StartProdigyProdigy - Season 1Rezension: Star Trek: Prodigy 1x14 - "Kreuzung"

Rezension: Star Trek: Prodigy 1×14 – “Kreuzung”

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Weiter geht’s mit dem zweiten Teil der 1. Staffel! Wir werfen einen Blick auf Folge 14, in der es ordentlich zur Sache geht. Achtung: SPOILER!

Rezension: Star Trek: Prodigy 1x14 - "Kreuzung" 1
“Star Trek: Prodigy” © Paramount

Rückkehr eines alten Bekannten

Die Handlung von “Kreuzung” startet auf einem Eisplaneten. Das ist insofern eine nette Verbindung zu den vorherigen Episoden, weil Barniss Frex, der Denobulaner, der die Explosion seiner Relaisstation überlebt hat, genau dort mit seiner Rettungskapsel gelandet ist.

Folglich muss ich auch meine Einschätzung zu den letzten Folgen in Teilen revidieren. Die Truppe um Dal ist tatsächlich freiwillig dazu bereit, die Protostar aufzugeben, eben weil es für sie zu gefährlich wird. Okay, gegen Ende wird das dann erwartungsgemäß wieder rückgängig gemacht. Und dennoch hatte mich der Kniff hier zunächst durchaus am Haken.

Kleines Plot Hole am Rande: Warum hat man nicht wenigstens bei dieser Kälte ein Shuttle oder ein Bodenfahrzeug (kann man sich ja inzwischen 3D-Drucken lassen) genommen, um den Planeten zu erkunden? Das erschließt sich mir hier nicht so ganz. Aber sei’s drum.

Dafür warten im Denaxi-Depot so einige Fan-Momente auf uns. Denn hier ist nicht nur die echte Janeway samt ihrer Crew anwesend, sondern auch noch ein alter Bekannter aus einer frühen “The Next Generation”-Folge: Captain Thadiun Okona! Der Gaststar aus “Der unmögliche Captain Okona” (TNG 2×04 “The Outrageous Okona”) wird hier im Original erneut von Billy Campbell gesprochen.

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Fanservice auf der Eiswelt: Captain Okona aus “Star Trek: The Next Generation” (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×14 © Paramount+)

Okona ist es in den Jahren seit seiner Begegnung mit Picards Enterprise allerdings nicht ganz so gut ergangen wie in den Büchern (Dort arbeitet er nämlich für den Sternenflottengeheimdienst). Hier hat er inzwischen sogar ein Auge verloren, was ihn definitiv zu einem der Verlierer der (neuen) Kanon-Zeitlinie jenseits des Buch-Universums macht. (Jap, das war eine “Coda”-Anspielung 😉).

Und wie es sich für einen guten Gastcharakter gehört, darf Okona am Ende auch einen kleinen Teil zur Rettung der Crew beitragen und erst einmal mit an Bord der Protostar gehen. Es wird sich zeigen, inwieweit er in den nächsten Folgen noch hilfreich sein kann.

Und dann gibt es in dieser Episode auch noch ein Sammelsurium an verschiedenen Spezies, darunter die Kazon. Ähm…Kazon im Alpha-Quadranten? Ja, das gibt es scheinbar. Auch diesbezüglich verweise ich auf meine früheren Rezensionen mit Bitte um eine Erklärung. Aber wenigstens die Xindi-Insektoiden sind hier eine nette Ergänzung.

Treffen mit Admiral Janeway

Richtig gut gefallen hat mir die Interaktion der Protostar-Crew mit der Sternenflotte. Okay, vielleicht mit Ausnahme von Pog, der sich erneut wie ein Elefant im Porzellanladen verhält. Und trotzdem hat er das Runtermachen durch seinen tellaritischen Kollegen so sicher nicht verdient.

Aber da sind ja auch noch Ensign Ascencia und Gwyn. Letztere erhält im Gespräch auch einige sehr wichtige Infos. Überhaupt macht Ascencia für einen Ensign eine erstaunlich gute Figur. Gerne mehr davon!

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Macht Laune: Admiral Janeways neue Crew. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×14 © Paramount+)

Aber auch das Gespräch zwischen der echten Janeway und Dal kann sich sehen lassen. Hier hat man als Zuschauer natürlich einen Vorteil. Denn wir wissen inzwischen, wie intensiv und vertrauensvoll Holo-Janeway mit der Protostar-Crew interagiert. Und dennoch ist das ein guter Kniff, der Laune macht und vor allem Janeway als echte Führungspersönlichkeit herausstellt.

Sehr schön umgesetzt ist hier auch, dass die Admiralin erkennt, dass diese Crew aus Heranwachsenden besteht und nicht aus Erwachsenen. Vielleicht besteht ja doch noch irgendwie die Hoffnung, dass sie früher oder später die Wahrheit erfährt.

Die Krux mit dem Slipstream-Antrieb

Am Ende spendiert uns die Folge dann sogar noch ein schönes Action-Feuerwerk. Gut, die Flucht auf dem Eisschlitten ist ein wenig klischeehaft, aber dafür kann die Verfolgungsjagd zwischen der Protostar und der Dauntless punkten. Diese ist nämlich extrem gut umgesetzt und man kann richtig mitfiebern. Wird es der Crew gelingen, den Proto-Antrieb zu aktivieren?

An dieser Stelle wird übrigens erwähnt, dass die Dauntless einen Slipstream-Antrieb benutzt. Auch in den Büchern wurden die Schiffe der Sternenflotte Anfang der 2380er mit einer solchen Antriebsgeneration ausgerüstet. Das wurde aber inzwischen aus der Timeline getilgt. Der Slipstream-Antrieb erklärt natürlich auch, wie Janeway so schnell nach Tars Lamora kommen konnte.

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Weiteres Highlight: Die Verfolgungsjagd am Ende. (Bild: “Star Trek: Prodigy” 1×14 © Paramount+)

Unproblematisch ist die Einführung des Slipstream-Antriebs aber trotzdem nicht. Und das aus einem ganz anderen Grund: In der dritten “Discovery”-Staffel wurde nämlich noch großspurig erklärt, dass man nach dem “Brand” auch andere Antriebsarten ausprobiert hätte, es ginge aber halt nichts über den guten, alten Warp-Antrieb.

Hier präsentiert man uns aber jetzt sowohl einen funktionierenden Proto-Antrieb als auch einen funktionierenden Slipstream-Antrieb. Und da bin ich ehrlich: Diese Inkonsistenz innerhalb der Serien stört mich eben gewaltig! Vor allem auch deshalb, weil es einmal mehr vor Augen führt, welchen Schwachsinn die Autoren von “Discovery” damals mit dem “Brand” zusammengeschrieben haben…

Janeway, Murf…und Romulaner!

Doch zurück zur Episode. Eine Stärke von “Kreuzung” besteht sicherlich darin, dass die Folge meine Erwartungen gekonnt unterlaufen hat. Denn die Flucht gelingt dieses Mal nicht und Admiral Janeway schafft es tatsächlich, den Proto-Antrieb auszuschalten. Diese Szene ist jedenfalls extrem spannend umgesetzt worden und verliert nur dadurch etwas an Tempo, weil es unbedingt der kürzlich mutierte Murf sein muss, der zuerst einen Torpedo abfeuert. Also bitte…! Natürlich, Murf ist immer noch irgendwie niedlich, aber ob man damit die Merchandise-Verkäufe ankurbelt?

Am Ende geht es in die romulanische Neutrale Zone, wobei man sich hier fragen muss, ob Janeway nicht auch einfach eine Schildmodulationstarnung hinbekommt. Wenn die “Kinder” das können, sollte Admiral Janeway das doch erst recht hinkriegen, oder?

Und warum sind die Romulaner just in dem Moment zur Stelle, als es brenzlig wird? Okay, das kann man bei früheren Trek-Serien auch schon fragen, denn irgendwie scheinen die Bösewichter sofort zur Stelle zu sein, während die Föderation ihre Grenzen scheinbar nicht bewacht.

Aber sehen wir über diese kleinen Patzer mal hinweg und genießen eine sehr gute Folge, die wahrlich Lust auf die Fortsetzung macht.

Was ist deine Meinung zur ersten Staffel “Star Trek: Prodigy”?

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Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

"Prodigy" schafft es mit dieser Folge durchaus zu überraschen und weiter eigene Wege zu gehen. Vor allem das Treffen mit der echten Janeway und ihrer Crew ist ein Highlight. Aber auch die anschließende Verfolgungsjagd braucht sich nicht zu verstecken. Da kann man sogar über ein paar kleinere Fehler hinwegsehen.
Deutscher TitelKreuzung
OriginaltitelCrossroads
SerieProdigy
Staffel1
Episodennummer14
RegisseurSteve In Chang Ahn & Sung Shin
DrehbuchLisa Schultz Boyd
US-Erstausstrahlung17.11. 2022
DE-Erstausstrahlung09.01. 2023
Sternzeit / Missionsdatum61302.7 (20. April 2384)
Dauer24
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Das mit dem Slipstream Antrieb ist kein Widerspruch.
In Voyager wurde erwähnt das für den Betrieb Benamit-Kristalle erforderlich sind.
Diese sind zum einen sehr selten und zerfallen einmal in Betrieb genommen sehr schnell. Es dürfte sich also recht schnell eine ähnliche Mangellage eingestellt haben wie bei Dilithium.

Kleine Ergänzung noch. Eingeführt wurde der Slipstream-Antrieb 2375 bereits von der Voyager (hat ja noch nicht ganz geklappt ->Temporale Paradoxie). Der erwähnte “Brand” findet eh im 31. Jahrhundert statt und Prodigy spielt im 24. Jahrhundert (2383).

Lustig, dass mit dem Fahrzeug auf dem Eisplaneten habe ich mich auch gefragt.

Ansonsten solide Folge – und ja, die Autoren bei Discovery haben viel Schwachsinn geschrieben. Das sollte eigentlich eine Lohnkürzung geben.

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