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Peter Schipfmann (ps), Manrico Tenner (te), Christian Freitag (cf)03.02.03

"Die Tochter des Captains"

Peter David

Inhalt

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Die Hauptebene spielt kurz nach dem Jungfernflug der Enterprise-B, bei dem bekanntlich James T. Kirk den Tod fand beziehungsweise in den Nexus gezogen wurde. John Harriman ist der Captain des Schiffes und Demora Sulu dient als Fähnrich auf der Brücke. Die Enterprise fliegt zu dem Planeten Askolon V, von dem sie einen Notruf empfangen hat. Ein Außenteam mit Demora wird auf den Planeten heruntergebeamt. Kurz darauf verschwindet Demora. Als sie plötzlich wieder erscheint, greift sie die anderen Mitglieder des Außenteams an und wird von Harriman in Notwehr mit dem Phaser getötet.

Da die Ursache ihres Verhaltens im Dunkeln bleibt, wird der Planet vorläufig unter Quarantäne gestellt. Hikaru Sulu, inzwischen Captain der U.S.S. Excelsior, reagiert sehr gefasst auf den Tod seiner Tochter. Als ihm jedoch gesagt wird, dass wahrscheinlich erst in einigen Monaten ein Aufklärungsteam zum Planeten geschickt wird, um den mysteriösen Vorfall aufzuklären, macht er sich eigenmächtig mit seinem Schiff zum Askulon V auf, um selber Nachforschungen anzustellen. Die Sternenflotte schickt ihm ausgerechnet die Enterprise-B hinterher, um ihn zu stoppen. Als Sulu dann tatsächlich das Geheimnis um das Verschwinden und den Tod seiner Tochter löst, stehen sich die Excelsior und die Enterprise im Orbit des Planeten im Kampf gegenüber ...

Die Nebenhandlung beginnt 21 Jahre früher. Sulu und Chekov verbringen einen Landurlaub auf der Erde in der Touristenstadt Demora (sic!). Hier werden die Besucher mit fingierten Abenteuern unterhalten, an denen sie auch selber teilnehmen können. Als eine Bande eine junge asiatische Frau verfolgt, nimmt Sulu an, dass dies der Beginn eines für ihn von Pavel Chekov inszenierten Spieles ist, an dem er nun bereitwillig teilnimmt. Erst im letzten Moment erkennt er, dass es sich um blutigen Ernst handelt. Er schafft es gerade noch in einer dramatischen Verfolgungsjagd mit der Frau den Häschern zu entkommen.

Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht ist sie plötzlich verschwunden. Sieben Jahre später muss McCoy Sulu mitteilen, dass diese Frau, Ling Sui, tot ist und das ihr kurzes Verhältnis Folgen hatte. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Demora (aha!). Anstatt Erster Offizier der Bozeman zu werden, nimmt er eine Stelle als Lehrer an der Sternenflottenakademie an und kümmert sich um seine Tochter. Erst als ihm Jahre später die Position des Captains der Excalibur angeboten wird, verlässt er seine Tochter, die von nun an auf sich alleingestellt ist.

Kritik

1. Peter Schipfmann

Ein Wiedersehen mit der Enterprise-B-Crew: Sulu muss den Tod seiner Tochter aufklären.
In diesem Post-Classic-Roman von Peter David gibt es, wie in seinen anderen "Star Trek"-Büchern, wieder die gekonnte Mischung aus spannender Action, interessanten Charakterstudien und humoristischen Einsprengseln. Besonders gelungen von den Action-Passagen ist diejenige, welche in der Sahara-Stadt Demora spielt und in der es eine atemberaubende klassische Verfolgungsjagd durch die Wüste gibt. Dieser Teil scheint zunächst etwas isoliert vom Rest des Buches da zu stehen, aber als am Schluss des Buches, auch durch einige Andeutungen im Text, dem Leser schon klar ist, dass Demora wohl nicht tot ist und das Ende vorhersehbar zu sein scheint, schafft es David durch eine unerwartete Bezugnahme auf das damalige Geschehen den Leser zu überraschen. Dieses Finale hat aber auch leider einige Schwächen. Die Action ist hier für meinen Geschmack manchmal ein wenig zu überdreht und das Verhalten und die Motivation einiger Personen ist nicht gerade glaubwürdig.

Sehr schön hingegen ist, von einigen wenigen kitschigen Formulierungen und Sätzen abgesehen, die Schilderung des komplizierten Verhältnisses von Hikaru Sulu zu seiner Tochter im Mittelteil des Romans. Beide sind ja sehr unverhofft und relativ spät zu einem engen Blutsverwandten gekommen und wissen mit der Situation wenig anzufangen. Entsprechend schwierig gestaltet sich ihr Verhältnis, das von Misstrauen, Unsicherheit und Missverständnissen geprägt ist.

Auch andere Charaktere, welche in der Fernsehserie und den Spielfilmen nicht so im Mittelpunkt stehen, werden hier ausführlicher vorgestellt. John Harriman ist hier ein durch seine - wenn auch schuldlose - Beteiligung am Tod zweier Menschen und den Schatten seines übermächtigen Vaters, Admiral "Blackjack" Harriman, verunsicherter und zögerlicher Mensch. Zum Schluss jedoch trifft er in einer wichtigen Situation gegen alle Starfleet-Vorschriften die richtige Entscheidung. Und wir treffen Janice Rand wieder, die als Kommunikationsoffizier auf der Excelsior dient. Durchsetzt ist der Roman mit vielen Anspielungen auf die Abenteuer der ersten Enterprise-Crew von der Originalserie bis hin zur "The Next Generation"-Episode "Besuch von der alten Enterprise". (Peter David setzt also beim Leser stillschweigend gute Vorkenntnisse bezüglich der Original-Crew voraus.)

Am gelungensten ist für mich die Schilderung der Rettung unseres Planeten aus der Sicht der verzweifelten Demora Sulu auf der Erde, die den klingonischen Bird of Prey mit der Enterprise-Besatzung zunächst für den "Tod, der in der Gestalt eines riesigen dunklen Vogels am Himmel kreiste" hält ("Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart"). Obwohl Sulu im Finale ganz im Stile des Draufgängers James T. Kirk agiert, scheint Peter David nicht sehr viel vom "großen Captain" zu halten. Er wird öfters das Opfer kleiner bissiger Bemerkungen:

"Harriman trommelte aus Gewohnheit mit den Fingern auf der Armlehne seines Sessels, bevor den Befehl gab, der an einen anderen Captain eines Raumschiffes namens Enterprise erinnerte. Im Stile des großen Captain Christopher Pike sagte er: 'Energie!'"

Fazit: Auch ohne das berühmte Trio Kirk-Spock-McCoy kann ein Classic-Roman gut und kurzweilig sein.

2. Manrico Tenner

Der Autor bietet uns zur Abwechslung ein Classic-Abenteuer ohne das Triumvirat Kirk, Spock und McCoy und überzeugt vor allem durch überdurchschnittliche Charakterzeichnungen von Sulu, Chekov und Uhura. Sulus Tochter Demora ist den Lesern aus "Star Trek: Treffen der Generationen" bekannt und erhält einen tiefer ausgearbeiteten Lebenslauf, angefangen bei ihrer Mutter bis zu ihrem Einsatz im siebten "Star Trek"-Kinofilm, wobei die verschiedenen (Kino-)Abenteuer Sulus an Bord der Enterprise exzellent in Demoras Kindheit und Jugend integriert sind.

Leider dürfen "Star Trek"-typische Klischees nicht fehlen: Der Tod eines Crewmitgliedes ist der Aufhänger für eine Geschichte, in der hochrangige Starfleetoffiziere aufgrund vager Ahnungen gegen ihre Befehle verstoßen, um am Ende festzustellen, dass die Getötete noch lebt und letztlich gerettet wird. Eine ähnliche Geschichte gab es doch schon mal?!

Störend ist der arg konstruierte Vater-Sohn-Konflikt der Harrimans: Der Vater/Admiral bevormundet den Sohn/Captain, bis dieser über seinen Schatten springt und gegen die Befehle des Vaters/Admirals das Richtige tut; ein klärendes beziehungsweise eher die Tatsachen verschleierndes Gespräch inbegriffen.

Fazit: Der Sulu-Roman überzeugt durch gute Charakterisierung und bietet kurzweilige Unterhaltung, wenn auch die üblichen Klischees nicht ausbleiben.

3. Christian Freitag

"Die Tochter des Captains" ist ein äußerst ruhiger Roman. Sicherlich gibt es genügend Action, die im Sinne von Peter David ist, sprich: So niemals auf der Bildfläche zu sehen gewesen wäre, was schade ist. Peter David schreibt seine Romane immer im selben Stil: Genügend Action, Dramatik und Humor wechseln sich ab. Die Figuren stammen vom Charakter her eher aus der heutigen Zeit als aus der allzu perfekten Zukunft der Menschheit. Auch dieser Roman besticht durch enormes Hintergrundwissen Peter Davids aller "Star Trek"-Serien. So gibt es Querverweise auf Serien und Filme. Sogar die Pflanze Beauregard aus "Der Letzte seiner Art" wird erwähnt. Und wer erinnert sich nicht an den farbigen Blumenhandschuh, der wie Oskar aus der Tonne kam?

Auch wenn Jim Kirk unerschütterlich ist, in diesem Roman kommt er nicht gut weg. Er hat nur minimale Auftritte und Admiral Harriman hält ihn für einen schlechten Captain. Da Harriman Sr. kein Sympathieträger ist, kann das relativ gesehen werden. "Die Tochter des Captains" zeigt aber auch, dass ein Roman nicht langweilig sein muss, nur weil er von damals noch unterforderten Nebencharakteren handelt, im Gegenteil. Ganz besonders erwähnenswert ist hier einer der seltenen Auftritte von John Harriman als Captain der Enterprise-B. Ich fand ihn in "Star Trek VII" sympathisch, er war aber auch ein Pechvogel. Anders aber als Captain Esteban in "Star Trek III" war er keine Akademieleiche, sondern einfach nur unerfahren und wollte seiner Legende nacheifern. Das kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Schließlich wollte er sogar in den Deflektorraum gehen, bis Kirk ihn aufgehalten hat.

Nach 30 Jahren unermüdlichen Einsatz, indem er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ein paar Mal die Erde und das Universum gerettet hat, kommt Kirk an Bord des Raumschiffes seines Nachfolgers und überlebt wirklich dort keine fünf Minuten. Das wird dem Guten hier auch stets vorgeworfen. Als er dann noch vermeintlich die Tochter des zweiten Captains tötet, wird das Ganze nicht besser.

Alan Ruck verkörperte den noch unerfahrenen Captain in "Star Trek VII". Einige werden ihn noch aus "Ferris macht blau" kennen. Absicht oder bloßer Zufall? An Zufall kann ich bei David eigentlich nicht glauben, denn ich muss es hier gesondert sagen: Ich denke, dass David hier absichtlich Cameron Fryes Lebenslauf aus "Ferris macht blau" auf Rucks Alter Ego Harriman übertragen hat. Hier wie dort kämpft Ruck in seiner Rolle gegen einen übermächtigen Vater, kann nicht aus dessen Schatten heraustreten. Während er in einer der Endszenen den teuren Wagen seines Vaters zu Klump fährt, um ihm zu zeigen, dass er auch jemand anderes sein kann, hat auch der Enterprise-Captain starke Probleme aus dem Schatten seines Vaters zu treten. Er wird gegängelt, Harriman Sr. hat ihm den Posten auf der Enterprise verschafft, sein Junior scheint aber nicht stark genug, um ihm die Stirn zu bieten, bis er auch hier in der Endsequenz sich gegen seinen Vater auflehnen kann.

Fazit: David schafft es mal wieder, die Charaktere aus der Realität mit ihren fiktiven Alter Egos zu verknüpfen. So gelingt ihm die Überraschung, als er den Grund für Janices Austritt aus der Sternenflotte nennt. Zwar hatte die Schauspielerin nicht dasselbe Problem, es endete aber ebenfalls tragisch. Und so hat der Titel sogar noch eine doppeldeutige Bedeutung! Endlich erfährt der Leser auch, wie Sulu es vermochte, eine Familie nebenbei zu haben.

Wie viele Romane Davids macht auch dieser etwas nachdenklich. Trotz aller humoristischen Einfälle bleibt immer ein melancholischer Unterton.

Bewertung

1. Peter Schipfmann
2. Manrico Tenner
3. Christian Freitag

Weitere Infos


Titel "Die Tochter des Captains"

Originaltitel "The Captain's Daughter"

Buchreihe Classic

Autor Peter David

Übersetzer Bernhard Kempen

Preis Ursprüngl. Ladenpreis:
12,90 DM

Antiquarisch:
ca. 2 bis 8 Euro

Dieser Roman ist nur noch antiquarisch erhältlich.

Umfang 360 Seiten

Verlag Heyne

Bestellnummer 06/5691

ISBN 3-453-14880-0

(ps, te, cf - 08.05.12)


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