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    Rezension: Obi-Wan Kenobi 1×03 – “Teil 3”

    Die dritte Folge von "Obi-Wan Kenobi" schöpft aus dem Vollen – und dem Dunklen. Ihr wisst was das heißt? Na, Achtung Spoiler!

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    Die dritte Folge von “Obi-Wan Kenobi” schöpft aus dem Vollen – und dem Dunklen. Ihr wisst, was das heißt? Na, Achtung SPOILER!

    © Disney

    Soziale Wellen

    Die ersten beiden Folgen von “Obi-Wan” waren letzte Woche in den Schlagzeilen. Zum einen, weil es die bisher erfolgreichste Serie von Disney+ ist. (Bei Netflix ging dieser Part unlängst wieder an “Stranger Things”). Zum anderen aber wegen der vielen diskriminierenden Anfeindungen, welche Darstellerin Moses Ingram (Inquisitorin Reva) erleiden musste.

    Hier haben sich allerdings Schauspieler und Studio hinter die Darstellerin gestellt und auch Ingram selbst hat sich zu Wort gemeldet. Anfeindungen sind im “toxic fandom” leider nichts Neues. Bereits Kelly Marie Tran (Rose Tico) hat diese erleiden müssen und sich in Folge aus den Social Media-Kanälen zurückgezogen.

    Man kann einen Charakter nicht mögen, das ist völlig legitim. Nur sollte man nicht die Person, die dahinter steht, angreifen. Ich denke, hier sind wir uns alle einig. Daher bleibt an dieser Stelle zu hoffen, dass Moses Ingram wirklich “durchhält” und sich nicht, wie diverse Kollegen, aus Frust aus den SM-Kanälen zurückzieht. Und hier hilft jeder Support durchaus.

    Doch nach dieser Einleitung endlich zur Folge selbst.

    Leben im Imperium

    Die neue Folge von “Obi-Wan Kenobi” bietet wieder nette Referenzen an andere “Star Wars”-Werke, aber auch einen Einblick in das Leben im Imperium. Wobei man in der Zusammenfassung sagen muss, dass sich die Story wieder langsam entwickelt. Wie bei den anderen “Star Wars”-Realserien hätte man vermutlich auch Obi-Wan in einen Film verwursten können, ohne dass hierbei zu viel ausgelassen worden wäre. Wieder andere mögen die etwas gemütlichere Herangehensweise allerdings ganz okay finden.

    Sorgt für unvergessliches “Star Wars”-Feeling: Vader (Bild: Disney+)

    Davon abgesehen ist die Folge auch richtig düster. Da werden Sturmtruppen entzwei geteilt, Obi-Wan gefoltert und wir erleben Vader in seinen dunklen Momenten, als er andere Personen einfach so meuchelt. Das erinnert natürlich auch an die Endszene von “Rogue One”.

    Allerdings passt dieses neue “Dark & Gritty” etwas besser zu “Star Wars”, vor allem mit dem Inquisitionssetting. Das hätte man sich teilweise schon bei “Boba Fett” gewünscht. Allerdings, für Kinder ist das halt nicht mehr unbedingt etwas.

    Hier kriegen wir zudem auch einen Einblick in das imperiale Leben auf einem Planeten (der natürlich schon wieder in eine Einöde verwandelt wurde). Das führt allerdings auch zu witzigen Szenen, in denen Leia Obi-Wan den Rang abläuft und das Sprechen übernimmt. Ein erst sympathisches Alien entpuppt sich als fanatischer Verfechter des Imperiums. Und wenn man gerade von der FedCon kommt, dann fühlt man sich bei den Sturmtruppen gleich heimisch.

    Die sind auch nicht ganz so doof wie früher, sondern dürfen durchaus auch misstrauisch sein, auch wenn sie dann aber doch erstmal wieder “abgewehrt” werden. Das ist nur ein kleiner Sieg und es kommt zu einer durchaus netten Kampfsequenz, bei der Obi-Wan erneut ohne Lichtschwert kämpft.

    Kurz fragt man sich auch, warum niemand auf die beiden wartet und ihre Helferin (Tala, gespielt von der ebenfalls nie zu altern scheinenden Indira Varma) sich erst später outet. Wobei jedem bei ihrem Auftritt klar sein dürfte, dass sie es ist, auf die die beiden gewartet haben.

    Die Inquisition

    Zum vermeintlich (?) toten Großinquisitor gibt es diesmal keine weiteren Infos. Stattdessen sehen wir gleich zu Beginn in einer weiteren düsteren Szene, wie Vader zusammengesetzt wird und Reva den Auftrag gibt, Obi-Wan zu jagen. “Star Wars”-Feeling at it’s Best! Vor allem deshalb, weil Vader auf seinem Thron auf Mustafar sitzt.

    Etwas schade ist, dass man eine neue Synchronstimme für Vader genommen hat. Heinz Petruo ist ja schon lange tot. Seine Nachfolge in den Prequels hatte Reiner Schöne angetreten, der aber vermutlich im wohlverdienten Ruhestand residiert. Dass ein neuer Sprecher her musste, ist also in Ordnung. Nur leider fehlt diesem halt das Markante, das sowohl Petruo als auch Schöne eingebracht hatten. So klingt Vader jetzt nur noch wie ein x-beliebiger Charakter, was ihm durchaus einiges seiner bedrohlichen Aura nimmt.

    Um den Bogen zur FedCon zu schlagen: Dort klangen einige verkleidete Fans bereits bedrohlich, man hätte doch auch hier sicher noch etwas in der Bearbeitung machen können, oder etwa nicht?.

    Humor der üblichen Art: Das Alien heißt einfach Frank (Freck) (Bild: Disney+)

    Natürlich ist auch die Rivalität zwischen Reva und den anderen spürbar, wobei ihre Erfolge sicher für sie sprechen. Man darf gespannt sein, wohin das Ganze noch führt. Zumal sie sich auch diesmal wieder auf eigene Faust auf “Reisen” begibt und das geheime Versteck des Widerstands findet. Zuvor werden aber – in einer im Vergleich zu “Das Imperium schlägt zurück“ etwas aufgepeppten Version – Sonden-Droiden ausgeschickt. Das weckt wohlige “Star Wars”-Erinnerungen und auch die Szene mit dem großen Droiden bei den Sturmtruppen ist auch recht bedrohlich.

    Im Versteck selber kann Obi-Wan übrigens auch lesen, dass Quinlan hier war. Damit ist natürlich Quinlan Vos gemeint. Dessen Spur verliert sich im neuen Kanon kurz vor Ende der Klonkriege, als er mit Asaaij Ventress zusammenkam und diese wieder zur guten Seite bekehrte, kurz bevor sie getötet wurde. In den “Legends” hatte er die Order 66 überlebt und eine Familie gegründet, mit der er untertauchte. Ob man ihn jetzt in der Serie sehen wird? Schwer zu sagen. Schön wäre es, persönlich rechne ich aber eher nicht damit.

    Obi-Wan/Ben bekommt übrigens auch eine schöne Charakterszene mit Leia spendiert, in der über die Familien der beiden spekuliert wird. Fans wissen hier natürlich, was Sache ist. Und auch, dass man Leia nichts sagen kann. Auch hier wieder “Star Wars”-Feeling pur.

    Duell der Giganten

    Und damit sind wir auch schon beim Highlight der Folge: Denn Vader ist Ben dicht auf den Fersen und es kommt zum Duell der beiden! Hier kann man sich natürlich fragen, wie Vader Ben immer wieder einholt, obwohl der doch wegläuft. Ähnliches gilt übrigens auch für Reva. Wie kann diese plötzlich vor Leia sein, wenn sie hinter ihr in den Tunnel geht? Aber gut, in Horrorfilmen gelingt das den Bösewichtern auch immer. Sehen wir mal darüber hinweg.

    Duell der Giganten: Obi-Wan gegen Vader (Bild: Disney+)

    Was Fans vermutlich eher stören wird, ist die Tatsache, dass der Kanon hier schon etwas…sagen wir mal…gebeugt wird. Oder auch nicht? Denn es stand ja nirgends, dass sich Obi-Wan und Vader in “Episode IV” wirklich 20 Jahre lang nicht gesehen haben. Und auch in den “Legends” gab es ja bereits eine Buchreihe (“Der letzte Jedi”), in der Obi-Wan Tatooine kurzzeitig verlassen hatte.

    Deborah Chow, die Produzentin der Serie, hat übrigens zugegeben, dass sie sich von “Kenobi”, dem überaus guten “Legends”-Roman von John Jackson Miller, bezüglich der Serien-Atmosphäre beeinflussen hat lassen.

    Genau genommen ist es also gar kein Kanon-Bruch. Wir werden sehen müssen, wie die Serie hier zu Ende geführt wird. Immerhin haben wir schon wieder die Halbzeit erreicht. Das Duell der beiden ist allerdings nicht so schnell inszeniert wie in den Prequels, die beiden kämpfen hier wieder langsamer. Dass Macht-Fähigkeiten verkümmern, wenn man sie nicht benutzt, ist auch schon länger bekannt und wird hier gut eingebaut. Und ja, es ist wohl irgendwie auch eine Vorbereitung auf das Duell der alten Männer auf dem Todesstern.

    Hier gewinnt Vader gegen den außer Form befindlichen Obi-Wan und wirft ihn anschließend ins Feuer. Wobei er eigentlich etwas zu lange darin liegt, um vergleichsweise leichter verletzt zu sein. Und so kommt Tala ins Spiel, welche Ben dann am Ende rettet. Allerdings ist das hier etwas mit Vorsicht zu genießen. Dass die Sturmtruppen wieder daneben schießen, geschenkt. Aber warum löscht Vader das Feuer nicht einfach nochmal, sondern schaut einfach zu, wie Ben und Tala fliehen? Da muss man schon mehr als ein Auge zudrücken.

    Trotzdem, das Duell ist einfach für jeden Fan ein Fest sondersgleichen und man darf auf nächste Woche gespannt sein.

    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Zwar ist auch das Erzähltempo hier eher wieder langsam, dafür gibt es aber auch gute Charakterszenen zu sehen. Und das Duell der "Star Wars"-Größen lässt jedes (Fan-)Herz höher schlagen. Da kann man auch über ein paar Fehler hinwegsehen…
    Deutscher TitelTeil 3
    OriginaltitelPart 3
    Staffel1
    Episodennummer1
    RegisseurDeborah Chow
    DrehbuchJoby Harold, Hossein Amini, Stuart Beattie
    US-Erstausstrahlung01.06. 2022
    DE-Erstausstrahlung01.06. 2022
    Sternzeit / Missionsdatum9 VSY
    Dauer59
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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