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Markus Loosen (ma), Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)03.01.07

"Captain's Table: Gebranntes Kind"

Peter David

Inhalt

Dieser Roman beginnt wie viele andere der "Neue Grenze"-Reihe in der Vergangenheit. Hier erleben wir, wie ein Junge namens Mackenzie Calhoun einen Dantari-Soldaten tötet. Doch dies hat nicht die gewünschte Wirkung auf ihn. Er hat gehofft, sich durch den Tod dieses Soldaten in seinem Weltbild bestätigt zu sehen, dass die Dantari alle Monster sind. Stattdessen blickt er, nachdem er diesem seinen Helm abgenommen hat, in das Gesicht eines Jungen, welcher nicht viel älter ist als er.

Aber dennoch führt Calhoun die Rebellion auf Xenex an. So findet er eines Tages in seiner Heimatstadt eine komische Bar, welche zuvor noch nicht da war und den Namen "The Captain's Table" trägt. Dort bekommt er dann auch einen Drink von dem Barkeeper Cap spendiert, unter der Bedingung, dass er für den nächsten Drink mit einer Geschichte zahlen muss. Nachdem der junge Calhoun diese Bar verlässt und kurz darauf zurückkehren will, kann er diese nirgendwo mehr in der Stadt finden.

In der Gegenwart sitzt Calhoun dann hinter seinem Schreibtisch und kann es nicht fassen, dass er und seine Crew nicht in den Krieg gegen das Dominion geschickt werden. Er versucht nach einem klärenden Gespräch mit Commander Shelby ein bisschen auf dem Holodeck auszuspannen. Doch bei einer Simulation einer Stadt eines Planeten in der Föderation entdeckt er in einer Straße eine ihm bekannte Bar wieder: das oben genannte "Captain's Table".

Drinnen muss er feststellen, dass alles genau so aussieht wie damals, und auch der Barkeeper ist derselbe. Und so bleibt Calhoun nichts anderes übrig, als eine Geschichte zu erzählen, um einen Drink zu bekommen. Und so erzählt er zum ersten Mal die ganze Geschichte der Katastrophe, welche sich auf der U.S.S. Grissom unter dem Kommando von Captain Kenyon ereignete und dazu führte, dass Calhoun die Sternenflotte verließ.

Kritik

1.Markus Loosen

Diese Buchkritik bezieht sich auf das englische Original.

Teil fünf der "Captain's Table"-Saga: Calhoun erzählt über seine Vergangenheit auf der U.S.S. Grissom.
Bisher wurde zwar in der "Neue Grenze"-Reihe schon viel über Calhouns Vergangenheit gesagt, nur was sich damals wirklich auf der U.S.S. Grissom ereignet hat, wird zum Großteil verschwiegen. Es hat zwar schon mal kleine Andeutungen gegeben, aber hier kommt endlich die ganze Wahrheit ans Licht. Allerdings unter einem besonderen Aspekt - diese Geschichte wird die ganze Zeit aus der Sicht von Calhoun erzählt. Dass Peter David durchaus gute Geschichten aus der Ich-Perspektive erzählen kann, hat er bereits mit "Ich, Q" bewiesen, und auch hier ist es nicht anders. Zwar liegt der Schwerpunkt durchaus auf den Eindrücken und Gefühlen Calhouns, doch man hat nicht das Gefühl, dass die anderen Charaktere dabei in irgendeiner Form zu kurz kommen. So wird hier zum Beispiel auch Kathrin Mueller in die "Neue Grenze"-Reihe eingeführt.

David schafft es, vor allem auch die Leute mit seiner ernsten Geschichte nicht nur zu unterhalten, sondern auch den Leser über Fragen wie Loyalität und Rache ernsthaft nachdenken zu lassen.

Leider hat dieses Buch einen Nachteil: Es hätte dicker sein können. Denn zumindest ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass dem Autor am Ende des Buches die Seiten ausgingen. Denn hier überstürzen sich die Ereignisse leider ein wenig. Auch finde ich die Begründung, warum die U.S.S. Excalibur nicht in den Krieg gegen das Dominion geschickt wird, ebenfalls etwas billig. Das Ganze hat irgendwie den Eindruck, als versuche David krampfhaft, den Dominion-Krieg aus seiner Buchreihe rauszuhalten. Dagegen ist ja eigentlich auch nichts einzuwenden, aber den Grund hierfür in einem Gespräch innerhalb eines halben Kapitels abzuhandeln, halte ich für nicht richtig, zumal man im Grunde nur Vermutungen zu hören bekommt.

Fazit: Ein sehr gutes Buch, welches die Hintergrundgeschichte von Calhoun wunderbar ergänzt. Es sei hier aber noch angemerkt, dass Peter David auch im diesem "Neue Grenze"-Buch wieder sehr offen mit dem Thema Sex und Gewalt umgeht. Dies ist aber durchaus auf demselben Niveau wie bei den anderen Büchern der "Neue Grenze"-Reihe.

2. Martin Weinrich

Die folgenden Buchkritiken beziehen sich auf die deutsche Ausgabe des Cross Cult Verlags.

Zu Beginn der Reihe musste Captain Calhoun erst davon überzeugt werden, wieder der Sternenflotte beizutreten. Die Katastrophe auf der U.S.S. Grissom, die ihn zum Verlassen der Sternenflotte bewegte, wurde allerdings nie geschildert. Im Rahmen der Reihe "The Captain's Table" holt Calhoun dies nun nach.

Dabei muss man wahrscheinlich ein wenig den Hintergrund ignorieren. In den USA gab es mehrere Romane, in denen ein Captain in dem fantastischen Restaurant seine Geschichte erzählt. Auf Dauer kann man sich vielleicht an das Konzept gewöhnen. In einem einzelnen Band wirkt es etwas zu fantastisch.

Der Leser wird dafür mit einer wunderbaren Geschichte entschädigt. Denn das Drama auf der U.S.S. Grissom ist eines, in dem es eigentlich nur Schuldige gibt. Calhoun kommt auf ein Schiff, das einen wunderbaren Captain hat, zu dem die gesamte Crew aufblickt. Als die Tochter und der Bruder des Captains bei einer diplomatischen Mission getötet werden, plant dieser einen grausamen Rachefeldzug. Seine Crew, auch Calhoun, verschließt die Augen. Dadurch wird ein Volk zurück in die Steinzeit gebombt, obwohl Calhoun in letzter Sekunde noch aktiv wird und dadurch sogar zum Meuterer mutiert.

Der Roman baut eine intensive Stimmung auf. Es ist klar, dass es zu einer Tragödie kommen muss. Sonst wäre Calhoun ja nicht aus der Sternenflotte ausgetreten. Daher beschleicht einen bei jeder Aktion ein unheimliches Gefühl und Peter David schafft es, den Roman sehr spannend zu halten, obwohl der Ausgang eigentlich schon klar ist. Beachtlich ist vor allem, dass ihm dies auf nur wenigen Seiten gelingt. Außerdem schafft er es, zum Beispiel die Tochter des Captains auf gerade einmal einer Handvoll Seiten bereits so einzuführen, dass sie authentisch und sympathisch wirkt.

Der Roman hat insgesamt nur zwei Schwachstellen. Er versucht nämlich nicht nur den Grund für Calhouns Austritt aus der Sternenflotte zu erklären, sondern auch sein schlechtes Verhältnis zu Admiral Jellico. Und das ist leider etwas misslungen, der Grund für den Hass Jellicos auf Calhoun ist dann doch etwas simpel.

Der zweite Negativpunkt ist ein hasserfüllter Andorianer, der es Calhoun verübelt, Erster Offizier geworden zu sein. Er entspricht nicht nur dem Klischee eines Sicherheitsoffiziers, sondern wird zum Schluss sogar noch mit stereotypen Eigenschaften durch Calhoun belegt. Das Schlimme ist dabei nicht unbedingt, dass Calhoun rassistische Äußerungen von sich gibt, sondern dass der Sicherheitsoffizier sie auch noch bestätigen muss. Hier hätte etwas Überraschung gut getan. Denn auch für einen andorianischen Sicherheitsoffizier ist es sehr merkwürdig, dass er versucht einen Meuterer willentlich zu erschießen.

Der Umfang von 250 Seiten ist für heutige "Star Trek"-Romanverhältnisse geradezu winzig. Dennoch ist der Roman dadurch noch etwas angenehmer. Anstatt dass man lange Ausschweifungen des Autors miterleben muss, kommt David sofort zum Punkt, die Handlung entwickelt sich schnell.

Außerdem baut David mehrfach Brücken zu der "New Frontier"-Gegenwart. So wird in einem Kapitel erklärt, warum die U.S.S. Excalibur nicht im Dominion-Krieg mitkämpft und auch einige Charaktere von der Grissom - so wird später enthüllt - treiben sich auf der Excalibur rum. Diese kleinen Randbemerkungen runden den Roman noch ab.

Fazit: Das hohe Tempo, die gelungene, fast schon vielschichtige Geschichte und die vielen kleinen Randbemerkungen machen den Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre. Lediglich zwei kleinere Punkte stören, können die Lesefreude insgesamt aber kaum trüben.

3. Thomas Götz

Der nächste "New Frontier"-Band steht etwas außerhalb der Reihe, denn er gehört eigentlich zur "Captain's Table"-Reihe. Immerhin, Cross Cult bringt die Romane wirklich chronologisch und veröffentlicht daher auch diesen Band, der damit den ersten "New Frontier"-Band darstellt, der zuvor noch nicht übersetzt vorlag.

Dabei muss zuerst einmal eine Lanze für das exzellente Coverart gebrochen werden, denn im Gegensatz zum Original, das einen recht jungen Calhoun präsentiert, dem man die Ereignisse fast nicht abnimmt, wirkt der auf dem deutschen Cover schon etwas erfahrener und gezeichneter - und er scheint besser in die brutale Story zu passen als das junge Pendant. Dabei ist das Bild aber noch recht gut am Original angelehnt und auch Peter David, der Autor, ist in der deutschen Version noch deutlicher hinter Calhoun zu sehen.

Das Buch ist zwar recht dünn, aber allein das Konzept der Captain's-Table-Bar verdient eine Auszeichnung, denn die Idee ist einfach pfiffig und originell (und schreit schon förmlich danach, dass man auch die anderen Bände der Reihe lesen will).

Auch die Story schlägt, "New Frontier"-typisch, wieder dunkle Töne an. Da es die Frühzeit von "New Frontier" ist, gibt es auch ein wenig Erotik mehr als noch in den Folgebänden. Aber auch die Gewalt kommt nicht zu kurz und wartet im vorliegenden Band mit einigen recht intensiven Folterszenen auf, die durchaus unter die Haut gehen. Für Peter David eher untypisch gibt es diesmal keine Superwaffe, die es zu besiegen gilt.

Dafür gibt es eine Menge moralisch fragwürdiger Szenen, gepaart mit Action und einem Calhoun, der an der Herausforderung wächst. Oder anders ausgedrückt: "Star Trek" at it's best! Starke Charakterszenen eingebettet in eine Rahmenhandlung, keines von beiden wirkt aufgesetzt. Dazwischen die Botschaft, wie man völkermordende Monster bestraft und welcher Weg richtig ist - und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Das Ganze wird dadurch noch mitfühlender, dass man sich als Leser sehr gut in beide Seiten des Konfliktes hineinversetzen kann. Auf der einen Seite fühlt man mit den Charakteren, die die unschuldigen Folteropfer rächen wollen, auf der anderen Seite weiß man genau, es ist falsch im Gegenzug ebenso Völkermord zu begehen, aber wie Captain Kenyon will man einfach die Befriedigung, dass die Bösewichter bestraft werden.

Gut, am Ende werden sie das zwar, wenn auch vielleicht nicht ganz so, wie man es sich vorgestellt hat, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt und die heile "Star Trek"-Welt ist nicht so heile, wie man sie sich gerne zu Roddenberrys Zeiten noch vorstellte - was natürlich gut zur "New Frontier"-Reihe passt.

Fazit: Ein Roman voller Action, Charakterszenen, moralischen Dilemmas und einem neuen Konzept einer Bar, der unter die Haut geht - und sehr empfehlenswert ist.

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Bewertung

1. Markus Loosen
2. Martin Weinrich
3. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Captain's Table: Gebranntes Kind"

Originaltitel "Captain's Table: Once Burned"

Buchreihe Die Neue Grenze

Autor Peter David

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 12,80 Euro

Umfang 250 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3942649004

(ma, wc, tg - 03.01.12)


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