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Review: “Warhammer 40 000 – Ghazghkull Thraka – Da Obaboss”

Verfügbarkeit:
Regulär erhältlich

Ein neuer Ork-Roman aus dem Warhammer-Universum.

Inhalt (Klappentext)

Schlitza da Stecha ist der neue Waaaghboss der Blood Axes und damit fangen seine Probleme erst an. Jetzt untersteht er Ghazghkull Mag Uruk Thraka, dem mächtigsten Ork der Galaxis, dem unangefochtenen Kriegsherrn des größten Waaagh, der das Imperium der Menschheit je heimgesucht hat. Er hinterlässt eine Spur der Zerstörung und alle Bosse verbeugen sich vor ihm. Für ein titanisches Kräftemessen mit den Black Templars richtet Ghazghkull den Blick auf Gabal, eine Welt der Blood Axes, doch nicht alle seine Jungs sind begeistert von dieser Entscheidung. Zwischen verräterischen Verbündeten, rachsüchtigen Kreuzrittern und dem unaufhaltsamen Obaboss der Obabosse muss sich Schlitza entscheiden, auf welcher Seite er steht, und zwar schnell.

Kritik

Obaboss (blacklibrary.de)
Obaboss (blacklibrary.de)

“Da Obaboss” ist ein neuer Ork-Roman, der Ghazghkull in den Vordergrund rückt (wie es der Titel schon verrät). Wie bei Romanen zu anderen Fraktionen üblich, kann man auch hier davon ausgehen, dass die Ork-Kampagne erfolgreich ist… oder auch nicht? Tatsächlich schafft Autor Denny Flowers (Der auch bereits “Grotsnik” geschrieben hat) schöne Variationen einzubauen. Doch der Reihe nach.

Wer meine Reviews verfolgt, der weiß, das ich nicht der größte Ork-Fan bin. Der vorliegende Band ist quasi eine direkte Fortsetzung von “Grotsnik”, da die gleichen Charaktere auftauchen – und damit sind nicht Grotsnik oder Ghazghkull gemeint, das konnte man ja bei dem Titel auch erwarten, sondern auch Schlitza und andere. Okay, genau genommen könnten es auch einfach Orks sein, die den gleichen Namen nochmal annehmen, auch das nicht ungewöhnlich. Man muss also den Grotsnik-Roman nicht kennen, um mit diesem Buch Spaß zu haben. Auch den ersten Ghazghkull-Roman, “Prophet des Waagh”, braucht es dafür nicht – aber da es ihn gibt, werde ich wohl, wie bei den Belagerern, den quasi ersten Teil im Anschluss an diesen hier lesen…

Was an den Orks auch etwas störend ist, ist ihre Sprache, die ja schon hier im Titel des Romans steht. Das empfand ich immer etwas als störend, wird hier aber erst gegen Ende richtig “schlimm”, denn einen Großteil reden die Orks normal (mal von Begriffen wie Dakka abgesehen). Das mag zum einen daran liegen, dass es hier auf eine Menschenwelt geht, zum anderen auch einfach praktischen Gründen geschuldet sein. So oder so steht bei den Orks natürlich wieder das Thema Schlägereien im Vordergrund.

Diesesmal wird aber nicht einfach nur zwischen den Orks rumgemoscht, sondern Flowers schafft es, durch eine menschliche Perspektive noch genug andere Blickwinkel einzuflechten. Im Grunde ist die Story zwar wieder ein Nebenschauplatz, denn Ghazghkull greift Gabal an, aber dadurch, das man eben auch die Menschen als Gegenpart präsentiert bekommt, wird man durchaus besser in die Handlung gezogen. Dabei gibt es auch unter den Menschen wieder die obligatorischen Intrigen, vor allem, da Gabal ein Hinterwäldlerplanet ist, der seit Jahrhunderten keinen Kontakt mit dem Imperium hatte.

Allein dieser kulturelle Impact hätte genug Stoff für einen eigenen Roman geboten (und war erst kürzlich bei Abnetts Makropole-Reihe auch in gewisser Weise Thema), was vermutlich auch der Grund ist, das man gerade diese Verschwörung am Ende eher halbherzig auflöst. Ja, es wird am Ende nicht vergessen, was hinter den Kulissen abgeht und auch diese Geschichte noch aufgelöst, sie ist im weiteren Verlauf des Buches aber überflüssig (oder hätte als Cliffhanger für den nächsten Part aufgebaut werden können). Dem entgegen stehen die vielen kleineren Scharmützel unter den einzelnen Ork(bossen). Die sind teilweise auch nett zu lesen und gehören irgendwie dazu, sind am Ende aber schon fast zu viel, so dass man langsam den Überblick verliert.

Witzig ist hingegen der Rachefeldzug des Templars Adenauer (ob da ein Deutscher Pate stand?), der mit besagtem Obaboss noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Doch dazu kommen wir gleich. Man sieht also, es wird hier viel geboten, Verschwörungen bei Menschen und Orks und zwischendrin ein wenig Action. Dadurch sticht dieser Roman hervor, denn es gibt hier eben nicht am Ende das große Gemetzel. Ja, es gibt einen Kampf, der ist aber nur zwischen zwei Orks und dann hauen diese auch noch ab, ohne den Feldzug weiterzuführen. An dieser Stelle wird allerdings genug für einen zweiten Teil offen gelassen. Da wäre es doch fast interessant, den dann aus anderem Blickwinkel (Menschen?) zu erzählen. Aber das wird vermutlich ein Wunschtraum leiben.

Zurück zur Haupthandlung. Auch hier schafft der Autor es, die Handlung aus dem üblichen 40K-Trott herauszureißen. Denn Ghazghkull stirbt… na gut, sogar zweimal. Und ja, in gewisser Weise weiß man, dass er nicht tot ist. Wie eingangs erwähnt, wenn man einen Roman der Fraktion liest, dann geht diese in der Regel sieghaft hervor. Außerdem ist der Charakter wohl (noch) zu wichtig, um Dauerhaft in die ewigen Jagdgründe geschickt zu werden (zumal große Handlungsänderungen bei 40K ja auch eher langsam vonstatten gehen). Aber es wäre ja auch unrealistisch gewesen, wenn Ghazghkull bei den ganzen Prophezeiungen und Verwicklungen, die hier herrschen, als überlegener Sieger hervorgegangen wäre. Daher passt es schon, dass er hier (nahezu) besiegt wird – wie genau die Auflösung vonstatten geht, ist jetzt ein kleiner Spoiler, der hier mal nicht verraten werden soll.

Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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