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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)01.08.18

"Kraft und Bewegung"

Jeffrey Lang

Inhalt

Nog ist einsam. Alle seine Freunde haben Deep Space Nine entweder verlassen oder sind mit ihrem Familienleben beschäftigt. Während langsam Alltag auf der neuen Station einkehrt, ist Nog vor allem gelangweilt. In dieser Situation kommt es sehr gelegen, dass Chief O’Brien auf eine kleine Reise geht. Nog begleitet ihn bereitwillig, obwohl er sich früher bereits geschworen hat, nie wieder mit dem Chief Reisen zu unternehmen. Denn diese bedeuten in der Regel Ärger.

O’Brien besucht seinen einstigen Captain und Freund Maxwell auf der Robert Hooke Research Station. Hierbei handelt es sich um eine privat betriebene Raumstation. Ihr Besitzer, Dr. Finch, vermietet hier Labore an Forscher, die es, nun ja, mit den Sicherheitsbestimmungen der Föderation nicht ganz genau nehmen. Captain Maxwell ist hier, unter falschem Namen, der Hausmeister.

Maxwell hat noch immer keinen richtigen Frieden mit seiner Vergangenheit gemacht. Sowohl der Verlust seiner Familie als auch die Verarbeitung seines anschließenden Hasses, kosten ihn viel Kraft. In Rückblenden erfährt der Leser daher Stück für Stück, warum sich Maxwell entschieden hat, von nun an zwischen Nita Bharads merkwürdigen Spinnenexperimenten und anderen merkwürdigen Forschern zu leben.

Doch kurz nach O’Briens Ankunft geht etwas mit Dr. Finchs Prestigeprojekt schief. "Mother" ist ein genetisch modifizierter Organismus, der unter anderem die von den Borg zerstörten Welten wieder mit Leben füllen soll. Als Mother jedoch aus ihrem Gefängnis befreit wird, zeigt sie ihre tödlichen Fähigkeiten. Die Robert Hooke Station verwandelt sich in eine Todesfalle und O’Brien, Nog und Maxwell bleibt nur wenig Zeit, die Forscher der Station zu retten.

Kritik

1.Martin Weinrich

Die folgende Rezension bezieht sich auf das englische Original.

Chief O’Brien und Nog machen einen Ausflug und geraten in ein außer Kontrolle geratenes genetisches Experiment.
"Force and Motion" bietet zunächst einmal ein sehr unterhaltsames Setting. Die Raumstation hat einen sehr skurrilen Zweck und vereint die schrillsten und extrovertiertesten Forscher des Alpha-Quadranten. Die etwas ausführliche Kennenlernphase ist dadurch vor allem eine staunende Entdeckungstour mitskurrilen Charakteren.

Dies ändert sich schlagartig als "Mother" aus ihrem Gefängnis entkommen kann und nach und nach weite Teile der Station (und vor allem ihrer Elektronik) zerstört. Die zunächst humorlastige Story dreht sich dadurch in eine Survival-Story mit kleinen Horrorelementen. Immerhin kostet bereits Mothers Ausbruch einer Person das Leben. Ab hier wird die Geschichte hektisch, die Spannung entsteht vor allem durch das hohe Erzähltempo in der Haupthandlung, in der vor allem O’Brien und Nog immer wieder mit technischen Tricks (und teilweise im Weltraum) um das Überleben der Forscher kämpfen müssen. Denn die wenigen Shuttle der Station stellen sich als ausgesprochen ungeeignet für eine Flucht heraus.

Interessant ist, dass Mother aus dem Meta-Genom, das in der Vanguard-Serie entdeckt wurde, entstanden ist. Abgesehen von der großangelegten (und ausgesprochen erfolgreichen) Rettung der andorianischen Zukunft, erlebt man hier zum ersten Mal, welche negativen Auswirkungen das Experimentieren mit diesem Genom haben kann. Nach "Force und Motion" versteht man besser, warum die Sternenflotte das Meta-Genom penibel unter Verschluss hält.

Getragen wird der Roman allerdings nicht von der (vermeintlichen) Haupthandlung, sondern durch die Maxwell-Charakterisierung. Das kann gewöhnungsbedürftig sein, schließlich trat der Captain gerade einmal in einer Next Generation-Folge auf. "Force and Motion" nimmt sich jedoch ca. jedes zweite Kapitel für eine Charakterstudie des einstigen Sternenflottenoffizier. Der Leser erfährt mehr über die Entstehung seines Hasses auf die Cardassianer, aber auch seine Verarbeitung desselben in einer Strafkolonie der Föderation. Häufig verstört die Emotionslosigkeit Maxwells (z.B. nach dem Tod seiner Mutter). Diese Szenen einer tiefen Depression erlauben Lang, Maxwells langsame Rückkehr in ein erfülltes Leben ohne all zu starke Schuldgefühle zu skizzieren. Dabei erscheinen einige Entscheidungen Maxwells (z.B. Selbstvorwürfe nach der Rettung eines Frachter lediglich weil dabei die Piraten umgekommen sind) etwas übertrieben. Maxwells Entscheidungen werden für den großen Platz, den seine Geschichte einnimmt, überraschend wenig reflektiert. Die Interpretation Maxwells Verhalten überlässt Lang dem Leser. Insgesamt ist diese, von ruhigen Rückblenden gekennzeichnete Schilderung jedoch gelungen.

Das Duo Nog-O’Brien kann hingegen nicht ganz überzeugen. Die beiden sind für die "leichteren" Momente in der Handlung zuständig und müssen zusammen mit dem (zunächst noch etwas zurückhaltenden) Maxwell den Karren aus dem Dreck ziehen. Dabei fühlt sich vor allem Nog zunächst einmal von O’Brien übergangen. Im Laufe des Romans arbeiten die beiden zunächst miteinander, dann auch mit Maxwell besser zusammen. Aus diesem Spannungsverhältnisses hätte man deutlich mehr machen können und im Rahmen dieses Romans z.B. auch Nogs Einsamkeit stärker thematisieren können.

Der Roman lebt daher vor allem vom Charakter Maxwells, aber auch von dem ständigen Wechsel zwischen ruhigen Rückblenden und dem hektischen Überlebenskampf auf der Hooke-Station. Die Handlung endet mit einer unerwarteten (und beinahe ungewollten) Rettung durch einen (romulanischen) Bird of Prey. Die Hintergründe dieser Rettung sorgen für eine tatsächliche Überraschung. Vor allem angesichts der oft langatmigen und handlungslosen "Deep Space Nine-Romane" der letzten Zeit aus der Feder George R. David III ist "Force und Motion" ein solider, gut erzählter und handlungsstarker Roman.

Fazit: "Force and Motion" ist vor allem eine ordentliche Charakterstudie Captain Maxwells, die sich hinter einer gut und zackig erzählten Survival-Story verbirgt. Beide Handlungsstränge sind nicht besonders tiefgehend, bieten aber Spannung, gute Unterhaltung und angesichts Maxwells tragischem Lebensweg auch etwas Stoff zum Nachdenken.

2.Thomas Götz

Die folgende Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe des CrossCult-Verlags.

Mit "Kraft und Bewegung" liegt ein neuer Deep Space Nine-Roman vor, aber wer gleich freudig aufschreit, der wird zunächst etwas enttäuscht. Denn die Story um Kira, mit der man im letzten Roman quasi "rausgegangen" ist, wird hier nicht fortgesetzt. Zwar finden die Ereignisse auch im Nachklang zu "The Fall" statt, es handelt sich hier aber um eine Solo-Geschichte mit Nog und O'Brien.

Das muss natürlich nicht schlecht sein, in der Detailbetrachtung offenbart sich aber, das die Geschichte an vielen Stellen hapert. Dies beginnt damit, das man den beiden Hauptcharakteren einen alten Bekannten an die Seite stellt: Ben Maxwell. Wer sich an die TNG-Folge erinnert, weiß, das es sich dabei um O'Briens ehemaligen Captain handelt, der Jahre vor dem Dominion-Krieg gegen die Cardassianer vorgehen wollte. Dies schlägt in die altbekannte Kerbe, das alte offene Stränge aus dem Trek-Universum aufgetan und weitergesponnen werden. Auch das ist per se nicht schlecht und die Szenen mit Maxwell entwickeln sich sogar zu den heimlichen Highlights des Bandes.

An offenen Sachen wird aber auch noch Miles' Spinnenphobie oben drauf gepackt, denn es gibt hier zwei (süße?) kleine, einen Meter große Haustierspinnen. Auch wenn diese gut in die Handlung integriert sind, ist das schon fast wieder zuviel des Guten und auch einen Tick zuviel Zufall aus Miles' Vergangenheit. Aber sei es drum.

Was sich im weiteren Verlauf anschließt ist die Story um eine Art künstlich erschaffene Mikrobe, die dann aber quasi ein eigenes Bewusstsein entwickelt und gegen die Stationsbewohner vorgeht. Wer sich jetzt an die Voyager-Folge "Makrokosmos" erinnert fühlt, der liegt gar nicht so falsch. Gerade diese Story ist es, die einen Hauptteil des Buches ausmacht und dabei leider zu den langweiligeren Sachen gehört. Nach der anfänglichen Begrüßung schließt sich hier nämlich leider nur eine Hatz durch die beschädigte Station an. Das ist nicht neu und innovativ und kennt man so leider schon zur Genüge.

Auch die Charaktere bleiben dabei etwas blass. Finch ist einfach der böse Verkäufer, der vielleicht gute Absichten hegt, am Ende für den Profit aber über Leichen geht. O'Brien und Nog sind anfangs noch begeistert, spulen in der Krise dann aber einfach ihr Ingenieursprogramm ab. Außer einer kleinen Bemerkung, das es nach 17 Jahren vielleicht Zeit wäre, sich zu duzen, gibt es von Charakterentwicklung absolut gar nichts zu spüren. Und so schön es ist, das Nebencharaktere aufgebaut werden (hier: die "Erfinderin" bzw. Aufpasserin der Spinnen) so belanglos bleiben diese leider auch. Andere Charakter werden angeteasert (O'Briens Jugendfreundin) und später dann gar nicht mehr erwähnt.

Wie erwähnt ist der einzige Lichtblick hier Maxwell. Ein bisschen mehr Erforschung seines Verhältnisses zu den Cardassianern hätte hier zweifellos auch gut getan, denn immerhin griffen diese ja später doch an und andere Romane haben gezeigt, das man daraus durchaus etwas hätte stricken können, das die moralischen Verwerfungen etwas besser gezeigt hätte. Doch auch davon abgesehen erhält gerade dieser Charakter in der Story am meisten Tiefgang. Durch Rückblenden wird gezeigt, wie er zu dem Mann wurde, der er ist. Und ja, in einigen Momenten nimmt man ihm durchaus ab, eine Art zweiter Picard zu sein und Mitgefühl für seine Person beim Leser zu wecken (dieser Satz wird auch In-Universe ähnlich gesprochen).

Man sieht also das gute Charaktere funktionieren und der Autor das eigentlich auch kann, es ist nur eben schade, das sich dieser Esprit nicht auch auf alle Helden niedergeschlagen hat. Nett ist aber auch das Ende, denn weder Ben noch die neue Bazille segnen das Zeitliche, es wird eine Trek-typische akzeptable Lösung gefunden, die in diesem Kontext recht gut funktioniert. Klischee erfolgreich abgewendet!

Fazit Die Handlung dümpelt leider etwas vor sich hin und die meisten Charaktere - bis auf einen zugegeben großartigen Ben Maxwell - bleiben leider etwas blass. Hier wäre eindeutig mehr gegangen.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Kraft und Bewegung"

Originaltitel "Force and Motion"

Buchreihe Deep Space Nine

Autor Jeffrey Lang

Übersetzer René Ulmer

Preis 15 Euro

Umfang 362 Seiten

Verlag CrossCult

ISBN 9783959816663

(wc, tg - 01.08.18)


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