StartProdigyProdigy - Season 1Rezension: Star Trek: Prodigy 1x10 - "Rückkehr nach Tars Lamora (Teil 2)"

Rezension: Star Trek: Prodigy 1×10 – “Rückkehr nach Tars Lamora (Teil 2)”

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Halbzeit! Wir gucken uns das Midseason-Finale von “Prodigy” an. Aber Achtung: Spoiler!

Rezension: Star Trek: Prodigy 1x10 - "Rückkehr nach Tars Lamora (Teil 2)" 1
© Paramount

Minenhanger

Nach dem Cliffhanger in der letzten Folge geht es hier nahtlos weiter. Dal und die Freunde befreien nicht nur die anderen Minenarbeiter von Tars Lamora, sondern nutzen auch den Proto-Antrieb, um die Energie wiederherzustellen.

Dabei wird besonders die Verbindung zum Anfang der Serie deutlich, denn die Cait ist wieder mit von der Partie und darf wenig später auch zeigen, was sie so drauf hat. Das ist durchaus schön gemacht. Ebenso wie ich schon wieder vergessen hatte, dass die Minenarbeiter eigentlich gar nicht miteinander reden können. Ein Umstand, der hier noch einmal thematisiert wird. Und der auch gleich zu einem netten Gag führt, denn einige wollen erstmal reden. Oder sich sogar gleich ihre Liebe gestehen.

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Action in der Mine. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×10, Paramount+)

Überhaupt ist der Zusammenhalt der Minenarbeiter gelungen und zwar vom Anfang bis zum Ende. Alle machen sich dann zusammen mit der Rev-12 auf den Weg, wobei natürlich an dieser Stelle klar war, dass nicht alle mit der Protostar zur Föderation zurückkehren wollen. Wobei man den ein oder anderen für eine gewisse Diversität ruhig auf dem Schiff hätte lassen können. Andererseits ist es halt eine Kinderserie und auch wenn das natürlich Klischee pur ist, sollte die Crew der Protostar unter sich bleiben.

Die Einigkeit der Minenarbeiter zeigt sich dann auch, als sie Drednok ausschalten. Der war seit der ersten Folge eigentlich recht bedrohlich dahergekommen, findet nun aber ein eher unspektakuläres Ende. Und gerade deswegen finde ich es durchaus gelungen. Die Abtrennung des Kopfes ist wieder was für den Kollegen Matthias, der darüber ja bereits in einer Rezension zu “Picard” ein paar Worte verloren hat. Klar, es ist ein Roboter, aber es ist dennoch eine Serie für ein eher junges Publikum. Scheinbar ist man heutzutage wirklich härter im Nehmen…

Aber, ganz ehrlich: Wie hätte Drednok die Koordinaten von Murf senden können, rein durch “Sichtlinie”? Immerhin bewegt sich Murf ja auch. Das war an dieser Stelle schon etwas konstruiert, um den Proto-Antrieb auf das Schiff zurückzubringen.

Charakterelemente

Ansonsten darf die Folge aber glänzen. So zeigt Rok ihr Talent bei der Reparatur. Sie ist inzwischen eben selbstsicherer als zu Beginn, was durchaus passt. Leider heißt das auch, dass Jankom weiter ins Abseits gedrängt wird. Aber wer meine Rezensionen verfolgt, der weiß, dass ich gerade mit dieser Figur am wenigsten anfangen kann. Weswegen ich seine Statistenrolle auch nicht ganz so schmerzhaft finde.

Dal darf hingegen unter Beweis stellen, dass er sich inzwischen weiterentwickelt hat. Denn er will hier Gwyn retten. Und selbst Zero “opfert” sich für die Minenarbeiter und verliert dabei einen Arm. Aber zu Zero werden wir später noch kommen.

Großen Raum bekommen dann auch Gwyn und ihr Vater, der Diviner, spendiert. Und natürlich ist da auch noch Holo-Janeway, die von Gwyn repariert wird. Das ist auf der einen Seite schön; auf der anderen zögert sie aber nicht, Janeway für die eigenen Beweggründe zu opfern, also einzufrieren. Doch zunächst darf Holo-Janeway ihre Kampfkunst einbringen. Ihr Showdown mit dem Diviner ist sicherlich eines der absoluten Highlights der Episode.

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Round One: FIGHT! Janeway und der Diviner im Duell (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×10, Paramount+)

Das gilt für Gwyn dann allerdings nicht so ganz. Okay, ihr Vater weiß, welche Knöpfe er bei ihr drücken muss. Daher ist es zumindest ein bisschen nachvollziehbar, dass sie den Köder auch schluckt und auf ihn eingeht. Sie hätte aber inzwischen eigentlich so weit sein müssen, zu wissen, dass ihre Freunde ihr auch bei der Wahrheitsfindung helfen können. Oder anders ausgedrückt: Sie hätte im Beisein der anderen mit ihrem Vater reden sollen, anstatt eine Situation zu provozieren, in der er sie manipulieren und hintergehen kann; was er dann natürlich auch tut.

Aber gut, hier kommt eben wieder die typische, klischeehafte Handlungslogik einer Kinderserie zum Vorschein, um Spannung zu erzeugen. Daher sollte man das auch nicht so stark gewichten.

Und so müssen Dal und die anderen also den Schildemitter beschädigen, um hinüberbeamen zu können. Dass die Minenarbeiter das Schiff dann aber gleich perfekt fliegen können und zudem auch gleich wissen, wie man die Waffen abfeuert, ist natürlich unglaubwürdig. Und dann kann auch “immer nur einer zeitgleich” beamen. Oder anders ausgedrückt: Warum kommt nach Dal kein Zweiter hinterher oder erst dann, wenn bereits alles vorbei ist? Dann hätte man auch die Lösung mit Zero vielleicht gar nicht gebraucht. Vor allem hätte Dal einfach Janeway weiter laufen lassen können und mit deaktivierten Schilden hätten alle gleich an Bord beamen können. Selbst wenn er gleich zu Gwyn eilt, wäre für diesen verbalen Befehl doch sicher schnell Zeit gewesen, oder?

Hier will ich aus den oben genannten Gründen aber mal ein Auge zudrücken. Es ist und bleibt eben eine Kinderserie.

Das Ende des Diviner

Neben dem schönen Kampf mit Janeway war es an dieser Stelle natürlich klar, dass der Diviner Gwyn verraten wird. Immerhin scheint er aber bereit, die Wahrheit zu enthüllen. Leider erfährt man auch hier nichts darüber, warum er überhaupt die Protostar gebraucht hat; geschweige denn, wodurch er über sie Bescheid wusste. Okay, dies kann noch mit seiner Reise aus der Zukunft erklärt werden. So oder so: In Zukunft muss die Serie noch einiges an Enthüllungsarbeit leisten!

Dass er aus der Zukunft kommt, um die Vau Na’Kath zu retten, ist indes ein netter Kniff – so es denn stimmen sollte. Denn wir erfahren nicht, von wann genau er gekommen ist. Dass der Erstkontakt eine Art Bürgerkrieg ausgelöst hat, ist nachvollziehbar und unterstreicht, dass Erstkontakte immer noch heikle Angelegenheiten sind. Immerhin zeigt Gwyn an dieser Stelle, dass sie sich eben durchaus weiterentwickelt hat. Sie sagt, man müsse mit der Sternenflotte reden, statt ein Desaster mit dem nächsten zu vergelten. Sehr gut und vor allem sehr Trek-like.

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Zero zeigt seine wahre Gestalt (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×10, Paramount+)

Auch dass Zero quasi als Lösung hier ankommt und seine wahre Gestalt zeigt, ist ebenfalls ein gelungener Kniff. Und natürlich in gewisser Weise auch ein Fanservice. Dass man den Diviner allerdings als einzigen auf Tars Lemora zurücklässt, damit er dort irgendwann den Tod findet, scheint mir dann aber doch unnötig gnadenlos und brutal zu sein. Wahnsinnig oder nicht, er könnte stattdessen auch in einer Zelle mitgenommen und später an die Föderation übergeben werden. Aber gut, die Autoren haben ihm ein anderes Schicksal zugedacht.

Seltsame Konstrukte

Etwas zu konstruiert wirkt in meine dann auch, dass auch Gwyn eine “Dosis” von Zero abbekommt. Irgendwie kommt es mir so vor, als würde sie sogar krampfhaft hinschauen wollen. Mal ehrlich, man muss ja nicht wirklich in die Reflektion des Kommunikators schauen, oder?.

Das war leider etwas unglaubwürdig und hatte wohl nur die Funktion, Gwyn am Ende den Plan des Diviners wieder vergessen zu lassen. Auch wenn es schön ist, dass man ihre Rekonvaleszenz zeigt – und damit auch das Zusammenwachsen der Crew.

Allerdings hat eben auch der Plan des Diviner so seine Schwachstellen. Die größte ist dabei, dass er eigentlich n i c h t s hätte tun müssen, sein Plan aber dennoch aufgegangen wäre. Und spätestens seit dem Kontakt mit Nandi hätte er davon wissen können. Klar, am Ende geht sein Plan auch irgendwie auf, aber so wäre er noch bei klarem Verstand geblieben.

Und was ist das überhaupt für ein Plan? Eine Art Virus, damit sich die Sternenflottenschiffe gegeneinander wenden? Dann müsste er aber gute Kenntnisse von den Schiffen haben. Sonst könnt es gar nicht funktionieren.

Admiral Janeway und die Dauntless

Hier werden wir also sehen müssen, was die Zukunft so bringt. Denn die Folge schließt mit der Rückkehr der Protostar in den Alpha-Quadranten. Und mit der echten Admiral Kathryn Janeway auf der U.S.S. Dauntless (VOY 4×26 “In Furcht und Hoffnung”) – natürlich samt obligatorischer Kaffeetasse. Auch das ist in gewisser Weise ein Fanservice. Aber auf eine Weise, dass es interessant bleibt…

Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Insgesamt ist "Rückkehr nach Tars Lamora, Teil 2" eine durchaus gelungene Folge, die auch die erste Staffelhälfte beschließt. Wären die zahlreichen kleineren Schnitzer nicht, dann wäre hier beinahe noch ein weiteres Mal die Höchstwertung drin gewesen. So bleibt es am Ende aber bei immer noch guten vier Sternen.
Deutscher TitelRückkehr nach Tars Lamora, Teil 2
OriginaltitelA Moral Star, Part 2
SerieProdigy
Staffel1
Episodennummer10
RegisseurBen Hibon
DrehbuchKevin & Dan Hageman, Julie Benson
US-Erstausstrahlung03.02. 2022
DE-Erstausstrahlung13.11. 2022
Sternzeit / Missionsdatum61103.1 (7. Februar 2384)
Dauer25
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Aber ein kleiner Hinweis zur Dauntless. In der entsprechenden Voyager-Folge wird ja deutlich, dass die “Dauntless” in Wirklichkeit ja kein Sternenflottenschiff war, sondern nur so gestaltet wurde, um die Voyager-Crew in eine Falle zu locken und den Borg auszuliefern. Es kann also nicht dasselbe Schiff sein.

Ist nicht das gleiche Schiff. Die Prodigy-Dauntless sieht anders aus als die in Voyager. Jene hatte z.B. ovale bzw. “eckige” Warpgondeln, die aktuelle hat runde.

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