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Julian Wangler (jw), Martin Weinrich (wc)29.06.12

"Kampf"

Christopher L. Bennett

Vorbemerkung

Die "Typhon Pact"-Reihe sollte ursprünglich sechs Romane umfassen, wobei immer ein Buch eine der sechs Gründungsspezies dieser Anti-Föderation vorstellen sollte. Am Ende sind lediglich vier Druckwerke erschienen, und manchmal werden in einem Buch mehrere Völker behandelt. Als kleine Ergänzung ist "Kampf" ein reines E-Book und hat auch längst nicht den Umfang eines normalen Romans. Hier werden, angelehnt an die bisherige TNG-Handlung, die Kinshaya beleuchtet, eine aggressive und religiöse Rasse, die in den vergangenen Romanen durchs Rost gefallen ist.

Inhalt

"Kampf", gedacht als (mittlerweile "Star Trek"-unübliches) Kompaktwerk, fackelt nicht lange und katapultiert uns direkt ins Geschehen. Die Novelle knüpft an die TNG-Episode "Endars Sohn" an, die sich darum drehte, dass der menschliche Junge Jeremiah Rossa 2357 vom talarianischen Captain Endar adoptiert und auf Talar als Jono großgezogen wurde. Als die wahren menschlichen Eltern zehn Jahre später von Jeremiah - den sie bislang für tot hielten -erfahren, versuchen sie, ihn zu sich zurückzuholen. Dies provoziert beinahe einen Konflikt zwischen der Föderation und den sehr konservativ denkenden Talarianern. Schließlich, um den Frieden zu bewahren, wurde Jono an die Talarianer zurückgegeben.

Nun, 2382, kehrt Endar, mittlerweile ranghoher Botschafter der Talarianischen Republik, zusammen mit Jono auf die Enterprise zurück. Captain Picard hat den Auftrag, Verhandlungen mit der Talarianischen Republik zu eröffnen, um sie - infolge der massiven Blockbildung, die durch die Gründung des Typhon-Paktes ausgelöst wurde - in die Khitomer-Verträge der Föderationsalliierten zu holen. Nach dem kürzlichen Austritt Andors aus der Föderation, der durch die Intervention der Tholianer provoziert wurde, erscheinen neue Bündnispartner für die Planetenallianz wichtiger denn je. Und auch die Talarianer scheinen, bedroht durch die Tzenkethi und andere Mächte, grundsätzliches Interesse an einem festen Verteidigungsabkommen zu haben.

Trotz des mittlerweile entspannten Verhältnisses, das zwischen Picard und Endar herrscht, zeigt sich schnell, dass die allgemeine Ausgangslage auf Talar nicht optimal für eine stärkere Assoziierung mit der Föderation ist: Auf dem ganzen Planeten bricht ein Aufstand der Frauen aus, die im tradierten Gemeinwesen der Talarianer unterdrückt und ausgebeutet sind. Da als strikte Bedingung für einen Beitritt in das Khitomer-Bündnis der innergesellschaftliche Frieden gilt, bietet Picard an, als Mediator aufzutreten. Jono, der nach kurzer Zeit den durch eine Lebensmittelvergiftung geschwächten Endar als Botschafter vertreten muss, lehnt allerdings jedwede Einmischung in interne talarianische Angelegenheiten ab. Picard muss zusehen, wie der bürgerkriegsähnliche Konflikt eskaliert - und sich etwas Kluges einfallen lassen, will er für die Föderation doch noch einen entscheidenden Bündnispartner gewinnen.

In der Zwischenzeit hat Jasminder Choudhury vom Sternenflotten-Geheimdienst SIA einen Spezialauftrag bekommen. Auf der Heimatwelt der Kinshaya gewinnt gegenwärtig eine oppositionelle religiöse Bewegung, die Gewalt und Bevormundung beim Thema Glauben strikt ablehnt, an Einfluss. Der SIA will am liebsten, dass Choudhury vor Ort ein wenig subtile Hilfestellung gibt, um die politische Gemengelage zum Kippen zu bringen und die gegenwärtig herrschende dogmatisch-fundamentalistische Diktatur zu stürzen. Die Hoffnung ist, dass eine neue Regierung auf der Kinshaya-Heimatwelt die innere Tektonik im Typhon-Pakt verschiebt, sodass die offen föderationsfeindlichen Völker bald in der Minderzahl sind und diplomatische Friedensbemühungen fruchten können.

Kritik

1. Julian Wangler

Captain Picard versucht die Talarianer davon zu überzeugen, dem Khitomer-Abkommen beizutreten und die Föderation damit gegenüber dem Typhon-Pakt zu stärken. Gleichzeitig versucht der Geheimdienst der Sternenflotte eine Revolution auf der Heimatwelt der Kinshaya anzuzetteln.
"Kampf" krankt grundsätzlich an einem ähnlichen Problem wie nahezu alle der vorangegangenen Bücher der "Typhon Pact"-Reihe: Es nimmt sich einfach zu viel vor. Einerseits spielt es auf Talar und beleuchtet dort entscheidende gesellschaftliche Umwälzungen auf Endars Heimatwelt (die vermutlich auch titelgebend sind), andererseits begleitet die Geschichte Jasminder Choudhury auf ihre Undercovermission zu den Kinshaya. Ungeachtet der Tatsache, dass am Ende obendrein noch die Tzenkethi in der Sache mit drin hängen: Diese Fronten wären selbst für einen 400-Seiten-Wälzer tendenziell viel Stoff. Dass ein geradezu witzhaft kleines E-Book daran scheitern muss, ist klar.

Obwohl die Problem- und Themenlage keineswegs uninteressant ist und mit den Talarianern und Kinshaya zwei spannende Spezies im Fokus stehen, kommt der eigentliche Spannungsbogen, kaum hat die Erzählung überhaupt begonnen, rasch unter die Räder. Manches wird durch den Zeitraffer gejagt, manch anderes mit zu simpel wirkenden Lösungen (hyper)beschleunigt, sodass "Kampf" am Ende vor allem durch sein miniatomisiertes Format viel zu kurz springt. Das gilt auch und gerade für die Figuren, denen kaum Entfaltungsspielraum gewährt wird. Das Geplänkel zwischen Choudhury und Worf ist kaum der Rede wert. Wofür also das alles?

Fazit:Schade eigentlich. Auf der anderen Seite hatten wir in letzter Zeit aber auch schon zu viele ähnlich gemachte Bücher rund um den Typhon-Pakt. Da hätte man sich Nummer fünf, zumal noch ein eilig reingequetsches E-Book, im Prinzip sparen können.

2. Martin Weinrich

Nach zwei soliden Einzelabenteuern und einer Chronik des romulanischen Umsturzes endete die Miniserie "Typhon Pact" mit einem erzählerisch eher unbefriedigendem Knall: Der Abspaltung Andors von der Föderation. Wie die Enterprise mit diesem Paukenschlag umgeht, wäre ein hervorragendes Thema für eine knappe E-Book-Novelle. Leider sparen beide Handlungsebenen der Novelle die Verarbeitung weitestgehend aus. Die Sezession Andors ist lediglich konstituierend für die Haupthandlug: Die Khitomer-Allianz verstärkt ihre Suche nach Verbündeten. Deswegen werden Picard und die Besatzung der Enterprise nach Talar geschickt, um über einen Beitritt zur Allianz zu verhandeln.

Verständlicherweise laufen die Verhandlungen schleppend. Die Talarianer sind eine strikt patriarchische Gesellschaft, in der Frauen keinerlei Mitspracherecht eingeräumt wird. Dies widerspricht vielen zentralen Werten der Föderation. Andererseits sind auch die Ferengi mittlerweile ein Mitglied der Allianz und dort wird die Gleichberechtigung auch noch schrittweise eingeführt. Gerade dieses Beispiel zeigt aber, dass die Sorge der Talarianer, ihre Kultur könnte durch einen Beitritt Veränderungen ausgesetzt sein, durchaus berechtigt ist.

Leider bieten die weiteren Verhandlungen kaum interessante Ansatzpunkte. Während Picard zunächst noch alte Vorurteile aus dem Weg räumen muss, organisieren die Frauen des Planeten auf einmal einen kleinen Aufstand. Sie entführen sowohl den Sohn des Verhandlungsführers als auch Beverly Crusher. Picard ist verständlicherweise außer sich und überraschend zügig bereit, der Anordnung seiner Vorgesetzten, Gewalt anzuwenden, Folge zu leisten. Doch zu rasch entpuppt sich alles als Komplott des Typhon-Paktes, der mit einem Tzenkheti-Agenten die Frauenbewegung nicht nur unterstützt, sondern überhaupt erst radikalisiert hat.

Die Haupthandlung gibt damit einen ersten Eindruck, wie der diplomatische Alltag in Zukunft aussehen könnte. Waren früher in strategisch wertvollen Systemen fast immer sowohl klingonische als auch föderierte Kräfte anwesend, geht dieser kalte Krieg nun in anderer Konstellation in eine neue Runde. Dabei zeigt sich, dass auch die Föderation nach der Borg-Krise und anderen gewalttätigen Konflikten rasch mit militärischen Lösungen arbeitet. Eine interessante, wenn auch nicht besonders originelle Aussage dieser Novelle.

Wie mächtig gewaltfreie Lösungen sein könnten, zeigt die Nebenhandlug. Hier begibt sich Jasminder Choudhury in Bekleidung einer Sicherheitsmitarbeiterin als Romulanerinnen verkleidet in das Gebiet der Kinshaya, um dort einen Regimewechsel herbeizuführen. Sie werden von Starfleet Intelligence dorthin gesandt, um den sowieso in Bewegung befindenden Aufstand zu beobachten. Die Typhon-Pakt-Abkommen scheinen ein Personenfreizügigkeitsabkommen wie das Schengen-Abkommen zu beinhalten. Auf jeden Fall haben Romulaner das Recht, sich frei im Raum der Kinshaya zu bewegen. Da die meisten Typhon-Pakt-Mitglieder äußerst xenophob sind, erscheint ein Abkommen diese Art äußerst merkwürdig.

Doch gilt dieses Abkommen natürlich nicht nur für Romulaner, die an einer Demonstration gegen eine autoritäre Theokratie teilnehmen möchten, sondern auch für die von der Regierung angeforderten Breen-Truppen. Diesen gelingt es, die zunächst friedlichen Aufständischen zu provozieren. Erst dank einer Motivationsrede von Choudhury können die Demonstranten an ihren gewaltfreien Methoden festhalten. Durch große Opfer bringen sie sich nicht nur in die moralisch bessere Positionen, sondern bringen sogar die Regierung zu Fall.

Damit endet die Novelle auch mit einem guten Beispiel für die Stärken gewaltfreierer, pazifistischer Strategien. Trotzdem kann diese Nebenhandlung nicht ganz überzeugen. Abgesehen von den unrealistisch zügigen Erfolgen der Bewegung und dem Sturz der Regierung innerhalb weniger Tage (!), werden hier pathetische Elemente doch im Übermaß verwendet.

Fazit: "Kampf" lässt das wichtigste und interessanteste Thema nach "Zwietracht" außer Acht. Stattdessen werden auf dem engen Raum zwei durchaus ambitionierte Erzählungen auf ordentliche und meist gute Art ausgebreitet. Erst am Schluss zeigt sich in überstürzten Auflösungen, dass beide Geschichten etwas mehr Platz gebraucht hätten.

"Typhon Pact: Kampf" ist unter anderem bei Amazon.de als E-Book erhältlich.

Bewertung

1. Julian Wangler
2. Martin Weinrich

Weitere Infos


Titel "Typhon Pact: Kampf"

Originaltitel "Typhon Pact: The Struggle Within"

Buchreihe Post-'Nemesis'

Autor Christopher L. Bennett

Übersetzer Susanne Picard

Preis 2,49 Euro

Umfang 85 Seiten

Verlag Cross Cult


(jw, wc - 24.03.14)


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