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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)01.07.13

"Der Seelenschlüssel"

Olivia Woods

Inhalt

"Der Seelenschlüssel" führt die Handlung von "Entsetzliches Gleichmaß" quasi nahtlos fort. Der Iliana Ghemor aus unserem Universum ist es gelungen, in das Paralleluniversum der Allianz vorzudringen. Dort gibt sie sich als Intendantin Kira aus, was mühelos gelingt. Iliana wurde ja auch vom Obsidianischen Orden so verändert, dass sie aussieht wie Kira Nerys.

Die Kira aus dem "Deep Space Nine"-Universum und Commander Vaughn folgen ihr und versuchen zu verhindern, dass sich Iliana zu einer religiösen Ikone aufschwingt ...

Kritik

1. Martin Weinrich

Diese Rezension behandelt die amerikanische Originalausgabe des Romans.

Der DS9-Relaunch macht einen Sprung in die Zukunft und setzt die Handlung aus "Entsetzliches Gleichmaß" fort. Was wird mit Iliana Ghemor?
Drei Jahre hat es gebraucht, bis die Handlung aus "Kriegspfad" endlich aufgelöst wurde. Leider ist das Ergebnis immer noch nicht wirklich befriedigend. "Entsetzliches Gleichmaß" war wirklich enttäuschend, "The Soul Key" ist ebenfalls kein großer Wurf. Zu verwirrend ist die Geschichte aufgebaut. Auf "nur" 300 Seiten wird wild mit Rückblenden gearbeitet, sodass man 25 Kapitel und fünf Teile vorfindet. Zwar bleibt dadurch zum Schluss keine Frage mehr offen, wirkliche Spannung entsteht allerdings nicht.

Nach der Einleitung braucht es nämlich 150 Seiten (oder auch: die Hälfte), bis man wieder in der Jetztzeit angelangt ist. Davor wird in einer Rückblende hauptsächlich beschrieben, was mit Iliana alles nach dem zweiten Teil aus "Entsetzliches Gleichmaß" geschehen ist. Da fragt man sich dann doch schon, warum das nicht in " Entsetzliches Gleichmaß " selbst beschreiben wurde, wo das Buch ja eh schon auf eher alberne Weise in zwei Seiten getrennt war.

Zum Ende hin zieht die Spannung freilich noch ein wenig an. Aber leider hat man dann schon gar keine Kraft mehr, sich darauf einzulassen. Gelungen ist einzig Taran'atars Charakterisierung. Er muss zum Schluss einige Entscheidungen treffen, die sein Handeln in Zukunft wohl stark beeinflussen werden. Das macht die Paralleluniversum-Trilogie zum Schluss noch einmal interessant.

Etwas nervig ist, dass Sisko sich mittlerweile fast ausschließlich hinter vagen Andeutungen versteckt. Er schickt Vaughn in das Paralleluniversum, um dort eine Mission auszuführen, eine Erklärung wieso, weshalb, warum bleibt er jedoch schuldig. Das ist bei einem so unregelmäßigen Erscheinungsrhythmus, wie es derzeit beim DS9-Relaunch der Fall ist, einfach langweilig und nervig.

Nach "The Soul Key" ist die Ankündigung, dass der DS9-Relaunch demnächst ähnlich wie die "Voyager"-Serie in "Full Circle" einige Jahre in einem Buch durchhetzen muss, gar nicht mehr so schlimm. Denn aus dem einstigen Vorreiter in Sachen "Star Trek"-Lektüre ist nach dem genialen "Einheit" ein eher trüber Brei geworden. Das ist schade und wird sich hoffentlich ändern. Vielleicht wäre da so eine abrupte Vorwärtsbewegung tatsächlich hilfreich.

Fazit: "The Soul Key" langweilt zunächst durch Rückblenden und durch eine etwas uninspirierte Grundstory. Zum Schluss kommt deutlicher Spannung auf, was den Roman jedoch auch nicht mehr retten kann.

2. Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des Cross Cult Verlages.

Der Abschlussband der neunten "Deep Space Nine"-Staffel setzt die begonnene Story aus dem Vorgänger fort und stammt erneut von Olivia Woods. Aber wie, Abschlussband? Leider ja, denn eine direkte Fortsetzung der neunten "Deep Space Nine"-Staffel in Buchform gab es nicht mehr. Durch die Entlassung von Marco Palmieri, dem damals zuständigen Redakteur für die "Star Trek"-Sparte bei Pocket Books, kam auch die Relaunch-Serie zu einem abrupten Ende. Aber ist es wirklich so abrupt?

Der Vorgänger war ein wenig enttäuschend, da er die Handlung kaum voran brachte und nur Ilianas Vergangenheit zeigte. Dies wird im vorliegenden Band fortgeführt, denn zunächst mal wird erzählt, was Iliana so im Paralleluniversum macht und wie sie ihre Macht festigt. Vom Hauptuniversum werden bis dato nur kurze Szenen eingestreut. Zugegeben, das Ganze ist gut geschrieben und es gibt auch eine Menge schöner Charakterszenen dabei zu bewundern, richtig voran kommt die Handlung aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und wenn man sich wieder in der Gegenwart der Handlung befindet, sind schon gute 137 Seiten des Buches vorbei - und was bleibt, sind nur etwa noch einmal so viele Seiten, dann ist das - zugegeben etwas dünne - Buch auch schon wieder vorbei.

Also was kann man auf diesen knapp 140 weiteren Seiten noch erzählen, um die Handlung vernünftig abzuschließen? Eine ganze Menge, denn Woods zieht spätestens ab hier deutlich und in atemberaubender Geschwindigkeit an. Eines kommt zum anderen, es gibt eine Menge Action, in die auch wieder schöne Charakterszenen eingebettet sind. Es gibt moralische Entscheidungen und, wie Kira es am Ende treffend erwähnt, jede Menge Schattierungen, so dass diesen Roman zu lesen eine helle Freude wird.

Natürlich stehen vor allem Iliana, Kira, Vaughn und Taran'atar im Vordergrund, aber auch einige der anderen Personen aus dem Paralleluniversum bekommen ihre kurzen Gastauftritte. Und erscheint Iliana anfangs noch wie ein skrupelloses Monster, so bröckelt auch ihre Fassade im weiteren Verlauf des Buches etwas ab. So hilft sie etwa insgeheim doch noch jemandem und zeigt so, dass sie nicht die Böse ist, für die man sie hält, sondern dass sie ein Opfer der Umstände wurde. So tragisch das auch sein mag, führen diese Szenen doch dazu, dass man Iliana besser versteht, ja sogar Mitleid mit diesem Bösewicht bekommt. Sie agiert nicht einfach nur aus Hass sondern aus einer gequälten Seele heraus und das macht sie sympathisch - gerade das ist "Star Trek" pur.

Wie bereits erwähnt, ist dies nicht die einzige Trek-typische Entscheidung, die einem abverlangt wird. Selbst Vaughn muss über seinen Schatten springen und Taran'atar darf gegen Ende eine der besten und weitreichendsten Entscheidungen für sich als Charakter treffen. Und gerade diese Szenen sind es, die dieses Buch nicht nur menschlich, sondern auch mitreißend machen.

Aber wo man gerade beim Ende ist: Dies kommt teilweise etwas überhastet und zu einfach daher - und stellenweise etwas unlogisch: Drei Leute katapultieren sich ins All und überleben? Selbst Sisko flog nie direkt (und ohne Raumanzug!) ins Wurmloch hinein. Auch die etwas schnelle "Wegkomplementierung" aus dem Paralleluniversum wirkt fast so, als hätte die Autorin gemerkt, dass ihr die Seiten ausgehen und sie die Story noch beenden müsse. Auch die Schlussschlacht war so, oder so ähnlich, vorhersehbar - aber all das ist natürlich Meckern auf hohem Niveau und tut dem Lesevergnügen dieses Bandes keinen Abbruch.

Aber wie offen ist das Ende denn nun? Nun, natürlich sind ein paar Sachen offen geblieben. So ist es etwa besonders schade, dass der titelgebende Seelenschlüssel quasi keine Bedeutung hat und das Buch auch gut und gerne ohne ihn ausgekommen wäre. Und auch die im sechsten Band der "Welten von Deep Space Nine" begonnene Handlung über den Aszendenten wird am Ende nur kurz noch mal angeritzt, ohne groß weitergeführt oder beendet zu werden. So oder so bleibt aber ein durchaus runder Abschluss, der durchaus als vorläufiges Ende - und der Weiterführung im nachfolgenden "Typhon Pact"-Roman beziehungsweise der "Destiny"-Serie gipfeln kann.

Fazit: Starke Charakterszenen, eingewoben in Action - so muss es sein und so ist auch dieser Roman trotz eines schwachen Anfangs durchaus wieder ein "Star Trek at its best" und eigentlich uneingeschränkt empfehlenswert.

"Der Seelenschlüssel" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Der Seelenschlüssel"

Originaltitel "The Soul Key"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor Olivia Woods

Übersetzer Christian Humberg

Preis 12,80 Euro

Umfang 271 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-86425-173-3

(wc, tg - 01.07.13)


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