Julian Wangler (jw)
01.11.05
"Oblivision"
Michael Jan Friedman
Inhalt
Im Jahre 1893 begegnete ein zeitreisender Jean-Luc Picard
unverhofft einer salomonisch alten Außerirdischen, die ihm später unter dem
Namen Guinan zu einer seiner tiefgründigsten Freundschaften wird. Während dieser
Begegnung rettet Picard Guinans Leben - eine Tat, die sie nie wieder vergessen
würde (wer sich an diese Serie nicht erinnern mag, dem sei Abhilfe gegeben - "The
Next Generation: Gefahr aus dem 19. Jahrhundert", Teil zwei).
Fünf Jahrhunderte später bringt Captain Picard, nun Kommandant des
Föderationsflaggschiffs Enterprise-D, Guinan als Barkeeperin an Bord. Seine
Intention war es, Guinans einzigartiges Wesen der Crew als moralisches Fundament
gegenüberzustellen, die sich den Herausforderungen und Gefahren der
Tiefenraumerforschung jeden Tag aufs Neue ausgesetzt sehen muss. Weil er den
oben erwähnten Zeitsprung jedoch nicht gar nicht beging, besitzt er kein Wissen
um das Treffen im 19. Jahrhundert mit Guinan. Dafür jedoch weiß er sich wohl an
ein anderes "erstes" Aufeinandertreffen mit der mysteriösen El-Aurianerin
erinnern - ein nervenaufreibendes Abenteuer, in dessen Zuge er und Guinan ihre
Leben riskierten, um intergalaktischer Intrige das Handwerk zu legen und die
Zukunft des Quadrantengefüges zu erhalten.
Gesalzene Worte sind es, mit denen "Stargazer"-Autor Michael Jan Friedman den
nunmehr vierten Band, "Oblivion", um die Odyssey unter Jean-Luc Picards erstem
Kommando schmackhaft machen will. Wie auch in sämtlichen drei beziehungsweise
vier vorangegangenen Romanen ist Friedman kein Mann des großen Herumlamentierens
und wirft den Leser direkt ins Geschehen.
Picard hat einen geheimen Auftrag auf der gigantischen interplanetaren
Handelsstation Obl'viaan, die Weitenteils von den Zartani verwaltet wird. Ein
rüdes Fleckchen, das sich auch im klassischen Operationsgebiet der Stargazer
befindet - einem Grenzsektor zwischen Föderation und Cardassianern. Damit
tummelt sich auf Obl'viaan allerhand Geschöpf herum. Doch zurück zum Auftrag -
dieser ist sogar so geheim, dass selbst der Leser bis zur zweiten Hälfte des
Buches nicht erfährt, was es tatsächlich damit auf sich hat. Lediglich weiß man,
dass Picard auf der Suche nach einem Kontaktmann ist, der ihm eine ultraheiße
Information zukommen lassen soll.
Doch - was für ein Jammer auch - dummerweise kommt es nicht zum vereinbarten
Treffen. Eine Bombe explodiert am vereinbarten Treffpunkt zwischen Picard und
seinem Kollegen Demmix - Picard wird von der lokalen Polizei verdächtigt und
arretiert.
Während des Verhörs beteuert er seine Unschuld, aber man will ihm das
augenscheinliche Attentat anlasten. Sein Schiff, die Stargazer, hat derweil
Befehl, außerhalb des blockfreien Gebiets von Obl'viaan zu verweilen, das
heißt sie kann ihm nicht helfen.
Als Retter in der Not erweist sich eine dunkelhäutige El-Aurianerin, die Picard
aus der Zelle befreit und ihm zur Flucht vor den Behörden verhilft.
Unter der ständigen Gefahr, gefasst zu werden, machen sich beide auf die Suche
nach Demmix.
Doch Picard ist nicht der Einzige, der etwas von jenem Kontaktmann will.
Mittlerweile ist ein Rudel cardassianischer Geheimdienstsoldaten auf Obl’viaan
eingetroffen und treibt auf der Raumstation ihr Unwesen, stellt alles auf den
Kopf, um Demmix zuerst zu finden. Der Leiter der cardassianischen Operation:
Glinn Enabran Tain.
Es kommt zu einem Abenteuer unter massivem Zeitdruck, und aus Jägern werden
Gejagte und wieder umgekehrt. Während Picard und Guinan sich allmählich näher
kommen, lernt ersterer im Laufe dieser Mission einige Fähigkeiten seiner neu
gewonnenen Freundin kennen - Fähigkeiten, die ihm das Leben retten...
Kritik
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 Ein Treffen zwischen Picard und Guinian, aber ohne Kenntnis der Vergangenheit des 19. Jahrhunderts... |
Was positiv auffällt, ist eine stärkere Polarisierung auf die Person Picards, was sich nun vor allem durch den Erstkontakt mit Guinan und die schwerpunktmäßige
Betonung der Dialoge zwischen beiden als notwendig erwies - ein klarer Vorzug
gegenüber den vorhergegangenen Abenteuern, bei denen sich der Autor oftmals an
recht vergänglichen Charakteren verzettelte und dem Leser einen gewissen
Gähn-Effekt in den Rachen legte.
In diesem Roman bleibt Guinan die mysteriöse
Person, wie man sie in "The Next Generation" kennen lernte - jedoch mit einem
Hauch von Selbstreflexion, die sich auf subtile Weise durchs gesamte Werk zieht.
Die Rechnung geht auf.
Bewertung
Weitere Infos
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| Originaltitel |
"Oblivision" |
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| Buchreihe |
Stargazer |
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| Autor |
Michael Jan Friedman |
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| Preis |
Ursprüngl. Ladenpreis:
6,49 Euro

Antiquarisch: ca. 2 bis 4 Euro
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| Umfang |
255 Seiten |
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| Verlag |
Simon & Schuster Pocket Books |
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| ISBN |
0-7434-4854-5 |
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(jw - 01.11.05)