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    StartLiteraturFantasy-BücherRezension: "Der Lotuskrieg 2: Kinslayer"

    Rezension: “Der Lotuskrieg 2: Kinslayer”

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    Teil Zwei der Trilogie bei uns im Review.

    Inhalt (Klappentext):

    Eine ungewöhnliche neue Heldin in einer dystopischer Steampunk-Welt, die dem feudalen Japan gleicht.
    Nachdem die Sturmtänzerin Yukiko dem Leben des wahnsinnigen Shōgun Yoritomo ein Ende gesetzt hat, droht dem Inselreich Shima ein Bürgerkrieg. Die Lotusgilde schmiedet ein Komplott, um die unterbrochene Dynastie zu retten und gleichzeitig die aufflackernde Rebellion zu unterdrücken: Sie unterstützt einen Nachfolger des Shōgun, der sich nichts sehnlicher wünscht als Yukikos Tod.

    Der Lotuskrieg 2 (Cross Cult)
    Der Lotuskrieg 2

    Kritik

    Der zweite Band des Lotuskriegs ist erneut recht dick ausgefallen und bringt über 700 Seiten auf die Waage. Wie bei Trilogien meist üblich, ist der Mittelteil oftmals der Schwächste. Und auch hier fällt dieser Band im Vergleich zum Vorgänger etwas ab.

    Erst beim actionreichen Finale am Schluss wird hier ordentlich auf die Tube gedrückt. Davor gibt es zwar auch ab und an Action, der zweite Band ist aber vor allem als Charakterausbau zu verstehen. Dabei ist Heldin Yukiko gar nicht so präsent wie im Vorgänger. Klar, sie bekommt immer noch genug Raum, ist aber eigentlich auf einer Selbstfindungsreise. Denn sie muss lernen, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren, bevor diese sie töten.

    Zeitgleich planen die Rebellen ihren Angriff – und auch der neue Shogun ist nicht untätig und plant den Gegenschlag. Dabei werden sowohl den Bösewichtern als auch den Helden genug Raum eingeräumt, wobei man aber sagen muss, dass die Bösen hier eher aus Rachedurst handeln.

    Natürlich dürfen aber auch ein paar Intrigenspiele nicht fehlen und vor allem am Schluss kommt noch die ein oder andere überraschende Wendung daher. Wobei, so überraschend ist es dann doch nicht, denn Kin (ja, er ist auch im Titel vertreten) wird als ehemaliger „Bösewicht“ (Gildenmitglied) nicht gut behandelt. Und als Leser sieht man den anziehenden Verrat schon meilenweit gegen den Wind. Die Rebellen sehen das allerdings nicht und behandeln ihn weiterhin schlecht.

    In gewisser Weise sind diese Szenen auch ein kleiner Fingerzeig, dass man sich vielleicht mal an die eigene Nase fassen und mit Vorurteilen umzugehen lernen sollte. Dann wäre einiges hier zu verhindern gewesen. Wobei hier vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Als Leser von über 4000 Büchern beschlich mich noch vor der großen Wendung da ein gewisser Verdacht (weswegen die Überraschung auch nicht ganz so gegriffen hat). Der wird im zweiten Band zwar nicht aufgelöst, aber wollen wir doch mal gespannt auf den dritten Teil schauen…

    Überdies werden auch noch ein paar neue Charaktere eingeführt, die ebenfalls den Rebellen helfen und scheinbar auch Yukikos Gabe haben. Gerade bei den Szenen mit diesen neuen „Helden“ (Hana und Yoshi) hat man gerade anfangs eher das Bedürfnis, schnell weiterzublättern. Ihre Beteiligung an der Hauptgeschichte offenbart sich hier leider etwas spät, auch wenn ihre Einführung eine nette Abwechslung ist.

    Was man auch erwähnen muss ist, dass es in der Geschichte recht brutal und blutig zugeht und sogar Folter beschrieben wird. Dies mag vielleicht manche zartbesaiteten Gemüter eher abschrecken, unterstreicht aber natürlich auch die Grausamkeit der geschaffenen Welt. Hier ist sich (fast) wirklich jeder selbst der Nächste.

    Am Ende – soviel muss ich an der Stelle spoilern, also wenn ihr lieber selber lesen wollt, überspringt diesen Absatz besser – gibt es immerhin einen Teilsieg für die Rebellen. Aber wie beim Mittelteil einer Trilogie üblich (man denke nur an „Red Rising“), liegt erstmal alles in Trümmern und die Lage ist aussichtslos (okay, an dieser Stelle nicht derart wie im erwähnten anderen Buch).

    Fazit

    Auch wenn dieser Mittelteil der Trilogie etwas schwächer ist, so lebt er vor allem von den schönen Charakterszenen, die in einer fulminanten Endschlacht gipfeln. Auch hier will man unbedingt wissen, wie es weitergeht. Daher kann der dritte Band nicht schnell genug kommen.

    4 out of 5 stars (4 / 5)

    Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

    Quick-Infos

    Autor: Jay Kristoff
    Originaltitel: Kinslayer
    Jahr der Veröffentlichung (Original): 2014
    Übersetzer: Aimee de Bruyn Obouter
    Seitenanzahl: 720
    Preis: 14.- Euro
    ISBN: 978-3-96658-617-7
    Verlag: Cross Cult
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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