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Michael Wilkens (mw)03.04.04

"Science and a Sense of Hope"

Kolja Steinrötter

Inhalt

In der Fernsehserie "Deep Space Nine" werden Inhalte vermittelt, die eine Brücke schlagen zwischen den Wissenschaften, der Notwendigkeit zu lernen und zu forschen, und dem Wunsch der Menschen an etwas zu glauben - an etwas, das ihnen das Gefühl gibt, die Existenz hätte auch auf längere Sicht einen tieferen, kosmologischen Sinn.

Das betrifft die zukünftigen Werte und Prioritäten der Menschheit, aber auch ihr Verhältnis zur Wissenschaft, zur Technik. Und bei "Deep Space Nine" auch den religiösen Glauben. Ist "Deep Space Nine" aber ein Produkt der Massenkultur, das tatsächlich versucht, eine neue Weltansicht zu vermitteln? Wird durch die Darstellung einer Gruppe von Menschen und Aliens, die mit kosmologischen Fragen konfrontiert werden, an welchen wir heute verzweifeln oder die wir noch gar nicht stellen können, versucht, unser Bewusstsein für diese Probleme zu schärfen? Der Autor versucht in seiner Arbeit, dies zu belegen.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig darzustellen, wie der allgemeine Zustand von Wissenschaft und Religion, Bildung und Glauben, aber auch anderer Werte vermittelnder Instanzen - etwa der Erziehung und der Medien - heutzutage ist. Zuletzt soll die Fernsehserie "Deep Space Nine" auch als ein Beispiel dienen, wie in den Medien Werte vermittelt werden können.

Kritik

Dieses Buch berichtet über die Verhältnisse zwischen Wissenschaft und Religion.
Mit seiner als Magisterarbeit abgeschlossenen Betrachtung über die Beziehung von Wissenschaft und Religion anhand der populären, amerikanischen Fernsehserie "Star Trek - Deep Space Nine", gelingt es dem 1974 geborenen Autor ohne übersteigerte Fachterminologie eine Brücke zum besseren Verständnis von Naturwissenschaft und der Beziehung zur Religion in einer fiktiven Welt zu schlagen. Schlüssig über den programmatischen Titel, der aus der Feder des bekannten Carl Sagan stammt, formuliert Steinrötter ein Nebeneinander mechanistisch geprägten Weltbildes über Descartes bis hin zur janusköpfigen Situation der Naturwissenschaften und ihres immerwährenden Konfliktes zur Religion von heute.

Die Science-Fiction- Serie "Deep Space Nine" dient dabei lediglich als Folie zur idealistischen Darstellung dessen, was diesen Konflikt im heutigen Verhältnis dieser beiden "Wissensdisziplinen" ausmacht und wie positiv eine Entwicklung, rein im utopischen Weltsinne verlaufen könnte. Dabei greift Steinrötter immer wieder auf Aussagen Carl Sagans zurück und destilliert daraus einen eigenen Gedankengang, der eine Verbindung zum heutigen Wissensverständnis und möglichem morgigen Wissenstand darstellen soll. Dass der Autor dabei nicht unbedingt zu einem positiven Grundverständnis kommt, wird schon in seinen Aussagen in einem Internet-Interview deutlich: "Ich denke, dass es großer Veränderungen im Bewusstsein der Menschen bedarf, wenn dieser Planet noch ein paar hundert Jahre überleben soll. (...) Darin liegt das Potential des Menschen, im Lernen, Erforschen, und darin, sich selbst zu verbessern. Und in dem Punkt sind wir bei Star Trek." (...)

Auf die Frage, wo Steinrötter die Welt in einhundert Jahren sieht, sagt er: "Sagen wir's mal so: Es spricht nicht sehr viel dafür, dass die Menschheit noch die Kurve kriegt. (...) Machen wir weiter so wie bisher, würde ich hier in hundert Jahren nicht mehr leben wollen."

Über eine verständliche Einführung des Autors, verbunden mit der Frage, warum der Untersuchungsgegenstand eine Science-Fiction-Fernsehserie ist, geht er weiter über eine Erläuterung der einzelnen Charaktere der Serie, die wesentlich zum besseren Verständnis nach dem "Warum" im Stand der Handlungen führt. Dabei wird auch das gesamte Spektrum der Arbeit von Steinrötter für Nicht-Trekkies verständlich und interessant.

Es wurde dabei schon in verschiedenen Internetforen die Zitatenarbeit mittels englischsprachiger Texteile bemängelt und angemerkt, sie würden sich wie Fremdkörper im Text ausmachen. Dem sei entgegengehalten, dass es durchaus üblich ist, bei wissenschaftlichen Arbeiten, die durchaus auch ein international geprägt interessiertes Publikum ansprechen sollen, gerade die Zitate innerhalb der Arbeit in der Originalsprache (in diesem Falle im Angloamerikanischen beruhend) verwendet werden. Tatsächlich gilt Englisch als die Fremdsprache Nummer Eins und sollte einem Europäer nicht viele Probleme bereiten.

Umfangreicher gerät dann folgend der Teil des Bandes, in dem einzelne Episoden der Serie als erläuterndes Material herangezogen werden. Insbesondere die Verhältnisse von Religiosität, die bislang im "Star Trek"-Universum so gut wie vernachlässigt worden war, und die Interessen einer großen Weltgemeinschaft, die den Sprung in den Weltraum geschafft haben, sind hier wesentlicher Kern der Betrachtungen. Abgeschlossen wird das Buch mit essayistischen Texten, die die Verhältnisse einer fiktiven Fernsehserie im Bezug zur Realität (dem Heute) aufzeigt und Möglichkeiten über die Philosophie und Sozialwissenschaften angibt.

Ein umfassender bibliographischer Anhang macht deutlich, wie viele Titel es bereits gibt, die sich weitergehend auf fakultativer Ebene mit dem Phänomen "Star Trek" auseinandersetzen und darüber hinaus auch immer wieder das Verhältnis von Science-Ficton (dem Bild von Morgen also) im Verhältnis (als Spiegel) von heute verdeutlichen. Fern jeglicher sattsam bekannter Fanbücher und vermeintlicher "Blick hinter die Kulissen"-Veröffentlichungen, bietet "Science of a Sense and Hope" von Kolja Steinrötter mehr: nämlich einer Verdeutlichung der Notwendigkeit zur Wende im Denken, um Wissensvermittlung und den unbedingten Erhalt der Neugierde auf die Welt -  trotz aller "Demotivationskampangnen" der medial immer stärker überfluteten Welt.

Ironie dabei: Es ist just ein außerordentlich erfolgreiches Produkt, aus eben dieser übermedialisierten Welt, das zum Anlass einer tieferen Betrachtung herangezogen wird. Fazit ist dabei immer wieder der Wunsch, die Hoffnung, dass just das Medium Fernsehen vielleicht die Möglichkeit zur Erweckung der Neugier auf die Welt befördern und nicht verdumpfen kann, wie es derzeit immer stärker in unserem täglichen Verhalten und Denken der Fall ist. Unter dem stetigen Zusammenbruch der großen Weltreligionen und der permanenten Abkehr vom Religiösen in der Welt, das vielen noch als Stütze gedient hatte, kommen Zweifel. Zweifel am Zusammenhalt der Welt. Dabei macht nun die Serie "Deep Space Nine" deutlich, dass just Glaube und die Fortentwicklung der großen Naturwissenschaften durchaus zusammengehen können und dabei umsetzbare Verhaltensrichtlinien mitbringen können, auf die wir uns alle berufen können. So Hoimar von Ditfurth in seinem Buch "Innenansichten eines Artgenossen" (Hamburg 1989, Seite 427):

"Nichts anderes wird uns in der Bergpredigt gesagt: 'Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch'. Es folgt die Erinnerung daran, dass der Rat nicht erst von Jesus stammt, sondern viel älter ist: 'Das ist das Gesetz und die Propheten' (Matth. 7,12). Das zu betonen, erscheint mir in diesem Zusammenhang wichtig, weil der Sprecher dieser Sätze von der paulinisch-helenistischen Überlieferung so sehr ins Überirdische entrückt worden ist, dass ohne den Hinweis auf die Propheten sofort wieder das Missverständnis provoziert werden könnte, auch die ihm bei dieser Gelegenheit in den Mund gelegte Empfehlung gelte nicht für diese Welt. Das Gegenteil ist richtig. Sie stammt aus einer Tradition, für die es selbstverständlich ist, aus unbeirrbarem Gottesglauben handfeste Richtlinien für irdische Verhalten abzuleiten."

Hoimar von Ditfurth
Auszug aus seinem Buch "Innenansichten eines Artgenossen"

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Science and a Sense of Hope - Zum Verhältnis von Wissenschaft und Religion in der Fernsehserie 'Star Trek: Deep Space Nine'"

Buchreihe Sachbücher

Autor Kolja Steinrötter

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
16,00 Euro

Antiquarisch:
13 bis 15 Euro

Umfang 199 Seiten

Verlag Telos Verlag

ISBN 3-933060-13-3

(mw - 03.04.04)


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