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Marianne Jaffke (mj) FedCon-Rechtestreit Zusammenfassung Die Fanforen brummen: Alle haben davon gehört, viele unterschiedliche Meinungen stoßen aneinander. Es geht um zwei Filmcrews, die auf der Federation Convention 2007 unter anderem die Bühnenauftritte der Fernsehstars filmten. Die Frage: Wer darf wie veröffentlichen? Die Story knapp aufgerollt: Am Wochenende vom 9. Juni 2007 besetzte die fünfzehnte FedCon und ihr Gefolge das Maritim Hotel in Bonn. Viele bunte Kostüme, viele interessante Gäste, viel Lärm, viele Händler, gutes Essen. Eigentlich hatte sich abgezeichnet, dass es diesmal keine offizielle DVD geben werde, doch die Firma Intex Digital Sound bot im Handschlag an, die Sache eigenständig in Angriff zu nehmen, sodass die FedCon diesen Aufwand nicht stämmen muss. Also drehte Intex Digital Sound die gesamte Con über hinweg das Bühnengeschehen und mehr. Ebenfalls mit Kamera unterwegs waren unter anderem RTL, Sat.1 und das Videoteam von TREKNews.de. Sie hatten in der Vergangenheit allesamt immer wieder 'mal über die sich jährlich wiederholende Großveranstaltung berichtet, kleine Videos veröffentlicht. Doch diesmal war das Vorhaben der TREKNews-Redaktion umfangreicher. Eine Woche nach der Convention tat sich so einiges in der Downloadecke besagten Nachrichtenportals. Insgesamt sind 17 Videos online, meist Ausschnitte und Interviews. Das sei so nicht rechtens, informiert die FedCon-Pressebeauftragte Brigitte Scherr: Der TREKNews-Chefredakteur habe gewusst, "dass er zum Drehen im Hauptsaal von mir eine spezielle Drehgenehmigung braucht, um drehen zu können UND um das gedrehte Material später veröffentlichen zu dürfen. Eine derartige schriftliche Drehgenehmigung hat er auf der Ring*Con bekommen. Diese Drehgenehmigung hat er sich [für die FedCon] nicht geholt." Viel Verwirrung und so einige Missverständnisse gibt es in der öffentlichen Debatte zum Thema. In zahlreichen Foren wird diskutiert, immerhin geht es um die große FedCon. Auf TREKNews steht eine Stellungnahme online. Und auch die Veranstalter haben sich mittlerweile bei uns mit offiziellen Statements gemeldet. Im Folgenden gehen wir die großen und kleinen Irrtümer Schritt für Schritt durch. Am Ende dieser Zusammenfassung zitieren wir die vollständigen Stellungnahmen (per Verlinkung auf Sonderseiten). Verklagt die FedCon nun TREKNews.de? Nein! Es ein Filmemacher von Intex Digital Sound, der Schadenersatz fordert. (Nachtrag: René von Bodisco KLAGT, FedCon MAHNT, Schadenersatz in Höhe von 58.000 Euro wird gemeinsam gefordert. Zitat aus FedCon-Stellungnahme: "In erster Linie klagt René von Bodisco, der mit der [...] DVD ein gewaltiges finanzielles Risiko eingegangen ist und nicht die FedCon GmbH! Da wir aber einen Vertrag mit ihm haben, sind wir natürlich automatisch in diese Sache mit eingebunden.") Die Produzenten bei Intex Digital Sound schätzen ab, dass sich die FedCon-DVD nun nicht besonders gut verkaufen wird, erwarten Verluste. Zudem ließ sich Herr Bodisco zu einer Affekt-Folgerung hinreißen: In einem Anwaltsschreiben an TREKNews.de unterstellt er, dass alle bei TREKNews.de veröffentlichten FedCon-Videos gestohlenes Material seien, dass es sich nicht um vom TREKNews-Team gemachte Aufnahmen handelt, sondern um Intex-Digital-Sound-eigenes, offizielles Material. Er mutmaßt einen Hack auf den Firmenserver durch die TREKNews-Redaktion. Diese Behauptung werden wir hier nicht weiter besprechen, aus unserer Warte ist das eine absurde Unterstellung. In der Downloadrubrik von TREKNews.de befinden sich redaktionseigene Videos; davon ist auszugehen. War TREKNews.de akkreditiert? Ja. Das bedeutet, sie hatten, wie auch wir, Zugang zu allen Teilveranstaltungen der Convention, wurden überdies schriftlich belehrt, dass Aufzeichnungen und ihre Ergebnisse nur Pressezwecken zu dienen haben. Allerdings: Eine solche Akkreditierung erlaubt nur Berichterstattung. Eine Kernfrage ist es, ob es sich zum Beispiel bei einer, sagen wir, 15-Minuten-langen unkommentierten Panelwiedergabe um Berichterstattung handelt. Und, wichtig: Eine Presse-Akkreditierung sagt nichts darüber aus, ob Bühnenauftritte irgendwie gezeigt werden dürfen (Nachtrag: Sondern, dass Zugang genehmigt ist, dass Notizen, Recherchen, Aufnahmen genehmigt sind; nicht aber, ob und in welchem Umfang die Aufzeichnungen genutzt werden dürfen. Zum Beispiel können Journalisten mittels Akkreditierung Zugang erhalten in, sagen wir, eine der Geheimhaltung unterliegende Regierungseinrichtung. Sie können dort filmen, Fragen stellen, Antworten festhalten. Doch die Akkreditierung ist nicht gleichzusetzen mit einer späteren Veröffentlichung. Eine zweite, ganz andere schriftliche Vereinbarung diktiert in diesen Fällen dem Journalisten, welche Daten zur Veröffentlichung freigegeben sind. Es sei also noch einmal betont: Eine Presse-Akkreditierung sagt rein gar nichts darüber aus, ob Bühnenauftritte gezeigt werden dürfen). Denn für so etwas benötigt der Journalist nicht nur das Amen des Veranstalters, sondern vor allen Dingen die Zusage der gezeigten Gäste. Eine Akkreditierung erlaubt immer erst einmal nur den Zutritt; und sei es mit laufender Kamera. Im deutschen Rechtsraum sind Akkreditierung und Veröffentlichungsrecht zwei paar Schuh. Verträge zwischen einer Convention und ihren Gästen verarbeiten gewöhnlich die Option des Veranstalters, die Auftritte zu filmen und in einer DVD zu vermarkten. Das heißt, man kann davon ausgehen, dass die FedCon-Gäste das Filmen ihrer Auftritte abgenickt haben – und zwar einzig gegenüber der FedCon, einzig für FedCon-Zwecke (DVD). Daniel Räbiger von TREKNews.de winkt ab: "Die Presseakkreditierung hatte ein explizites Feld für einen Kamermann, der angemeldet werden musste. Dies ist geschehen, die Akkreditierungen wurden erteilt. [...] Worin läge der Sinn, einen Kameramann zu akkreditieren, wenn er nicht filmen darf?" - In diesem Zitat zeigt sich der populäre Irrtum bzgl. Akkreditierung. Videos der Bühnenauftritte dürfen wir nicht veröffentlichen? Nicht einfach so, nein. Das hat wenig damit zu tun, ob eine Akkreditierung vorliegt oder nicht. Im Telefonat mit dem e!Scope Magazin unternahm FedCon-Chef Dirk Bartholomä einen Vergleich: "Wenn Du als Journalist auf ein Michael-Jackson-Konzert gehst und später [im eigenen Pressemedium eine vollständige Aufnahme des Bühnenauftritts] veröffentlichst... glaubst Du nicht, dass Du ein paar rechtliche Probleme bekommst?" Die Antwort lautet: Natürlich! Die Veröffentlichung und Verbreitung selbst eines Videoausschnitts solcher Art ist nur bei ausdrücklicher Freigabe sämtlicher Beteiligter, insbesondere aller Akteure auf der Bühne zulässig. Wie gesagt: Die Freigabe, Filmaufnahmen zu machen beinhaltet im Zweifel keine Freigabe zur Veröffentlichung. Sofern Intexsound von der FedCon die ausschließlichen Rechte zur Produktion der DVD erworben hat, kann sie die Entfernung des Videos durchsetzen. Dies könnte auch jeder abgebildete Bühnengast. So die Rechtslage. Besitzen die TREKNews.de-Videos den Umfang einer offiziellen DVD? Nein. Aber genau diesen Eindruck haben scheinbar die Leute von Intexsound (auf jeden Fall Herr Bodisco). Darauf stützen sie unter anderem das Argument, dass sie Verluste erzielen werden. Ihr Gedankengang: Jemand, der das Panelvideo eines populären Gastes bereits kostenlos bei TREKNews.de herunterlud, werde sich wohl kaum die offizielle Convention-DVD leisten – für deren Produktion Intex Digital Sound bisher ein großes Sümmchen vorgeschossen hat. Die FedCon bot viele Bühnenauftritte, jeder davon wenigstens eine dreiviertel Stunde lang, die meisten 60 Minuten und länger. Von insgesamt 21 Star-Panels sind sechs in Ausschnitten bei TREKNews in WM-Videoformat online. Hier eine Übersicht der TREKNews-Clips.
Die Pressekonferenz wurde vollständig online gestellt. Daran stört sich vermutlich niemand. Und die Opening sowie die Closing Ceremony sind nur scheinbar komplett wiedergegeben. Die TREKNews-Redaktion kommentiert: "Wir haben sowohl bei Opening, als auch Closing lediglich das Ein- und Auslaufen der Schauspieler online gestellt. Der überwiegende Teil, die Darbietungen der Schauspieler und Fans, ist nicht enthalten." Dem gegenüber: Die pauschale, mündliche Absprache, auf die auf mehreren Webseiten verwiesen wird, zwischen TREKNews.de und FedCon, beschränkt sich laut Pressebeauftragte Brigitte Scherr auf Videobeiträge von zehn bis fünfzehn Minuten. Daher wohl der starke Unmut auf Seiten der FedCon. Was erfüllt den Pressezweck? Das ist die Streitfrage. Wann wird, in diesem Fall, ein Video zum Pressebeitrag? Genügt es, dass es die Presse ist, die den Beitrag leistet? Oder ist es die Art und Weise, in der berichterstattet wird? Wird durch eine unkommentierte 1:1-Wiedergabe Journalismus betrieben? Oder handelt es sich bei einem solchen Film einfach nur um Rohmaterial, dem der journalistische Aspekt noch fehlt? Selbst wenn TREKNews.de die nötige Drehgenehmigung gehabt hätte, selbst wenn die FedCon und ihre Gäste jemals einem Journalist erlauben würden, Panelauftritte in diesem Umfang zu vermarkten – kostenlos hin oder her: eine Vermarktung wollen auch wir es nennen – ist dann ein Video, das die halbstündige Eröffnungszeremonie wiedergibt, eine Berichterstattung, ein Pressebeitrag? Diese Frage stellen wir in den Raum. Die User unserer Community verweisen wir auf den entsprechenden Diskussionsthread im Forum. Am Ende dieses Berichts befindet sich der Direktlink. Schlusswort Die bereits zitierte Stellungnahme der FedCon geht unter anderem auf eine besondere Randhandlung der erzählten Geschichte ein: Nämlich auf das Entfernen einer stark besuchten Diskussion im offiziellen "Star Trek"-Forum. Es wird nämlich betrieben von den FedCon-Leuten. Darin prallten etliche Meinungen aneinander. Doch irgendwann verschwand der Thread. Wie es dazu kam, erklärt Dirk Bartholomä in seinem Statement. Unerbetene Spekulationen, die wir uns erlauben: Wie aufgeklärt sind wir, die Onlinepresse? Ist uns Fans, die wir große Webseiten aufziehen, Nachrichten verbreiten und Pressetickets bestellen, bewusst, auf welchem Terrain wir uns bewegen? Nach Beobachten einiger Foren mit laufenden Diskussionen schleicht sich das Gefühl ein, dass so mancher Vertreter der Onlinepresse gar nicht weiß, was eine Akkreditierung ist und was sie nicht sein kann. Demgegenüber: Es scheinen bisher (Stand: August 2007) weder die FedCon-Veranstalter noch die DVD-Verantwortlichen bei Intex Digital Sound die betreffenden Videos eingesehen zu haben. Anders lässt sich das Beharren auf dem Vorwurf, da stünde vollständiges Material online, einfach nicht erklären. Es sieht so aus, als habe René von Bodisco (Intex Digital Sound) das Schlagwort "komplett" in einem der TREKNews-Werbeslogans gelesen und danach sofort zum Telefon gegriffen. Und FedCon-Chef Dirk Bartholomä vertraute aus weiter Ferne auf das Wahrsein dieses Eindrucks. Vielleicht kam so die Sache ins Rollen. Eine bisschen weniger Prinzipien-Geschweige und ein bisschen mehr E-Mailbeantworten von TREKNews.de wäre jedenfalls auch nicht ungesund gewesen. P.S. vom 27.08.2007 Um mehrere Leseranfragen auf einen Schlag zu beantworten, fügen wir unserem Artikel mit diesem Post Scriptum eine relevante Information hinzu. Es geht um das Stichwort "Pressefreiheit". Als Argument dient es in dieser Sache nicht. Die Pressefreiheit legitimiert ausschließlich die Wortberichterstattung. Sie kann der Bildberichterstattung nur bei einem überragenden Informationsinteresse der Allgemeinheit als Schutz dienen. P.S. vom 05.02.2008 Die Angelegenheit scheint geklärt zu sein: René von Bodisco gab ein finales Statement ab und nahm einen Großteil seiner Vorwürfe zurück: Link. (mj - 05.02.08 - Quelle: e!Scope Magazin) Weiterführende Links
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