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Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)10.08.12

"Das jüngste Gericht"

Dayton Ward & Kevin Dilmore

Inhalt

Der Journalist Tom Pennington besucht den ehemaligen Kommandanten der Station Vanguard, Diego Reyes, im Exil. Er drängt Reyes dazu, seine Sicht der Dinge zu erzählen. Und so berichtet Reyes von seinen letzten Tagen auf der Station Vanguard.

Reyes ist zu Beginn immer noch Asylant und Gefangener auf dem Orionschiff Omari-Ekon, das an der Station angedockt ist. Während die Stationsleitung ihn als Spion anheuern möchte, erlebt man in einer Nebenhandlung die Bemühungen des Botschafter Jetanien auf dem Planeten des galaktischen Friedens.

Kritik

1.Martin Weinrich

Diese Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.

Diego Reyes spioniert auf der Omari-Ekon für die Sternenflotte, die Shedai spielen lediglich eine Nebenrolle.
"What Judgments Come" ist der vorletzte "Vanguard"-Roman. Dafür macht der Roman einiges falsch. Anstatt sich auf die Shedai-Handlung zu konzentrieren und diese endlich weiterzubringen, dreht sich die Handlung fast ausschließlich um Reyes und den Planeten des galaktischen Friedens. Das ist schade.

Reyes' Situation auf dem Schiff der Orioner ist merkwürdig. Sah es erst so aus, als sei er dort vor der Sternenflotte sicher, ist er nun ein Gefangener. Ganz, der vermeintliche Anführer der Orioner, möchte Reyes am liebsten sofort töten. Lediglich seine Liebhaberin und wahre Herrscherin über das Schiff, Neera, verhindert dies. Reyes steht aber unter totaler Beobachtung und hat dabei nichts zu tun. Sein Leben ist quasi unvorstellbar, weil es völlig inhaltslos ist. Dennoch trägt es den Hauptteil dieses Romans.

Etwas lächerlich ist, dass die Sternenflotte Reyes als Spion anheuern möchte und dabei auch noch Erfolg hat. Dieselbe Organisation, die Reyes zu einer langen Haftstrafe verurteilt hat, arbeitet nun mit ihm zusammen. Dabei finden die meisten Akteure es noch immer völlig in Ordnung, dass Reyes nicht verurteilt wurde, weil seine Befehle tausende Menschen getötet haben, sondern lediglich, weil er diese Tat an die Presse weitergegeben hat. Reyes ist jedoch noch immer ein Patriot und hilft der Sternenflotte sofort, womit er sich natürlich in tödliche Gefahr begibt. Denn den Orionern gefällt ein Spion selbstverständlich gar nicht.

Reyes' Spionagetätigkeit ist ergiebig. Er erfährt, wo die Orioner ein Shedai-Artefakt gefunden haben. Dorthin soll ein Sternenflottenschiff geschickt werden. Dies wird bereits auf dem Buchrücken mit "the one man who can help Starfleet find an ancient weapon that can stop the Shedai" angekündigt. Das bedeutet: Man kann sich bereits ausmalen, was die Sternenflotte in dem System finden wird und was somit wohl im letzten Band der Serie geschieht. Auch dies ist nicht gerade ein kluger, Spannung aufbauender Schachzug der Autoren.

Man muss dem Roman zugestehen, dass die Reyes-Handlung scheinbar zum Abschluss gebracht wird. In einer dramatischen Aktion wird er vom Schiff befreit. Danach schickt ihn die Sternenflotte ins Exil. Das ist leider nicht besonders überraschend. Denn seit dem Prolog weiß man bereits, dass Reyes auf einem abgelegenen Planeten enden wird. Da der Prolog keinerlei Funktion für die Haupthandlung hat, hätte man ihn sich einfach sparen können. Dadurch wäre das Ende vielleicht überraschender gewesen.

In einer Nebenhandlung werden Jetaniens Erlebnisse auf dem Planeten des galaktischen Friedens erzählt. Jetanien arbeitet überraschend gut mit seinem romulanischen und seinem klingonischen Kollegen zusammen. Diese Kooperation funktioniert jedoch nicht unter den romulanischen, klingonischen und Föderationssiedlern. Es kommt immer häufiger zu gewaltsamen Zusammenstößen und Unruhen. Letztendlich stellt sich heraus, dass alle Regierungen das Projekt nur benutzt haben, um Informationen über die anderen Regierungen zu erlangen. Das ist kein besonders innovativer Einfall und reicht auch nicht, um den Roman zu rechtfertigen.

In diesem vorletzten Roman hätte die Shedai-Handlung richtig Fahrt aufnehmen müssen. Hier passiert jedoch fast gar nichts. Xiong forscht weiterhin etwas herum. Diesmal geht es um zwei in Kristallen eingeschlossene Shedai. Dabei rächt es sich, dass Xiong in den letzten Romanen kaum eine persönliche Entwicklung durchgemacht hat. Es scheint, als wissen die Autoren nicht so richtig, was sie mit ihm machen sollen. Er ist einfach Wissenschaftler. Punkt. Das macht diese Handlung natürlich mäßig spannend. Zu allem Überfluss geschieht bei den Forschungen erst zum Ende des Romans etwas. Das Ergebnis ist nicht überraschend, sondern zeichnete sich seit Xiongs erstem Auftritt im Roman ab.

Am interessantesten für die weitere Handlung sind die Erkundungen des Raumschiff Defiant. Es verfolgt mehrere Notsignale und trifft dabei auf zerstörte Schiffe und auf ein Komplott der Tholianer. Zwar versteht man auch zum Schluss die Zusammenhänge noch nicht wirklich, dies ist jedoch ein Handlungsstrang, der das Potential hat, etwas Wichtiges herauszufinden.

Positiv zu vermerken ist, dass die bisherigen Charakterbeziehungen fortgeführt und vertieft werden. Dabei wirken die Interaktionen zwischen T'Prynn und Pennington genauso authentisch wie die gelegentlich erwähnte Sehnsucht Reyes' nach seiner ehemaligen Freundin Desai, die die Station verlassen hat. Auch die neue Führungsschicht der Station um Admiral Nogura erhält mehr Aufmerksamkeit als früher und wirkt deutlich sympathischer. Alle Charaktere haben zudem einen tragischen Teil. Denn fast alle müssen mit Entscheidungen leben, die sie nicht gut finden. Das macht ihre Situation in den meisten Fällen interessanter.

Die Handlung um Quinn wird ebenfalls weitergeführt. Das ist leider wenig ergiebig. Nach dem Verlust seiner Freundin ist er erwartungsgemäß wieder zum Trinker geworden. In diesem Roman darf er es sich mit allen seinen ehemaligen Unterstützern verderben. Diese, im Kurzgeschichtenband eingeführte Nebenhandlung ist mehr als unnötig.

Trotz all dieser Kritik ist der Roman nicht schlecht zu lesen. Durch die vielen Charakterbeziehungen ist er immer noch angenehm unterhaltsam. Man darf nur keine großen Handlungsfortschritte erwarten. Das sparen sich die Autoren scheinbar für den letzten Roman auf.

Fazit: "What Judgments Come" konzentriert sich in erster Linie auf das Schicksal Diego Reyes'. Ein paar Nebenhandlungen fördern wenig Handlungsrelevantes zutage. Wer also hofft, die Shedai-Handlung der Serie würde endlich in Fahrt kommen, wird kräftig enttäuscht. Dennoch liest sich der Roman ganz gut. Das liegt in erster Linie daran, dass die Charaktere alle gut getroffen sind. Für den vorletzten Band der Serie ist das zwar etwas wenig, ist aber immer noch gut.

2.Thomas Götz

Diese Rezension bezieht sich auf die deutsche Übersetzung des Cross Cult Verlages.

Mit "Vanguard" begann damals das Pilotprojekt der "Star Trek"-Romane in Deutschland - ja, kaum zu glauben, dass das schon wieder über drei Jahre her ist. Der Testballon ging auf, Cross Cult brachte nach langer Durststrecke wieder "Star Trek"-Romane auf Deutsch (eine Programmerweiterung ging leider nicht auf, denn zwei Reihen mussten unlängst wieder eingestellt werden). Und nun geht eben diese Initial-Buchreihe mit großen Schritten dem Finale entgegen.

Die Handlung selber spielt wieder zu TOS-Zeiten, diesmal eingebettet um die dritte Staffel-Folge "Das Spinnennetz", bringt aber erneut keinen der bekannten Charaktere aus "Star Trek" ein. Das macht aber auch nichts, denn nach mittlerweile sieben Bänden hat man sich an die Charaktere gewöhnt und kennt sie wie die Autoren in und auswendig - nun ja, oder zumindest fast. So oder so ist es schön zu sehen, dass jeder der Charaktere hier genug Spielraum zur Weiterentwicklung bekommt. Obwohl der Löwenanteil bei Reyes und seiner Flucht vor den Orionern liegt, kommen auch Charaktere wie T'Prynn, die als Nebensatz im "Deep Space Nine"-Relaunch begann, ebenso ihren Entfaltungsspielraum.

Die Story um die Shedai gerät dabei natürlich etwas in den Hintergrund, was aber nicht schlimm ist. Überhaupt kommt die Action ein bisschen zu kurz in diesem Roman, dennoch zeigt sich hier wie in kaum einem anderen, dass "Star Trek" am besten ist, wenn es Motive von heute in die Zukunft überträgt. So auch hier, denn der Roman hat eher etwas von einem Thriller, wenn es um die ganzen Intrigen rund um die Flucht von Reyes geht. Hier ist das explosive Feuerwerk nur am Rande vorhanden (gut, und natürlich auch dazu da, um die Shedai-Handlung in Erwartung des finalen achten Bandes voranzutreiben) und wirkt daher nicht etwa in der Handlung aufgepfropft. Und gerade deswegen funktioniert der Roman sicher auch so gut und es ist eine Freude von Anfang bis zum Ende, ihn zu lesen.

Gut, ein paar kleine Mängelpunkte gibt es, so etwa der Handlungsbogen um Nimbus III. Es ist zwar schön, dass man versucht, offene Fragen im "Star Trek"-Universum zu klären (und Nimbus III beziehungsweise wie es dazu kam, ist sicherlich so eine), die Handlung hat aber mit der übergeordneten Shedai-Handlung rein gar nichts zu tun und bleibt daher eher blass und langweilig. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, ähnlich wie beim Charakter von Desai, auch Jetanien aus den Romanen zu schreiben. Aber überhaupt merkt man, dass es sich auf das Ende zubewegt, denn auch andere Charaktere verlassen mit diesem Band die "Vanguard"-Bühne - und das teilweise nicht minder emotional.

Kleine Notiz am Rande: Eines der Opfer des Shedai-Angriffs ist ein gewisser Bernd Perplies, seines Zeichens Übersetzer der "Star Trek"-Romane. Da Cross Cult ja die Autoren einlud beziehungsweise auf diversen Conventions traf, konnte man hier einige Bande knüpfen (die Veröffentlichung von "Vanguard" in Deutschland ist jetzt doch vergleichsweise zeitnah zu der US-Erstausgabe) und die Autoren honorierten das und bauten die Namen der Übersetzer wohl ein. Eine nette Hommage.

Fazit: Ein rundum gelungenes Buch, das spannend geschrieben ist und die Bühne für das große Finale in mehr als einer Hinsicht perfekt vorbereitet.

"Das jüngste Gericht" ist unter anderem bei Amazon.de als Taschenbuch und als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Das jüngste Gericht"

Originaltitel "What Judgments Come"

Buchreihe Vanguard

Autor Dayton Ward & Kevin Dilmore

Übersetzer Kerstin Fricke

Preis 12,80 Euro

Umfang 382 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3-86425-033-0

(wc, tg - 17.08.12)


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