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Peter Schipfmann (ps), Peter Tigmann (pt), Manrico Tenner (te)06.08.06

"Das Unsterblichkeitsprinzip"

Jeffrey Lang

Inhalt

Lange vor der eigentlichen Handlung des Romans auf einem eisigen Planeten: Noonien Soong (der spätere Erschaffer von Data), Ira Graves, bekannt aus der "The Next Generation"-Folge "Das fremde Gedächtnis" sowie ein unbekannter Wissenschaftler Namens Dr. Emil Waslowick unternehmen eine riskante Kletterpartie. Dabei entdecken sie die leblosen Körper von Androiden.

Jetzt-Zeit: Bruce Maddox, der Forscher, der bekanntlich vergeblich versucht hat, die Erlaubnis zu bekommen, Data auseinander zu nehmen ("Star Trek: The Next Generation - Wem gehört Data") arbeitet zusammen mit dem oben erwähnten mysteriösen Professor Dr. Waslowick in einem Labor auf dem Planeten Galor IV an dem Bau eines neuartigen Androidentyps. Nur leider wird das Laboratorium während eines heftigen Gewitters zerstört, Maddox schwer verletzt. Waslowick ist wahrscheinlich tot.

Die Enterprise-E hat gerade einen wichtigen diplomatischen Auftrag erfüllt. Es herrscht Routine an Bord, Picard kann einen gemütlichen Rundgang durch das Schiff machen. Nur für ein Besatzungsmitglied herrscht alles andere als Routine. Data hat einen Verlust zu beklagen. Dr. Juliane Tainer ("The Next Generation - Soongs Vermächtnis") ist gestorben. Data ist deshalb mit einem Shuttle nach Atreius IV geflogen, um ihre sterblichen Überreste zu holen. Nachdem er von seiner traurigen Mission zurückgekehrt ist, wird Datas Mutter an Bord der Enterprise beerdigt. Kurz darauf erhält das Schiff einen neuen Auftrag: Sie soll den Unglücksfall auf Galor IV untersuchen. Warum gerade die Enterprise zu dem Planeten geschickt wird, hat zwei Gründe: Die Besatzung hat von allen Starfleet-Raumschiff-Crews die wohl eingehendsten Erfahrungen mit künstlichen Intelligenzen, und Maddox hat, bevor er ins Koma geglitten ist, mit seinem Blut einen Namen auf den Boden geschrieben: Data.

Die Untersuchung des Unglückes auf Galor IV bringt zunächst nichts Interessantes zu Tage, es scheint sich wirklich nur um einen tragischen Unglücksfall zu handeln. Nur Data ist anderer Meinung. Rein intuitiv (der Gefühlschip macht es möglich), ohne es durch Fakten untermauern zu können, behauptet er, dass etwas nicht stimmt. Picard vertraut Datas Instinkt und gibt ihm drei Tage Zeit, zusammen mit dem neuen Sicherheitschef der Enterprise, Lieutenant Rhea McAdams, die Vorgänge weiter zu untersuchen.

Und sie bringen auch beunruhigende Tatsachen ans Licht: Der Androide im Labor ist eine Fälschung, die Daten über das Projekt am Daystrom Institut sind gelöscht worden. Private Aufzeichnungen von Dr. Waslowick führen zu einem neuen Bild von dem angeblichen Unglücksfall: Er hat von Anfang an vor gehabt, mit dem fertigen Androiden zu verschwinden, die Zerstörung des Labors geht hingegen auf das Konto einer unbekannten dritten Gruppe.

Folgerichtig untersucht man die ehemalige Unterkunft Waslowicks. Dort findet das Einsatzteam einen Transporter. Der setzt sich selbsttätig in Gang und alle, Data, McAdams, Riker und Barkley, werden urplötzlich in ein Laboratorium unterhalb des Ozeans von Gatol IV gebeamt. Dort angekommen stellen sie fest, dass sie nicht alleine sind, zwei riesige Androiden greifen sie an und die Phaser funktionieren nicht...

Kritik

Ein neuer Prototyp für einen Androiden wird gestohlen. Verliebt sich Data darüber hinaus auch noch?
1. Peter Schipfmann

"Das Unsterblichkeitsprinzip" erzählt zunächst einmal eine gut aufgebaute spannende Abenteuergeschichte: Dem "Star Trek"-Fan allseits bekannte Wissenschaftler finden auf einem ungenannten Eisplaneten leblose Androiden, ein Unglück wirft immer mehr Fragen auf, nicht nur ein Wissenschaftler, auch Besatzungsmitglieder sind nicht das, was sie zunächst zu sein scheinen. Es werden im Verlauf der Handlung immer wieder Geheimnisse aufgeklärt, die aber ihrerseits wieder neue Fragen aufwerfen. So bleibt die Lektüre faszinierend bis zum Schluss.

Und das Buch ist eine einzige Huldigung an Data. Sein Leben steht im Mittelpunkt des Romans. Den Tod seiner Mutter nutzt der Autor, um noch einmal das bisherige Leben des Androiden und natürlich die entsprechenden "The Next Generation"-Folgen Revue passieren zu lassen. Für denen, der sich mit der "Nächsten Generation" auskennt, sicherlich vergnüglich. Jeffrey Lang zeigt auch, dass durch das Menschwerden Datas (via Gefühlschip) diese Figur keineswegs langweilig geworden ist. Durch seine Erfahrung mit dem Tod wird ihm bewusst, dass er früher oder später alle seine Freunde und Bekannte verlieren wird. Und wenn er dann Mitglied einer neuen Crew geworden ist, wird sich dieser Vorgang wiederholen. Bis in alle Ewigkeit, es sei denn sein Körper wird durch einen Unglücksfall irreparabel geschädigt. Data wird mit dieser Erkenntnis nur schwer fertig, in einem Gespräch mit Picard wird dieser Aspekt seiner Existenz gut ausgelotet.

Aber dem Autor geht es nicht nur um Data, er will noch mehr. Es geht ihm darum, von den Anfängen an alle Geschichten über künstlichen Lebensformen im "Star Trek"-Universum zu verknüpfen. Aus den vielen ursprünglich isolierten Storys webt er einen langen Handlungsbogen, der von der ersten Classic-Staffel bis zur letzten von "The Next Generation" reicht ("DS9" und "Voyager" bleiben außen vor, sie sind ja nicht gerade ergiebig in dieser Hinsicht). Ob Wesleys Naniten, die Exocamps oder der allererste "Star Trek"-Androide Ruk, der Kirk das Leben schwer machte; wenn ich es richtig sehe, kommen wirklich alle künstlichen Lebensformen, die jemals in einer "Star Trek"-Episode eine wichtige Rolle spielten, im Roman vor.

Da besteht die Gefahr, dass dies auf eine allzu verkrampfte Art und Weise geschieht, Dinge mit einander verknüpft werden, die, wenn man nachdenkt, eigentlich aber nun gar nichts miteinander zu tun haben, aber Jeffrey Lang erledigt seine Aufgabe "ein Buch über Data und die Rolle der künstlichen Intelligenz im 'Star Trek'-Universum" (so Marco Palmieri, der laut dem Autor die Idee zu dem Roman hatte) zu schreiben, erfreulich souverän. Es gibt keine großen Widersprüche und Ungereimtheiten, es fügt sich alles zu einem großen Ganzen. Die Fragen, die sich der Leser während der Lektüre stellt, werden zufriendenstellend beantwortet. Das ist schon erstaunlich, denn das "Star Trek"-Universum ist an manchen Stellen recht inkonsistent.

Wenn mir etwas nicht gefällt, liegt es eher an der jeweiligen Folge, die der Autor heranzieht. So ist der geheimnisvolle Professor Dr. Waslowick in Wahrheit ein alter Bekannter aus der Originalserie. Leider ist er eine weniger gelungene Figur aus einer bestenfalls durchschnittlichen Episode. Deren Mängel schlagen sich dann auch im Roman nieder. Hätte Jeffrey Lang sich entschlossen, seine Handlung nicht so eng mit bekannten Geschichten zu verknüpfen (ich weiß, manche Fans schätzen gerade so was), wäre aus einem guten Roman ein sehr guter geworden.

Fazit: Ein gelungenes Buch, eine Huldigung an Data, wer "Star Trek Nemesis" gesehen hat, kann hier beim Lesen noch einmal Abschied von einer der liebenswertesten "Star Trek"-Figuren nehmen.

2. Peter Tigmann

Herausgeber Marco Palmieri und Autor Jeffrey Lang haben ein Buch geschaffen, das nicht nur versucht, die Frage zu klären, was es bedeutet, eine künstliche Existenz zu sein, sondern auch noch einige tiefere Einblicke in die Psyche unseres Lieblingsandroiden Data gewagt. Größtenteils schaffen die beiden das auch - besonders wenn sich die Romanze zwischen Data und McAdams anbahnt, oder wenn Data sich mit Picard darüber unterhält, dass er als einziger noch am Leben sein werde, wenn alle seine Freunde schon längst gestorben sind. Data wirkt im gesamten Verlauf des Buches ungewohnt menschlich, was vielleicht die größte Stärke dieses Romans ist. Auf seine Vergangenheit wird immer wieder eingegangen. Noonien Soong wird in Rückblenden zum Akteur, ebenso Ira Graves, von dem Soong viel gelernt hatte, und jemand, der schon auf Kirks Enterprise Verwirrung stiftete, hat auch hier seine Hand im Spiel.

Überhaupt kann man sagen, dass die Originalserie mit ihren unzähligen Robotern und Androiden, die versuchten, die Weltherrschaft zu übernehmen, den Grundstein für "Das Unsterblichkeitsprinzip" gelegt hat. Viele der Handlungselemente stammen aus einer der alten Folgen und tragen dazu bei, dass der Teppich des "Star Trek"-Universums immer dichter gewebt wird. Ich persönlich liebe solche Geschichten, aber da dies nun eben nicht jedermanns Sache ist, sollte hier erwähnt werden, dass es ohne die Kenntnis der Abenteuer Kirks und Spocks ein wenig schwer werden könnte, das Buch zu genießen. Zu oft wird hier eine Anspielung auf etwas eingebaut, das 100 Jahre vor der Enterprise-E stattgefunden hat, als dass man einfach darüber hinwegsehen könnte.

Dennoch ist "Das Unsterblichkeitsprinzip" ein durchaus lesenswertes Buch, das schon allein wegen seines ausgezeichneten Coverbildes einen Platz auf dem "Star Trek"-Regal eines jeden Fans verdient hätte. Jeder noch so kurze Auftritt künstlicher Intelligenz in einer Folge wurde in diesem Buch genutzt und oft noch ausgebaut. So finden hier die Exocomps oder auch Wesley Crushers Naniten Erwähnung, ebenso wie Lore, Lal und Datas Mutter.

Fazit: Für Freunde philosophischer Fragestellungen ebenso wie für Liebhaber spannend erzählter Geschichten ist Jeffrey Langs erster "Star Trek"-Roman, den er ohne Co-Autor geschrieben hat (nach "Star Trek: Deep Space Nine - Der Abgrund" mit David Weddle und einer Kurzgeschichte in der "The Lives of Dax"-Anthologie), äußerst empfehlenswert. Mein Tipp wäre allerdings, sich eine Kopie der "Star Trek"-Enzyklopädie zu besorgen, um bei den Stichwörtern, mit denen man nicht sofort etwas anfangen kann, nachzuschlagen.

3. Manrico Tenner

Verglichen mit anderen "Star Trek"-Werken gelingt dem Autor mit vorliegendem Roman wenigstens ansatzweise die Darstellung eines tiefgründigen philosophischen Problems: Data wird sich seiner Unsterblichkeit bewusst, die einer Maschine nichts bedeutet, jedoch nach Aktivierung des Emotionschips beinahe Depressionen in Data auslöst. Schließlich werden irgendwann alle seine Freunde von der Enterprise sterben, während er ewig lebt - von Zerstörung oder Beschädigungen durch äußere Einflüsse abgesehen.

Der "Familienfriedhof" mit Lal, Lore und neuerdings auch seiner Mutter hellt die Stimmung nicht wirklich auf. Ebenso wenig wie ein Mensch kennt Data eine Antwort auf die Frage, wohin er in seinem Leben gehen soll. Hier gelingt es dem Autor eine melancholische Stimmung entstehen zu lassen, in welcher die Untersuchungen über den Unfall geführt werden. Typisch menschlich ist die Reaktion seiner vorgesetzten Offiziere, als er beginnt, intuitiv zu handeln: eine Untersuchung seiner Systeme. Intuition = Kurzschluss? So weit, so gut.

Zeit zum Verzweifeln bleibt unserem Lieblingsandroiden nicht, denn nur allzu bald wird offensichtlich, dass es sich um einen Anschlag handelte. Spannungs- und actionreich folgen der Schlagabtausch in der unterirdischen Station und der Angriff auf die Enterprise, welcher die Sehnsucht nach der Enterprise-D weckt: In allen Storys, die ich bislang über die -E gelesen habe, steht das Schiff immer kurz vor der Zerstörung; in den Kinofilmen nicht anders.

Leider verliert Jeffrey Lang ab Beginn der Action den philosophischen Beginn seiner Geschichte aus den Augen, was angesichts des guten Starts schade ist. Dafür fährt der Autor ein schönes Ensemble alter Bekannter auf: Barclay, Flint, Noonian Soong, Ira Graves, Ruk, die Naniten, M5 und die Exocamps. Er schöpft aus dem "Star Trek"-Fundus und zeigt, dass auch (und gerade) nach mehreren hundert TV-Folgen und beinahe ebenso vielen Büchern noch neue Geschichten erzählt werden können, die sich hier wunderbar mit früheren Begebenheiten verbinden, ohne aufgesetzt zu wirken.

Fazit: Spannung, Action und ein Schuss Humor vor dem Hintergrund eines tief greifenden, philosophischen Problems gepaart mit erwachsenen Charakteren - das ist "Star Trek". Wenn auch die Philosophie gegen Ende ein wenig zu kurz kommt - dem Autor gelingt hier die genaue Mischung. 100 Prozent "Star Trek"!!!

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Peter Tigmann
3. Manrico Tenner

Weitere Infos


Titel "Das Unsterblichkeitsprinzip"

Originaltitel "The Immortal Coil"

Buchreihe The Next Generation

Autor Jeffrey Lang

Übersetzer Andreas Brandhorst

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
7,95 Euro

Antiquarisch:
6 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 344 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5776

ISBN 3-453-86357-7

(ps, pt, te - 24.10.06)


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