Daily Trek Cast & Crew Focus & Background Franchise & Fandom
Star Trek Into Darkness Star Trek XI Enterprise Universum
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel

Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Portal Facebook Twitter YouTube Flickr Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Martin Weinrich (wc), Thomas Götz (tg)26.08.11

"Enthüllungen"

Dayton Ward, Kevin Dilmore u.a.

Inhalt

"Enthüllungen" ist eine Kurzgeschichtenanthologie.

In "Beinahe Morgen" beschreibt Dayton Ward die ersten Wochen der Station Vanguard und wie sich die aus der Serie bekannten Charaktere auf der Station eingelebt haben.

"Schlechte Nachrichten" ist eine Kurzgeschichte von Kevin Dilmore, die kurz nach dem dritten Roman der Reihe spielt. Hier erzählt Tim Pennington aus der Ich-Perspektive ein Abenteuer mit einer Nachwuchsjournalistin.

Zwei Geschichten erzählt Marco Palmieri in "Die letzten edlen Männer". Einmal muss Captain Reyes einige Jahre vor der Einweihung der Station Vanguard feststellen, dass ein Asteroid der Föderation von Klingonen besetzt wurde und das sogar rechtmäßig ist und in der anderen Geschichte müssen Desai und Fisher kurz nach dem letzten Roman der Reihe auf einer Föderationskolonie in der Taurus-Region einen Todesfall aufklären und die widerwilligen Bewohner zum Verlassen des Planeten bewegen.

Die letzte Geschichte ist ein Abenteuer von Quinn, das von David Mack erzählt wird, und die Handlung um die Shedai etwas voranbringt.

Kritik

1. Martin Weinrich

"Enthüllungen" ist eine Kurzgeschichten-Anthologie, in der jeder bisherige "Vanguard"-Autor und Marco Palmieri verschiedene Zeitpunkte der Serie genauer beleuchten und Lücken zwischen Romanen schließen. Das ist leider oft unergiebig.
Die Qualität der Kurzgeschichten ist sehr unterschiedlich, was unter anderem an ihrem Aufbau und der Zeit, in der sie spielen, liegt.

"Beinahe Morgen" kann man eigentlich nicht als Geschichte bezeichnen. Denn es passiert fast nichts, was sich als Storyaufbau bezeichnen ließe. Stattdessen stellt die Geschichte eine Art Intro zum ersten Band der Reihe dar. Das ist zwar an ein oder zwei Stellen ganz interessant, aber eigentlich konnte man sich alles bereits denken, was in dieser Geschichte passiert. Die einzig interessante Geschichte, die in "Beinahe Morgen" erzählt wird, ist eine Konfrontation mit den Klingonen. Aber von denen gibt es in der Serie so viele, dass sich diese nicht von ihnen abheben kann. Gleich die erste Geschichte der Anthologie ist also weder besonders spannend noch relevant für die Handlung der Serie. Enthüllungen sehen anders aus.

In der zweiten Geschichte muss sich Pennington mit einer ehrgeizigen Journalistin rumplagen, die sich daran macht, die Geheimnisse des Orion-Syndikats zu entschlüsseln. Penningtons deprimierende Stimmung ist zwar ganz gut geschildert und es wirkt auch authentisch, wie die junge Journalistin wieder etwas Licht in sein Leben bringt, aber die Geschichte ist zu vorhersehbar. Denn es ist klar, dass die Journalistin keinen Erfolg damit haben wird, gegen das Orion-Syndikat vorzugehen: Sonst wäre es ja in "Offen Geheimnisse" und "Vor dem Fall" nicht mehr aufgetaucht. Das Ende der Geschichte ist zwar dramatisch, aber so vorhersehbar, dass keine wirkliche Spannung aufkommt.

Marco Palmieri schildert eigentlich die besten und spannendsten Geschichten, hat nur den völlig falschen Aufbau gewählt. In der Geschichte wechseln sich die Handlungen im Jahr 2268 und 2259 immer nacheinander ab. Auch zum Schluss wird keine Verbindung zwischen diesen beiden Geschichten aufgebaut. Dadurch stellt man sich natürlich die Frage, warum man die beiden Geschichten überhaupt ineinander erzählt hat. Zumal der Auftakt der Anthologie schon nicht wirklich überzeugend war. Da hätte man Reyes' Begegnung mit Gorkon voranstellen sollen, sodass die Sammlung mit einer guten Geschichte anfängt.

Doch gerade Palmieris Schilderung der Klingonen und der Kolonie, die Desai und Fisher besuchen, ist sehr gut. Die Auflösung beider Konfliktsituationen ist nicht vorhersehbar und führt zu mehreren spannenden Situationen. Das macht Palmieris Geschichte zu der gelungensten der Sammlung.

Palmieris Schilderung der Sternenflottenaktivitäten ist jedoch etwas arg negativ. Dafür ist seine Darstellung von Desai sehr gelungen. Man nimmt ihr den Schmerz, den sie über Reyes' Verschwinden und Wiederauftauchen empfindet, wirklich ab. Außerdem verlässt sie mit dieser Geschichte Vanguard, was sich im nächsten Roman widerspiegeln dürfte.

David Macks Geschichte bringt die Haupthandlung als einzige nennenswert nach vorne. Quinn und seine Freundin Bridy Mac müssen für den Sternenflottengeheimdienst eine Reihe von Missionen erledigen. Leider reflektiert Quinn zu Beginn der Geschichte zu viel darüber, wie glücklich er ist. Und auch der gemeinsame Plan von Bridy und Quinn, sich nach einer weiteren gemeinsamen Mission zur Ruhe zu setzen und das Leben zu genießen, deutet zu stark daraufhin, dass die Geschichte nur negativ enden kann.

Es ist daher viel zu vorhersehbar, dass auch diese Geschichte mit einer Toten enden wird. Dafür finden Bridy und Quinn kurz vorher noch den Widersacher der Shedai, der ihnen das Geheimnis einer Waffe gegen die Shedai verrät. Blöderweise zerstört Bridy diese, als die Klingonen anrücken. Dabei stirbt sie selbst, aber es war der Befehl des Sternenflottengeheimdienstes, die Informationen nicht den Klingonen in die Hände fallen zu lassen. Quinns gesamter Reichtum wird vernichtet und zum Schluss ist er wieder der ruinierte Säufer, der er zu Beginn der Serie war.

Das macht nicht nur alle Fortschritte seines Charakters in der Serie zunichte, sondern ist auch dämlich. Denn nur mit der Waffe hätten die Shedai besiegt werden können. Der Widersacher geht aber mit großer Gewissheit davon aus, dass die Shedai die Menschen angreifen würden. Natürlich hätte bei den Klingonen die Gefahr bestanden, dass sie die Waffe nicht nur gegen die Shedai einsetzen würden. Aber jetzt sieht es so aus, als würde niemand wissen, wie die Shedai aufzuhalten sind und das ist eigentlich noch gefährlicher als die Waffe in der Hand der Klingonen.

Ärgerlich ist auch, dass die Gefahr durch die Shedai im Epilog mit keiner Silbe erwähnt wird. Das ist blöd, hätte somit doch noch etwas Spannung für den nächsten Vanguard-Roman aufgebaut werden können. Somit überzeugt auch Macks Kurzgeschichte nicht gänzlich. Sie glänzt zwar wie immer mit ganz guten Action-Szenen, doch die Handlung ist zu vorhersehbar und letztendlich sogar etwas unausgegoren.

Insgesamt fragt man sich nach dem Roman, was die Kurzgeschichtensammlung eigentlich erreichen wollte. Die Geschichten bringen in keiner Weise die Enthüllungen, die sie versprechen. Stattdessen wirken sie alle wie "Deleted Scenes" aus anderen Romanen.

Fazit: Eine Konzeption der Anthologie ist nicht erkennbar. Stattdessen werden beinahe wahllos Geschichten erzählt, die meistens zwar ganz nett, aber vorhersehbar sind oder keine besonders interessante Handlung transportieren. Einzig und allein die Geschichte von Marco Palmieri ist wirklich gelungen, obwohl ihr Aufbau mehr Fragen aufwirft als dass er sinnig ist. Das wirft zum Schluss die Frage auf, warum dieser Band überhaupt sein musste und warum man nicht einfach die Hauptgeschichte weitererzählt hat.

2. Thomas Götz

Was passiert, wenn die drei Autoren der Vanguard-Reihe und Marco Palmieri - jap, genau der, der früher die neuen Star Trek-Bücher herausgegeben hat - einen Band aus gleichnamiger Reihe veröffentlichen? Nun, eine Kurzgeschichtensammlung mit vier Stories ist das Ergebnis. Und wie es nunmal so ist, wenn viele Köche mitmischen, ist das Ergebnis leider etwas zwiespältig.

Die erste Geschichte handelt in der Zeit noch vor dem ersten Roman und zeigt, wie sich einige der Charaktere das Erstemal kennenlernen. Dies funktioniert in Hinblick auf die Charakterentwicklung ganz gut, das einzige Manko ist, das der Leser bereits weiß, wie es ausgehen wird und in welcher Konstellation die Charaktere am Ende sein werden. Auch Handlungstechnisch passiert natürlich nicht soviel.

Die zweite Geschichte spielt zwischen Band 3 und 4 und zeigt, warum Pennington verschwunden ist, also immerhin neue Einblicke, die auch etwas die dunkle Seite von Star Trek zeigen, die ja in Vanguard aber eh präsenter ist. Dies funktioniert auch recht gut und vor allem das offene Ende macht Lust auf mehr. Ob die Verschwundene wirklich tot ist oder in einem der Nachfolgebände wiederkehrt? Kleines Detail am Rande übrigens: In der Story wird erwähnt, das es durchaus Geld in der UFP gibt, ein Sternenflottenoffizier erwähnt die Besoldung. Schade irgendwie, das dies in einem Buch (die ja "offiziell" non-canon sind) steht, das zu Classic-Zeiten spielt...

Die dritte Story ist die erste, die nach dem aktuellen Vanguard-Band, der Nummer fünf, spielt und daher die erste richtige Nachfolgenummer sechs. Diese Story ist dann allerdings eher eine "Ruhepol-Story" und bietet Fisher und Desai, die auf einem Planeten Evakuierungshilfe leisten sollen. Nebenher gibt es Rückblicke von Diego Reyes zu seiner Zeit als Captain und einem ersten Treffen mit Gorkon, der hier noch ein grimmiger Krieger ist (aber dennoch ist dieser Auftritt natürlich ein Fest für die Fans). Auch hier stehen Charakterszenen im Vordergrund und das ganze bleibt vergleichsweise ruhig.

Lediglich die letzte Story bringt die Storyline um das fremde Volk wieder ein Stück weit voran und bietet so etwas wie "Action". Diesmal steht Cervantes Quinn im Vordergrund, der mit seiner neuen Partnerin einigen Shedai-Spuren folgt und dabei etwas Interessantes entdeckt. Allerdings endet diese Story recht tragisch, was sie aber auch zur Stärksten in dem Band macht.

Man sieht also bereits, das diesmal ein Hauptaugenmerk auf Charakterentwicklung gelegt worden ist. Vor allem in den ersten Stories kommt die Action etwas zu kurz. Das ist an und für sich nichts Schlechtes, denn gerade in Star Trek geht es ja immer um Charakterentwicklung, aber die Tatsache, das mit dem achten Vanguard-Band Schluß sein soll, und das diese Stories teilweise etwas wie Füllwerk wirken, trüben das Gesamtbild etwas. Aber wer weiß, vielleicht zaubern die Autoren in den letzten Bänden ja ein Finale aus der Tasche, das sich gewaschen hat.

Zusammengefasst bleibt zu sagen, das es im vorliegenden Band hauptsächlich um Charakterstories geht, die darunter leiden, das man teils weiß, wie sie ausgehen. Natürlich bietet der Band auch interessante Ansätze. Was er allerdings nicht bietet ist eine ordentliche Weiterführung der Vanguard-Storyline, hier enttäuscht er etwas.

Fazit: Eine Kurzgeschichtensammlung, die zwar interessant ist dank der Charszenen, aber teils etwas wenig Neues bietet und daher auch etwas weniger mitreißend ist als die Vorgänger.

Bewertung

1. Martin Weinrich
2. Thomas Götz

Weitere Infos


Titel "Enthüllungen"

Originaltitel "Declassified"

Buchreihe Vanguard

Autor Dayton Ward, Kevin Dilmore, David Mack & Marco Palmieri

Übersetzer Anika Klüver, Christian Humberg, Stephanie Pannen & Susanne Picard

Preis 12,80 Euro

Umfang 432 Seiten

Verlag Cross Cult

ISBN 978-3941248106

(wc, tg - 02.01.12)


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2017