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Markus Loosen (ma), Thomas Götz (tg), Martin Weinrich (wc)02.03.02

"Doppelhelix 1 - Infektion"

John Gregory Betancourt

Inhalt

Auf dem Planeten Archaria III bricht eine tödliche Seuche aus, welche alle Mischlinge, also humanoide Lebewesen, von denen die Elternteile aus zwei unterschiedlichen Spezies stammen, trifft. Die Enterprise eilt zur Hilfe herbei. Allerdings muss sie dort mit Erschrecken feststellen, dass das Virus künstlich geschaffen worden ist. Und dann erkrankt auch noch Troi an diesem Virus ...

Kritik

1.Markus Loosen

Diese Kritik bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Auftakt zur großen "Double Helix"-Reihe: Ein Virus wütet auf einem Planeten, befällt aber nicht jeden, sondern nur Mischlinge ...
Zuerst möchte ich mal positiv herausstellen, dass sich die Bücher der "Double Helix"-Reihe mit einem sehr heiklen Thema beschäftigen, nämlich biologischen Waffen, denn nichts anderes ist im Grunde genommen diese im Labor gezüchtete Krankheit. So nimmt sich der Autor des Buches auch Zeit, um das Leiden von Leuten deutlich zu machen, die Opfer solcher Perversionen geworden sind und wie krank solche Leute sein müssen, die so etwas erschaffen und dann eventuell auch noch stolz darauf sind.

Leider ist dies im Grunde schon der einzige richtige positive Aspekt an dem gesamten Werk. Denn der Autor will einfach zu viel und hat dafür zu wenige Seiten zur Verfügung. So versucht er zum Beispiel noch die Denkweisen einer radikal fanatischen Gruppe, welche alle Mischlinge auf ihren Planeten töten will, darzulegen, aber es gelingt ihm nicht wirklich, dies überzeugend rüberzubringen.

Dies liegt vor allem an einem entscheidenden Faktor, womit wir schon beim nächsten Kritikpunkt wären, nämlich den absolut flachen Charakteren. Besonders die Hauptcharaktere der Enterprise sind davon betroffen. Zwar spielt dieses Buch noch in der ersten Staffel der Serie, aber selbst dort waren die Charaktere besser dargestellt. Ebenfalls lässt das Buch einige Handlungen offen, dies ist zwar durchaus normal bei solchen "Star Trek"-Cliffhanger-Büchern, dennoch erzeugt es beim Leser ein zusätzliches Gefühl der Unzufriedenheit.

Fazit: Der Grundgedanke der Reihe, und somit auch dieses Buches, ist durchaus interessant. Leider schafft es der Autor nicht, seine guten Ansätze in der Handlung ordentlich aufzubauen, und somit spannend zu gestalten, was dann zu einer schnellen Abflachung des Lesespaßes führt. Aber immerhin schaffen es die oben genannten Ansätze und die Darstellung des Hauptthemas "biologische Kampfstoffe", das Buch nicht ganz so schlecht sein zu lassen, weshalb ich die Qualität des Buches noch im hinteren Durchschnitt der "Star Trek"-Romane ansiedeln kann.

2.Thomas Götz

Dieser und der nächsten Rezension liegt die deutsche Ausgabe aus dem Cross Cult Verlag zugrunde.

>Gegen Ende der 90er-Jahre wurden viele "Star Trek"-Crossover verfasst, in dem eine Storyline sich von Classic bis hin zu den neuen Serien erstreckte und sich dies auch in den Büchern niederschlug. In letzter Zeit (siehe "Destiny") hat es diesbezüglich natürlich einige Umstrukturierungen gegeben und es war auch nicht alles Gold, was damals so glänzte. Aber eine dieser Perlen bringt der Cross Cult Verlagn nun auch auf Deutsch, die "Doppelhelix"-Reihe.

Im Gegensatz zur "Gateways"-Reihe, deren DS9-Einsatz bisher nur in der DS9-Reihe gebracht wurde, während die anderen Trek-Serien außen vor blieben, will man bei "Doppelhelix" alle Bände bringen. Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht das letzte Crossover dieser Art ist, das Cross Cult auf Deutsch herausbringt. Überhaupt hat der Verlag mit dem "Star Trek"-Programm in diesem Jahr noch mal erheblich angezogen und allein dafür sei mal ein Lob ausgesprochen.

Lobend erwähnt sei auch das neue deutsche Cover des Buches. Bereits seit einiger Zeit werden ja neue deutsche Cover erstellt, da nicht mehr alle Rechte an den Originalcovern vorliegen.

Doch nun zum Kern des Buches selber, wobei Kern gut gesagt ist, denn mit knapp über 200 Seiten ist der Roman vergleichsweise dünn. Und leider merkt man auch in der Handlung einiges verschenktes Potenzial, etwa, was genau hinter der Seuche steckt. Sicher, das erfährt man in den Folgebänden zuhauf, aufgrund der Dünne dieses Buches hätte sich hier aber dennoch ein Zusammenlegen mehrerer Romane der Reihe gelohnt. Durch die wenige Seitenzahl fühlen sich einige Passagen des Buches nämlich durchaus etwas gehetzt an.

Die Story selbst spielt direkt nach der Farpoint-Mission, die Charaktere sind also noch etwas unerfahren, was man ihnen auch anmerkt bzw. John Gregory Betancourt als Autor auch gut umzusetzen mag. Vor allem Dr. Crusher fällt hier auf, die auf alles eine Lösung zu haben glaubt und eigentlich nichts neben ihrer Meinung duldet. Gerade bei Dr. Crusher wirkt diese Unerfahrenheit am Anfang der TNG-Ära aber etwas fehl am Platze, war sie doch neben Picard mit die Dienstälteste, sprich: Sie sollte etwas mehr Erfahrung im Umgang mit Krisen haben als die, die sie hier zur Schau stellt, da dies eher zu einem frischen Lieutenant passen würde.

Auch etwas seltsam mutet an, dass Picard in der Krise erst mal mit seinem Freund etwas trinken geht. Andere Szenen, wie die von Yar, Data und Worf, sind hingegen sehr gelungen und es gibt auch ein paar schöne Seitenhiebe auf Yar und Data (etwa, warum sie ihn mag und später ... na, ihr wisst schon), oder warum Riker sich später einen Bart wachsen lässt.

Wie erwähnt gibt es auch viel verschenktes Potenzial. So etwa wird die Reinheitsliga am Ende einfach in einem Nebensatz aufgelöst. Die Story um die Gouverneursfamilie und die verschollenen Familienmitglieder einer Patientin wird gleich gar nicht erst aufgelöst und auch Worf, der eigentlich in der Serie erst später auf Artgenossen trifft, darf hier Klingonen treffen und seine klingonische Seite zeigen (obwohl es in der Serie so aussieht, als würde er diese dort das erste Mal treffen). Dieser Handlungsbogen wird leider auch nicht aufgelöst. Worf soll die Klingonen für ihr Toben, das immerhin zwei Opfer fordert, zur Rechenschaft ziehen, er säuft sie in Grund und Boden, kehrt auf die Enterprise zurück und vergessen ist der Handlungsstrang.

Das sind natürlich durchaus Punkte, die man hätte ausbauen können, um den Roman weiter zu strecken. So bleibt er stellenweise etwas halbgar und unfertig zurück.

Fazit: Ein zwar guter Auftakt, der aber viel Potenzial verschenkt und bei dem sehr viel mehr möglich gewesen wäre. Dennoch: Die Charaktere sind zumeist gut getroffen und auch die Geschichte an sich ist nicht schlecht.

3. Martin Weinrich

Auch im 24. Jahrhundert kennen einige Menschen noch Rassismus. Auf einem Planeten mit dem leider etwas zu stereotypen Namen Archaria III lehnt ein großer Teil der Menschen das Zusammenleben mit den Peladianern, den eigentlichen Bewohnern des Planeten, ab. Ganz besonders verachtet werden Mischlinge, die nicht nur menschliche Eltern haben. Gegen diese Wesen hat sich eine Reinheitsliga formiert.

Just als die Enterprise in der Nähe ist, bricht ein Virus auf dem Planeten aus. Es befällt ausschließlich die Kinder gemischter Eltern. Bereits diese Tatsache weist auf eine Beteiligung der Reinheitsliga an dem Virus hin. Beverly Crusher gelingt es tatsächlich rasch herauszufinden, dass das Virus künstlich hergestellt ist.

Für den Leser ist das leider kein Wunder, er hat bereits im Prolog erfahren, dass jemand das Virus absichtlich freigesetzt hat. Dabei hätte das Buch gar keinen Prolog nötig. Stattdessen hätte der Roman selbst Prolog heißen sollen.

Letztendlich wird mit der Enterprise-Besatzung hier nämlich nur gespielt. Ein bisher unbekannter General möchte austesten, wie schnell der Föderation die Eindämmung des Virus gelingt. Überraschenderweise kann es nämlich auf alle Wesen, die nicht zwei Eltern derselben Spezies haben, übergreifen. Wie das funktionieren kann, wird leider nicht erklärt. Es ist damit aber eine Bedrohung für die Föderation, die schließlich auch von den privaten Beziehungen zwischen den Völkern lebt.

Leider gelingt die Eindämmung nicht durch einen Geniestreich Beverly Crushers. Stattdessen entdecken Tasha Yar und Data auf Archaria III zufällig den Verursacher des Viruses. In dem darauf folgenden Gefecht wird dieser getötet, aber Crusher gelingt es, dem geborgenen Raumschiff genügend Informationen zu entziehen, um das Virus zu stoppen.

Der Test ist somit wenig aussagekräftig. Denn ohne diesen unglaublichen Zufall hätte Beverly Crusher wohl deutlich länger gebraucht und es wären tatsächlich über 90 Prozent der "gemischten" Bevölkerung gestorben. Warum der mysteriöse General den Test ernstnimmt, ist daher nicht ersichtlich.

In Nebenhandlungen feiert Worf mit einigen Klingonen auf einer Raumstation und Commander Riker wird bei einer Undercovermission in der Reinheitsliga verhaftet. Im Gefängnis muss er sich mit der Ideologie der Rassisten auseinandersetzen. Damit er nicht auffällt, muss er dabei so tun, als teilte er die rassistischen Ideen. Während die erste Nebenhandlung eher albern ist, bleibt das Potential der zweiten leider ungenutzt.

Fazit: "Infektion" ist ein Prolog für die "Doppelhelix"-Serie. Die Handlung bietet wenig Aufregendes. Aufgrund der Kürze des Romans und der somit gestrafften Erzählweise ist das Buch ganz unterhaltsam. Die Erzählung wird aber nicht wirklich gut gelöst, ein Zufall muss alles richten. Das ist etwas enttäuschend. Dennoch macht der durchschnittliche Roman Lust auf mehr. Wer ist der General? Welche Motivation hat er, um über 90 Prozent der gemischten Bevölkerung Archaria IIIs auszulöschen?

"Infektion" hat somit trotz Schwächen in der Handlung das Ziel erreicht, den Leser neugierig auf den nächsten Band zu machen.

"Doppelhelix 1 - Infektion" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Markus Loosen
2. Thomas Götz
3. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Doppelhelix 1 - Infektion"

Originaltitel "Double Helix 1: Infection"

Buchreihe The Next Generation

Autor John Gregory Betancourt

Übersetzer Stephanie Pannen

Preis 11,80 Euro

Umfang 218 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-864250-11-8

(ma, tg, wc - 27.07.12)


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