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Walter Koenig – Der Abschied von Pavel Chekov

Ein persönlicher Nachruf auf den Mann, der in Star Trek und Babylon 5 seine Spuren hinterlies.

by Friedrich

Pavel Chekov … Wer kennt ihn nicht, diese berühmte Star-Trek-Figur? Sie war für mich eine der wesentlichsten und wichtigsten Figuren in der originalen Star-Trek-Serie „Star Trek: The Original Series”, auch „TOS” genannt.

Aber warum war diese Figur so wichtig? Weil diese Figur eine russische Serienfigur war, in Zeiten des Kalten Krieges. Er wurde zum Symbol dafür, dass wir alle eins sind, trotz unserer Unterschiede. Dass wir, obwohl wir verschieden sind, gerade durch unsere Einzigartigkeit gemeinsam stärker sind. Und gerade DESHALB war diese Figur so essenziell wichtig. Umso toller ist es, dass Walter Koenig der Figur des Pavel Chekov seinen Stempel aufdrückte. Wer an TOS denkt, denkt unweigerlich an Kirk, Spock, Pille, Sulu, Uhura und natürlich auch an Pavel Chekov. Sie zeigten zudem auch: In der Zukunft haben wir diese ideologischen und rassistischen Gräben überwunden.

Gerade sein Auftritt in „Star Trek 2 – Der Zorn des Khan” war stets kontrovers, denn der zweite TOS-Kinofilm basierte doch auf einer originalen TOS-Episode namens „Der schlafende Tiger”. Aber in genau dieser Episode hat man Chekov nie gesehen, da seine Figur erst später in der Serie sichtbar auftauchte.

Viele hielten genau dieses Problem für einen Kanonfehler. Ich habe ihn mir stets so erklärt, dass Chekov vielleicht schon mal an Bord war, aber man ihn halt nicht gesehen hat. So wie Kirk beispielsweise in „Star Trek: Strange New Worlds” ab und zu an Bord der Enterprise zu Besuch ist. Wäre das nicht möglich? So gab es für mich diesen Kanonfehler nicht.

Wie auch immer – Walter Koenig hat die Figur des Pavel Chekov so dermaßen charmant gespielt, dass man diesen jungen Offizier einfach gern haben musste, egal wie absurd seine „Mütterchen Russland”-Geschichten auch waren.

Koenig spielte die Figur auch meines Erachtens sehr komödiantisch, und ich finde, dass sich gerade deshalb seine Serienfigur so sehr von den anderen TOS-Figuren abhob. Die Autoren und der Schauspieler gaben der Serienfigur Pavel Chekov ein so eigenes Profil, dass er mir stets besonders in Erinnerung blieb.

Koenig war aber nicht nur in Star Trek zugegen, mir war er auch ein Begriff bei Babylon 5. Diese Serie habe ich erst seeehr viel später als viele andere für mich entdeckt, vielleicht so im Jahr 2024 oder so. Und dort schaffte Walter Koenig etwas, das nur gute Schauspieler können: derselbe Schauspieler zu sein, aber seine Serienfigur so anders zu spielen, sodass man sagen konnte: „Wow, ist dieser Schauspieler wandelbar.” Da kommt selbst kein Odo aus „Star Trek: Deep Space Nine” mit – den Formwandler meine ich. Sorry für den kleinen Gag. Denn in Babylon 5 verkörperte Koenig hervorragend den PSI-Agent Alfred Bester. Bester Mann quasi, für die Rolle, könnte man sagen.

Pavel Chekov war in TOS nahbar, loyal, witzig, manchmal fast naiv mit seinen humorvollen Anschuldigungen, Russland habe quasi jede Erfindung erfunden.

Als Alfred Bester hingegen spielte er in Babylon 5 das absolute Gegenteil – den kalten, manipulativen, soziopathischen PSI-Agenten Bester, den man als Zuschauer fantastisch „lieben gelernt hat zu hassen“.

Und er hat es geschafft, das man beide Serienfiguren einfach genial finden konnte.

Koenig spielte in einigen Filmen und vielen Serien mit, aber viel kannte ich von ihm nicht, so ehrlich möchte ich sein. Aber er fiel mir positiv auf, dass er, wie auch Tim Russ (Tuvok, „Star Trek: Voyager”) oder Nichelle Nichols (Uhura, „Star Trek: The Original Series”) und einige andere Trek-Darsteller, in Star-Trek-Fanproduktionen mitwirkte.

Damit legitimierte er, und die anderen, das Dasein der Fanproduktionen und zeigte, dass sie dem Fandom sehr nahe standen. Näher als üblich. So spielte er 2007 in der Fan-Star-Trek-Serie „Star Trek: New Voyages/Phase 2″ mit, als auch 2007 in dem Fanfilm „Star Trek: Of Gods and Men” sowie 2015 im Fanfilm „Star Trek: Renegades”.

Diese drei Auftritte hatten mir gut gefallen, und für mich bedeutet der Verlust des Schauspielers Walter Koenig mehr, als vielleicht einigen klar ist. Er ist einer der Urgesteine der originalen ersten Star-Trek-Serie.

Mit ihm hat ein weiterer Original-Darsteller die berühmte „Bühne der Welt” verlassen. Er ist nun leider einer mehr, der neben Nichelle Nichols, DeForest Kelley, Leonard Nimoy und James Doohan nicht mehr unter uns weilt.

Gedenken wir ihm, der so viel für den Fortschritt in der Welt beigetragen hat. Denn seine Rolle in TOS ist vielleicht bedeutungsvoller, als vielen klar ist. Ohne TOS, ohne Uhura, ohne Mr. Sulu, ohne Pavel Chekov wäre die TV-Landschaft sicher nicht so gefordert worden, alte Klischees zu überdenken. Denn all diese Schauspieler, als auch diese Serie, haben ein Zeichen gesetzt: dass Vielfalt ein Zeichen für Fortschritt ist. Dass wir alle eins sind und mehr als die Summe unserer Teile. Sie zeigten zudem auch: In der Zukunft haben wir diese ideologischen und rassistischen Gräben überwunden.

Ohne Walter Koenig und die anderen wäre die Star-Trek-Welt, das Star-Trek-Universum, nie das geworden, was es heute ist. Eine Marke, die für Fortschritt steht, die uns zum Denken anregt. Mit Walter Koenig hat uns ein Charakterdarsteller verlassen, der nie wirklich ersetzt werden kann.

Nun sind zwei Chekovs nicht mehr da, denn sein Kelvin-Timeline-Pendant Anton Yelchin weilt leider schon seit 2016 nicht mehr unter uns.

Chekovs, Walter, Anton – wo auch immer ihr seid, ihr seid ewig. Denn solange es Fernsehen gibt, werdet ihr auf ewig weiterleben, zumindest in TOS und den Kelvin-Timeline-Filmen.

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R.I.P. Walter Koenig

Besonders ist mir das Zwiegespräch mit sich selbst in der New Voyages (Phase II) Folge 01X02 To Serve All My Days in Erinnerung.

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