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Henning Koonert (hk)20.05.09

"Star Trek"

Alan Dean Foster

Inhalt

Die Handlung ist die aus dem Film bekannte: Die U.S.S. Kelvin untersucht ein seltsames Phänomen im All, aus dem plötzlich ein unbekanntes Schiff hervortritt und das Föderationsschiff angreift. Mitten in der Schlacht wird der junge James Tiberius Kirk geboren, dessen Vater auf dem Schiff sein Leben gibt, um Hunderten die Flucht zu ermöglichen.

Auf Vulkan sieht sich ein junger Spock Vorurteilen und Diskriminierung aufgrund seiner halbmenschlichen Abstammung ausgesetzt. Dies führt dazu, dass er schlussendlich einen Platz an der renommierten vulkanischen Akademie der Wissenschaften ausschlägt und zur Sternenflotte geht.

Ohne den Einfluss seines Vaters verkommt Jim Kirk zum Rüpel, bis er von Christopher Pike für die Sternenflotte rekrutiert wird. An der Akademie nimmt es der Schürzenjäger mit den Regeln nicht allzu genau und fliegt beinahe, weil er beim Kobayashi-Maru-Test geschummelt hat. Als sich aber eine vermeintliche Naturkatastrophe auf Vulkan als Angriff des wahnsinnigen Romulaners Nero entpuppt, stellt Kirk auf der Enterprise seinen Wert für die Sternenflotte unter Beweis.

Obwohl er vom amtierenden Captain Spock zunächst noch vom Schiff geworfen wird, bringt ihn eine aus der Zukunft zurückgereiste Version von Spock auf die richtige Spur und zurück auf die Enterprise. Durch die Zerstörung von Vulkan in seiner Urteilskraft beeinträchtigt, lässt sich der junge Spock von Kirk provozieren und legt in Folge dessen das Kommando nieder. Kirk übernimmt seinen Platz in der Mitte der Brücke und unter seinem Befehl kann die Enterprise Nero besiegen und die Erde retten. Das gemeinsam durchlebte Abenteuer schweißt die ehemaligen Rivalen zusammen, sie lernen, dass sie sich aufeinander verlassen können.

Am Ende überzeugt der alte Spock sein jüngeres Ich, in der Sternenflotte zu bleiben und so kommt der Vulkanier, der eigentlich die Sternenflotte verlassen wollte, doch noch als Erster Offizier an Bord der Enterprise, kurz bevor sie sich aufmacht in die unendlichen Weiten. Die Crew, wie man sie aus der Classic-Serie kennt, ist vollzählig und an ihrem Platz, die Fünfjahresmission kann beginnen.

Nur in der deutschen Ausgabe gibt es zusätzlich zur Geschichte noch ein Interview mit Autor Alan Dean Foster und "Star Trek XI"-Regisseur J.J. Abrams.

Kritik

Die Romanumsetzung der Filmhandlung kann durch zusätzliche Szenen und Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten weitgehend überzeugen. Nur vereinzelt trifft Autor Alan Dean Foster dabei nicht ins Ziel.
Was macht einen Roman lesenswert, dessen Handlung man bereits aus dem Kino kennt? Zusätzliche Szenen und Einblicke in die Gedankenwelt der Charaktere natürlich und beides ermöglicht Autor Alan Dean Foster dem Leser in diesem Buch.

Wer nach dem Kinobesuch noch rätselt, warum nur der junge Jim diese Corvette in den Abgrund schleudert, findet im Roman die Antwort: Er ist sauer auf seinen Stiefvater, dem der Wagen gehört. Zuvor hatte es Streit gegeben im Hause Kirk und Jims Bruder George - der Junge, den Kirk mit dem Sportwagen auf der Landstraße überholt - war von zu Hause weggelaufen.

Dies wurde zwar gefilmt, am Ende aber aus dem Film geschnitten - genauso wie die Geburt von Spock, die Foster ganz an den Anfang seines Romans stellt. Schön zu lesen sind auch ein paar Erweiterungen bekannter Szenen. Wem Kirks Lösung für das Kobayashi-Maru-Szenario im Film etwas unspektakulär erschien, bekommt im Buch in einer erweiterten Fassung zu lesen, wie es dem Kadetten denn nun gelungen ist, die Simulation umzuprogrammieren, und die Lösung hat etwas mit der Orionerin zu tun, mit der Kirk im Film für einen Sekundenbruchteil im Bett lag.

Als Spock vor seinem Auftritt vor dem vulkanischen Wissenschaftsrat mit seiner Mutter spricht, verrät uns das Buch noch, wo er herkommt: von der Toilette, wo er sich vor Aufregung übergeben hat. Eine sehr menschliche Reaktion, die in diesem Augenblick den Charakter perfekt einfängt. In Szenen wie diesen verleiht Foster den Charakteren zusätzliche Tiefe und wer diese wie ich im Film vermisst hat, wird am Roman über weite Strecken seine Freude haben.

An manchen Stellen nähert Foster sich dem Filmmaterial auch eher ironisch, was mir durchaus gefallen hat. Bei den Gedanken etwa, die Foster Jim Kirk beim Anblick von Uhuras Unterwäsche in den Kopf legt, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Viel Licht also im Roman, aber auch ein paar Schatten: Neros Vorgeschichte wurde im Comic "Countdown" erzählt und das muss reichen, muss man sich gedacht haben; so kommen Motive und Gedankenwelt des Romulaners wie schon im Film auch in der Romanfassung nicht ausreichend zur Geltung. Besonders schade ist, dass im Gegensatz zu anderen gestrichenen Filmszenen der Handlungsstrang um Neros Gefangenschaft auf Rura Penthe, der, wie wir wissen, sogar gefilmt wurde, im Roman fehlt. Einige kurze zusätzliche Szenen auf der Narada gönnt Foster uns jedoch, und in einer von ihnen findet Ayel in der einzigen größeren Abweichung zum Drehbuch auf andere Art und Weise als im Film, aber durchaus passend, sein Ende.

Obwohl "Star Trek - Der Roman zum Film" nicht Fosters erste Geschichte aus dem "Star Trek"-Universum ist (er hat zuvor bereits die Drehbücher zur Zeichentrickserie in einigen Geschichten zusammengefasst), merkt man ihm doch an, dass er weniger mit Roddenberrys Welt vertraut ist als die etablierten Schreiber. So entfernt sich seine militaristische Darstellung der Sternenflotte - Foster lässt die Crew am laufenden Band salutieren - für meinen Geschmack zu weit von Roddenberrys Forscherkonzept und geht in Fosters Umschreibung noch über die schon straffere Darstellung im Film selbst hinaus.

Gegen Ende des Romans vergreift sich der Autor ein einziges Mal gewaltig in seiner Charakterisierung der Figuren: Als Spocks Gedankenverschmelzung mit dem Romulaner auf der Narada entgegen der Version im Film nicht funktioniert, lässt Foster den gewöhnlich körperlich zurückhaltend auftretenden Vulkanier den romulanischen Schurken mal so richtig nach Strich und Faden grün und blau hauen, um an die gesuchten Informationen zu gelangen. Ein kalkuliertes Verdreschen kann ich mir auch bei einem emotional angeschlagenen Spock nur schwer vorstellen.

Die Übersetzung ins Deutsche liest sich in weiten Teilen flott, besonders gelungen finde ich, dass man im Deutschen eine Entsprechung von Scottys schottischem Akzent gesucht - und gefunden - hat. Der deutsche Text hält sich recht nah ans Original, was ab und an die eine oder andere Satzkonstruktion als eher typisch für den englischen als den deutschen Sprachgebrauch entlarvt. Zwei Kleinigkeiten, die zwar wenig Einfluss auf das Lesevergnügen haben, die mir aber dennoch aufgefallen sind: Wenn der Leser erfährt, dass Chekov in Star City ausgebildet wurde, mag dem ein oder anderen entgehen, dass damit das Sternenstädtchen gemeint ist. Und niemand, wirklich niemand sagt im echten Leben auf Deutsch "Bockmist", wenn er "Bullshit" meint.

Übersetzerin und Verlag muss man hier zugute halten, dass die deutsche Fassung ebenso wie das Original unter starkem Zeitdruck zustande kommen musste, da der Auftrag für eine Romanumsetzung erst recht spät erteilt wurde und das Buch nun mal pünktlich zum Filmstart in den Regalen liegen muss. Ganz ohne Folgen ist dies leider nicht geblieben, ein rigoroseres Lektorat hätte noch ein paar Patzer in der Rechtschreibung ausmerzen und einen Fehler in der Kapitelnummerierung finden können.

Fazit: Der Roman füttert uns mit vielen zusätzlichen und passenden Info-Schnipseln, die über das Filmgeschehen hinausgehen und schafft es so, das Handeln der Protagonisten interessant zu gestalten, auch wenn man die Story schon kennt. Wer erfahren möchte, was im Film passiert sein könnte, während die Kamera schon wieder hektisch woanders hinschaut, muss einzelne Ausrutscher in der Ausdeutung von Charakteren, Umgebung und Handlung in Kauf nehmen.

"Star Trek - Der Roman zum Film" ist unter anderem bei Amazon.de erhältlich.

Bewertung

Weitere Infos


Titel "Star Trek - Der Roman zum Film"

Originaltitel "Star Trek"

Buchreihe Classic

Autor Alan Dean Foster

Übersetzer Susanne Döpke

Preis 12,80 Euro

Umfang 304 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 3-941-24805-7

(hk - 29.12.09)

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