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StartLiteraturStar-TrekRezension: "Sektion 31 - Kontrolle"

Rezension: “Sektion 31 – Kontrolle”

Wir werfen einen Blick auf die deutsche Ausgabe von Control. Aber wer kontrolliert hier wen?

Achtung, Spoiler.

Inhalt (Klappentext):

Amoralisch, in Geheimnisse gehüllt und niemandem Rechenschaft schuldig: Sektion 31 ist die mysteriöse Geheimdienstabteilung der Sternenflotte, eine Schattenvereinigung, die geschworen hat, die Föderation um jeden Preis zu schützen. Die Entdeckung eines zweihundert Jahre alten Geheimnisses gibt Doktor Julian Bashir seine beste Chance darauf, die illegale Spionageorganisation bloßzustellen und zu zerstören …

Kontrolle (Cross Cult)
Kontrolle

Kritik

“Kontrolle” ist die deutsche Version des Romans, den mein Kollege Christopher Kurtz zum Start der zweiten Discovery-Staffel bereits rezensiert hatte. Damals wusste man noch nicht, wo die Story mit Control in der Staffel hinführen würde. Bei dieser Review können wir, nach dem Ausgang der zweiten Staffel, das Ganze nun auch noch unter dem Blickwinkel des Endes der zweiten Staffel betrachten.

Doch zunächst kommen wir zur Einzelgeschichte des Romans. Diese spielt zu einem Großteil im Jahre 2386 und bietet als Hauptdarsteller neben Bashir und Sarina, die wir ja aus anderen Romanen kennen, auch noch Data sowie die Cameo-Auftritte einiger weiterer bekannter Charaktere wie Garak. Nebenher erfahren wir noch die Ursprünge von Control und diese liegen noch vor der Föderationsgründung, wobei das aber eher als Nebenhandlung einzustufen ist.

Mack kennt man ja bereits im Star Trek-Umfeld, aus seiner Feder stammt etwa die Destiny-Trilogie, die vor 10 Jahren mit den Borg abgerechnet hat (ist das schon wieder so lange her?). Und auch hier beweist er, das er das Universum kennt und die Charaktere im Griff hat. Er findet genau die richtige Mischung aus Action und Charakterentwicklung, damit auch dieser Roman durchgehend spannend bleibt.

Dabei ist der Kampf unserer Helden gegen die übermächtige KI im Hintergrund auch vor dem Hintergrund von Whistleblowing und totalitärer Überwachung ein brandaktuelles Thema. Nachdem nämlich aufgeflogen ist, dass besagte KI hinter all dem steht, folgen Star Trek-typisch ein paar moralische Diskussionen. Sollte man sie wirklich abschalten, immerhin hatte sie die ganze Zeit das Leben der Föderationsbürger im Sinn? Die meisten wissen nichtmal von ihrer Existenz und führen nur deswegen ein gutes Leben. Auf der anderen Seite stehen die vielen Morde, die die KI begangen hat. Das geht zu Zeiten des romulanischen Krieges los, um die Verwandtschaft der Romulaner zu vertuschen, und reicht bis in die Gegenwart.

Das ist natürlich ganz in der Tradition von Star Trek und vermag zu gefallen. Und auch wenn die Handlung in der Vergangenheit eher ein Nebenschauplatz ist, hat man auch hier einige gute Szenen zu bieten. Ein bisschen Politik gibt es überdies auch. Natürlich gibt es auch ein paar Klischees, etwa den Admiral, der alles was die KI macht, gut findet. Auch L’Haan, die am Ende Zweifel an Control bekommt, wird leider nicht weiter ausgebaut und verschwindet später in der Versenkung. Das ist etwas schade, mindert aber den positiven Gesamteindruck des Bandes nicht.

Was allerdings etwas misslungen ist, ist das Ende. Und damit ist nicht die kleine Überraschung bezüglich Control gemeint, die am Ende noch erwähnt wird und irgendwie passend ist, sondern Bashir. Die ganze Story ist eine Steigerung der Spannung bis hin zum explosiven Finale, das Sarina und Bashir wieder zusammenbringt. Für einen von beiden endet diese Begegnung tödlich – wobei es genau genommen für beide gilt, denn wie Bashir überlebt hat, wird leider nicht erzählt. Und ganz ehrlich, so schwer verletzt wie er am Ende war, hätte er eigentlich genauso wie Sarina sterben müssen. Was wäre das für ein passender und epischer Tod gewesen? Das hätte dem Band die Krone aufgesetzt…

…aber leider kam es eben anders. Ob hier Restriktionen von ganz oben im Weg standen, keinen der Charaktere zu töten? Das hatte Peter David einst bei Janeway auch nicht gehindert. Aber gut, damals stand auch am Ende des Romans fest, das sie irgendwie überlebt hatte. Und ja, die Schlussszene mit Bashir und Garak hat auch etwas für sich, trotzdem wirkt es hier so, als habe man den lieben Doktor krampfhaft am Leben lassen müssen.

Und an dieser Stelle kommen wir nun endlich zur Betrachtung der zweiten Staffel Discovery und Controls Auftritt darin. Auch David Mack ist ja inzwischen im Autorenstab der Trek-Serien, der Roman erschien aber bereits 2017, also noch vor Discovery. Für sich allein gestellt funktioniert er ganz gut, mit Blick auf Discovery Season 2 finden sich erstaunliche Parallelen, nur das Control in der Serie einen Ticken böser geworden ist. Das ist es zwar hier auch, aber am Ende erweist es sich doch irgendwie als gut, während es in der Serie eliminiert wird. Versucht man das ganze nun in diesen Kontext einzubetten, so ist Control wohl doch nicht vernichtet worden sondern macht seine üblen Machenschaften weiter. Das ist insoweit logisch, das es für eine KI mit diesen Fähigkeiten einfach unlogisch war, keine Sicherung zu haben.

Allerdings müsste Control seinen Plan zur Vernichtung allen Lebens fortsetzen. Außer es hat sich weiterentwickelt. Ja, die Romane sind nicht Kanon, mit etwas gutem Willen kann man dieses Abenteuer aber in den größeren Kontext einbetten und es ergänzt die zweite Staffel von Discovery durchaus um einige sinnvolle Aspekte. Ob man das tun sollte, muss allerdings jeder für sich selber entscheiden.

Fazit

Action und gute Charakterszenen, das erwarten wir inzwischen von David Mack und das bekommen wir hier auch. Klar, es ist vielleicht nicht ganz so gut wie andere Romane seiner Feder, dennoch aber bis zum Ende hin spannend und unterhaltsam.

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Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

Quick-Infos

Autor: David Mack
Originaltitel: Section 31 – Control
Jahr der Veröffentlichung (Original): 2017
Übersetzer: Helga Parmiter
Seitenanzahl: 415
Preis: 15.- Euro
ISBN: 978-3-95981-967-1
Verlag: Cross Cult

Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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