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StartSerienRezension: "Doctor Who 1x06 - Rogue"

Rezension: “Doctor Who 1×06 – Rogue”

Wie immer etwas zeitverzögert widmen auch wir uns der inzwischen sechsten Folge der neuen Doctor Who-Staffel. Aber Achtung, Spoiler!

Bridgerton-Cosplay, in mehr als einer Hinsicht

Die Story handelt vom Bridgerton-Cosplay. Ja, richtig gehört, das ist das Thema, um das es geht und das ist absolut Ernst gemeint.

Zunächst finden wir uns im Jahr 1813 wieder, auf einem Ball in einem alten Haus. Ein Mörder geht um, der die Identitäten der Leute annimmt. Soweit so klassisch, wer aber nun an eine übliche Detektivstory denkt, der wird bald eines Besseren belehrt. Denn verantwortlich sind die Choldur, die halt gerne Cosplayen und Bridgerton nachspielen wollen. Womit sie sich aber, nicht ganz unproblematisch, als Zeitreisende outen. Früher war das alles mal Doctor-Exklusiv, aber auch der titelgebende Kopfgeldjäger Rogue erweist sich als Zeitreisender.

Zu dem kommen wir gleich noch. Zum Thema Zeitreisen: Natürlich erfolgt keine Erklärung dafür, wie oder warum, die Gegner sind halt einfach da. Hier hat man sich das Drehbuch leider wieder komplett zurechtgebogen. Immerhin: Indira Varma, die bereits in Torchwood dabei war, macht hier eine gute Figur als Choldur und bringt die abgehackte Vogelbewegung gut rüber. Genauso gut wie Millie Gibson übrigens, die am Ende genauso abgehackt reagiert.

Aber mal ernsthaft, hat irgendwer wirklich geglaubt, dass es Ruby an den Kragen geht? Immerhin wurde um sie ja ein riesengroßes Geheimnis gemacht, da wird man ihren Charakter nicht einfach so opfern. Daher war das Wegschneiden während des Choldur-Angriffes etwas, das so gar nicht bei mir zünden wollte. Immerhin, die Überraschung, dass es dann doch mehr als zwei sind und wer das alles ist, ist am Ende wirklich gut gelungen.

Wobei das Ende so eine Sache ist. Das Fangen der Gegner geht ja so weit noch in Ordnung, aber es kann mir keiner erklären, dass sich Rogue opfern musste, um Ruby zu retten. Das war halt so offensichtlich, immerhin durfte es mit dem Doktor ja kein Happy End geben. Aber wenn ich jemanden durch Herausschubsen herausholen kann, dann hätte man Ruby auch einfach herausziehen können. Oder sich an einem Seil drüberschwingen und sie rausholen können – na ihr versteht schon. Auch hier macht das Drehbuch wieder unschöne Verrenkungen.

Und um nochmal zu Bridgerton zurückzukommen: Musste diese Anspielung/Werbung denn wirklich sein?

Der etwas andere Kopfgeldjäger

Und dann ist da ja noch… Rogue. Dass mit dem Kerl was nicht stimmt, bekommt man recht schnell mit, da er ja die Party beobachtet. Was man ebenso schnell mitbekommt ist, dass es eine Anziehung zwischen ihm und dem Doktor gibt. Auch hier muss man festhalten, dass diese zwischen den beiden Darstellern sofort spürbar ist. Soweit so gut, aber dann läuft es irgendwie aus dem Ruder…

Denn die beiden… ich weiß nicht, ob man schon von Verlieben sprechen kann, auf jedenfall wollen die beiden mehr voneinander. Nun mögen einige einwenden, dass dies so überhaupt nicht zum Doktor passen mag. Auf der anderen Seite war das aber schon lange absehbar. Klar, die ersten Doktor(en) hatten eindeutig Beziehungen mit Frauen, immerhin gab es die Enkelin des Doktors, Susan. Aber bereits die 13.Doctor (die Doctreuse) wollte am Ende ja mit Yaz anbandeln (und ich verzeihe es immer noch nicht, dass sie erst kurz vor ihrer Regeneration sagte, sie wäre diese Beziehung eingegangen, das fand ich damals schon verschwendetes Potential). Man kann sicher argumentieren, dass der Doctor vorher Frauen mochte und sich nun wieder in eine Frau verliebte. Andererseits, auch das wurde in den letzten Staffeln eingeführt, wechseln die Time Lords auch ihre Geschlechter, und da man da vielleicht den alten Partner behalten möchte, gilt das auch für die entsprechende Beziehung unabhängig vom Geschlecht. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Doctor sich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt.

Und nein, ich habe absolut kein Problem damit, dass der Doktor hier homosexuell dargestellt wird (auch wenn Verschwörungstheoretiker jetzt wieder sagen, das kommt von RTD und/oder Disney). Es ist nur in dieser Folge schlicht zu viel! Hier trieft der Kitsch quasi aus allen Poren, hin von den Anmachszenen auf dem Schiff bis hin zum Finale auf der Party, bei der Rogue dem Doktor quasi einen Heiratsantrag macht. Nicht nur, dass das viel zu schnell geht, um das alles in einer Folge einzubauen (gute Charakterentwicklungen brauchen Zeit), es wirkt stellenweise leider auch einmal mehr wie bemüht hingebogen. Weniger ist ja bekanntlich mehr und das wäre halt nunmal auch hier das Ziel gewesen.

Zumal es eben, wie erwähnt, am Ende allzu offensichtlich ist, dass es kein Happy End geben wird. Wobei der Doctor das dann auch noch zu schnell abtut. Zufall oder hat er gar nicht vor, Rogue zu suchen? Ach ja, und dann ist da natürlich noch der weinende Doctor, der auch in dieser Folge wieder auftreten darf. Schon jetzt wird Ncuti wohl als der “Crying Gay Doctor” im Gedächtnis bleiben. Wieder einmal wird mehr als deutlich das man, nicht wie bei den Doktoren davor, den Schauspieler die Rolle interpretieren lässt, sondern das man den neuen Doctor so geschrieben hat, dass er quasi Ncuti IST. (Der Schauspieler ist auch in echt homosexuell).

Übrigens, die Tatsache, dass ein Schwarzer hier so auftanzt, wird nicht erwähnt oder bemäkelt. Zur damaligen Zeit war das ja eher unüblich, aber wie bei Bridgerton opfert man hier die Diversität der damaligen Realität und auch unter den Gästen sind einige Schwarze zu finden. Wollte ich nur mal erwähnt haben, es fällt eher weniger störend ins Gewicht.

Und wie lange soll das Schiff des Kopfgeldjägers um den Mond kreisen? Immerhin beginnt irgendwann ja auch das Raumzeitalter der Erde…

Kleiner Fun Fact am Rande: Bei den Gesichtern der vergangenen Doktoren taucht auch der Shalka-Doctor von Ricard E. Grant auf, der damit kanonisch wird. Dieser stammt aus dem Jahr 2005 aus einer Webisode und sollte damals quasi der neue 9.Doctor werden, bevor die Serie dann zurückkam und Christopher Eccleston zu sehen war. Dadurch wurde der Doctor in gewisser Weise apokryph, war aber immer noch beliebt. Dadurch, dass auch die “Vor-Doctoren” aufgetaucht sind in dieser Rückblende, impliziert man auch, dass es einer dieser Doktoren sein könnte. Eigentlich könnte man sogar “Doctor Who Minus One” machen… die Abenteuer der Pre-Doctors!

Bewertungsübersicht

Bewertung

Fazit

Ein paar gute Ansätze sind ja vorhanden, aber die Beziehung zwischen dem Doctor und Rogue kommt einfach zu schnell und viel zu kitschig rüber. Zudem wurden wieder einige Sachen zu sehr zurechtgebogen, das wäre alles viel besser gegangen. Insofern wieder ein deutlicher Knick nach unten.
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Ein paar gute Ansätze sind ja vorhanden, aber die Beziehung zwischen dem Doctor und Rogue kommt einfach zu schnell und viel zu kitschig rüber. Zudem wurden wieder einige Sachen zu sehr zurechtgebogen, das wäre alles viel besser gegangen. Insofern wieder ein deutlicher Knick nach unten.Rezension: "Doctor Who 1x06 - Rogue"
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