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    StartLiteraturStar-Trek-BücherRezension: "Star Trek: Voyager 17 - Das Streben nach Mehr 2"

    Rezension: “Star Trek: Voyager 17 – Das Streben nach Mehr 2”

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    Wir sehen uns den letzten Roman des Voyager-Relaunches an

    Inhalt (Klappentext):

    Während die Besatzung der Full-Circle-Flotte fieberhaft daran arbeitet festzustellen, was mit ihrem Schwesterschiff, der U.S.S. Galen, geschehen ist, nimmt am äußerten Rand der Galaxis ein Kampf ums Überleben seinen Lauf. Neue Erkenntnisse über Spezies 001 – die Verantwortlichen für den Bau der Biodome, die für die Flotte den Ausschlag gaben, DK-1116 zu erforschen – zwingen Admiral Kathryn Janeway alles aufs Spiel zu setzen, um die Wahrheit ans Licht zu zerren …

    Das Streben nach Mehr 2 (Cross Cult)
    Das Streben nach Mehr 2

    Kritik

    Und da sind wir nun also, im Finale des Voyager-Relaunches. Mit dem vorliegenden Buch endet die Reise der Voyager im Litverse und auch die anderen Relaunch-Reihen gehen zu einem Ende. Denn die große Umstrukturierung des Bücheruniversums steht an und damit ein Angleichen an „Picard“ und „Discovery“ (und den anderen neuen Serien). Bei uns wird die Romanreihe wohl im September auf Deutsch erscheinen. Wir werden dann dort nochmal darüber reden.

    Was das vorliegende Buch angeht so ist es wieder in zwei Hälften gespalten worden. Dieser zweite Teil stellt also erneut die zweite Hälfte des gleichen Buches dar, wie es bei den letzten Voyager-Romanen auch schon der Fall war. Daher ist es kaum verwunderlich, das man sich mitten in der Krise mit den Edrehmaia befindet.

    Der Roman stammt dabei erneut aus der Feder von Kirsten Beyer, die ja inzwischen bei „Discovery“ und „Picard“ schreibt. Eigentlich weiß sie also, was sie tut. Die Erwartungen können an der Stelle aber etwas gedämpft werden. Denn über weite Strecken handelt es sich um einen Standardroman. Auch kein explosives Finale gibt es, das direkt nach Coda, der besagten Romanreihe, überleitet, aber dies war womöglich dem Fakt geschuldet, das zum Zeitpunkt dieses Romans (immerhin das Jahr 2020) noch nichts über die Neuordnung des Litverse bekannt war.

    Doch zurück zum Roman. Charakterlich stehen hier vor allem Harry Kim sowie die neuen Charaktere Gwyn und Patel im Vordergrund. Andere Personen haben zwar auch mitunter ein paar kleinere schönere Szenen, so dürfen etwa O’Donnell und Atlee Fife auch wieder auftreten, aber das Hauptaugenmerk liegt auf diesen vieren.

    Vor allem Harry und seine Freundin Nancy müssen hier endlich zueinander finden – oder eben auch nicht. Die Selbsterkenntnis der beiden ist eine Entwicklung, die in gewisser Weise konsequent vonstatten geht und vielleicht auch mal nicht unbedingt das Happy End bietet, das man erwartet. Übrigens wird, allen Unkenrufern von „Picard“ zum Trotz, hier aufgezeigt, das man schon vorher über Möglichkeiten zum Bewusstseinstransfer verfügte, die auch in den Serien gezeigt wurden.

    Auch Gwyn und Patel dürfen sich ihre (freundschaftlichen) Gefühle füreinander eingestehen – entgegen der Erwartungen werden sie also kein Liebespaar. Was auf der einen Seite zwar mal eine schöne Abweichung vom Klischee ist, auf der anderen Seite ist diese Handlung aber auch recht vorhersehbar.

    Bleibt am Ende noch der Erstkontakt mit den Edrehmaia. Die sind ein faszinierendes Volk, das man immerhin so noch nicht gesehen hat und wollen auch die galaktische Barriere durchdringen. Da das Gelingen dieses Vorhabens am Ende kurz bevorsteht, stellt sich natürlich die Frage, was mit 0 (Null) ist, der ja dort draußen lauert. Gut, das wird hier nicht thematisiert und es ist fraglich, ob man das je hätte.

    Nach anfänglichen Missverständnissen werden hier dann Bande geknüpft und das ganz ohne große Action, was natürlich auch mal schön zu lesen ist. Die Fremdartigkeit der Aliens wird immerhin sehr gut dargestellt. Am Ende wird die Lösung des Konflikts aber in wenigen Sätzen abgehandelt und weitere Details fallen unter den Tisch, was etwas schade ist. Fast hat man den Eindruck, der Autorin wäre die Seitenzahl ausgegangen und man musste die Handlung unbedingt beenden.

    Dies gilt leider auch für einige andere Szenen über den Verlauf des Buches. Vor allem wirken einige Charakterszenen etwas seltsam und man hat fast den Eindruck, auch hier wurde schnell wieder irgendwie in Richtung Abschluss „hingebogen“. Ein gutes Beispiel ist hier Barclay, der eigentlich die letzten Romane immer sicherer wurde, hier aber fast schon wieder der Hypochonder aus TNG-Zeiten ist. Auch das ist etwas schade.

    Natürlich kann man dieses Buch nicht rezensieren, um über das Ende zu sprechen. Zunächst heiraten Janeway und Chakotay endlich, was sicher einige Fanherzen höher schlagen lässt. Obwohl die zwei nur wenige Szenen zusammen haben, war das schon lange überfällig. Das dies hier ebenfalls in wenigen Sätzen abgehandelt wird, ist an der Stelle eher eine gute Lösung denn wirklich störend.

    Und dann ist da natürlich die neue Mission der Voyager. Denn zusammen mit den Edrehmaia will man in eine andere Galaxie reisen, um diese zu erforschen. Dank des Slipstreamantriebes ist eine Rückkehr in einigen Jahren zumindest normal möglich. Das kann man jetzt mögen, oder auch nicht. Nach der Rückkehr der Voyager in den Delta-Quadranten ist dies quasi das dritte Mal, das die Voyager auf weit entfernte Reisen geht. Irgendwie macht es daher schon den Eindruck, das den Autoren nichts Neues mehr einfällt.

    Etwas Abwechslung gibt es immerhin, denn die Familie Paris bleibt zurück, immerhin haben sie inzwischen zwei Kinder. Ansonsten fliegen natürlich alle der Voyager-Crew mit. Auch das war an dieser Stelle halt leider wenig überraschend. Immerhin, der Aufbruch wird nicht wirklich gezeigt, so das spätere Autoren die Chance haben, es doch noch mal umzuschreiben. Dazu wird es natürlich nicht kommen (Coda und so), aber als Fußnote sollte man es erwähnen.

    Fazit

    Leider bleibt der letzte Voyager-Band etwas hinter den Erwartungen zurück. Die Erstkontaktmission ist mal erfrischend anders dargestellt und kommt ohne eine gewaltsame Lösung aus, dafür werden aber an anderer Stelle einige Klischees bedient. Vor allem der (geplante) Aufbruch der Voyager in eine andere Galaxie, natürlich mit (fast) allen bekannten Charakteren – was auch sonst? – wirkt etwas einfallslos. So bleibt leider ein Abschluss zurück, der an einigen Stellen eher überhastet und erzwungen wirkt, und damit nicht wirklich überzeugen kann.

    2.5 out of 5 stars (2,5 / 5)
    Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

    Quick-Infos

    Autor: Kirsten Beyer
    Originaltitel: Star Trek – Voyager: To lose the Earth
    Jahr der Veröffentlichung (Original): 2020
    Übersetzer: René Ullmer
    Seitenanzahl: 273
    Preis: 14.- Euro
    ISBN: 978-3-96658-623-8
    Verlag: Cross Cult

    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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