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Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc)22.01.06

"Dämonen der Luft und Finsternis"

Keith R.A. DeCandido

Vorbemerkung

"Dämonen der Luft und Finsternis", das vierte Buch des DS9-Relaunch, ist gleichzeitig Teil der breit angelegten "Gateways"-Reihe. Ähnlich wie im Fall der kleineren "Sektion 31"-Bände handelt es sich um einen relativ lockeren Romanverbund, der unter anderem die TV-Serien TOS, TNG, DS9 und "Voyager" einschließt und dessen Klammer das Leitthema der geheimnisvollen iconianischen Portale ist.

Aus kommerziellen Gründen ist in den USA der siebte Band der "Gateways"-Reihe, "What Lay Beyond", kein eigenständiges Buch, sondern eine Art Sammelband, der jeweils eine Auflösung oder Ergänzung der einzelnen "Gateways"-Romane enthält. Aus diesem Buch wird in der folgenden Rezension zusätzlich die DS9-Fortsetzung zu "Demons of Air and Darkness", "Horn and Ivory", betrachtet. Da derselbe Autor "Horn and Ivory" verfasst hat, wird eine gesamtheitliche Bewertung vorgenommen.

Die in Deutschland im Cross Cult Verlag erschienene Übersetzung "Dämonen der Luft und Finsternis" hingegen enthält die vollständige Geschichte, einschließlich "Horn und Elfenbein".

Inhalt

Einst bewegten sich die Iconianer zwischen den Welten über einen einzigen Schritt durch unermessliche Tore, welche in die gesamte Milchstraße miteinander verbanden. Sie waren die Herrn über Raum und Zeit, und diejenigen, die sie fürchteten, gaben ihnen einen Namen, der ihren Mythos begründete: Dämonen der Luft und der Dunkelheit. Vor langer Zeit jedoch brachen sie auf, ließen ihr Imperium und dessen wundersame Technologie verwaist zurück.

Jahrtausende später, im irdischen 24. Jahrhundert, hat der Alpha-Quadrant, kaum konnte ein zweiter Krieg mit dem Dominion abgewendet werden, schon wieder ein neues Problem. Aus einem unklaren Grund öffnen sich plötzlich alle in der erforschten Galaxis gefundenen iconianischen Portale und schaffen Verbindungsbrücken zwischen weit auseinander gelegenen Raumgebieten. In Kürze zeichnet sich ab, dass die Quadranten ins Chaos stürzen. Die Föderation ahnt, dass irgendjemand in den Besitz eines Schlüssels gekommen sein muss, der diese Katastrophe anrichtete. Nun gilt es, ihn zu finden.

Als die Gatewaykrise schließlich auch die Regionen im Einflussbereich des bajoranischen Sektors erreicht, ist die Mannschaft von DS9 nur wenig darauf vorbereitet. Die Defiant befindet sich auf der anderen Seite des Wurmlochs und weiht im Gamma-Quadranten eine neue Relaisstation ein. Letztere soll als Kommunikationsanker mit der Station dienen, wenn das Schiff unter dem Kommando von Commander Elias Vaughn in wenigen Wochen seine große Forschungsreise in diesen fremden Teil des Alls antreten wird. Nachdem der Test der KOM-Phalanx geglückt ist, ruft Kira die Defiant unverzüglich für eine Notfalleinsatzbesprechung zurück.

Wie Vaughn und seine Leute bald herausfinden dürfen, passieren seltsame Dinge. Nicht nur erhalten sie kurz vor ihrem Rückflug über die KOM-Phalanx den Notruf eines marsianischen Frachters, der nach Schilderung seines Captains plötzlich vom Sol-System in den Gamma-Quadranten versetzt wurde. Wieder zuhause, erfährt die Defiant-Crew, dass Europa Nova, eine nahe gelegene menschliche Kolonie mit drei Millionen Einwohnern, kurz vor der Verseuchung steht - offenbar durch hochgiftigen Antimateriemüll aus dem Delta-Quadranten.

Eine umfassende Evakuierungsoperation erscheint unumgänglich. Allerdings läuft die Zeit gegen Kiras Team - und die Kapazitäten von DS9 reichen beileibe nicht aus. Der Colonel sieht sich gezwungen, das Angebot eines Mannes anzunehmen, von dem sie nicht genau weiß, ob sie ihm über den Weg trauen kann. Doch außer dem Kreuzer Gul Macets, Cousin von Skrain Dukat, stehen ihr nur wenige weitere Schiffe zur Verfügung. Als sich abzeichnet, dass niemals die komplette Bevölkerung Europa Novas binnen Stunden Richtung Bajor transportiert werden kann, muss Kira sich auf eine Gelegenheit einlassen, die ein iconianisches Portal auf der Oberfläche der Koloniewelt eröffnet: Es führt auf die Klasse-M-Welt Torona IV. Doch aus früheren Erfahrungen weiß die Kommandantin um die Xenophobie der auf ihr heimischen Spezies, genannt Jarada.

Andernorts, auf dem Verbrecherplaneten Farius Prime, lässt sich Quark mit falschen Karten auf ein gefährliches Spiel mit dem Orion-Syndikat ein, das angeblich den Kontakt zu den Iconianern hergestellt hat. Wie es scheint, aktivierte das mysteriöse Volk die Portale absichtlich, um sein Erpressungspotential zu demonstrieren, und ist nun bereit, im Rahmen einer Auktion das Kontrollinterface der Portale an den Meistbietenden zu übergeben. Quark, selbst von der Sternenflotte engagiert, ist sich darüber im Klaren, dass er im Reich des Syndikats nicht nur auf Messers Schneide tanzt, sondern von seiner Mission die Rettung des Alpha-Quadranten abhängen könnte.

Nog und sein Kollege Shar finden indes heraus, dass im Radius von zehn Lichtjahren um Bajor keinerlei Gatewayaktivität registriert wurde. Sofort vermuten sie eine besondere Protektion durch Wurmloch und Propheten. Wenn es gelingt, die Ursache der Anomalie ausfindig zu machen, gelingt es vielleicht, die Tore galaxieweit in einer Kettenreaktion stillzulegen.

Vaughn glückt es, erfolgreiche Verhandlungen mit den Jarada abzuschließen, die sich für eine gewisse Gegenleistung bereit erklären, vorübergehend 500.000 Europeaner aufzunehmen. Anschließend machen sich Kira und Taran'atar mit einem Runabout auf, durch die im Orbit von Europa Nova befindliche Gatewayöffnung zu fliegen, um die Quelle des nicht enden wollenden Antimateriemülls zu lokalisieren. Im Delta-Quadranten angelangt, geraten sie in die Fänge eines Hirogenjägers.

Der Leser erfährt, dass die Malon für den Antimateriemüll verantwortlich sind. Ihnen gelang es, ein angreifendes Hirogenschiff zu zerstören, deren Anführer setzte aber auf den Frachter über und eliminierte die Crew. Jetzt betrachtet er Kira als seine Beute. Taran'atar muss sich einem Feind stellen, der einiges mit ihm gemein zu haben scheint. Als es ihm gelingt, Kira zu befreien, hat die Bajoranerin den Plan, das Runabout mithilfe von Schildmodifikationen zur Blockade des Gatewayspaltes zu benutzen, um den Antimateriemüll vorerst aufzuhalten. Taran'atar muss an Bord des Malonfrachters bleiben, um den Hirogen daran zu hindern, sie zurückzubeamen.

Bevor das Runabout auseinanderbricht, beamt sich Kira auf einen nahe gelegenen Wüstenplaneten. Dort angekommen, wartet sie eine lange Zeit auf Taran'atar, doch nichts geschieht. Sie kann nicht länger warten und schreitet durch ein Portal, das sie findet. Kurz darauf gelingt es Nog mithilfe eines speziellen Tachyon-Ausstoßes, die Portale kurzzuschließen ...

Kritik

1. Julian Wangler

Diese Rezension bezieht sich auf das englische Original.

Der DS9-Teil des "Gateways"-Zyklus: Kira, Nog und ch'Thane müssen die Tore der Iconier schließen, um Unheil zu verhindern ...
Nach dem "Avatar"-Auftakt ist "Dämonen der Luft und Finsternis" hinter "Der Abgrund" das zweite Einzelabenteuer des DS9-Relaunch. Obwohl sich Autor DeCandido alle Mühe gibt, es bestmöglich in den bisherigen Wagenzug der literarischen achten DS9-Staffel einzuflechten, wirkt der Roman recht bald versetzt. Das liegt zweifellos daran, dass DeCandido mit "Demons of Air and Darkness" auf zwei Pferden gleichzeitig reiten musste: Einmal galt es, die genuine Story des DS9-Relaunch voranzutreiben, andererseits durfte er die "Gateways"-Rahmenhandlung mit all ihren Bezügen zu anderen Romanen der Reihe nicht vergessen.

Diese Doppelstrategie, hinter der letztlich ein vernetzender Marketingansatz von Pocket Books steht, schadet dem Gesamtwerk, weil eine Überfrachtung und vor allem Unübersichtlichkeit die Folge ist. Obwohl "Dämonen der Luft und Finsternis" sozusagen das Herzstück der "Gateways"-Bände ausmacht und hier auch eine wesentliche Auflösung der Rahmenhandlung erfolgt, ist man als Leser nicht immer gänzlich im Bilde über sämtliche chaotischen Vorgänge im Quadranten, da sich das Buch nicht zu sehr mit der Rekapitulation der parallelen Ereignisse aufhalten darf.

Sieht man einmal von den ungünstigen Bedingungen ab, unter denen das Buch entstanden ist, kann man DeCandido jedoch zugutehalten, dass er im Saldo eine solide Leistung abgeliefert hat. Der Evakuierungsplot auf der einen und Quarks Agententhriller auf der anderen Seite sind erfrischende Wandlungen der DS9-Story und passen doch gut zum Feeling der TV-Vorlage. Die Idee, einen Jem'Hadar gegen einen Hirogen antreten zu lassen - zweifellos der Showdown des Romans - ist zwar phänomenologisch, fast comicartig motiviert (Man denke an "Alien vs. Predator", daher vielleicht auch das entsprechende Cover?), jedoch spannend geschildert.

DeCandidos große Qualität, auf kleinem Raum mit einer unglaublichen Fülle von Querverweisungen durch das halbe "Star Trek"-Universum zu jonglieren, wird auch in diesem Buch wieder deutlich. Dies tut er immer gezielt, fast chirurgisch präzise, und nicht um Seiten zu füllen. Die Andickung mit Kanonbezügen verleiht dem Roman eine atmosphärische Dichte.

"Dämonen der Luft und Finsternis" ist zwar eine Geschichte, in der Action alles in allem größer geschrieben wird als in den drei Vorgängernovellen, nichtsdestotrotz verbleibt auch DeCandido nah bei den Charakteren. So knüpft er gekonnt an die von S.D. Perry etablierten Beziehungen an und vertieft beispielsweise die sich entwickelnde Freundschaft von Nog und Shar. War der Andorianer in früheren Büchern noch weitenteils verschlossen, beginnt er sich Nog allmählich zu öffnen. Gleichzeitig wird Tabula rasa gemacht, und man erfährt endlich, wo die eigentliche Konfliktlinie zwischen Shar und seiner einflussreichen Mutter verläuft beziehungsweise welches Spannungsfeld sich dahinter verbirgt. Dies ist wiederum guter Stoff für kommende Werke.

Während S.D. Perry in den Pilotbüchern versucht hat, alle Figuren zu berücksichtigen, muss DeCandido Schwerpunkte setzen. Neben seiner Behandlung von Nog und besonders Shar werden Vaughn, Ro, Bashir oder Quark diesmal eher ausgespart, stattdessen verschreibt er sich weiter Ezris Emanzipationsprozess (Sie kommt unter anderem wieder in den Genuss des Defiant-Kommandos und beginnt sich den Diktaten der Symbiose-Kommission zu entziehen.), reserviert für Taran'atar ein paar aussagefähige Passagen (Er beginnt sich allmählich mit seiner neuen Rolle zu identifizieren.), die Hauptrolle spielt aber eindeutig Kira. Ganz unerwartet hat dieser eigentlich bekannt geglaubte Charakter im DS9-Relanuch wieder Feuer gefangen.

DeCandido vollzieht anschaulich die nächsten Entwicklungsprozesse Kiras. Nach ihrer Exkommunikation beginnt sie ihr früheres und ihr neues Selbst vergleichend zu betrachten und erkennt sich als andere, geläuterte Kira. Diese Zäsur wird in "Dämonen der Luft und Finsternis" vielleicht so klar wie nie zuvor. Kiras Reifungsprozess von der ungezügelten, vom naiven Glauben bestärkten Freiheitskämpferin zur nachdenklichen, etwas einsamen Stationskommandatin ist gleichzeitig eine Art Aushängeschild für den DS9-Relaunch, und ich finde es ausdrücklich richtig, in dieses Horn zu blasen.

Insofern findet auch das, was sich DeCandido als Rattenschwanz für die "Dämonen der Luft und Finsternis"-Geschichte in "Horn und Elfenbein" hat einfallen lassen, meine Zustimmung. In diesem Abschlussteil, der gleichzeitig als gesonderte Kurzgeschichte gesehen werden kann, konzentriert er sich nur noch auf die Figur Kiras, in der er zweifelsohne großes Potential entdeckt hat. Nachdem die Bajoranerin durch das iconianische Portal auf dem Wüstenplaneten getreten ist, landet sie viele Jahrtausende in der Vergangenheit - und zwar auf ihrer eigenen Heimatwelt, wo sie sich einer Rebellion anschließt.

"Horn und Elfenbein" ist geschickt so konstruiert, dass Kira - die in "Der Abgrund" und "Dämonen der Luft und Finsternis" als stark verunsichert ob ihrer vollzogenen Entscheidungen auftritt (manchmal fragt sie sich, ob sie sich in den Augen der Propheten mit Sünden befleckt hat) - neuen Frieden mit sich machen kann. Darauf arbeitet die Handlung von vornherein hin. Die ganze Geschichte ist letztlich eine Art kleiner Film, der für Kira abläuft und ihr die Parallelen zu ihrer eigenen Zeit als Widerstandskämpferin eröffnet sowie zu der Zeit danach. Ihre Bestärkung rührt auch davon, dass ihr durch die Zeitreise vor Augen geführt wird, dass für eine Konfession Dinge wie Machtpolitik immer eine Rolle spielen (man denke nur an die Entwicklung des Christentums im römischen Reich oder an die Christianisierung Russlands). Im Umkehrschluss bedeutet dies, man darf einen anerzogenen Glauben nicht blind übernehmen, sondern hat ihn zu reflektieren und mit eigenem Inhalt zu füllen.

Latent ist während Kiras ominöser Reise das Gefühl vorhanden, zu einem längerfristigen Plan der Propheten zu gehören, worauf sie aber keine Antwort erhält. Kira bekommt mit General Torrna eine Figur gegenübergestellt, die ihr sehr ähnlich ist, vergleichbare Lebensumstände in seiner Zeit mitgemacht hat, letztlich aber unter der seelischen Belastung zusammenbricht. Hier wird Kira ein Symbol des Scheiterns vor Augen geführt, das sie selbst niemals zulassen will. Und dies, könnte man sagen, ist im Gefolge einiger zusätzlicher Entwicklungen die Quintessenz des Buches.

Kurz bevor sie nach DS9 in ihre Zeit zurückkehrt, hat sie ein kurzes Gespräch mit einer ominösen Gestalt, die einem echten Iconianer zu entspringen scheint. Nicht nur gibt er ihr eine Antwort darauf, warum es im bajoranischen Sektor keinerlei Gateways gibt, sondern auch eine philosophische Bitte mit auf den Weg: den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren.

Fazit: Ein Buch, das zwar fast nichts mit der typischen DS9-Rahmenhandlung zu tun hat, in dem dafür aber umso mehr passiert. DeCandido sorgt für viel bunte Action, ohne die Verbindung zu wesentlichen Charakteren aufzugeben. Die Brüche der etwas ungewöhnlichen "Gateways"-Handlung werden durch einen authentischen und flotten Schreibstil des Autors wettgemacht, und die Anschlussgeschichte "Horn und Elfenbein" verleiht speziell Kira einen nie dagewesenen Tiefgang. Aus Alt mach' Neu - Keith DeCandido weiß, wie.

2. Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die deutsche Übersetzung des Romans.

Es ist eine reizvolle Idee, eine Geschichte um die Portale der Iconianer zu erzählen. Das Angebot der angeblichen Iconianer, die Portale an den Meistbietenden zu verkaufen, wirkt allerdings von Beginn an faul. Es ist daher nicht sehr überraschend, dass frühzeitig aufgedeckt wird, dass eine Gruppe Betrüger hinter dem Angebot steht. Das Rätseln ist für diesen Roman dann erst einmal vorbei.

Dennoch ist der Roman auch danach noch spannend. Schließlich befindet sich Quark in einer bedrohlichen Lage auf einem orionischen Raumschiff, während Kira und ein Großteil der DS9-Crew damit beschäftigt sind, die Strahlenkatastrophe auf Europa Nova abzuwenden. Hierbei zeigt sich, dass Taran'atar seiner Mission immer mehr gerecht wird und versucht, sich aktiv in das Crewgeschehen einzubringen. Es ist dabei interessant zu beobachten, wie Kira ihn dezent von wichtigen Schaltstellen abhält. Das Misstrauen ist also auf beiden Seiten immer noch groß.

Neben Taran'atar bekommt auch Ezri Dax ein paar Szenen, die ihren Charakter wohl etwas vertiefen sollen. Es scheint, als käme sie doch nicht besonders gut mit ihrer Vereinigung mit dem Dax-Symbionten zurecht. Das Thema wird aber nur angerissen, es muss in einem der nächsten Bücher wieder aufgegriffen werden.

Die Evakuierung von Europa Nova ist das spannendste Element des Romans. Die Dramatik der Ereignisse wird einem beim Lesen durchaus bewusst, leider ist von Europa Nova zu wenig bekannt, als dass man wirklich betroffen ist. Indem DeCandido die Schönheit des Planeten beschreibt, gelingt es ihm immerhin, etwas Wehmut über die Zerstörung des Planeten durch außerirdische Strahlung aufkommen zu lassen. Außerdem glänzt er bei der Darstellung der Politiker von Europa Nova und bei der Konfrontation zwischen einem cardassianischen Raumschiff, das helfen möchte, und der Präsidentin von Europa Nova. In dieser Begegnung geht das Misstrauen nicht nur von der Präsidentin, sondern auch von Kira aus. Und das nur, weil der Kapitän des cardassianischen Schiffes Gul Dukat ähnlich ist. Es ist schön, dass in der achten Staffel Vorurteile und Misstrauen so konsequent herausgearbeitet werden.

Quarks Verhandlungen auf dem orionischen Schiff sorgen, trotz der Gefahr für Quark, für Schmunzeln. Wenn Quark auf seine Familie und dabei wie hier auf seinen Bruder trifft, ist das recht komisch. Und während man sich zunächst noch fragt, wie Quark ein so naives Dabo-Girl gefunden hat, der bekommt zum Schluss eine unterhaltsame Pointe geliefert.

Der Roman endet mit einem kurzen Teil, der erzählerisch vom ersten stark variiert. Das liegt wohl daran, dass der zweite Teil in dem amerikanischen Originalroman in einem extra Sonderband zur "Portale"-Reihe veröffentlicht wurde. Während im ersten Teil die Handlung noch zwischen vielen verschiedenen Orten hin- und herwechselt, erlebt Kira im zweiten Teil ein Stück bajoranischer Geschichte an der eigenen Haut. Das ist zwar spannend, erinnert in Teilen aber stark an antike irdische Geschichte und wirkt sehr menschlich. Dieser Teil könnte der Auftakt eines größeren Handlungsbogens mit den Bajoranern sein, der sich ja auch in Kiras Ausstoß aus der bajoranischen Religionsgemeinschaft andeutet. Dennoch bedeutet er einen starken Handlungsbruch.

Interessanter ist dann Kiras Rückkehr, denn sie begegnet einem leibhaftigen Iconianer. Dieser ist friedliebend, hilfsbereit und kein grausamer Eroberer, wie Iconianer immer beschrieben wurden. Dafür macht er Andeutungen über die Propheten im Wurmloch, bei denen Sisko ja immer noch ist, die auch weitere Geschichten nach sich ziehen könnten.

Fazit: "Dämonen der Luft und Finsternis" erzählt eine durchschnittliche Geschichte, die aber durch viele Handlungsorte belebt wird. Die eigentlich gute Idee um die Portale wird kaum ausgenutzt. Dafür versucht sich DeCandido ein wenig an Charakterarbeit und Handlungsvorarbeit. In beiden Fällen startet der Roman aber nur Entwicklungen, sondern legt nur die Basis für kommende Romane. Trotzdem machen diese kleinen Handlungsanstöße den Roman erst wirklich interessant.

"Dämonen der Luft und Finsternis" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

1. Julian Wangler
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Portale: Dämonen der Luft und Finsternis"

Originaltitel "Gateways: Demons of Air & Darkness"

Buchreihe DS9-Relaunch

Autor Keith R.A. DeCandido

Übersetzer Christian Humberg

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
6,49 Euro

Antiquarisch:
12,80 Euro

Umfang 320 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-9412-4854-5

(jw, wc - 19.07.13)


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