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"Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, sind wir alle unwiderruflich gefesselt. Wenn die Freiheit irgendeines Menschen zum ersten Mal beschnitten wird, ist das ein Schaden für alle."

 − Jean-Luc Picard
 − in "Star Trek: The Next Generation − Das Standgericht"

Oktober 2005

 

ISSN 1684-7385

Volume VI

Ausgabe 36 (#89)

 features

 

Galaktische Gerechtigkeit

Probleme sterben nie aus

Wie Föderation, Klingonen und Co. für Ordnung sorgen

Gesetzlose Halbgötter

Qs und Propheten

Wie kann über höhere Wesen gerichtet werden?

Kampf gegen die Armut

Natalie Portman

Die Amidala-Darstellerin über ihre Arbeit für Afrika

 

Vorwort

Rechte und Gesetze


Liebe Leserinnen und Leser

"Kirk unter Anklage", "Talos IV − Tabu" oder "Das Standgericht" sind typische "Star Trek"-Gerichts-Folgen. Spezialeffekte sind darin Mangelware, die Charaktere und vergangene Ereignisse spielen meist eine große Rolle. Interessant zu sehen ist in diesen Folgen vor allem, wie sich − gemäß den Drehbuchautoren natürlich − die Rechte und Gesetze im Laufe der Zeit entwickelt haben.

Dass die Gerichte den Trek-Hauptcharakteren nicht nur wohlgesonnen sind, bekommen allen voran Captain Kirk und "Pille" McCoy in "Star Trek: Das unentdeckte Land" oder Miles O'Brien in den DS9-Episoden "Das Tribunal" und "Strafzyklen" zu spüren. Als besonders "ausgefallen" erweisen sich dabei die Rechtssysteme der Klingonen und der Cardassianer. Was es damit genau auf sich hat und welche Methoden die Föderation im 24. Jahrhundert anwendet, um für Recht und Ordnung zu sorgen, erfahren Sie in dieser "Incoming Message"-Ausgabe.

Etwas realer als Visionen über zukünftige Gerichtsfälle sind die Bemühungen, mit denen sich Natalie Portman in ihrer Freizeit beschäftigt: der Unterstützung von Armen in Afrika, Lateinamerika und Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Warum Portman das Konzept der Hilfsorganisation FINCA für einen Schritt in die richtige Richtung hält, erklärt sie im ausführlichen Interview.

Neben dem Thema Armut soll in dieser "Incoming Message" aber auch Platz für Erfreuliches sein: Die Redaktion gratuliert der diesen Monat aus verständlichen Gründen abwesenden Chefredakteurin Melanie Brosowski herzlich zur Hochzeit und wünscht ihr angenehme Flitterwochen!

Viel Spaß beim Lesen!

Michael Müller
Redaktionsleiter

 
   

Inhalt

Die ganze Ausgabe auf einen Blick

Strafzyklen und Schauprozesse

Die Rechtssysteme der Zukunft.

Polizisten ohne Recht

Welchen Gesetzen unterliegen Qs und Propheten?

Der Schneider öffnet sein Nähkästchen

Garaks Lebensgeschichte unter der Lupe.

Die Ereignisse des Monats

Die dritte "Enterprise"-Staffel-Box erscheint nun auch in Deutschland auf DVD.

Die dunkle Seite der Macht

Natalie Portman über den Kampf gegen die Armut.

Kino-Guide Oktober

"The Brothers Grimm" und "Doom" sorgen für mehr oder weniger gute Science-Fiction-Momente.

Best of DVD

"Star Wars: Episode III", "Batman Begins" und "Der Tag, an dem die Erde still stand − Special Edition".

DVD-Guide Oktober

"Dominion: Exorzist", "Blade 3 − Extended Version" und "Per Anhalter durch die Galaxis".

Der Mars Reconnaissance Orbiter

Ein Orbiter mit den Augen eines Landers.

Impressum

Redaktion, Abonnement und Copyrights.

Wussten Sie, dass...

... "The Next Generation" auf die Rechte der Frauen noch größeren Wert legte als die Classic-Serie? Im Gegensatz zum Vorspann der Originalserie sagt Patrick Stewart in "The Next Generation" nicht "... where no man has gone before", sondern "... where no one has gone before".

... sich die Trek-Produzenten 1986 gegen eine Strapazierung der Charakter-Rechte in Hollywood entschieden haben? Tasha Yar sollte ursprünglich Macha Hernandez heißen, inspiriert von dem Charakter Vasquez aus "Aliens". Vasquez-Darstellerin Jeanette Goldstein sprach sogar für Hernandez vor. Sie erhielt nach dem offensichtlichen Umdenken der Produzenten wenigstens noch eine Rolle als Enterprise-B-Offizierin in "Treffen der Generationen".


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Strafzyklen und Schauprozesse

Die Rechtssysteme der Zukunft

In mittlerweile fünf "Star Trek"-Serien und zehn Filmen wurden zahlreiche Themen beleuchtet und aus immer wieder anderen Perspektiven betrachtet. Eines dieser Themen, das immer mal wieder auftaucht, ist das Recht der Föderation, das in der Regel in den unterschiedlichsten Arten von Gerichtsverhandlungen zum Vorschein kommt. Und immer wieder gibt es dabei neue Aspekte zu entdecken.

Warum aber immer wieder juristische Spielereien in einem fiktiven Rechtssystem, das nur auf den Ideen der "Star Trek"-Produzenten und -Drehbuchautoren basiert? Weil sie so große Fans des amerikanischen Rechtssystems sind und dieses in "Star Trek" idealisieren wollen? Weil sie vom Boom erfolgreicher Gerichtssendungen wie "Ally McBeal", "JAG" oder William Shatners neuer Serie "Boston Legal" profitieren wollen? Nein, der Grund liegt meist darin, nach einigen kostenintensiven Folgen Geld einsparen zu müssen. Was bietet sich da besser an als eine Folge, die überwiegend in einem einzigen Raum, dem Gerichtssaal, spielt, und ohne jegliche Special Effects, große Statistenzahlen oder viele Gaststars auskommt? Und trotz der einfachen Machart stellen diese Episoden nicht selten einige der besten Folgen dar, da die Schauspieler erst hier ihre wahren Talente ausspielen können. Im Folgenden soll daher ein Blick auf die wichtigsten Gerichts-Folgen geworfen werden, die einen Aufschluss über das Rechtssystem der Föderation, aber auch die der anderen Völker geben.

 
 

In "Kirk unter Anklage" wurde die Chance verpasst, einen Fehler des amerikanischen Systems zu kritisieren.


Schon zu Zeiten der Classic-Serie wusste man, dass es am dramatischsten wird, wenn für die Hauptcharaktere alles auf dem Spiel steht, wie Captain Kirk in "Kirk unter Anklage" und Mr. Spock in "Talos IV − Tabu" erleben mussten. In der erstgenannten Folge war Kirk vom Militärgericht der Sternenflotte angeklagt, durch einen Fehler den Tod eines Besatzungsmitglieds verursacht zu haben. Er habe einen Schirm abgesprengt, in dem sich Lieutenant Commander Benjamin Finney befand, ohne vorher den erforderlichen roten Alarm ausgelöst zu haben. Auf dem Spiel stand Kirks Karriere und insbesondere das Kommando über die Enterprise.

Während für den Zuschauer natürlich klar war, dass die Enterprise kaum ihren Captain verlieren würde, stellte sich doch die Frage, wie er sich der erdrückenden Beweislast entwinden konnte. Mit der Einführung seines Verteidigers Samuel Cogley wurde eine Figur entwickelt, die als einer der besten Strafverteidiger der Föderation angepriesen wurde. Abgesehen von seiner unkonventionellen Art war er jedoch keineswegs der heldenhafte Anwalt, der, im Gegensatz zu Serien wie "Matlock", so nebenbei noch in detektivischer Arbeit die Unschuld seines Mandanten beweist. Dies blieb selbstverständlich Spock vorbehalten. Dennoch durfte er durch eine große Rede glänzen, die das Gericht überzeugte, das Urteil über einen Menschen nicht von maschinellen Daten abhängig zu machen.

Was den Zuschauer allerdings ziemlich nachdenklich an dieser Folge stimmen sollte: Das Gericht bietet Kirk an, ihm im Gegenzug für sein Schuldbekenntnis nur die Enterprise zu entziehen, die Tötung eines Menschen darüber hinaus aber nicht weiter zu ahnden. Was hier zunächst wie eine Verschwörung hochrangiger Offiziere aussieht, die Kirk sein Schiff entziehen wollen, ergibt am Ende einfach nur überhaupt keinen Sinn. Denn warum sollte die Sternenflotte versuchen, ihren besten Captain zu verlieren, wenn es ihnen am Ende sowieso egal ist, ob der Tod eines anderen gesühnt wird? So schneidet sich die Flotte nur ins eigene Fleisch.

Gleichzeitig zeigt sich, wie sehr sich "Star Trek" doch am amerikanischen System orientiert. Denn in welchem anderen Rechtssystem könnte ein O.J. Simpson strafrechtlich für den Mord an seiner Frau freigesprochen werden, zivilrechtlich aber dafür verantwortlich gemacht und zu einem hohen Schadenersatz verurteilt werden? Oder einen noch passenderen Vergleich für die Absurditäten des amerikanischen Rechts bietet das erste Verfahren gegen Michael Jackson wegen Kindesmissbrauchs, in dem dieser sich durch ein Schmerzensgeld an das Opfer einfach freikaufen konnte. Das Angebot an Kirk in dieser Folge erinnert sehr an einen solchen Deal − wobei hier die Chance verpasst wurde, in "Star Trek"-typischer Weise einen Fehler des amerikanischen Systems zu kritisieren.

Viel besser wurde dies übrigens gehandhabt in "Star Trek: Zurück in die Gegenwart", als Kirk für seine zweifellos vorliegende Befehlsverweigerung richtigerweise degradiert wurde − zum Captain, wodurch die Sternenflotte seine Talente viel besser nutzen konnte.

 
 

Wann muss man einem künstlichen Gebilde die Rechte eines Lebewesens zukommen lassen?


Ebenso bedenklich wie der erstgenannte Fall war allerdings Spocks Verhandlung in "Talos IV − Tabu". Nur dramaturgische Gründe können dafür gesorgt haben, dass ihm für den Anflug auf Talos IV die Todesstrafe angedroht wurde − immerhin angeblich das einzige Delikt, auf das die Todesstrafe stand. In einer aufgeschlossenen Gesellschaft wie der Föderation des 23. Jahrhunderts sollte man jedoch annehmen, dass man weit über solche Bestrafungen hinausgewachsen ist. Doch auch hier zeigte sich erneut das große Einsparpotenzial: nicht genug, dass die Haupthandlung im Gerichtssaal stattfand, außerdem konnte man bisher ungenutztes Filmmaterial verwenden, um die Hintergründe für Spocks Entführung von Captain Pike aufzuzeigen.

Weniger ein Gericht als eher eine Ermittlungskommission entschied in "Der Wolf im Schafspelz" über Scotty Verwicklungen in eine Mordserie auf Argelius. Immerhin wurde hier ein Einblick in das Ermittlungsverfahren eines anderen Volkes gewährt, das sogar übersinnliche Kräfte wie Hellseherei als Beweismittel anerkennt.

Insbesondere "The Next Generation" bot auch Einblicke in die moralische Seite des Rechts im 24. Jahrhundert, wobei auffiel, dass nun nicht mehr den Hauptcharakteren Konsequenzen drohten, die der Zuschauer ohnehin nicht befürchten musste. Zwar war Data Gegenstand eines Verfahrens in "Wem gehört Data?", doch ging es hier keineswegs um eine Verurteilung, sondern vielmehr um die Frage, wann man eine Daseinsform als Leben beurteilen kann und ab welchem Stadium einer solchen Lebensform auch die Rechte zustehen, die mit dem Status eines Lebewesens einhergehen. Selbstverständlich steht unsere heutige Kultur nicht vor der Frage, wann einem künstlichen Gebilde die Rechte eines Lebewesens zukommen müssen, doch die eigentlichen Fragen waren hier doch die, welche Faktoren ausschlaggebend sind, um etwas als Leben anzusehen. Eine Frage, die man sich auch heute schon bei ungeborenem Leben stellt: Kann man etwas erst dann als Leben bezeichnen, wenn es Empfindungen hat?

Juristisch interessanter ging es in der Folge "Riker unter Verdacht" zu, als Riker angeblich einen Wissenschaftler ermordet haben soll, um sich ungestört an dessen Frau heranzumachen. Picard, dem als hohem Militäroffizier in typisch amerikanischer Manier natürlich auch richterliche Befugnisse zukamen, hatte über die Auslieferung Rikers zu entscheiden. Interessant war hierbei die Funktion von Zeugen, deren Aussagen per Holodeck dargestellt wurden, und obwohl laut Troi alle die Wahrheit sagten, unterschieden sich diese Aussagen völlig voneinander, weil jeder eine andere Wahrnehmung von demselben Sachverhalt hatte. Ein Phänomen, das tatsächlich bei zahlreichen Zeugenaussagen beobachtet werden kann.

Ein absolutes Highlight der Gerichts-Folgen stellt "Das Standgericht" dar. Eine Explosion im Maschinenraum wird für einen Anschlag gehalten und sofort wird jeder, dessen Vergangenheit unklar ist, verdächtigt. Insbesondere die Verdächtigung des Crewman Simon Tarses, zu dessen Vorfahren ein Romulaner gehörte, erinnert ganz aktuell daran, wie nicht nur in den USA heute Personen arabischer Herkunft in manchen Bereichen generell terrorverdächtig sind. Neben einer (wie gewohnt) überragenden Darstellung Patrick Stewarts zeigte sich hier auch, wozu der Einfluss und die Macht eines Gerichts führen kann, wenn diese Organe keiner Kontrolle unterliegen. Und dass die Helden der Serie nicht immer unschuldig sind, zeigte sich in "Ein missglücktes Manöver", als sich Wesley Crusher vor einem Gericht der Flotte wiederfand.

 
 

Ein cardassianischer Verteidiger hat nur zu verdeutlichen, warum eine Strafe, die schon vorher feststeht, angemessen ist.


Während in Sternenflottenangelegenheiten diese regelmäßig selbst die Gerichtsbarkeit übernimmt, zeigt sich in "Die Sünden des Vaters" (und erneut in der DS9-Episode "Das Haus des Quark"), dass sich die Klingonen davon teilweise unterscheiden. Zwar darf man nicht außer Acht lassen, dass es für die Klingonen zwischen Politik/Regierung und Militär kaum eine Grenze gibt, doch scheint dort die oberste Gerichtsbarkeit vom Hohen Rat ausgeübt zu werden. Das Konzept der Gewaltenteilung hat Q'onoS offensichtlich noch nicht erreicht.

Eher an Schauprozesse erinnert hingegen das cardassianische Rechtssystem, wie die DS9-Folge "Das Tribunal" zeigt, in der Chief O'Brien wegen Spionage beziehungsweise Kooperation mit dem Maquis vor deren Gericht steht. Zwar gibt es auch hier einen Verteidiger, den Konservator, doch dessen Aufgabe besteht keineswegs darin, zugunsten seines Mandanten zu sprechen. Vielmehr hat er dem Volk im Rahmen des Prozesses zu verdeutlichen, warum die Strafe, die selbstverständlich lange vorher feststeht, angemessen ist.

Dass die Föderation die Rechtssysteme anderer Völker zumindest anerkennt, beweist ebenfalls Deep Space Nine, die faktisch bajoranisches Territorium ist, sodass die bajoranischen Gerichte etwa über Auslieferungen zu entscheiden haben, wie sich in "Der Fall Dax" zeigt. Und diese Richterin hatte einen zivilen, nichtmilitärischen Status.

In diesem Zusammenhang fragt man sich jedoch, warum in "Das Gefecht" eine (militärische) Sternenflottenrichterin über die Auslieferung Worfs an die Klingonen entscheiden musste. Immerhin bot diese Folge einen weiteren dramaturgischen Aspekt: Statt einer Darstellung auf dem Holodeck wechselten die Szenen während der Aussagen zu den entsprechenden Geschehnissen und boten dem Zuschauer einen genauen Einblick in die Ereignisse.

Da auf eine Gerichtsverhandlung im Falle der Verurteilung immer eine Bestrafung folgt, ist es doch bedenklich, wie viele Völker noch immer die Todesstrafe anwenden. Eine gnädige klingonische Bestrafung in Form einer Haft auf Rura Penthe ist damit etwa gleichbedeutend. Dass jedoch auch der Vulkanier Tuvok die Hinrichtung Lon Suders in "Gewalt" befürwortet, nur weil es wenig Sinn macht, ihn für den gesamten Flug zurück in den Alpha-Quadranten zu inhaftieren, lässt an der vulkanischen Zivilisiertheit zweifeln.

Einfallsreichere Bestrafungen widerfahren hingegen Tom Paris in "Mit den Augen des Toten", der seine angebliche Tat immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen geführt bekommt, oder Chief O'Brien in "Strafzyklen", der eine jahrzehntelange Haft als Erinnerung eingepflanzt bekommt und an den psychischen Auswirkungen zu leiden hat.

Zumindest die Föderation legt bei ihren Bestrafungen den größten Wert auf Rehabilitation in Strafkolonien.

Insgesamt zeigt sich also, dass auch in den nächsten Jahrhunderten keine wesentliche Veränderung des Rechtssystems eintreten wird. Doch immerhin verzichtet die zugestandenermaßen amerikanische Serie "Star Trek" auf die dort heute üblichen Geschworenengerichte, in denen juristische Laien über das Schicksal der Betroffenen entscheiden und der Ausgang des Prozesses nicht selten von der bloßen Überzeugungskraft eines hochbezahlten Anwalts abhängt.

Wie lautet Ihre Meinung über Rechte und Gesetze in der Zukunft von "Star Trek"? Ist die Entwicklung von Gerichtsfällen und -urteilen realistisch umgesetzt worden? Schreiben Sie uns an leserbriefe@trekzone.de!

Rechte und Gesetze

Wird das uns bekannte Rechtssystem sich im Laufe der Zeit verändern? Und wie sehen die Rechtssysteme anderer Völker im 24. Jahrhundert aus? Stefan Menz wagt eine Prognose.


 

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Polizisten ohne Recht

Welchen Gesetzen unterliegen Qs und Propheten?

Die wichtigste und gleichzeitig bekannteste Regel der Föderation ist die Oberste Direktive. Sie verbietet nicht nur die Einmischung in fremde Kulturen, sondern verpflichtet Sternenflottenangehörige auch dazu, die Regeln und Gesetze anderer Völker zu respektieren und zu befolgen.

Besonders brisant ist diese Direktive, wenn die Sternenflotte es mit einer technologisch weit weniger entwickelten Spezies zu tun hat, deren Gebräuche sich von den Idealen der Föderation unterscheiden. Hier ist die Versuchung groß, die vermeintlich rückständigen Gesetze zu ignorieren und die "unterentwickelten" Personen zu ihrem Glück zu zwingen.

Dass selbst die besten und moralischsten Captains zuweilen dieser Versuchung erliegen, zeigt die Folge "Das Gesetz der Edo", in der sich Picard mit einem Todesurteil konfrontiert sieht, das die Edo wegen eines geringfügigen Gesetzesübertritts gegen Wesley verhängt haben. Nach langer Überlegung setzt sich Picard über das seiner Meinung nach ungerechte Urteil hinweg und beamt Wesley aus dem Gewahrsam der Edo, die dies nicht verhindern können. Natürlich wendet Picard dabei keine Gewalt an und behandelt die Edo so respektvoll wie möglich.

 
 

Manchmal stellt die Föderation Kontakt zu Wesen her, die über die Macht verfügen, ihr Gesetze einfach aufzwingen zu können.


Trotzdem ist allen Beteiligten klar, dass Picard durch sein Handeln die Werte der Föderation über die der Edo gestellt hat. Letztendlich muss sich Picard für diesen Bruch der Obersten Direktive verantworten, doch kaum ein Zuschauer wird von sich behaupten, in dieser Situation anders gehandelt zu haben (zumindest, wenn jemand anderes als Wesley auf dem Spiel gestanden hätte).

Ein anderes Beispiel für die Übertretung fremder Gesetze ist Tuvoks Verhalten in "Das oberste Gesetz". Auch er will natürlich keinen Schaden zufügen und hinterlässt für die Technologie, die die Voyager nach Hause bringen könnte, sogar eine Gegenleistung. Trotzdem ist dieser Fall noch krasser, denn Tuvok missachtet hier keine scheinbar unmoralische Regel, sondern eine, die er unter anderen Umständen selber befürwortet hätte, und das letztendlich aus Eigennutz.

Aber wie sieht es in umgekehrten Fällen aus? Nicht immer begegnen die Protagonisten technologisch weniger oder gleich weit entwickelten Völkern. Manchmal stellen sie den Kontakt zu Wesen her, die über die Macht verfügen, der Föderation sämtliche Gesetze aufzuzwingen, die sie wollen − wenn sie es für richtig halten würden. Insbesondere Kirk hat sehr oft das zweifelhafte Vergnügen, Opfer der Willkür übermächtiger Wesen zu werden. Da wäre Apoll, der der Meinung ist, die Menschen sollten ihn anbeten und er sie dafür gönnerhaft beschützen. Dummerweise kann er sich gar nicht mit dem Freiheitsdrang der aufgeklärteren Menschen des 23. Jahrhunderts anfreunden.

Oder Charlie, der eigentlich nichts Böses will, aber seine Kräfte gegen alle einsetzt, von denen er sich ungerecht behandelt fühlt. Und dann gibt es noch unzählige Computer, wie zum Beispiel Nomad, die das Universum gerne von allen unvollkommenen Dingen befreien würden, zu denen leider auch der Mensch zählt. Die Liste lässt sich beliebig fortführen. Allerdings muss man bedenken, dass es sich hier um Einzelpersonen handelt, die entweder absolut egozentrisch, übertrieben impulsiv oder schlicht und einfach "defekt" sind. Sie unterliegen keinem eigenen Wertekodex, sondern versuchen, den schwachen Menschen ihre willkürlichen Vorstellungen aufzuzwingen. Damit scheitern sie dann auch zwangsläufig.

Doch es gibt auch vernünftige "Über-Aliens". In "Tödliche Spiele auf Gothos" werden Kirk und seine Leute von dem übergeschnappten, aber sehr mächtigen Trelane für sein Vergnügen missbraucht. Am Ende tauchen dessen Eltern auf, entschuldigen sich höflich für die Unannehmlichkeiten und verschwinden mitsamt Trelane. Auch wenn ihr Auftritt nur sehr kurz ist, liegt die Vermutung nahe, dass sie ähnlich wie die Föderation über eine Nichteinmischungsdirektive verfügen oder zumindest über Gesetze, die es ihnen verbieten, weniger entwickelten Lebensformen zu schaden. Möglicherweise gibt es viele solcher Lebensformen, deren Gesetze den Kontakt zu Fremden regeln. Doch je mächtiger diese Wesen sind, desto leichter können sie sich vor den Menschen verbergen. Überhaupt scheint es so zu sein, dass eine höhere Entwicklungsstufe zwangsläufig die Trennung von der körperlichen Existenz voraussetzt. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man eher wenige dieser Aliens zu Gesicht bekommt, denn wenn sie sich darauf beschränken, die Menschen nur zu beobachten (wenn überhaupt), ist es für sie ein Leichtes, unerkannt zu bleiben.

Trotzdem führt die Existenz einer geordneten Gesellschaft nicht zwangsläufig zur Nichteinmischung. Das Paradebeispiel aus TOS sind die Organier. In "Kampf um Organia" bahnt sich die Eskalation des Konflikts zwischen Klingonen und Föderation an. Doch kurz bevor der Kampf entbrennt, geben sich die scheinbar primitiven Bewohner des Planeten als mächtige Energiewesen zu erkennen. Sie deaktivieren die Kriegsflotten und zwingen beiden Parteien somit einen Waffenstillstand auf, der als Organianischer Friedensvertrag noch lange Bestand hat.

 
 

Ist es wirklich unmoralisch, unterentwickelte Völker zu bevormunden, wenn man sie so vor Krieg bewahrt?


Hierbei handelt es sich um eine klare Einmischung. Die Organier erkennen sowohl der Föderation als auch den Klingonen die Fähigkeit ab, selbstständig wichtige Entscheidungen zu treffen. Über eine derartige Arroganz sind natürlich besonders die Klingonen erbost. Aber ist es wirklich unmoralisch, unterentwickelte Völker zu bevormunden, wenn man sie so vor Krieg bewahrt? Die Organier scheinen es jedenfalls als ihre Aufgabe anzusehen, die Humanoiden zu erziehen. Das war nicht immer so, wie eine "Enterprise"-Folge der vierten Staffel zeigt, die ich hier nicht vorwegnehmen möchte.

Auch die Liste der (unerwünschten) Einmischungen durch gottgleiche Lebensformen ist lang. Doch zwei Lebensformen heben sich durch ihr häufiges Auftreten in den Serien ab. Da wären zunächst einmal die Wurmlochwesen, beziehungsweise Propheten, die einen wesentlichen Platz in der Geschichte von "Deep Space Nine" einnehmen. Auch wenn sie laut eigener Aussage eigentlich kein gesteigertes Interesse an den Humanoiden haben, deren Konzept der linearen Zeit sie nicht teilen, hindert sie das nicht daran, regelmäßig Kontakt zu Menschen und Bajoranern aufzunehmen und sie zu studieren. Die Gespräche, die auf Bajoraner wie Visionen wirken und die Drehkörper, die Bajor von den Propheten erhalten hat, haben die gesamte Kultur des Planeten geprägt. Im Grunde ist das die höchstmögliche Form der Einmischung. Schließlich gehen sie sogar so weit, auf Siskos Wunsch hin eine ganze Dominion-Flotte verschwinden zu lassen und somit erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Alpha-Quadranten zu nehmen. Vermutlich haben die fremdartigen Wurmlochwesen keine niedergeschriebenen Regeln, wie wir sie kennen. Dennoch hat es den Anschein, dass ihre Entscheidungen auf einer Art Kodex beruhen und demokratisch gefällt werden.

Noch häufiger als die Propheten taucht eine andere Lebensform auf, die scheinbar noch mächtiger, aber auch eigenwilliger ist: Q. Über die Natur des Q-Kontinuums, die Kräfte der Q und vor allem einen speziellen Vertreter dieser Spezies könnte man gleich mehrere Artikel schreiben. Deshalb beschränke ich mich hier auf die Einflussnahmen auf die Menschen sowie die Gesetze der Q-Gesellschaft.

Bereits der erste offizielle Kontakt mit Q offenbart viel von dessen Rechtsvorstellungen. Während einer scheinbar routinemäßigen Mission der neuen Enterprise-D stoppt er das Schiff durch ein undurchdringliches Energiefeld. Von Anfang an macht er keinen Hehl aus seinen Fähigkeiten und bezeichnet sich selbst als allmächtig. Er entfernt Picard von seinem Schiff und stellt ihn vor Gericht − stellvertretend für die gesamte Menschheit.

Besonders interessant ist die gewählte Umgebung: Ein Standgericht des 21. Jahrhunderts, einer der dunkelsten Epochen der Menschheit. Hier konnten die Richter willkürlich über den Angeklagten entscheiden, während dieser von der Menge verspottet wurde. Einerseits drückt Q so seine absolute Überlegenheit aus, andererseits gibt er ein Beispiel für die barbarische Natur der Menschen. Er wirft Picard vor, dass die Menschheit unzivilisiert ist und eine Gefahr für sich und andere Lebensformen darstellt. Deshalb droht er damit, den Menschen auf unbestimmte Zeit die Raumfahrt zu verbieten. Auch wenn sich diese Gerichtsverhandlung später zumindest teilweise als Show entpuppt, verrät sie viel über die Regeln der Q in Bezug auf den Kontakt zu "niederen" Lebensformen.

 
 

Selbst die Q sind fehlbar und in ihrer Vernunft und Ethik den vergleichsweise primitiven Menschen unterlegen.


Offensichtlich halten sie sich für die absolute Krone der Evolution und daher für unfehlbar. Das gibt ihnen angeblich das Recht, sich in andere Kulturen einzumischen, diese zu beeinflussen und auch darüber zu urteilen. Allerdings erfolgen diese Einmischungen nur in bestimmten Situationen und nicht, wie bei den Organiern, um direkt Leben zu schützen und Kriege zu verhindern. Trotzdem nimmt Q eine Art Polizeirolle für sich in Anspruch, die Exekutive des Universums sozusagen, zusammen mit der Legislative und Judikative. Im Laufe der Serie stellt sich heraus, dass das Q-Kontinuum gar nicht so ganz arrogant ist, wie die Begegnungen mit dem bekannten Q annehmen lassen. Q handelt nicht auf Anweisung des Kontinuums, sondern hauptsächlich zu seinem eigenen Vergnügen. Er unterliegt dabei offensichtlich keiner Nichteinmischungsdirektive, aber gewisse Grenzen sind den einzelnen Q gesetzt.

In "Noch einmal Q" wird dieser für sein übermäßiges Verhalten bestraft und in einen Menschen verwandelt. Die Anpassung an die Regeln der Menschen fällt ihm zunächst ziemlich schwer. Ob das daran liegt, dass er sich den Menschen immer noch überlegen fühlt, oder daran, dass die Q normalerweise nahezu keine Verhaltensregeln befolgen müssen, wird hier nicht ganz klar. Sicher ist aber, dass er von den Wertekonzepten der Föderation etwas lernt und sein Exil deshalb beendet wird.

Etwas mehr über die Gesetze innerhalb des Kontinuums erfährt man in "Eine echte Q". Es ist den einzelnen Q erlaubt, sich vom Kontinuum zu trennen, wenn sie dafür gänzlich auf ihre Kräfte verzichten. Scheinbar handelt es sich hier um ein Gesetz, das deren Missbrauch verhindern soll, wenn die ständige Kontrolle durch das Kontinuum nicht gewährleistet ist. Bei einem Verstoß gegen diese Regel schrecken die Q nicht einmal vor der Todesstrafe zurück.

Einen noch tieferen Einblick in die Gesellschaft der Q bieten diverse "Voyager"-Episoden. Offensichtlich befindet sich das Kontinuum schon seit langer Zeit im Stillstand. Hierdurch wird eine Art von Stabilität gewährleistet, die das Verfassen von Gesetzen überflüssig macht. Das ändert sich, als ein verbannter Q auftaucht, der seiner Existenz überdrüssig ist. Er ist davon überzeugt, dass er sich nicht mehr weiterentwickeln kann, und die Konsequenz für ihn hieraus ist der Selbstmord. Hierdurch würde aber wiederum das Prinzip des Kontinuums und der Zweck von dessen Existenz in Frage gestellt, was zu erheblichen Problemen innerhalb der Gesellschaft führen könnte.

Da kein Präzedenzfall vorliegt und es scheinbar auch keine entsprechenden Gerichte oder Gesetze gibt, unterwerfen sich die Q in diesem speziellen Fall der Rechtssprechung der Föderation. Allerdings werden das Urteil und die daraus folgenden Konsequenzen im Kontinuum kontrovers aufgenommen und es kommt zum Bürgerkrieg, der wiederum nur durch die Einmischung der Föderation beendet werden kann. Dieser Vorfall zeigt, dass selbst die Q fehlbar und in ihrer Vernunft und Ethik den vergleichsweise primitiven Menschen unterlegen sind.

Die Liste der Einmischungen durch höhere Wesen ist lang und reicht von den Launen gefallener Götter über die wohlwollenden Friedensbemühungen der Organier bis hin zu den Urteilen Qs über die Menschheit. So unterschiedlich diese Begegnungen auch sein mögen, eines haben sie alle gezeigt: So hoch entwickelt ein Lebewesen auch sein mag, es hat trotzdem nicht das Recht und die Macht, zweifels- und fehlerfrei über andere zu richten.

Rechte und Gesetze

Jan-Erik Hoffmann über das Standgericht des 21. Jahrhunderts, unerwünschte Einmischungen seitens höherer Wesen und die größte einbuchstabige Plage in der Geschichte der Menschheit.


 

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Der Schneider öffnet sein Nähkästchen

Garaks Lebensgeschichte unter der Lupe

"Das Buch hat einen festen Platz in meinem Herzen. Ich konnte eine Menge Dinge sagen, die ich über den Charakter schon immer sagen wollte, und natürlich auch über mich. Dies, weil nach einer Weile diese seltsame symbiotische Beziehung zwischen dem Schauspieler und dem Charakter entsteht. Wenn man eine Rolle wirklich liebt und wirklich in die Rolle schlüpft, passiert genau das. Und das passierte mit mir und Garak."

Was tun, wenns kaum neue deutsche "Star Trek"-Bücher gibt? Richtig, zu englischen Klassikern aus den letzten Jahren greifen. Ganz weit oben in der Hitliste liegt da Andrew Robinsons Garak-Autobiografie.

Inhalt


 

Originaltitel

"Star Trek: Deep Space Nine − A Stitch in Time"

Autor

Andrew Robinson

Umfang

432 Seiten

Verlag

Pocket Books

Erscheinungsdatum

Mai 2000

ISBN

0-6710-3885-0

Ladenpreis

6,49 Euro


Länger als eine Dekade lebt Garak nur für eine Sache: die Rückkehr nach Hause. Im Exil auf DS9 zwischen all den fremden Aliens hat er nur diesen einen Traum gehabt. Jetzt hat er es endlich geschafft und ist wieder auf Cardassia. Aber seine Heimat ist ein einziger Landstrich der Zerstörung und des Todes. Verzweiflung und Staub sind seine Begleiter. Wasser und ein warmer trockener Ort zum Schlafen sind Luxus.

Ironischerweise ist es der Brief eines "Aliens" der Weltraumstation Deep Space Nine − Dr. Julian Bashir −, der Garak inspiriert hat, das Leben zu ändern. Elim Garak ist Student, Gärtner, Spion, Exilant, Schneider und sogar für einige ein Messias gewesen. Es ist ein Leben, das ihm die cardassianische Gesellschaft mit Gewalt aufgezwungen hat.

Jedoch ist es der Schneider in ihm, der versteht, wer Elim Garak wirklich ist und was alles hätte sein können. Es ist der Schneider, der die ruinierte Gesellschaft Cardassias sieht und der weiß, wie man die ursprüngliche Gesellschaft zurückbringt. Das ist eigenartig, weil der Schneider das ist, was Garak niemals hat sein wollen. Aber genau diesen werden beide brauchen: Cardassia und Elim Garak − den Schneider, der die beiden Teile wieder zusammenbringen und den richtigen Stich zur richtigen Zeit machen kann...

Kritik

Rückblickend auf mittlerweile fünf "Star Trek"-Serien steht eines wohl unverkennbar fest: Keine Serie besaß so viel revolutionäres Gedankengut wie die dritte, "Deep Space Nine", und ging gleichzeitig so viele Risiken ein − Risiken, die sich glücklicherweise zuletzt auszahlten. Da wären nicht nur der erste schwarze Captain zu nennen oder die leidenschaftliche Intimität zweier Frauen, die ethisch-moralische Universalkritik am Krieg, nein, bei den Charakteren ist die eigentliche Wurzel aller Revolution in "Deep Space Nine" zu finden. Nur wenige Figuren haben vermutlich derart viel Tiefgang aufzuweisen wie die des cardassianischen Schneiders Garak − eine der wenigen Gestalten an Bord der Raumstation, die scheinbar ewig ein Mysterium bleibt, das niemals wirklich geklärt wird.

Garak zeichnet sich durch sein Grenzgängertum aus, spielte in seinem Leben zahllose Rollen, mal die des Guten, mal die des Bösen, und ist während seines Exils von Cardassia Prime an Bord von DS9 wieder ein Einzelgänger. Hierbei reißt sich durch seine Person eine tiefe Kluft. Die eine, die traditionell cardassianisch ist und auf seine gewissenlose Zeit beim Obsidianischen Orden zurückgeht, und die andere, die sich entwickelte, als er an Bord von DS9 eine neue Existenz aufzubauen genötigt war.

Doch der Werdegang Garaks blieb uns während der sieben Jahre, in denen die Serie florierte, immer verborgen. Welche Gründe das haben mag, ist strittig: Die einen spekulieren, dass die Macher der Serie eine stärkere Integration des Garak-Charakters ablehnten, weil ihm dadurch seine eben so mysteriöse Note verloren ginge − ein durchaus nachvollziehbares Argument −, die anderen begnügen sich einfach mit der Erklärung, dieser Schritt wäre aufgrund der limitierten Kapazität der komplexen und abwechslungsreichen Dynamik der Serie schlichtweg aus Zeitgründen nicht möglich gewesen.

 
 

"Der Eröffnungsabschnitt, in dem Garak in der Schule ist, beschreibt gefühlsmäßig meine frühe Schulerfahrung." − Andrew Robinson


Wie dem auch sein mag, mit dem Spekulieren ist nun Schluss. Denn jüngst machte sich der Garak-Darsteller − und eingefleischte Trekkie − Andrew J. Robinson höchstpersönlich ans Werk, eine Autobiografie des zwielichtigen Cardassianers hervorzubringen. In "A Stitch in Time" geht es, wie der Titel des Buchs bereits andeutet, um einen Rückblick auf Garaks Leben. Die Geschichte beginnt in Garaks Kindheit, erzählt von seiner Ausbildung zum Spion, enthält eine ziemlich traurige Liebesgeschichte, beschreibt ein von Garak durchgeführtes Attentat auf Romulus und erklärt an einer Stelle, wieso er während seines Exils die Möglichkeit hatte, als Schneider tätig zu sein. An dieser Stelle möchte ich es bei jener kurzen Auflistung belassen, da das Hauptgewicht des Romans nicht ausschließlich auf der Erzählung einer, zugegebenermaßen ungewöhnlichen, Lebensgeschichte basiert, sondern sehr viel mit Lebensweisheiten arbeitet, die zwischen den Zeilen zu finden sind.

Das Besondere an "A Stitch in Time" sind wohl die Zeitsprünge nach jedem Kapitel, die Garak zwischen dem vom Dominion zerstörten Cardassia, dem Leben auf DS9 und dem Aufstieg in den Obsidianischen Orden sowie seine Verbannung auf Empok Nor zeigt. Der letztere Teil ist zweifelsohne am eindringlichsten geschildert. Man erfährt viele Details über Garaks Vergangenheit und Denkweise, und vor allem über cardassianische Machtstrukturen. Andrew J. Robinson schafft es in seinem Roman, den Leser zu fesseln und kann den geistigen Wandel im Leben seines Protagonisten gut in Szene setzen. Wie gesagt, ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Ich habe mich nach dem Lesen des Romans gefragt, wie Garaks Leben auf Cardassia Prime jetzt, nachdem der Planet durch die Kriegshandlungen mit dem Dominion so verwüstet wurde, aussieht, was er mit seinem restlichen Leben anfangen will. Ich hoffe, diese Fragen werden irgendwann noch geklärt. Wenn nicht − auch Geheimnisse haben ihren Reiz.

Andrew Robinson jedenfalls ist sich noch nicht sicher, ob er einen weiteren Roman verfassen soll: "Das Buch war für mich eine Liebesarbeit. Ich weiß, dass ich gesagt habe, ich würde niemals ein anderes Garak-Buch schreiben, aber als ich begann, Material für eine Convention niederzuschreiben, kam mir eine tolle Idee für ein neues Buch. Jetzt weiß ich wirklich nicht, was ich machen soll."

Fazit: Für Trekkies, die tiefgehende Charakter-Episoden schon aus der Serie lieben und die politische Brisanz "Deep Space Nines" mögen, ist dieses Buch ein Muss. Wer allerdings auf der Suche nach Kriegsschauplätzen und Phasergewitter ist, ist mit diesem Buch nicht gut beraten.

Note: 1+

Related Links

  • Amazon.de: "Star Trek: Deep Space Nine − A Stitch in Time"
    Die Online-Bestellmöglichkeit zum Buch.

  • Trek-Bücherkritik

    Julian Wangler rezensiert die innert kürzester Zeit zum Trek-Klassiker avancierte Garak-Lebensgeschichte "A Stitch in Time".


     

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    Die Ereignisse des Monats

    Oktober 2005

    Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick.

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    Convention
    Galileo 7 − After Eight in Neuss (3 Tage)
    Infos

     

    Geburtstag
    Avery Brooks (Benjamin Sisko)

     
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    Geburtstag
    Scott Bakula (Jonathan Archer)

     
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    DVD
    "Enterprise": Staffel-3-Box
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    Geburtstag
    Ira Steven Behr (DS9-Produzent und TNG-Autor)

     
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    14. Todestag
    von Gene Roddenberry

         

    Geburtstag
    Robert Picardo (Holodoc)

             
       31.Oktober                        
                     
     


     

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    Die dunkle Seite der Macht

    Natalie Portman über den Kampf gegen die Armut

    "Star Wars" ist nicht die einzige unendliche Saga, in der Natalie Portman eine Hauptrolle spielt: Sie versucht seit einigen Jahren, Darlehen für Frauen in der Dritten Welt zu bekommen. In "Newsweek International" und "Corsas" sind vor kurzem Interviews mit der Schauspielerin erschienen, in denen für einmal ihr außerberufliches Engagement im Vordergrund steht. Die "Incoming Message" veröffentlicht an dieser Stelle die interessantesten Auszüge.

    Frage: Mrs. Portman, Sie engagieren sich für die Foundation for International Community Assistance (FINCA). Wie und wann haben Sie bei der Organisation angefangen?

    Natalie Portman: Vor einigen Jahren. Ich studierte Politik in Israel und entdeckte die Arbeit, die Königin Rania in Jordanien leistete. Ich bewundere Königin Rania und denke, sie leistet tolle Arbeit für das palästinensische Volk.

     
     

    "Die Lebenserwartung in Uganda beträgt 46 Jahre. Die durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Frau ist 6,7."


    Frage: Obwohl Sie Jüdin sind?

    Portman: Ja. Israelis und Palästinenser kommen im täglichen Leben gut miteinander zurecht. Der Rest ist Korruption und Politik. Ihre Arbeit beeindruckte mich jedenfalls und ich wollte herausfinden, worum es bei dieser Organisation geht. Schließlich beschloss ich, mich zu beteiligen, weil sie diesen Leuten nicht einfach Geld geben, sondern die Schlüssel zu eigenen Geschäften.

    Frage: Was interessiert Sie an Microfinance, einem der Mittel von FINCA, um Familien in Entwicklungsländern finanzielle Hilfe zukommen zu lassen?

    Portman: Nun, ich denke, es ist ein interessanter Weg, viele Nebeneffekte der Armut zu bekämpfen. Mit den Darlehen können Frauen eigene Geschäfte abwickeln und sind nicht immer von der Hilfe anderer abhängig. Es ist nachhaltig, und darum geht es. Bei Microfinance investiert man einmal Geld und dann regeneriert es sich, weil diese Frauen so verlässlich sind. Extrem arme Frauen sind erwiesenermaßen die besten Bankkunden. 97, 98, 99 Prozent werden zurückgezahlt − viel höhere Raten als etwa bei reichen Amerikanern.

    Frage: Sie haben durch die Organisation viele beeindruckende Orte besucht.

    Portman: Uganda war unglaublich. Die Lebenserwartung ist dort 46 Jahre. Die durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Frau beträgt 6,7. Und die meisten Frauen sorgen auch für durchschnittlich drei Waisenkinder. Viele dieser Kinder sind infiziert mit Malaria, HIV ... man weiß es gar nicht. Diese Frauen arbeiten unglaublich hart und sind sehr stolz auf sich.

    Frage: Inwiefern hat das Ihr politisches Denken geprägt?

    Portman: Wir haben bereits eingesehen, dass eine Welt, in der es solche gibt, die sehr viel haben, und andere, die sehr wenig haben, sich auf die, die sehr viel haben auswirkt. Es gibt eine "Feminisierung der Armut". Über 70 Prozent der Betroffenen sind Frauen und Kinder. Es schafft eine große politische Ungleichheit.

    Frage: Was halten Sie von der Arbeit in Ecuador?

    Portman: Ich war überrascht, wie freundlich die Leute waren, und ich liebte die Lederarbeiten in Cotacachi. Aber wissen Sie, was mich wirklich überrascht hat? Diese Leute sind so arm, die meisten haben nur drei Dollar am Tag, aber sie sind zufrieden mit ihrem Leben. Das ist unglaublich.

     
     

    "Ich kann keine Ärztin für Ärzte ohne Grenzen sein, dafür bin ich nicht ausgebildet. Aber ich möchte tun, was ich tun kann."


    Frage: Ist diese Sozialarbeit notwendig, um Sie trotz Ihres beruflichen Erfolgs auf dem Teppich zu halten?

    Portman: Ja, das stimmt. Es gibt nicht viele Leute in meinem Alter, die so viel haben. Ich versuche immer zu bedenken, dass ich ein privilegiertes Leben führe. Aber da draußen gibt es so viele Bedürftige. Die Arbeit mit FINCA hilft mir, das zu verstehen. In Nordamerika gibt es so viele Menschen, die nicht weiter in die Welt schauen. Wenn man aus einem Land wie Israel kommt, weiß man viel mehr darüber, was sich in der Welt abspielt. Es hat auch nicht jeder die Zeit und das Geld, um das zu tun. In diesem Fall bin ich privilegiert, das weiß ich. Ich habe viele Freunde, die gerne helfen würden, aber Arbeit und andere Pflichten haben.

    Frage: Andere Berühmtheiten sind dafür kritisiert worden, dass sie keine Verantwortung für die Programme, die sie bewerben, haben. Ist das für Sie wichtig?

    Portman: Ja, auch deswegen wollte ich unbedingt tiefgehend lernen, worum es hier geht. Ich erhalte jeden Tag zehn Anfragen von verschiedenen karitativen Organisationen. Und diese Organisationen halte ich generell für unterstützenswert. Es ist schön, eine Organisation gegen Krebs oder Armut unterstützen zu können. Aber ich wollte mich mit Bedacht für etwas entscheiden.

    Frage: Die meisten Stars Ihres Alters beschäftigen sich eher mit Partys als mit Microfinancing. Was motiviert Sie?

    Portman: Vor einigen Jahren hatte ich ein sehr persönliches Erlebnis − eines, das ich nicht in der Öffentlichkeit breittreten möchte − im Zusammenhang mit den politischen Unruhen in Israel. Es inspirierte mich, auf eine produktive Art aktiv zu werden, nicht nur mit dem Finger zu zeigen. Ich versuche als Schauspielerin, mich in die Haut aller Leute zu versetzen.

    Frage: Könnten Sie sich vorstellen, in die Politik zu gehen?

    Portman: Ich weiß es nicht. Ich interessiere mich nicht wirklich für Macht. Ich habe aber das Glück, eine gewisse Macht zu haben, weil alle meine Interessen auch die Medien bewegen. Daher kann ich die Aufmerksamkeit auf eine gute Sache lenken. Es ist das Mindeste, das ich tun kann und ich wünschte, ich könnte mehr tun, etwas Sinnvolleres, etwas Direkteres. Ich kann keine Kredite vermitteln oder eine Ärztin für Ärzte ohne Grenzen sein, dafür bin ich nicht ausgebildet. Aber ich möchte tun, was ich tun kann. Lernen, so viel ich kann, und diese Informationen auch an andere Menschen weitergeben, wenn ich die Gelegenheit dazu habe.

     
     

    "'V for Vendetta' hat mir gezeigt, wie man Freiheitskampf von Terrorismus unterscheidet."


    Frage: Sie sind kürzlich aus Israel zurückgekehrt. Was für ein Gefühl hatten Sie dort?

    Portman: Es ist eine sehr schwere Zeit. Aber ich glaube, die Leute haben heute mehr Hoffnung als noch vor einiger Zeit. Sharon überraschte mich auf verschiedene Arten, die ich nicht erwartet hatte. Obwohl ich nicht weiß, ob alle Gründe für den Gaza-Abzug so idealistisch sind, wie wir glauben, ist es mir auch relativ egal, warum sie es tun, solange sie es tun. Wenn sie es nicht täten, wäre Israel in zehn Jahren kein jüdischer Staat mehr.

    Frage: Ihr neuer Film, der Science-Fiction-Thriller "V for Vendetta" [deutscher Kinostart: 16. März 2006], handelt von einem Aufstand gegen ein totalitäres Regime. Haben Sie da etwas über die heutige Welt gelernt?

    Portman: Vor allem, dass es um so viel Gewalt geht, und wie man Freiheitskampf von Terrorismus unterscheidet. Mir ist klar, dass Gewalt in jeder Form furchtbar ist. Andererseits kann man Gewalt nur ablegen, wenn man in einer gewaltlosen Gesellschaft lebt. Wenn das Umfeld Gewalt beinhaltet und man selbst auf Gewalt verzichtet, wird man ausgerottet.

    Frage: Sie haben sich für den Film den Kopf rasiert. Ist das nicht ziemlich unangenehm?

    Portman: Es ist absolut in Ordnung. Aber ich wurde kürzlich in New York angehalten. Das ist mir bisher noch nie passiert. Es war angeblich rein zufällig. Ich wurde beim Midtown-Tunnel gestoppt. Meine Fahrzeugpapiere waren abgelaufen, während ich weg war, und ich war den ersten Tag wieder in der Stadt. Ich war in Israel und Berlin zum Drehen. Sie wollten mich nicht in den Tunnel lassen. Ich sollte stattdessen die Brücke nehmen. Die Logik dahinter verstand ich nicht. Wenn man verdächtig ist, nimmt man nicht den Tunnel, sondern die Brücke?!

    Frage: Sie haben vor kurzem in Harvard Psychologie abgeschlossen. Haben Sie vor, als Psychologin zu arbeiten oder geht es mehr um das Verstehen Ihrer Rollen?

    Portman: Ja, in meiner Arbeit muss ich mich in die Köpfe anderer Leute hineinversetzen und wie sie denken können. Das Studium hat mir dabei sehr geholfen. Außerdem verstehe ich generell die Menschen gerne.

     
     

    "Ich möchte immer mehr lernen."


    Frage: Wollen Sie weiterhin studieren? Wie organisieren Sie Ihre Zeit?

    Portman: Ja, sicher, ich möchte immer mehr lernen. Gott sei Dank ist die Schauspielerei bequem. Man hat drei oder vier Monate harte Arbeit und dann zwei Monate Pause, bevor man wieder dreht. Diese Zeit widme ich dem Daheimbleiben und der Arbeit mit FINCA. Oder dem Reisen, das liebe ich.

    Frage: Wie bereiten Sie sich für Ihre Rollen vor?

    Portman: Ich studiere den Charakter, sein Umfeld, sein Leben. Ich suche nach ähnlichen Fällen. Für Alice in "Closer" beispielsweise ging ich in verschiedene Nachtclubs, um mich mit den Mädchen über deren Leben zu unterhalten, ihre Gedanken, ihre Arbeit. Das war sehr interessant.

    Frage: War es schwieriger, als Königin Amidala zu spielen?

    Portman: In gewisser Weise war es schwieriger, aber bei "Star Wars" drehten wir fast ausschließlich in komplett blauen Räumen, wo nichts anderes da war. Dann muss man sich alles rundherum vorstellen. Es ist schon schwierig, sich so zu verhalten, als würde man von einem Tiger angegriffen, während man eigentlich allein auf einem komplett blauen Set ist.

    Frage: Wie sehen Sie sich in 20 oder 30 Jahren?

    Portman: Als Schauspielerin, hoffe ich, aber auch bei der Arbeit an einer besseren Welt.

    Frage: Und Familie und Kinder?

    Portman: Ja, ja, das auch. (lacht)

    Related Links

  • NataliePortman.com: Offizielle Website
    Wer mehr über Natalie Portman erfahren möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

  • FINCA International: Kampf gegen die Armut
    Infos zur Organisation und wie man sie unterstützen kann.

  • SF-Zone

    Uganda, Ecuador und Israel statt Tatooine, Coruscant und Naboo: Natalie Portman spricht über ihre Erlebnisse als Botschafterin der Hilfsorganisation FINCA. Aus dem Englischen von Johannes Sawerthal.


     

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    Kino-Guide

    Oktober 2005

    "The Brothers Grimm"  (USA/Tschechien 2005)


     

    Regie

    Terry Gilliam

    Drehbuch

    Ehren Kruger

    Darsteller

    Matt Damon (Will Grimm), Heath Ledger (Jacob Grimm), Monica Bellucci (Spiegelkönigin), Jonathan Pryce (Delatombe)

    Start

    6. Oktober


    Inhalt
    Die beiden Brüder Jacob und William Grimm reisen im frühen 19. Jahrhundert durch ein ländliches und abergläubisches Deutschland. Ihre Methode zum Geldverdienen ist nicht ganz gesetzeskonform. Aus den jeweiligen Geschichten, die sie in den Dörfern in Erfahrung bringen, spüren sie die Ängste der Leute auf und bieten prompt eine Rettung in Form von Hexenbeschwörungen und Exorzismen an. Für diese Show aus Hokuspokus und der Ausnutzung der leichtgläubigen Dorfbewohner lassen sie sich natürlich ordentlich bezahlen. Die französischen Truppen nehmen die Brüder jedoch fest und zwingen sie, ihre angeblichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In einem Wald soll eine unsterbliche Hexe in einem Turm leben, die sich mit dem Blut von Kindern am Leben hält.

    Erwartung
    Gut. "Monty Python"-Mitbegründer Terry Gilliam präsentiert seinen ersten Film seit dem skurrilen "Fear and Lothing in Las Vegas" (1998) und erschuf eine unterhaltsame Fantasy-Grusel-Mär, die stilistisch und stimmungsmäßig an Tim Burtons "Sleepy Hollow" erinnert. Ebenso wie sich Gilliam als Meister des Skurrilen einen Namen gemacht hat, so hat das Autor Ehren Kurger beim stimmungsvollen Film-Gruseln erreicht, stammen doch Thriller wie "Arlington Road" und "The Ring" von ihm. Wie auch "Doom" entstand "The Brothers Grimm" in Tschechien, nur trumpfen hier auch einheimische Darsteller in Nebenrollen auf. Augenweide Monica Bellucci gibt die Hexe, Damon und Ledger sind für einmal in eher ungewöhnlichen Rollen zu sehen. Gerade diese beiden machen jedoch den Spaß bei "The Brothers Grimm" aus, ebenso die Tatsache, dass hier dem Zuschauer ein wohl bekannter Märchenhintergrund präsentiert und auf die Schippe genommen wird. Ein Film für Kinder ist "The Brothers Grimm" aber trotzdem nicht geworden, dazu ist da schon die eine oder andere Unappetitlichkeit und der eine oder andere Schockmoment zu viel vertreten.


    "Doom"  (USA/Tschechien 2005)


     

    Regie

    Andrzej Bartkowiak

    Drehbuch

    Dave Callaham und Wesley Strick

    Darsteller

    Karl Urban (Reaper), Dwayne "The Rock" Johnson (Sarge), Rosamund Pike (Dr. Grimm), Ben Daniels (Goat)

    Start

    27. Oktober


    Inhalt
    Die Menschheit hat mit der Kolonisierung des Weltraums begonnen. Doch auf dem Mars kommt es zu einer Katastrophe: Der Kontakt mit der dortigen Militärbasis bricht plötzlich ab. Die letzten empfangenen Funk- und Bildsignale lassen auf Chaos und Zerstörung schließen. Schreckliche Kreaturen haben die Basis angegriffen und die Besatzung getötet oder in Monster verwandelt. Der Planet steht unter Quarantäne und das Rapid Response Tactical Squad, eine Sondereinheit der Space Marines unter dem Kommando von John Grimm, den man auch Reaper nennt, hofft, mit überlegener Feuerkraft gegen die Bedrohung aus der Hölle antreten zu können.

    Erwartung
    Passabel. Die Ankündigung eines Films zum beliebten Videospiel "Doom" führte in der Gamer-Szene zwar zu einigem Aufsehen, die Produktion entstand dann aber doch eher unauffällig komplett in einem Studio in Tschechien mit dem für einen solchen Film schon fast bescheiden anmutenden Budget von 70 Millionen Dollar. Regisseur Andrzej Bartkowiak zeichnete sich bisher durch Action-Thriller wie "Romeo Must Die" und "Exit Wounds" aus und hat mit Karl Urban (Eomer aus "Herr der Ringe") und dem ehemaligen Wrestler The Rock zwei Darsteller verpflichtet, denen man den knallharten Marine sicher abnimmt. Ein bekanntes Gesicht dürfte auch Rosamund Pike darstellen ("James Bond − Stirb an einem anderen Tag"). Ob die Schauspieler Story und Atmosphäre allerdings über das Niveau des inhaltlich ähnlichen Flops "Ghosts of Mars" (2001) heben können? Die Monster aus dem Hause Stan Winston Studio dürften jedenfalls beeindruckend ausfallen, ebenso die übrigen Effekte. Explosionen, Dauerfeuer und höllische Kreaturen versprechen einen ähnlichen Unterhaltungswert wie bei den "Resident Evil"-Filmen oder "Alien vs. Predator". Kenner der Games ahnen jedoch schon, dass Freunde der märchenhaften oder mysteriösen Science-Fiction hier wohl fehl am Platz sein werden.

    SF-Zone

    Im Kino-Guide der SF-Zone finden Sie wie gewohnt Informationen zu den im neuen Monat startenden Science-Fiction-, Fantasy- und Mystery-Streifen − zusammengestellt von Stephan Mark.


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    Best of DVD

    Die Top-3-Liste der SF-Zone


    "Batman Begins"

    Der Tod seiner Eltern hat den jungen Bruce Wayne (Christian Bale) aus der Bahn geworfen. Er zieht um die Welt, um nach dem Sinn seines Daseins zu suchen. In einem abgelegenen Kloster findet er zwei Lehrmeister, die ihn in einer besonderen Kampftechnik unterrichten. Doch bald erkennt er ihre wahren Absichten und kehrt in seine Heimatstadt Gotham City zurück, um fortan als maskierter Superheld für Recht und Ordnung zu sorgen. Als Batman legt er sich mit einem Mafioso an, dann mit einem verrückten Wissenschaftler und schließlich kehrt ein alter Feind aus seiner Vergangenheit wieder zurück.

    Christopher Nolans Revival des Superhelden in einer düstereren und interessanteren Form als die beiden vorangegangenen "Batman"-Filme kam weltweit gut beim Kinopublikum an. Zu verdanken ist das auch der tollen Besetzung mit Christian Bale an der Spitze, zu der unter anderem Michael Caine, Morgan Freeman und Liam Neeson gehören. "Batman Begins" erscheint als Doppel-DVD mit ausführlichen, themenbezogenen Featurettes wie etwa zur Entwicklung der Batman-Figur, zum Kampfstil und zum Batmobil. Eine Gallery, versteckte Extras und ein Trailer kommen auch dazu, ein Audiokommentar fehlt jedoch. Die Deluxe Edition in den USA enthielt ferner eine Comic-Beilage, deutsche Käufer bekommen bei der ebenfalls erhältlichen Limited Edition dafür eine schöne Aufmachung in Form einer Metall-Box als Verpackung, wie das einigen DVD-Sammlern schon von "Terminator 2", "Donnie Darko" oder dem "Planet der Affen"-Remake bekannt sein dürfte. Bild und Ton in bestmöglicher Qualität verstehen sich fast von selbst. Comic-Fans greifen also zu.

    "Batman Begins" erscheint am 14. Oktober auf DVD.

    "Der Tag, an dem die Erde still stand − Special Edition"

    Während sich die Fronten zwischen den USA und Russland im Kalten Krieg zunehmend verhärten, landet ein unbekanntes Flugobjekt in Washington. An Bord sind jedoch keine außerirdischen Eroberer, sondern ein Wesen namens Klaatu, das die Menschheit vor sich selbst warnen will. Die Menschen begegnen ihm zuerst mit Misstrauen und Furcht, doch das Alien setzt alles daran, den Menschen die Augen zu öffnen und lässt für einen Tag sämtliche Maschinen auf dem Planeten still stehen.

    Der Science-Fiction-Klassiker aus dem Jahre 1959 erscheint endlich als sorgfältig restaurierte DVD mit interessantem Bonusmaterial. Das Bild ist schwarz-weiß und im 4:3-Format, aber das könnte aufgrund der Vorlage auch nicht anders sein. Der deutsche Ton ist in Mono, die englische Abmischung in Dolby Digital 5.1, aber nicht wesentlich besser. Zweifellos interessant ist das Bonusmaterial mit einem Audiokommentar des vor kurzem verstorbenen Regisseurs Robert Wise, den er zusammen mit dem Filmkenner und jüngeren Kollegen Nicholas Meyer spricht (seinem Nachfolger als "Star Trek"-Film-Regisseur − Wise führte bei "Der Film" Regie, Meyer bei "Der Zorn des Khan" und "Das unentdeckte Land"), sowie einer ausführlichen Dokumentation (1995) zur Entstehung des Films (80 Minuten), zur Botschaft und Wirkung (14 Minuten), einem Vergleich zwischen dem alten und dem restaurierten Bild, einem Wochenschau-Beitrag aus dem Jahre 1951 sowie einer gigantischen Fotogalerie und einem Trailer. Kenner des Science-Fiction-Genres sollten diese DVD im Regal haben.

    "Der Tag, an dem die Erde still stand − Special Edition" erscheint am 31. Oktober auf DVD.

    "Star Wars: Episode III − Die Rache der Sith"

    Die Klonkriege neigen sich dem Ende zu. Trotzdem schafft es der Droiden-General Grievous, Coruscant anzugreifen und den Kanzler (Ian McDiarmid) zu entführen. Die Jedi-Ritter Anakin Skywalker (Hayden Christensen) und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) eilen zu seiner Rettung. Anakin tötet den wehrlosen Count Dooku (Christopher Lee), den Anführer der Separatisten. Doch das ist nur ein weiterer von vielen Schritten, die Anakin in sein Verderben führen und auf die dunkle Seite der Macht ziehen. Nicht einmal seine Frau Padmé (Natalie Portman) vermag das zu verhindern. Der dunkle Sith-Lord manipuliert den ehrgeizigen Jedi für seine Zwecke und stachelt ihn gegen den Jedi-Rat auf. Das Unheil nimmt seinen Lauf, an dessen Ende die Auslöschung der Jedi und der Republik steht.

    Der letzte und dramatischste Teil der "Star Wars"-Prequels folgt bei seiner Veröffentlichung dem Muster der Vorgänger. So findet sich auch hier ein Audiokommentar von George Lucas, Produzent Rick McCallum und einigen Effekt-Künstlern sowie auf der zweiten Disc eine längere Dokumentation, zwei Featurettes, entfernte Szenen, die zuerst auf der offiziellen Website veröffentlichten Web Documentaries (15 Stück mit je zirka drei Minuten Laufzeit), Musikvideo ("A Hero Falls"), Poster-Galerie, Game-Trailer und Demo sowie Filmtrailer und TV-Spots. Die erwähnte ausführliche Doku mit über einer Stunde Laufzeit widmet sich hauptsächlich dem Schlusskampf auf Mustafar, die beiden Featurettes den Stunts respektive der Entwicklung der Figur des Darth Vader. Mehrheitlich dürfte sich das Bonusmaterial wie auch bei den Vorgängern auf die technischen Aspekte der Produktion konzentrieren. Ein allgemein gehaltenes Making-of, in dem vor allem die Schauspieler zu Wort kommen, dürfte manch einer vielleicht vermissen. Diese DVD gehört auf jeden Fall in die Kollektion eines jeden "Star Wars"-Fans, obwohl eine Prequel-Box bereits (ohne konkreten Termin) angekündigt ist.

    "Star Wars: Episode III − Die Rache der Sith" erscheint am 31. Oktober auf DVD.

    SF-Zone

    Die DVD-Top-3 im Oktober von Stephan Mark.


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    DVD-Guide

    Oktober 2005

    4.10. − "Batman − Special Edition"

    Sieben Jahre nach der DVD-Erstveröffentlichung gibts nun eine Special Edition der Comic-Verfilmung (1989) von Tim Burton. Zum Bonusmaterial gehören ein Regiekommentar, ein Musikvideo und ausführliche Dokumentationen.

    4.10. − "Batmans Rückkehr − Special Edition"

    Die erfolgreiche "Batman"-Fortsetzung (1992) als Special Edition auf zwei DVDs. Auch hier ein Audiokommentar von Tim Burton, Musikvideo, Trailer und eine mehrteilige Doku.

    4.10. − "Batman Forever − Special Edition"

    Zehn Tage vor der "Batman Begins"-DVD erscheint auch "Batman Forever" (1995) als Neuauflage. Das Zweier-DVD-Set bietet unter anderem wieder einen Regiekommentar und ausführliche Dokus.

    4.10. − "Batman & Robin − Special Edition"

    Nach Michael Keaton und Val Kilmer ist nun George Clooney als Batman unterwegs. Neuauflage des knallbunten, aber trotzdem lauen vierten Films (1997) mit entfernten Szenen, Kommentar und Dokus.

    6.10. − "Chucky's Baby"

    Mörderpuppe Chucky wird von ihrem Sohn zum Leben erweckt und macht Hollywood unsicher. Ironische und aufgedrehte Fortsetzung (2004), die gut unterhält, aber nicht gruselt, und auf DVD mit Making-of und Interviews daherkommt.

    6.10. − "Donnie Darko − Director's Cut"

    Um knapp 20 Minuten verlängerte Fassung des abstrusen Kultfilms (2001) mit Jake Gyllenhaal. Leider sind sowohl die Extras als auch die Verpackung (Metall-Box) gleich geblieben. Nur echte "Donnie Darko"-Liebhaber greifen erneut zu.

    6.10. − "Lisa − Der helle Wahnsinn"

    Gary und Wyatt erschaffen eine Traumfrau aus dem Computer. Charmante Komödie (1985) ohne Bonusmaterial vom König der 80er-Teenager-Komödien, John Hughes.

    6.10. − "Poltergeist 3 − Die dunkle Seite des Bösen"

    Mädchen zieht zu Verwandten und bringt einen bösen Dämon mit ins Haus. Der dritte und schwächste Teil (1988) der Horror-Reihe auf einer technisch sauberen DVD ohne Extras.

    11.10. − "Das Grab des Grauens"

    Verstorbene Ehefrau terrorisiert im Körper einer Katze die neue Frau an ihres Gatten Seite. Nach einer Geschichte von Edgar Allan Poe entstandener Klassiker (1964) von Roger Corman mit Vincent Price.

    11.10. − "Ghostbusters 1 & 2 − Deluxe Edition"

    Drei Parapsychologen gehen auf Geisterjagd. Komödienklassiker (1984/89) im Doppelpack. Die DVDs sind die alten Veröffentlichungen, wobei Teil 1 als Collector's Edition daherkommt und Teil 2 immer noch über kein interessantes Bonusmaterial verfügt.

    11.10. − "Hochzeitsnacht im Geisterschloss"

    Der ängstliche Radiomoderator Larry verbringt seine Flitterwochen im Gruselschloss seiner Verwandten. Lauer Komödien-Spaß (1986) von und mit Gene Wilder.

    11.10. − "Species − Trilogie"

    Zur Erde gebrachtes Alien wird zum männerverschlingenden Vamp. Teil 1 (1995) als Single-Disc mit Kommentar ohne die Extras der Gold Edition, das trashige Sequel (1998) gibts mit unveröffentlichten Szenen und Kommentar und das Video-Sequel (2004) nur mit Kommentar.

    11.10. − "Stargate: Atlantis − Staffel 1"

    Dr. Elizabeth Weir und ihr Team verschlägt es durch das Sternentor in die Pegasus-Galaxis. Nach den Einzel-Veröffentlichungen folgt nun eine Box mit fünf Discs und Bonusmaterial. Wieso denn nicht gleich so?

    11.10. − UMD-Videos für PlayStation Portable

    Folgende Genre-Filme erscheinen am 11. Oktober auf UMD-Disc für die neue PSP: "13 Geister", "Final Fantasy" und "Godzilla".

    13.10. − "A Chinese Ghost Story − Trilogy"

    Tsai-shen liebt ein Mädchen, das ein Geist ist. Die atmosphärischen Fantasy-Streifen (1987/90/91) gehören zum Besten, was das Hongkong-Kino zu bieten hat und werden durch eine vierte Disc mit Extras ergänzt.

    13.10. − "Bionicle 3 − Im Netz der Schatten"

    In ihrer Heimatwelt müssen sich die Bionicle-Roboter den spinnenartigen Visorak stellen. Animationsfilm (2005) Marke Direct-to-Video, für Fans des Spielzeug-Franchises trotzdem ordentlich.

    13.10. − "Per Anhalter durch die Galaxis"

    Die Erde muss einer galaktischen Autobahn weichen und Erdling Dent erlebt ein abstruses Abenteuer bei seinem Trip durch den Weltraum. Verfilmung (2005) des Kultromans mit Audiokommentaren, Making-of und entfernten Szenen.

    13.10. − "The 13th Sign"

    Ein junges Mädchen kehrt in die Stadt zurück, in der ihr Vater einst den Verstand verlor und zum Killer wurde. Lahmer Horror-Streifen (2000) aus England ohne Bonusmaterial auf DVD.

    13.10. − UMD-Videos für PlayStation Portable

    Folgende Genre-Filme erscheinen am 13. Oktober auf UMD-Disc für die neue PSP: "Nightmare before Christmas", "Per Anhalter durch die Galaxis".

    14.10. − "Batman: Special Edition Collection"

    Pünktlich zu "Batman Begins" erscheinen alle vier Vorgänger in einer Box. Es handelt sich jeweils um die "Special Editions", die man ab dem 4. Oktober auch einzeln erwerben kann.

    14.10. − "Blood & Donuts"

    Vom September auf Oktober verschoben: Ein Vampir landet in einem Donut-Laden und verliebt sich. Charmante, wenig bekannte Horror-Komödie (1995), bescheiden budgetiert, dafür nicht so überdreht wie neuere Genrevertreter.

    14.10. − "Fahrstuhl des Grauens"

    Ein Fahrstuhl sorgt für grausige Todesfälle. Horror-Klassiker (1983) aus den Niederlanden, dem ein US-TV-Film (1973) voraus- und ein Remake (2001) hinterherging.

    14.10. − "Pinocchio im Weltraum"

    Der Holzjunge erlebt ein Abenteuer im Weltraum. Zu Recht in Vergessenheit geratene belgisch-amerikanische Co-Produktion (1964), die nicht von Disney stammt.

    14.10. − "Stephen Kings Sturm des Jahrhunderts"

    Mitten in einem Sturm taucht ein geheimnisvoller Fremder auf der Insel Little Tall auf. Gelungene Stephen-King-Adaption (1999) fürs Fernsehen, leider nur in Vollbild und ohne Extras.

    17.10. − "Die Herren Dracula"

    Dracula trifft in Paris auf seinen Sohn, der kein Vampir sein will. Charmante Genre-Parodie (1976) aus Frankreich mit Christopher Lee in seiner Paraderolle als Vampir.

    18.10. − "Eine kurze Geschichte der Zeit"

    Preisgekrönte Doku (1991) von und mit Stephen Hawking über unser Universum. Ebenso faszinierend wie das Buch, auf dem der Film aufbaut.

    18.10. − "Skeletonman"

    Soldaten versus Monster. Billiger Trash (2004), für den sich die Darsteller Casper van Dien und Michael Rooker schämen sollten.

    19.10. − "Immortal"

    Rebell arbeitet für ägyptischen Gott Horus und verliebt sich in das Zielobjekt. Eigensinniges Fantasy-Spektakel (2004) mit Thomas Kretschmann, das komplett mit CGI-Hintergründen erschaffen wurde. Auf DVD im schönen Schuber und mit jeder Menge Extras.

    20.10. − "Slipstream: Im Schatten der Zeit"

    Zeitmaschine landet in den Händen von Bankräubern. Mäßiger B-Movie (2005), mit Sean Astin und Vinnie Jones wenigstens gut besetzt.

    20.10. − "Zurück in die Zukunft"

    Neuauflage der beliebten Zeitreise-Filme mit Michael J. Fox als "Collector's Set". Alle Discs sind auch einzeln erhältlich, jede mit viel Bonusmaterial ausgestattet.

    20.10. − UMD-Videos für PlayStation Portable

    Folgende Genre-Filme erscheinen am 20. Oktober auf UMD-Disc für die neue PSP: "Riddick − Chroniken eines Kriegers".

    21.10. − "Blade 3: Trinity − Extended Version"

    Vampirjäger Blade findet neue Verbündete und neue Feinde. Eigentlich recht dreist, den in den USA zeitgleich mit der Kinoversion erschienenen "Director's Cut" jetzt erst hierzulande zu veröffentlichen und damit doppelt kassieren zu wollen.

    21.10. − "Blade 1−3 − The Ultimate Collection"

    Alle drei "Blade"-Filme von 1998, 2002 und 2004 in einer Box. Alle Filme mit Extras und in ihrer ungeschnittenen Fassung für Erwachsene.

    21.10. − "Dominion: Exorzist − Der Anfang des Bösen"

    Der junge Pater Merrin begegnet in Afrika einem Dämon. Die vom Studio abgelehnte, weniger actiongeladene Version (2004) des "Exorzist"-Prequels findet nun doch ihren Weg auf DVD und kann mit Renny Harlins Kino-Version verglichen werden.

    24.10. − UMD-Videos für PlayStation Portable

    Folgende Genre-Filme erscheinen am 24. Oktober auf UMD-Disc für die neue PSP: "Stephen King's Riding the Bullet", "Slipstream: Im Schatten der Zeit".

    27.10. − "Baron Blood"

    Student beschwört den Geist des mörderischen Schlossherrn. Kultklassiker (1964) des italienischen Horror-Spezialisten Mario Bava auf DVD mit Doku und Interview mit Hauptdarstellerin Elke Sommer.

    27.10. − "Crazies"

    Ein Flugzeug mit Bio-Waffen an Bord stürzt über Kleinstadt ab. Horror-Klassiker (1973) von Zombie-Meister George A. Romero, von dem ein Remake zurzeit in Planung ist.

    27.10. − "The Blob − Schrecken ohne Namen"

    Meteorit bringt Schleimmonster auf die Erde. Klassiker der B-Movies (1958) mit einem jungen Steve McQueen in der Hauptrolle und auf DVD mit zwei Audiokommentaren, Trailer und Booklet.

    28.10. − "Critters Collection"

    Kleine, pelzige Kreaturen fallen über eine Kleinstadt her. Viermal harmloser Horror-Spaß (1986/88/91/91) in einer Box mit zunehmend geringerer Qualität und einem jungen Leonardo DiCaprio im dritten Teil.

    28.10. − "Una de Zombies"

    Zwei Filmemacher wollen Zombie-Film drehen und geraten an (na, was wohl?) echte Zombies. Skurrile Horror-Komödie (2003) aus Spanien für Genre-Fans.

    31.10. − "Ghost Lake"

    Die einst bei einem Dammbruch Ertrunkenen kehren zurück, um Rache zu nehmen. Leider recht billig gemachter "The Fog"-Abklatsch, dem B-Movie-Fans vielleicht etwas abgewinnen können.

    31.10. − "The Curse of el Charro"

    Vier Studentinnen begegnen in Mexiko dem mörderischen Geist eines Landbarons. Ordentlicher B-Movie-Horror (2004) für Erwachsene.

    SF-Zone

    Eine große Auswahl für die ersten kühlen Herbstabende, für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Zum zweiten Mal finden Sie unseren DVD-Guide diesen Monat in der überarbeiteten Version. Sollten Sie Filme entdecken, die Sie interessieren: Ein Klick auf den Titel bringt Sie jetzt direkt zur richtigen Produktseite beim Online-Shop Amazon (Ausnahmen: FSK-18-Titel und zu Redaktionsschluss noch nicht ins Sortiment aufgenommene DVDs). Viel Spaß mit unserem Guide und Ihren neuen DVDs wünscht Stephan Mark.

     

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    Der Mars Reconnaissance Orbiter

    Ein Orbiter mit den Augen eines Landers

    Die neue NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) wird uns unseren äußeren Nachbarplaneten in nie zuvor gesehener Auflösung zeigen. Außerdem soll sie eine wichtige Rolle bei zukünftigen Mars-Missionen spielen.

    Am 12. August wurde die Raumsonde mit einer Atlas-V-Trägerrakete gestartet. Alles verlief erfolgreich, und wenn das so bleibt, wird der Mars Reconnaissance Orbiter im März nächsten Jahres den Roten Planeten erreichen. Nach sechs Monaten Aerobraking (zum graduellen Absenken der Umlaufbahn) wird mit der Forschungsarbeit begonnen werden können.

    Die besten Mars-Bilder aller Zeiten

     
     

    Mit einer Auflösung von bis zu 30 cm/Pixel macht die MRO-Kamera schon von Landern gemachten Aufnahmen Konkurrenz.


    Mit der neuen Spezialkamera HiRISE (Abkürzung für High Resolution Imaging Science Experiment) will man die hochauflösendsten Bilder schießen, die bislang aus der Mars-Umlaufbahn gemacht wurden. Mit einer Auflösung von bis zu 30 cm/Pixel macht die MRO-Kamera schon von Landern gemachten Aufnahmen Konkurrenz.

    Ein wichtiges Ziel bei dieser Mission ist die Klärung der Frage, ob es früher für längere Zeit Wasser auf dem Mars gab. Man weiß bereits heute sicher, dass es überhaupt Wasser gab. Die Frage ist aber weiterhin, wie lange es auf der Oberfläche vorhanden war und auch, wohin es verschwunden ist.

    Bei der Suche nach Antworten wird neben der HiRISE-Kamera ein Spektrometer (CRISM − Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars) zum Einsatz kommen, mit dem Mineralien, die sich in Wasser gebildet haben, aufgespürt werden können. Unterstützt werden beide Instrumente von einer Kontextkamera (CTX), die, wie der Name schon sagt, helfen wird, die Detailmessungen von HiRISE und CRISM richtig ins große Ganze einzuordnen.

    Sollte das Wasser sich in den Untergrund zurückgezogen haben, sodass es noch heute, tief unter der Oberfläche Wasservorkommen in gefrorener oder sogar flüssiger Form gäbe, wird es mit SHARAD (Shallow Radar) möglich sein, diese aufzuspüren. Das von der italienischen Raumfahrtagentur konstruierte Instrument wird mithilfe von Radarwellen den Mars-Untergrund erforschen.

    Klimaforschung: Viele offene Fragen

    Auch die Mars-Atmosphäre soll vom Mars Reconnaissance Orbiter unter die Lupe genommen werden. Beim letzten Versuch mit dem Mars Climate Orbiter vereitelte leider ein peinlicher Berechnungsfehler bei der NASA den Erfolg des Vorhabens; der Climate Orbiter verglühte 1999 in der Atmosphäre, statt sie zu erforschen.

     
     

    Was bewirkt die Entstehung der planetenumspannenden Staubstürme auf dem Mars?


    Mit den Instrumenten an Bord von MRO soll nun ein zweiter Anlauf unternommen werden. Neben dem CRISM-Spektrometer werden hierbei MCS (Mars Climate Sounder) und MARCI (Mars Color Imager) zum Einsatz kommen. Bei MARCI handelt es sich um die Kopie eines Geräts, das bereits auf dem Climate Orbiter mitgeflogen war. Man will sich unter anderem ein Bild von den Temperatur- und Druckverhältnissen in der Lufthülle machen und Daten zum Feuchtigkeitsgehalt sammeln. Bislang gibt die Mars-Atmosphäre den Forschern Rätsel auf. Zum Beispiel ist man sich nicht sicher, was die Entstehung der planetenumspannenden Staubstürme bewirkt, die in manchen Jahren zu beobachten sind − auch mit erdgebundenen Teleskopen.

    Der erste Kommunikationssatellit für den Mars

    Eine weitere wichtige Aufgabe für MRO wird die Unterstützung zukünftiger Landemissionen sein. Der Orbiter wird als Kommunikationsrelais dienen und Daten von Landern und Rovern auf der Mars-Oberfläche zur Erde weiterleiten. Auch soll er bei diesen Missionen helfen, die ankommenden Raumfahrzeuge zielgenau zu ihrer Landestelle zu leiten. Dafür wird eine optische Navigationskamera erprobt, die Bilder von den beiden Mars-Monden Phobos und Deimos machen soll, um so die Position des MRO genauer bestimmen zu können.

    Der Mars Reconnaissance Orbiter ist die vorerst letzte Orbiter-Mission der NASA zum Roten Planeten. In den kommenden Jahren will man verstärkt auf Lander und Rover setzen. MRO wird hier wichtige Vorarbeit leisten: Die superhochauflösenden Aufnahmen werden bei der Auswahl der Landestellen für diese Missionen von großem Wert sein. Vielleicht wird es auch Unternehmungen mit einem Ballon oder einem Mars-Flugzeug geben. Darüber ist aber noch nicht entschieden worden. Darüber, wie die Mars-Forschung im nächsten Jahrzehnt weitergeführt werden soll, gibt es ebenfalls noch keine sicheren Informationen. Ein langfristiges Ziel ist wohl auch weiterhin eine Proben-Rückholmission, vielleicht in etwa zehn Jahren.

    Von der Mars-Reconnaissance-Orbiter-Mission darf man sich fantastische Bilder und einen enormen Erkenntnisfortschritt bei der Erforschung unseres Nachbarplaneten erhoffen. Bislang stehen alle Zeichen auf Erfolg.

    Related Links

  • TZN Raumfahrer.net: Meldung vom Start
    Nach zwei Fehlversuchen ist die neuste und leistungsstärkste Mars-Sonde der NASA am 11. August um 13.43 Uhr zum Mars gestartet.

  • In Space

    Gero Schmidt berichtet über die neuste Mars-Mission der NASA.


     

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    Ausgabe 90 erscheint am 1. November 2005.

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