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    Rezension: “Das Buch von Boba Fett 1×01 – Der Fremde”

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    Pünktlich zu Silvester lässt es auch Boba krachen. Wir sehen uns die erste Folge der neuen Star Wars-Serie an und klären, ob sie dem Mando das Wasser reichen kann.

    Boba Fett

    Der erste Mandalorianer überhaupt, den man zu Gesicht bekam (und zwar im bis heute nicht auf Deutsch erschienen „Holiday Special“) erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und so war es nur eine Frage der Zeit, bis es eine Serie über ihn gab. Okay, zugegeben, das ist etwas übertrieben, hier dürfte wohl eher auch der Erfolg von „The Mandalorian“ Pate gestanden haben.

    Denn bereits in der zweiten Staffel eben jener Serie hatte Boba Fett einen schlagkräftigen Auftritt. Oder sagen wir: seine Rückkehr. Dort nahm er am Ende den Thron von Jabba dem Hutten ein und genau hier setzt auch die neue Serie an und erzählt genau dort weiter.

    Boba liegt zunächst im Bacta-Tank und muss sich einer Behandlung unterziehen. Der Aufenthalt im Sarlacc hat ihn scheinbar durchaus etwas mitgenommen, so das er diese Behandlungen öfter braucht. Auch das übrigens konform mit den „Legends.“

    Doch springen wir an dieser Stelle gleich mal zurück, wie es auch die Serie tut. Denn zunächst wird uns Bobas Flucht aus dem Sarlacc gezeigt. Wobei, eigentlich fangen wir ganz am Anfang an. Es gibt Kamino, Bobas Geburtsstunde, es gibt Szenen aus Episode II zu sehen, gefolgt von der Animationsserie „The Clone Wars“….

    Okay, letzteres ist nur ein Scherz. Das wäre aber das Tüpfelchen auf dem I gewesen, wenn man nicht nur die „realen“ Szenen von Boba Fett gebracht hätte, sondern, als Einstieg, auch die Zeichentrickabenteuer kurz hätte Revue passieren lassen. Aber das ist eben die Krux, wenn man Realfilm und Zeichentrickabenteuer zusammen macht. Ein Mix passt nicht wirklich ins Bild. (Ich bin übrigens schon mal gespannt, ob jemals Charaktere aus „Lower Decks“ in den Realserien bei Star Trek auftreten und wie man das dann lösen will. Aber zurück zum Thema).

    So finden wir uns also im Bauch der Bestie wieder und es war nicht das erste Mal. Denn Boba ist in den „Legends“ genau genommen schon zweimal aus dem Sarlacc geflohen. Einmal in den alten Marvel-Comics (da landete er am Ende aber wieder drin, Status Quo und so) und einmal in der Kopfgeldjäger-Krieg-Buchreihe, wo Dengar ihn fand. Nun also wird er von den Jawas zunächst beraubt und landet bei den Tusken.

    Boba und Fennec in Mos Espa (aus Episode I). (Bild: Book of Boba Fett 1×01, Disney+)

    Zunächst mal ist die Szene, vom Magen des Sarlacc und den dortigen Leichen (auch wenn es hier Familiengerecht nur ein Sturmtruppler in Rüstung ist) bis hin zur Befreiung an der Oberfläche sehr gelungen. Insgesamt muss man sagen, das man sich sofort heimisch fühlt. Die Star Wars Sets wirken wie aus den Filmen und auch das Universum ist weiterhin stimmig und verleugnet nicht seine Wurzeln. Erneut geht man hier keine neuen Wege sondern setzt auf Vertrautes (Seitenblick auf New Trek durchaus beabsichtigt).

    Und auch die Stagecraft-Sets fallen diesmal nicht als Solche auf – auch hier wird die Technik scheinbar besser (oder das Wüstensetting unterstützt die Technologie hier besser). Negativ ist hier höchstens, das Boba Fett nach seiner Entkleidung die ganze Zeit aussieht, als würde er im Schlafanzug herumlaufen. Dadurch wirken Teile der Folge unfreiwillig komisch.

    Die Gegenwart

    Wie erwähnt setzt die Gegenwartshandlung nach der zweiten Staffel Mando ein. Wer sich schon immer mal fragte, wie Boba Fett in seine Rüstung kommt, der erhält hier eine Antwort: Droiden kleiden ihn an.

    Die Rüstung wirkt dabei so neu wie in Mando, der alte gebrauchte Look ist also dahin. Trotzdem ist die Gegenwartshandlung eher das Schwächste an der Folge. Boba will sich Respekt verschaffen und am Ende endet es nur in einem Attentatsversuch auf ihn. Mehr passiert hier nicht. Aber genau genommen war ja auch der Mando nicht sonderlich gehaltvoll, was das anging.

    Die Bittsteller sind zwar recht nett anzusehen, richtig Laune kommt aber erst später bei der Kampfszene auf. Achtet übrigens mal auf das Bodengitter, wenn der Vertreter des Bürgermeisters vor Boba vorstellig wird. Hier hebt es sich an und man kann deutlich erkennen, das es Schaumstoffplatten sind. Das so ein Fehler durchrutscht, hatte ich irgendwie gar nicht erwartet.

    Und auch die Aussage von Robert Rodriguez, man hätte ja für den Trailer nur die ersten 20 Minuten der ersten Folge genommen, um die Überraschungen nicht zu verderben, kann man hier Lügen strafen. Denn die Konferenz Bobas mit den Verbrecherbossen an einem Tisch gibt es in der ganzen Folge nicht zu sehen.

    Dafür ist immerhin Jennifer Beals als Barbesitzerin durchaus sympathisch (anscheinend gibt es noch Imperiale und Republik-Credits gemischt) und die erwähnte Kampfsequenz ist gut umgesetzt. Dies auch deswegen, weil Boba und Fennec (ihr erinnert euch?) von Schildträgern bedrängt werden. Und dies derart gut, das die beiden trotz ihrer Kampfkünste dort nicht herauskommen. Boba hätte wohl lediglich sein Jetpack aktivieren können, aber ob er dies ohne den Helm kann?

    Jennifer Beals als Twilek-Barbesitzerin. (Bild: Book of Boba Fett 1×01, Disney+)

    Auch Ming Na-Wen als Fennec darf dann eine Verfolgungsjagd absolvieren und dabei gut aussehen – die Actionszenen können sich also durchaus sehen lassen, auch wenn man auch hier auf allzu brutale Tode verzichtet hat. In die Luft gesprengte Personen hinterlassen etwa nur ein Loch an der Wand – wie gesagt, man ist hier halt familienfreundlich unterwegs. (Nicht das man Blut an der Stelle unbedingt gebraucht hätte).

    Die Vergangenheit

    Hauptaugenmerk liegt natürlich ganz klar auf den Szenen in der Vergangenheit und Bobas Gefangenschaft bei den Tusken. Und auch die sind gut umgesetzt, vor allem, da sich quasi eine Art Freundschaft zwischen Boba und einem kleinen Jungen zu entwickeln scheint.

    Auch die in Episode II gezeigten „Hunde“ der Sandleute dürfen nicht fehlen (und sehen, auch wenn sie immer noch CGI sind, deutlich besser aus als damals). Da darf Boba übrigens auch bei seiner Flucht Mitgefühl für den Jungen zeigen, so das die Charakterentwicklung am Ende noch viel besser greift.

    Überhaupt gelingt die Darstellung, wie Boba langsam mit den Tusken warm wird, überraschend gut für ein Volk, dessen Sprache man nicht versteht. Auch wenn man sich natürlich fragt, wie gefangene Personen (oder in diesem Fall eben Boba) nach so einer Tortur noch fit genug fürs Laufen (oder Kämpfen) sind. Aber das gibt es in anderen Serien ja auch.

    Beim Graben nach Wasserpflanzen – wobei das Graben eher so aussieht, als würde jeder sein kleines Löchlein über Stunden graben – darf dann auch ein neues Monster sein Stelldichein geben. Irgendwie wurde man dabei an die alten Animatronics von Ray Harryhausen erinnert (wem das noch was sagt…), auch wenn das Biest natürlich deutlich besser aussieht inzwischen.

    Die Tusken finden Boba im Schlafanzug… (Bild: Book of Boba Fett 1×01, Disney+)

    Der folgende Kampf steht dabei dem in der Gegenwartshandlung in nichts nach, inklusive angreifendem Hund, ist natürlich auch wieder unblutig, aber am Ende gibt es immerhin einen Kopf als Trophäe – und die längst überfällige Respektsbekundung. Scheinbar hat Boba in der Wüste seine Lektion für später gelernt.

    Fazit

    Die Faszination eines Mandalorian erreicht „Das Buch von Boba Fett“ in der ersten Folge noch nicht. Auch die Musik ist nicht so einprägsam wie bei Mando, aber insgesamt atmet auch diese Folge das typische Star Wars-Flair und man fühlt sich sofort heimisch. Ein paar Mankos gibt’s zwar noch, aber Luft nach oben muss ja immer noch sein.

    Bewertung 4.5 out of 6 stars (4,5 / 6)

    Episoden-Infos

     

    Episodennummer 1
    Originaltitel Stranger in a Strange Land
    Deutscher Titel Der Fremde
    Erstausstrahlung 29. Dezember 2021
    Erstausstrahlung Deutschland 29. Dezember 2021
    Drehbuch Jon Favreau
    Regie Robert Rodriguez
    Laufzeit 37 Minuten
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    1 Kommentar

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    Die Musik mag allerdings genauso gut zu gefallen, wie sie es auch schon bei “The Mandalorian” tat. Der Stil von Göransson ist ir’wie herauszuhören.

    Im Übrigen haben mich vor allem die Vocals sehr an die musikalische Untermalung des Films “Ronja Rövardotter” (SE/NO, 1984) erinnert…

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