wirklich innovativ.

In die gleiche, klischeehafte Kerbe schlägt dann auch noch – wenn auch nicht ganz so stark – der böse Verbrecher, der dafür herhalten muss, weil Alaras Vater nun einmal ein eingebildeter Schnösel ist. Dass er eine andere Person ruiniert hat, nimmt man ihm durchaus ab. Und auch die Erklärung hierfür ist teilweise schlüssig. Wer aber nun letztlich Recht hat, das wird am Ende jedoch offen gelassen. Dabei wäre gerade an dieser Stelle noch einiges an Potential zum Ausloten gewesen. Aber gut, Alara musste raus, das verbucht man wohl ebenso unter den Zugeständnissen, die man dem Charakter macht.

Apropos Charakter: Dass mit dem zweiten Ehepaar etwas nicht stimmt, ist dem Zuseher schnell klar, immerhin sollte das Feriendomizil verlassen sein. Seltsamerweise schrillen auch dann nicht die Alarmglocken, als man Spuren findet, die darauf hindeuten, dass der ursprüngliche Verwalter nicht gegangen, sondern viel eher getötet worden ist. Vor allem bei Alara hätten die an dieser Stelle allerdings bis zum Himmel schrillen müssen. Das i-Tüpfelchen ist dann sicher auch noch die Tatsache, dass Alara genau in jenem Moment wieder fit ist, um rechtzeitig zur Rettung eilen zu können.

Das sind alles Defizite, die der Folge nicht wirklich gut tun.

Und der ganze Rest

Immerhin erweist sich wenigstens Alaras Schwester als sympathisch. Sie ist keinesfalls so verbohrt wie ihre Eltern und kommt daher auch mit Alaras Berufswahl problemlos klar. Dass man auf der Orville eine Lösung für Alaras Problem findet, ist einerseits sehr löblich. Andererseits weiß man als Zuschauer nun einmal, dass Halston Sage künftig nicht mehr in “The Orville” dabei sein wird. Und somit ist dieser Handlungsaspekt leider von vornherein hinfällig und wirkt demnach auch ein Stück weit aufgesetzt.

Schön sind hingegen die kleinen Spielereien mit der hohen Schwerkraft auf Xelaya. Nicht nur Eds Anzug (obwohl man weiß, dass er nicht sterben wird), sondern auch die Flaschen-Szene haben den üblichen “Orville”-Humor und passen demnach gut ins Bild. Darüber hinaus hätte das Shuttle und das Kraftfeld so auch eins zu eins aus “Star Trek” sein können. Dass es gut aussieht, muss man an der Stelle nicht extra erwähnen. Übrigens gibt auch Alaras Interims-Nachfolger ein Stelldichein. Der sorgt zwar für ein paar witzige Szenen, kann aber noch nicht so recht überzeugen. Aber er wird ja bald wieder ersetzt.

Und wie kommt eigentlich Essen in die zweite Speiseröhre? Das Design, so witzig es auch aussehen mag, wirft hier einige Fragen auf. Fehlt nur noch, dass der Charakter in Anlehnung an eine alte Figur aus “He-Man and the Masters of the Universe” ebenfalls “Snout Spout” heißt…

OTOM

Auch zu dieser Episode darf das “Orville-Trek-O-Meter” nicht fehlen.

“The Orville” Punkte “Star Trek” Punkte Stichwörter
Klobige Raumanzüge und selbstschließendes Display 1 Haben wir seit Discovery spätestens auch 1 Gleichstand, passt auch zeitlich
Kraftfelder um das Shuttle 1 Gibt es bei Star Trek auch 1 Bei Science Fiction-Serien schon fast Standard, daher nicht abgekupfert
Ein Haufen Klischees (im Text aufgeführt) 1 Gibt’s in der Hinsicht auch bei Star Trek 1 Gleichstand
Ein Volk das unter hoher Schwerkraft lebt 0 (abgekupfert) Ein Volk mit niedriger Schwerkraft gabs auch schon in Star Trek (Melora) 1 Schwebestuhl, ganz ohne X-Men

Rezension: The Orville 2x03 - "Zu Hause" 3

Fazit

Obwohl es schön ist, dass Alara in dieser Episode eine Menge Raum bekommt – so wie es sich für einen ordentlichen Abschied auch gehört – versinkt der Rest der Episode leider in den üblichen Klischees. Das zieht die Episode in der Bewertung leider etwas nach unten, was unter Umständen auch hätte vermieden werden können. Insgesamt ist “Zu Hause” zwar kein Totalausfall, bleibt unter dem Strich dann aber doch eher Mittelmaß.

Bewertung

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Episoden-Infos

Episodennummer 15 (Staffel 2, Episode 3)
Originaltitel Home
Deutscher Titel Zu Hause
Erstausstrahlung USA Donnerstag, 10.Januar 2019, FOX
Erstausstrahlung Deutschland Montag, 01. Juli 2019, Pro Sieben
Drehbuch Cherry Chevapravatdumrong
Regie Jon Cassar
Laufzeit 45 Minuten
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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