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StartDaily TrekRezension: "Strange Puppet Worlds 4x05 - Stufe-5 Folgenunfall"

Rezension: “Strange Puppet Worlds 4×05 – Stufe-5 Folgenunfall”

In dieser Folge wird alles äh anders. Aber lasst doch mal die Sorgen Sorgen sein, stimm in das Lied ein und schwing das Bein… oder so ähnlich. Nein, ganz ohne Spoiler geht es auch in Toms Review nicht.

Es ist…

„Ich hab keinen Bock mehr.“ Das war die Reaktion meiner Frau allein schon auf das Vorschaubild der Folge. Und ja, wie ich bereits letzte Woche erwähnte, es reicht langsam mit den Experimenten und man sollte sich doch bitte auf die Tugenden von Sci-Fi-Stories zurückbesinnen. Wie ihr ja sicher alle schon mitbekommen habt, ist die vorliegende Folge die Muppets-Folge, in der wir Ethan Pecks Solo-Performance bekommen, die über weite Strecken im Zusammenspiel mit den Puppen alles tragen muss.

Nun muss ich vorausschicken, dass ich nie ein großer Fan der Muppets war und mich auch andere Serien mit Puppen als Kind nie abgeholt haben. Das hat sich bis heute leider gehalten, daher waren die Erwartungen an diese Folge auch sehr klein. Was man allerdings dazu sagen muss, ist, dass die Puppen, die hier gezeigt werden, handwerklich erste Sahne sind. Okay, sie kommen wohl von der Jim Henson-Company, die spricht ja für Qualität. Konnte ich mich mit Filmen wie „Dark Crystal“ und der darauf basierenden Serie nie anfreunden, einfach weil die Puppen zu starr und leblos waren, was mich immer aus der Immersion riss, so ist das hier nicht der Fall. Obwohl sich auch hier die Augen nicht bewegen, sehen die Puppen überaus lebendig und hochwertig aus. Die Charaktere und ihre Eigenarten sind gut auf die Puppen übertragen worden. Es wirkt zwar an manchen Stellen unfreiwillig komisch, trotzdem kann man eine hohe Schauwertqualität nicht absprechen.

Aber ja, im Grunde war es das dann auch schon. Ist es bedenklich, wenn die Schauwerte zu den positivsten Eigenschaften der Folge zählen? Vermutlich schon. Aber das Schlimmste ist ja eigentlich, dass man sich jegliche Kritik an der Folge sparen kann. Man guckt die ersten und die letzten paar Minuten, der Rest ist nicht relevant, da es alles nur ein Traum von Spock war und damit absolut keinerlei Bedeutung hat. Weder für den Kanon noch den Charakter. Okay halt, das ist so nicht ganz korrekt, denn Spock lernt ja etwas aus seinem Gedankenspiel, dazu kommen wir auch gleich noch.

Klar, die Folge soll Spaß machen, aber es ging halt bei Star Trek nie vornehmlich um Spaß. Und nach nunmehr schon drei anderen Folgen mit Spaß hätte es eben gern etwas anderes sein dürfen. Aber gut, hinfällig sind also die Bemerkungen darüber, dass ein Transporter das ganze Schiff „verbeamt“, dass man den Orioner weiter kokeln lässt, obwohl T’Pring ihre Hand löscht und das keinen interessiert. Das es eigentlich noch 400 andere Puppen geben müsste (Crewmitglieder?), die bei den Kämpfen geflissentlich vergessen werden und nur die Führungsetage alles rocken muss. Dasselbe hat mich schon bei Pike und Batels Abschiedsszene in Season 3 gestört, auch wenn diese gut gemacht war und bei den meisten Fans wohl gut ankam, hatte sie mich emotional leider kalt gelassen. Nicht real eben, was soll man sagen?

Puppenspaß

Bevor wir uns den wenigen „realen“ Szenen widmen, die auch Konsequenzen haben, sehen wir uns also den Puppenspaß im Detail an. Zumindest eine Bemerkung sei aber vorab gestattet: T’Pring erwähnt, sie möchte, wenn sie aufs Schiff kommt, diesmal keine „Merkwürdigkeiten“. Und der geneigte Strange New Worlds-Zuschauer, oder jeder, der schon mal eine Serie gesehen hat, in der ähnliche Bemerkungen fallen, der mag an dieser Stelle die Augen verdrehen und schon ahnen, dass genau das anders kommen wird. Ein bisschen Klischee geht halt immer (wobei es bei genauerer Betrachtung diesmal aber relativ normal zugeht, da Spock lediglich ausgeknockt wird). T’Pring darf am Ende noch sagen, das wäre ja die Norm…puh. Und hat sonst noch jemand bei Scottys Transporterexperimenten Vibes auf den Tanswarp-Transporter aus Kelvin? Aber lassen wir das.

Lässt man sich auf die Story ein, kann man durchaus das ein oder andere Späßchen mit der Folge haben, wie es vermutlich beabsichtigt war. Persönlich hat es für mich bis auf zwei Grinser aber leider nicht gereicht, keiner der Gags hat gezündet. Amüsant mag ja noch sein, dass eben alle plötzlich Puppen sind und die Konsolen nicht mehr bedienen können. Das ist durchaus konsequent zum Setting umgesetzt. Spock rotiert hin und her und kommt irgendwann gar nicht mehr klar, inklusive T’Prings Ohrfeigen – nun ja, kann man machen, ginge aber auch anders.

Natürlich darf etwas Action nicht fehlen und dass orionische Piraten auftauchen ist ebenso sicher, wie das Amen in der Kirche – man hat ja vorher immer wieder darauf hingewiesen. Überdies sieht man hier immerhin ein orionisches Schiff in einem der wenigen Live-Auftritte. Die Piraten kommen dann an Bord und interagieren mit den Puppen, werfen sie umher. Alles ja ganz nett, aber auch nicht mehr. Spock soll natürlich gefoltert werden, wobei es eher ein Gespräch unter Männern ist. Das wäre ja nicht mal so schlecht, immerhin ist es mal was anderes als das erwähnte Verhör. Lustig auch die Szene mit dem unter einem Torpedo begrabenen Scotty, aber mehr als Kurzweil ist da halt auch nicht drin.

Pelia wird dann noch entzwei geschnitten und Pike ins All befördert (das extrem künstlich aussieht, aber ist halt ein Puppenhintergrund). Ja, es gibt einen Hinweis auf die “Der Zorn des Khan” (lustigerweise bevor es zu Ende gebracht werden kann), den es an der Stelle einfach nicht gebraucht hätte. An der Stelle ist es emotional auch gar nicht mitreißend, da man zum Puppen-Pike ja keine Beziehung aufgebaut hat. Das führt dann zum Plan der Puppencrew, gegen die Invasoren vorzugehen, wobei sich auch T’Pring als Ratgeber in der Not hervortut. Wie gesagt, stellenweise sind das schon ein paar witzige Szenen (wobei Puppen auch im All eigentlich stocksteif frieren müssten, oder?), etwa der „Jedi“, der aus der Krankenstation kommt (allerdings gleich wieder die Verkleidung abwirft).

Was man beim Sturm auf die Brücke aber halt auch an jeder Ecke merkt: Die Real-Darsteller agieren teilweise schon etwas tölpelhaft (und gekünstelt langsam) damit das Zusammenspiel mit den Puppen funktioniert. Vor allem ist Spocks Aktion für den Stuhl eigentlich auch total unnötig, er hätte, wie von T’Pring vorgeschlagen, sich von hinten anschleichen und die Kapitänin mit dem Nackengriff betäuben können. Das dann etwas nicht stimmt, merkt man daran, wie schnell Spock auf der KS ist und die Feinde weggebeamt. Wird mit Scottys Handschuh erklärt, ebenso, das alles wieder weggewischt wird, man aber noch eine Tour im All unternehmen wollte. Wo es halt dann auch völlig absurd wird – immerhin bemerken die Charaktere dann, das es schon komisch ist, das sie im All reden können und so. Man nimmt sich hier also quasi in der Vorbereitung der Auflösung selbst auf die Schippe.

Bevor Spock dann erwacht, darf er sich nochmal T’Pring annähern und es kommt zu einem Kuss. Warum auch das etwas holprig ist, nun, darauf gehen wir in der Betrachtung des Realteiles ein. Also, des Teiles, der in der realen Welt passiert, es ist ja per se schon eine Live-Action-Serie. Ach, ihr wisst schon, was ich meine.

Spock im Wandel

Denn im Grunde ist die Folge eine Charakterreise für Spock, der bei einem Shuttleeinsatz was abkriegt und deswegen seinen Traum hat. Man hat hier also bewusst eine Lösung gewählt, die nicht eine Universumsweite Singanomalie beinhaltet wie in der Musical-Folge. Es wäre auch etwas zu schräg gewesen, nach Schrumpf-Nebeln und Sing-Anomalien auch noch eine Puppen-Anomalie hinzuzufügen. Im Hinblick auf Transporterunfälle sicherlich keine gänzlich abwegige Erklärung, aber so nimmt man etwaigen Meckerern zumindest etwas den Wind aus den Segeln. Dem Rest der Folge hilft das aber freilich nur wenig.

Im Grunde geht es darum, dass Spock lernt, mehr auf die Logik zu hören, den Konflikt zwischen menschlicher und vulkanischer Seite einzudämmen, was auch eines der Hauptanliegen von T’Pring ist, dass sie sich ihm wieder annähern kann. Kurz zuvor, also relativ zu Beginn der Folge, hat nämlich La’an mit Spock Schluß gemacht. Man hätte sich ja auseinandergelebt. Für mich war aber gerade die Beziehung der beiden ein kleines Highlight von Strange New Worlds, das natürlich unweigerlich auf ein tragisches Ende zusteuerte. Hier quasi einfach so den Stecker zu ziehen, wirkt absolut unpassend und wie zurechtgebogen, da man Spock in eine gewisse Richtung (also die TOS-Richtung) haben wollte. Natürlich fühlt es sich trotzdem nicht natürlich an. Vor allem erwähnt La’an, dass man ja seit der Griffin nicht mehr geredet hätte, und sie eben nunmal Angst vor ihren Genen hat. Letzteres ist ja durch diverse andere Folgen bekannt.

Dass die beiden nicht geredet haben, hätte man einfach dadurch erklären können, dass es eben seither durchaus dazu gekommen ist, aber eben off-screen. Immerhin sind seit der zweiten Folge ja mindestens ein paar Wochen vergangen. Show, don’t tell war ja schon immer en Markenzeichen der Serie (also, in umgekehrter Reihenfolge), und hätte hier genauso funktionieren können. Hier schwenkt man aber zu „Not shown, not told“ um, nur um das Drehbuch in die entsprechende Richtung zu biegen, in der man es braucht. Was man nicht gesehen hat, ist auch nicht passiert, ergo haben Spock und La’an wochenlang nicht geredet, obwohl La’an das Bedürfnis hatte. Super gemacht.

Am Ende wird Spock zwar zugeben, das es ein Fehler war, auch wenn La’an sagt es ist nicht seine Schuld, ein bitterer Nachgeschmack bleibt trotzdem. Und wie ist nun der Stand zwischen den beiden? Das werden wir wohl in den nächsten Folgen sehen (oder auch nicht, das weiß man leider nicht so genau). Umso schwieriger ist es dann aber auch, wenn Spock zu T’Pring zurückrennt und die ihn quasi mit offenen Armen empfängt. Wie weiland die Chapel also ein „Meine neue mag mich nicht mehr, ich geh zur Ex zurück. – Okay, arbeiten wir an dir, dann klappt das schon wieder.“ Das mag bei sehr starken, rosaroten Brillen (oder Verblendung) zwar funktionieren, in der Regel erfordert es aber durchaus einiges an Arbeit. Vor allem der Kuss mit Puppen-T’Pring am Ende läuft dem aber zuwider, es geht auch hier wieder zu schnell und zu einfach.

Ja, das ist letztlich nicht die echte T’Pring, mit der folgt die Annäherung später und geht nicht ganz so weit, aber auch sie steht dem ganzen jetzt nicht ganz ablehnend gegenüber. Auch hier wird man sehen müssen, wohin der Weg führt, aber man darf Schlimmes befürchten. Immerhin, ja, Spock lernt, etwas besser mit Logik und Emotionen zu haushalten, was genau genommen, da es ja sein Traum ist, aus seinem Inneren kommt. Das ist passend (und auf dem Weg nach TOS verständlich), aber trotzdem gilt auch hier, dass es ein bisschen zu ad hoc daherkommt bzw. gelöst wird. Da rächt sich eben, das man mit 10 Folgen alle 2 Jahre kein Franchise halten und aufbauen kann, was halt noch immer nicht in den Hollywood-Köpfen festgesetzt ist – aber das ist ein anderes Thema.

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit dem Sessel, der Pike wichtiger ist, als viele Sachen, die so passieren. Und… ach, reden wir besser nicht über den Sessel.

Wow, man kann über eine Traum-Puppen-Folge ja doch ganz viel schreiben…

Bewertung

Die Szenen vor und nach dem Puppenfiasko bewahren die Folge vor einem Totalabsturz, auch wenn sie auch etwas zu sehr zurechtgebogen wirken. Und so ganz schlecht umgesetzt ist der Rest mit den Puppen ja nicht, handwerklich sieht das alles nicht schlecht aus und wer für solche Themen affin ist, kann sicher auch öfter lachen. Abgewertet wird das ganze aber dadurch, dass es eben doch „nur“ ein Traum ist und die ganze Folge dadurch irrelevant ist. Es wird trotzdem Zeit für weniger Experimente, es gehen auch Einzelstories mit guten Sci-Fi-Tropes… aber ich wiederhole mich.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Seriestrange-new-worlds
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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Die Szenen vor und nach dem Puppenfiasko bewahren die Folge vor einem Totalabsturz, auch wenn sie auch etwas zu sehr zurechtgebogen wirken. Und so ganz schlecht umgesetzt ist der Rest mit den Puppen ja nicht, handwerklich sieht das alles nicht schlecht aus und wer für solche Themen affin ist, kann sicher auch öfter lachen. Abgewertet wird das ganze aber dadurch, dass es eben doch „nur“ ein Traum ist und die ganze Folge dadurch irrelevant ist. Es wird trotzdem Zeit für weniger Experimente, es gehen auch Einzelstories mit guten Sci-Fi-Tropes… aber ich wiederhole mich.Rezension: "Strange Puppet Worlds 4x05 - Stufe-5 Folgenunfall"
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