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Kanon-Futter: Picard 1×02 – “Karten und Legenden” / “Maps and Legends”

Wir haben Referenzen und Easter-Eggs zu “Karten und Legenden”, der zweiten Episode von “Star Trek: Picard”, zusammengestellt.

 

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S E A S O N  1

 

Utopia-Planitia-Flottenwerft

Zu Beginn der Episode “Maps and Legends” sehen wir mehrere Szenen auf der Utopia Planitia-Flottenwerft.

Die Utopia-Planitia-Flottenwerft ist ein Raumschiff-Konstruktions- und Reparatur-Komplex im Orbit über Utopia Planitia, einer größeren Tiefebene auf der nördlichen Tieflandhemisphäre des Mars. Zur Werft gehören auch Gebäude- und Fertigungskomplexe auf der Marsoberfläche.

In dieser Werft wurden u.a. die U.S.S. Enterprise NCC-1701-D, die U.S.S. Defiant NX-74205 sowie die U.S.S. Voyager NCC-74656 gebaut.

Referenzen:

“Star Trek: The Next Generation”: 3×06 “Die Energiefalle” ; 7×11 “Parallelen” ; 7×18 “Der Fall ‘Utopia Planitia'”

“Star Trek: Deep Space Nine”:  3×09 “Defiant” 

“Star Trek: Voyager”: 5×24 “Zeitschiff Relativity”

“Star Trek: Short Treks”:  2×06 “Children of Mars”

 

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Die Utopia Planitia-Flottenwerft rund 14 Jahre vor ihrer Zerstörung (Bild: VOY 5×23, CBS).

 

First Contact Day

Der Angriff auf den Mars findet am 5. April 2385, dem “First Contact Day”, statt.

Der “Tag des Ersten Kontakts” ist ein seit dem Jahr 2063 auf der Erde (und der Föderation) zelebrierter, öffentlicher Feiertag, der jährlich am 5. April begangen wird. Der Feiertag erinnert an den ersten offiziellen Kontakt zwischen den Zivilisationen der Menschen und der Vulkanier, der am 5. April 2063 in Bozeman, Montana (USA) zustande kam. Für die Menschheit sprach an diesem Tag Zefram Cochrane, der Erfinder der irdischen Version des Warp-Antriebs.

In den meisten Schulen auf der Erde findet an diesem Tag kein Unterricht statt. 2385 wird jedoch an der WSA Unterricht nach Plan erteilt.

Referenzen:

“Star Trek: Der erste Kontakt”

“Star Trek: Voyager”: 7×23 “Eine Heimstätte”

“Star Trek: Short Treks”: 2×06 “Children of Mars”

 

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Der “Tag des Ersten Kontakts” am 5. April 2063 (Bild: “Star Trek: First Contact”, Paramount Pictures)

 

Argo-Typ-Shuttle

In einer der früh zu sehenden VFX-Sequenzen ist eine Reihe von Shuttles des Argo-Typus (oder zumindest eine Variante davon) zu erkennen.

Die Shuttles des Argo-Typs werden von der Sternenflotte seit den 2370er-Jahren eingesetzt. Sie verfügen über ausklappbare Seitenflügel und sind auf Expeditionen auf fremden Planeten mit unwegsamer Oberfläche spezialisiert. An Bord der sehr breiten Shuttles können dementsprechend Geländewagen mit Elektromotor und Bereifung (statt Magnet-Technologie) mitgeführt werden.

In “Star Trek: Nemesis” (2002) nutzen Picard, Data und Worf ein Shuttle dieses Typs, um auf Kolarus III die Einzelteile von B-4 einzusammeln. Anschließend müssen sie vor der einheimischen Prä-Warp-Spezies fliehen.

Referenz: “Star Trek: Nemesis”

 

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Links das Argo-Shuttle aus “Nemesis”, rechts das aus “Maps and Legends”. Beide Shuttles sind nahezu identisch (Bilder: CBS, Paramount Pictures).

 

Androiden

In “Maps and Legends” sehen wir eine ganze Reihe von Androiden, die dort als Arbeitskräfte eingesetzt werden. Äußerlich weisen diese Modelle des “F-Typs” eine nicht unerhebliche Ähnlichkeit mit den Soong-Androiden Data, Lore und B-4 auf, ohne mit diesen jedoch identisch zu sein. Auffällig ist, dass man sich bei der Erstellung des Äußeren keine besondere Mühe gegeben hat, die Androiden menschenähnlich zu modellieren. Sie verfügen über keine individuellen Namen, haben kein Haupthaar und wirken auch von der Beschaffenheit ihrer Haut weitaus weniger “humaniod” als Data. Auch deren Verhalten wirkt weitaus weniger “menschlich” als Datas Habitus in “The Next Generation”, wobei Data zu dieser Zeit auch bereits fast 30 Jahre lang menschliches Verhalten studiert und imitiert hatte.

Seltsam ist, dass diese Androiden innerhalb der Föderation nicht dieselben Persönlichkeitsrechte zu genießen scheinen, wie das noch bei Data seit 2365 der Fall gewesen ist. Eine Erklärung hierfür gibt “Maps and Legends” leider nicht.

In der Geschichte der Föderation gab es (bis zu “Picard”) nur eine Personen, der es jemals gelungen war, menschenähnliche Androiden zu erschaffen: Dr. Noonien Soong.

Soong erschuf im ersten Drittel des 24. Jahrhunderts gleich mehrere Androiden des sogenannten Soong-Typs, darunter B-4 (kognitiv zurückgebliebener Prototyp), Lore (hochentwickeltes, empfindungsfähiges Modell mit bösartigen Charakterzügen), Data (hochentwickelt und moralisch einwandfrei, aber zunächst emotionslos) sowie Juliana Tainer (hochentwickelt, fühlend und mit täuschend echtem menschlichen Äußeren; kein Bewusstsein, ein Androide zu sein). Zudem dürfte Soong neben B-4 noch zwei weitere Prototypen entwickelt haben, über deren Existenz keine weiteren Details bekannt sind.

Zudem existierte auf dem Planeten Exo III im Alpha-Quadranten einst eine fortschrittliche Androiden-Kultur als Nachfolge-Zivilisation einer dort ausgestorbenen humanoiden Kultur. Die dortigen Androiden hatten sich über ihre Erbauer erhoben. 2266 besuchte die U.S.S. Enterprise NCC-1701 unter dem Kommando von James T. Kirk den Planeten.

Ob es eventuell eine Beziehung zwischen den Ereignissen auf dem Mars im Jahr 2385 und der Androiden-Kultur auf Exo III gibt, ist unklar – und nicht unbedingt wahrscheinlich, da diese Kultur womöglich längst nicht mehr existiert. In “TNG” spielte Exo III jedenfalls keine Rolle und Data bezog sich auch niemals darauf. Juliana Tainer könnte 2385 bzw. 2399 jedoch noch existieren. Sie hat allerdings nie erfahren, dass sie in Wirklichkeit ein Androide ist – genauso wie Dahj und Soji!

Referenzen:

“Star Trek: The Original Series”: 1×09 “Der alte Traum”

“Star Trek: The Next Generation”: 1×13 “Das Duplikat” ; 4×03 “Die ungleichen Brüder” ;  7×10 “Soongs Vermächtnis” ; 6×26/7×01 “Angriff der Borg, Teil 1 & 2” 

Star Trek: Nemesis”

 

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F8 ist ein Androide, der dem Soong-Typ sehr ähnelt (Bild: CBS).

 

Androiden-Phobie

Die Werftarbeiter verhalten sich dem Androiden F8 gegenüber sehr unhöflich, abfällig und respektlos. Man könnte dieses Verhalten als eine Art “Androiden-Phobie” bezeichnen. Dieses Verhalten scheint so gar nicht zum Entwicklungsstadium der menschlichen Zivilisation im 24. Jahrhundert zu passen. Tatsächlich ist dieses Verhalten kybernetischen Lebewesen gegenüber aber auch schon vorher in “Star Trek” in Erscheinung getreten.

Lt. Commander Data musste sich zeitlebens immer wieder von Mitgliedern der Sternenflotte respektlos behandeln lassen. Zu nennen sind hier Commander Maddox, Dr. Pulaski oder auch Lt. Commander Hobson, die Data alle (anfangs) nicht als “echte” Person akzeptiert haben. Pulaski sprach anfangs über Data, als sei er nicht anwesend. Maddox war gegen Datas Eintritt in die Sternenflotte und wollte ihn demontieren. Admiral Haftel ignorierte Datas Vaterschaft in Bezug auf Lal. Und selbst Captain Picard und andere Crewmitglieder der Enterprise neigten in der ersten Staffel von “The Next Generation” dazu, Data ins Wort zu fallen, wenn sie sich durch dessen überkorrektes “Geplappere” genervt zeigten. Gleiches gilt auch für den holografischen Doktor (MHN) der U.S.S. Voyager, der sich erst den Respekt seiner Kameraden und Kameradinnen sowie seine Stellung innerhalb der Crew erarbeiten musste.

Picard: “Data, hören Sie auf zu plappern. ”

Data: “Plappern, Sir? Ich wusste nicht, dass ich plappere, Sir. Bitte vergessen Sie nicht, dass ich zur Zeit eine Menge Informationen weiterzugeben habe und vielleicht habe ich den Informationsfluss nicht richtig organisiert… ”

Picard: “Bitte Data, bitte beschränken Sie sich auf eine kurze präzise Beantwortung meiner Fragen! ”

Data: “Was haben Sie? ”

Crusher: “Die Edo wollen meinen Sohn exekutieren. Ich werde das auf keinen Fall zulassen, Captain Jean-Luc Picard! ”

Data: “Das ist sehr interessant, Sir. Die Gefühle, die eine Mutter entwickelt, sind stärker als alle Direktiven… ”

Crusher: “Halten Sie den Mund! ”

Data: “Sie haben Recht, Sir. Ich neige etwas zum Plappern.”

TNG 1×08 “Das Gesetz der Edo“

Da Androiden hier lediglich als einfache Arbeitskräfte eingesetzt werden, muss man davon ausgehen, dass die Menschen auf Utopia Planitia keinen so engen und vertrauensvollen Umgang mit diesen künstlichen Lebensformen pflegen, wie das beispielsweise auf der Enterprise oder der Voyager der Fall gewesen ist. Dementsprechend können auch gewisse Vorbehalte nicht abgebaut werden. Das wäre eine mögliche Erklärung für das fiese Verhalten der Werftarbeiter F8 gegenüber.

Referenzen:

“Star Trek: The Next Generation”: 1×01 “Der Mächtige” ; 1×08 “Das Gesetz der Edo” ;  2×01 “Das Kind” ; 2×02 “Illusion oder Wirklichkeit?” ; 2×09 “Wem gehört Data?” ; 5×01 “Der Kampf um das Klingonische Reich, Teil 2”   

“Star Trek: Voyager”: 1×01/02 “Der Fürsorger” ; 1×03 “Die Parallaxe”

 

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Dr. Pulaski (Diana Muldaur) behandelte Data anfangs wie eine Person zweiter Klasse (Bild: TNG 2×01, CBS).

 

Replikator-Matrix

Eine der Werftarbeiterinnen beschwert sich über das Essen, welches der Replikator liefert, und sagt, dass sie darauf hoffe, dass man künftig wieder Una-Amino-Matrizen nutzen werde. Dies ist eine Anspielung auf die “Short Treks”-Episode “Q & A”, in der sich Number One und Spock in einem gezwungen wirkenden Smalltalk über die Funktionsweise des Replikators unterhalten. Number One erwähnt in diesem Gespräch, dass die Replikatoren der Enterprise mit der  Una-Amino-Matrix arbeiten würden. Der Replikator macht übrigens ein heute gängiges Mikrowellen-Klingelgeräusch.

Referenz: “Star Trek: Short Treks”: 2×01 “Q & A”

 

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Ein Replikator auf der Utopia Planitia Flottenwerft (Bild: CBS).

 

Parietallappen

Bereits im “The Next Generation”-Serienfinale “Gestern, Heute Morgen” (7×25/26), welches in den Jahren 2370 und 2395 (alternative Zeitlinie) spielt, erfährt Picard, dass er an einem strukturellen Defekt des Parietallappens leidet. 2370 ist der Defekt allerdings noch so gering, dass laut Dr. Crusher ein neurographischer Scan der Ebene 4 notwendig war, um diesen zu diagnostizieren. Ein solcher Defekt könne mit der Zeit zu einer Anfälligkeit für neurologische Störungen, inklusive des sogenannten Irumodischen Syndroms, führen. Allerdings liege auch eine davon unbeeinträchtigte Lebensführung im Rahmen des Möglichen.

Hier ist anzumerken, dass das Gespräch zwischen Dr. Crusher und Picard damals in einer alternativen Zeitlinie (allerdings noch im Jahr 2370) stattgefunden hat, die am Ende der Episode aufgehoben wird. Denn die Episode endet wie der Beginn, nämlich indem ein aufgeregter Picard aus seinem Schlaf erwacht und Troi und Worf aufsucht. Da sich Picard später jedoch an alle Einzelheiten des in der alternativen Zeitlinie Erlebten erinnern kann und auch seinen Offizieren davon erzählt, ist davon auszugehen, dass Picard anschließend Dr. Crusher darum gebeten haben dürfte, ihn auf einen solchen Defekt hin zu untersuchen. Wahrscheinlich weiß Picard zur Zeit von “Maps and Legends” (2399) schon fast 30 Jahre von seiner Anfälligkeit für neurologische Syndrome, was auch dessen eher gelassene Reaktion erklären würde.

Referenz: “Star Trek: The Next Generation”: 7×25/26 “Gestern, Heute, Morgen”

 

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Dr. Crusher informierte Picard schon 2370 über seinen genetischen Defekt (Bild: TNG 7×25, CBS).

 

U.S.S. Stargazer

Dr. Moritz Benayoun diente gemeinsam mit Picard an Bord der U.S.S. Stargazer. Die gemeinsamen Abenteuer müssen demnach schon über vier Jahrzehnte zurückliegen, nämlich in der Zeit zwischen Picards Abreise von der Sternenbasis Earhart 2327 (als möglicher Zeitpunkt einer Versetzung auf die Stargazer) und dem Ende der Stargazer 2353.

Die U.S.S. Stargazer, Sternenflotten-Registriernummer NCC-2893, war ein Schiff der Constellation-Klasse und wurde 2355 bei einem Angriff der Ferengi (“Schlacht von Maxia”) so stark beschädigt, dass es zunächst aufgegeben werden musste. Neun Jahre später wurde die Stargazer von der Enterprise-D geborgen und zu einer Sternenbasis geschleppt. Was danach mit dem Schiff passierte, ist unbekannt. Womöglich wurde die Stargazer abgewrackt, überholt oder ins Flottenmuseum bebracht.

Im Jahr 2333 diente Jean-Luc Picard (damals 28 Jahre alt) im Range eines Lieutenant Commanders als Brückenoffizier an Bord der Stargazer. Als es zu einer Krisensituation kam, in welcher der Captain des Schiffes getötet wurde und der Erste Offizier schwere Verletzungen davontrug, übernahm der junge Picard das Kommando über das Schiff. Wenig später wurde Picard dauerhaft zum Captain des Schiffes ernannt.

Auch Lt. Commander Jack Crusher, Beverly Crushers Ehemann und Wesley Crushers Vater sowie enger Freund von Picard, diente bis zu seinem Tod im Einsatz im Jahr 2353 an Bord der Stargazer.

Die Stargazer wurde unter Picards 22-jährigem Kommando mit mehreren verschiedenen Geheimaufträgen betraut. Dr. Benayoun erwähnt beispielsweise eine Geheimoperation im Feuerwald (“fireforest”) von Calyx. Zudem war die Stargazer auch mehrmals in der Nähe des cardassianischen Raums aktiv.

Die Schwesterschiffe der Stargazer waren die Constellation, Hathaway und Vitory.

Referenzen:

“Star Trek: The Next Generation”: 1×09 “Die Schlacht von Maxia” ; 1×19 “Prüfungen” ; 2×09 “Wem gehört Data?” ; 3×18 “Versuchskaninchen” ; 4×12 “Der Rachefeldzug” ; ; 6×04 “Besuch von der alten Enterprise” ; 6×10 “Geheime Mission auf Celtris III” ; 6×15 “Willkommen im Leben nach dem Tode”

 

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Die U.S.S. Stargazer NCC-2893 (Szenefoto: TNG 1×09 “The Battle”, CBS).

 

U.S.S. Enterprise NCC-1701 und NCC-1701-D

Als Picard in die Lobby des Starfleet HQ eintritt, sieht er an der Decke eine Holo-Simulation laufen, welche die Enterprise-Modelle 1701 (Constitution-Klasse) und 1701-D (Galaxy-Klasse) zeigt. Das Modell der NCC-1701 ist die Retcon-Version aus “Discovery” Season 2.

Warum nur diese beiden Modelle der Enterprise gezeigt werden, ist unklar. Gemeinhin gelten die Enterprises 1701 und 1701-D als die einflussreichsten unter den Enterprise-Versionen. Trotzdem hätte es mehr Sinn gemacht, wenn auch die Varianten A, B, C und E zu sehen gewesen wären.

Im Hintergrund kann man eine Variante des “The Enterprise”-Theme aus “Star Trek: The Motion Picture” (TMP, 1979) hören, die auch am Ende von “Star Trek: Nemesis” Verwendung fand und eine langsamere Version des “TMP” und “TNG”-Main Theme darstellt.

Referenzen:

“Star Trek: The Motion Picture”

“Star Trek: The Next Generation” (+ Kinofilme VIII-X)

 

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Ein Hologramm der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D (Bild: CBS).

 

Tal Shiar

Der Tal Shiar ist der Geheimdienst des Romulanischen Sternenimperiums. Er ist dort angesehen wie gefürchtet. In den bisherigen Serien wurde der Tal Shiar stets als militärischer Geheimdienst gezeigt. Er verfügte über eigene Schiffe und deren Mitglieder trugen Uniformen, die denen des romulanischen Militärs glichen. In “Maps and Legends” wird der Tal Shiar hingegen als “Geheimpolizei” bezeichnet, was darauf schließen lässt, dass die Organisation auch eine polizeiliche Abteilung hat, die nicht im Weltraum, sondern auf den Welten des Imperiums agiert.

Zudem wird in “Maps and Legends” erwähnt, dass der Tal Shiar der Föderation nicht vertraut hätte, als diese ihren Willen, bei der Evakuierung von Romulus behilflich zu sein, bekundet hätte. Es stellt sich die Frage, ob der Tal Shiar die Hilfsflotte der Sternenflotte womöglich als Invasionsflotte interpretiert hat.

Über die genaue Verbindung zwischen Tal Shiar und Zhat Vash ist bisher nichts bekannt, außer dass der Tal Shiar so etwas wie die operative “Maske” des Zhat Vash darstellt.

Referenzen:

“Star Trek: The Next Generation”:  6×14 “Das Gesicht des Feindes”

“Star Trek: Deep Space Nine”: 3×21 “Der geheimnisvolle Garak, Teil 2″ ; 7×16 “Unter den Waffen schweigen die Gesetze”

 

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Koval (John Fleck) ist 2375 der Vorsitzende des Tal Shiar (Szenenfoto: “Inter Arma Enim Silent Leges”, DS9 7×16, CBS).

 

Romulaner und Kybernetik

Laris behaupt in “Maps and Legends”, dass Romulaner einen grundsätzlichen Argwohn gegenüber künstlicher Intelligenz hegen würden. Demnach gäbe es im Imperium auch keine kybernetische Forschung und romulanische Computer wären rein numerisch und verfügten über keine explizite K.I.

“Ich kenne eine Menge romulanischer Kybernetiker, die ihnen gerne so nahe wären, wie ich es jetzt bin”

Admiral Jarok zu Lt. Cmdr. Data

Diese Aussagen widersprechen der “The Next Generation”-Episode “Der Überlaufer”, in welcher ein romulanischer Überläufer mit Data spricht (siehe obiges Zitat).

Referenz: “Star Trek: The Next Generation”: 3×10 “Der Überläufer”

 

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Admiral Jarok erzählte Data schon 2366 von irgendwelchen romulanischen Kybernetikern (Bild: TNG 3×10, CBS).

 

Borg Hive

Narek erklärt Dr. Naáshala Kunamadéstifee in “Maps and Legends” die Funktionsweise des Borg Hive. Demnach würden die Borg die Verbindung mit zu stark beschädigten Schiffen und Drohnen kappen. Dies sei auch passiert, bevor die Romulaner den Kubus geborgen hätten. Es wird zudem erwähnt, dass man keine Reaktivierung des Kubus erwarte.

Es stellt sich die Frage, was nach dem “Voyager”-Finale “Endspiel” (2378) mit dem Borg-Kollektiv passiert ist. Zur Erinnerung: Die damals “amtierende” Borg-Königin wurde durch Admiral Janeway (die aus der Zukunft stammte) mit einem neurolytischen Virus infiziert, der zur Folge hatte, dass die Borg-Königin zunächst ihre Kontrolle über das Kollektiv verlor und anschließend sogar verstarb. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass es der sterbenden Borg-Königin dieses Mal nicht gelungen ist, ihr Bewusstsein auf eine Nachfolgerin zu übertragen. Demnach ist es auch denkbar, dass das mächtige Borg-Kollektiv nach 2378 tatsächlich zerfallen ist und alle damals existierenden Borg den Weg in die Individualität gefunden haben beziehungsweise das All voll von inaktiven Borg-Schiffen ist.

Referenzen: 

“Star Trek: The Next Generation”: 5×26 “In den Händen der Borg”/ 4×01 “Angriffsziel Erde” ;   5×23 “Ich bin Hugh” ;  6×26/7×01 “Angriff der Borg, Teil 1 & 2 

“Star Trek: Voyager”: 3×17 “Die Kooperative ; 5×02 “Die Drohne” ; 5×07 “Das Vinculum″ ; 6×16 “Das Kollektiv” ; 6×26/7×01 “Unimatrix Zero, Teil 1 & 2”  ; 7×25/26 “Endspiel, Teil 1 & 2″

 

Borgwürfel in "Maps and Legends" (Szenenbild: CBS)
Borgwürfel in “Maps and Legends” (Szenenbild: CBS)

 

Ent-Borgifizierung

In “Maps and Legends” sehen wir, wie inaktive Borg-Drohnen re-assimiliert oder auch ent-borgifiziert werden. Diese Prozedur sieht in “Picard” äußert schwierig aus und es scheint, als würden die ehemaligen Borg bleibende Narben davontragen.

In “The Next Generation” und “Voyager” wirkte die Re-Assimilierung noch deutlich weniger aufwändig und die Borg-Implantate hinterließen zudem keine auffällige Vernarbung. Prominente Beispiele hierfür sind Jean-Luc Picard, Seven of Nine (Annika Hansen) und die Voyager-Borg-Kinder, die damals alle keine nennenswerten äußeren Narben davontrugen.

Referenzen: 

“Star Trek: The Next Generation”:  4×01 “Angriffsziel Erde” 

“Star Trek: Voyager”: 4×02 “Die Gabe” ; 6×16 “Das Kollektiv”

 

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Eine ehemalige Borg-Drohne trägt zahlreiche tiefe Narben davon. Ein Schicksal, das Picard und Seven of Nine erspart geblieben ist (Bild: CBS).

 

Enterprise-Crew in den 2390ern

Zhaban erwähnt in einem Gespräch mit Picard, dass dieser eine Crew bräuchte, die ihn beschützt. Er verweist auf Picards alte Enterprise-Kameraden Riker, Worf und La Forge. Picard lehnt dies jedoch ab mit der Begründung, seine alten Freunde nicht unnötig in Gefahr bringen zu wollen.

Zhabans Vorschlag ist eine direkte Reminiszenz an das “TNG”-Serienfinale. Die Situation war hier in einer alternativen Zeitlinie ähnlich. Picard musste ins Devron-System, um eine dort von ihm erwartete temporale Anomalie zu untersuchen. Picard, der hier am Irumodischen Syndrom litt, ging mit seiner (für alle übrigen Beteiligten) wirr klingenden These ebenfalls zum Sternenflotten-Kommando, um nach einem Schiff zu fragen. Auch hier wurde er – wie nun von Admiral Clancy – von einem schroff wirkenden Admiral Riker abgewiesen.

Referenz: “Star Trek: The Next Generation”: 7×25/26 “Gestern, Heute, Morgen”

 

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La Forge, Picard und Riker in einer alternativen Zeitlinie (Bild: TNG 7×25, CBS).

 

Bekannte Spezies

In “Maps and Legends” wird eine Vielzahl an bekannten “Star Trek”-Spezies genannt oder sogar gezeigt. Laris erwähnt das Klingonische Reich und die Gorn Hegemonie, von der man bisher im 24. Jahrhundert so gut wie nichts gehört hatte. Zudem sind Andorianer zu sehen. Dr. Naáshala Kunamadéstifee wiederum ist eine Trill.

Referenzen (u.a.):

“Star Trek: The Original Series”

“Star Trek: The Next Generation”

“Star Trek: Deep Space Nine”

“Star Trek: Enterprise”

“Star Trek: Discovery”

 

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Dr. Kunamadéstifee ist eine Trill (Bild: CBS).

 

Sternenkarte

In Admiral Clancys Büro ist im Hintergrund eine Konsole mit einer Sternenkarte zu sehen. Dabei handelt es sich um eine politische Karte des Alpha- bzw. Beta-Quadranten, die auch schon in anderen Serien zu sehen war, u.a. in “Discovery”.

Referenzen (u.a.):  “Star Trek: Discovery”; “Star Trek: Deep Space Nine”

 

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Im Hintergrund (rechts) ist die Sternenkarte zu sehen (Bild: CBS & Amazon Prime Video).

 

Befehlsverweigerung

Admiral Clancy betont, dass Picard vor 14 Jahren seine Befehle nicht gepasst hätten und er sich deshalb darüber hinweggesetzt hätte.

Tatsächlich spricht sie hier eine Eigenschaft von Picard an, die schon mehrmals zu beobachten war. Picard verweigert beispielsweise in TNG 3×16 “Datas Nachkomme” einen Befehl von Admiral Haftel, als dieser Datas Tochter Lal gegen Datas Willen mit ins Daystrom Institut nehmen möchte. Auch in den beiden Kinofilmen “Der erste Kontakt” und “Der Aufstand” missachtet Picard direkte Befehle des Sternenflotten Kommandos. Disziplinarische Folgen scheinen diese Vorfälle jedoch nie gehabt zu haben. Insubordination ist also etwas, auf das Captain/Admiral Kirk kein Patent unter den Enterprise-Captains beanspruchen kann.

 

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2372 fliegt Picard mit der Enterprise entgegen seiner ausdrücklichen Befehle (Patrouille in der Neutralen Zone) zur Erde (Szenenfoto: “Star Trek: First Contact”, Paramount Pictures).

 

Regulus III Science Academy

Dr. Jurati erwähnt, dass Dahj auf der Regulus Wissenschaftsakademie eingeschrieben war und dort auch ihre Abschlussarbeit verfasst hat.

Die Regulus Science Academy ist eine Universität auf Regulus III und auf Wissenschaften spezialisiert. Sie wurde zuvor schon in “Deep Space Nine” erwähnt. Der Planet Regulus wurde in “Discovery” erwähnt und befindet sich im Alpha Leonis System im Beta-Quadranten.

Referenzen:

“Star Trek: Deep Space Nine”: 3×10 “Das Festival”

“Star Trek: Discovery”: 1×07 “T=Mudd2

 

Dahj sauf der Flucht (Szenenbild: CBS)
Dahj hat laut offizieller Daten an der Regulus III Wissenschaftsakademie studiert (Szenenbild: CBS).

 

Physiognomie-Anpassung

Lieutenant Rizzo scheint für ihre Undercover-Mission innerhalb der Sternenflotte eine Physiognomie-Anpassung durchlaufen zu haben. Diese Methode wurde in “Star Trek” schon öfter gezeigt. Unter anderem ließen sich Kirk, Data und Picard zu Romulanern umoperieren, Sisko, Odo und O’Brien zu Klingonen, Kira wurde zur Cardassianerin gemacht und Voq zum Menschen Ash Tyler. Dabei variierten diese Prozeduren nach Aufwand (nur äußerlich oder auch anatomisch) und Reversibilität.

Referenzen: 

“Star Trek: The Original Series”: 3×04 “Die unsichtbare Falle”

“Star Trek: The Next Generation”: 5×07/08 “Wiedervereinigung, Teil 1 & 2” 

“Star Trek: Deep Space Nine”: 3×05 “Die zweite Haut” ; 5×01 “Die Apokalypse droht” 

“Star Trek: Discovery”: Season 1

 

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Data und Picard als Romulaner (Bild: TNG 5×07).

 

Commodore

Die Vulkanierin (?) Oh bekleidet in “Maps and Legends” den Rang eines Commodore.

Der Rang des Commodore steht zwischen dem des Captain und dem des Rear Admiral. Er war seit dem 22. Jahrhundert bis in die 60er-Jahre des 23. Jahrhunderts in der Sternenflotte gängig, trat danach aber nicht mehr in Erscheinung. Die wohl bekanntesten Commodore der “Star Trek”-Geschichte waren Maxwell Forrest, Robert April und Matt Decker, Vater von Williard Decker.

Referenzen:

“Star Trek: The Original Series”: 2×06 “Planeten-Killer”

“Star Trek: The Animated Series”: 2×06 “Flucht aus einem anderen Universum”

“Star Trek: Enterprise”: 2×24 “Erstflug”

 

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Commodore Decker an Bord der Enterprise NCC-1701 (Bild: TOS 2×06, CBS).

 

Kir’Shara

Commodore Oh hat auf ihrem Schreibtisch zwei vulkanische Gegenstände sehen. Einer davon ist das bekannte Logo Vulkans, der andere ist ein sogenanntes Kir’Shara. Dabei handelt es sich um ein altes Artefakt aus der vulkanischen “Zeit des Erwachens”, die vom Philosophen Surak geprägt war. Dieser Datenträger enthält die komplette Niederschrift der Lehren Suraks.

Referenzen:

“Star Trek: Enterprise”: 4×08 “Zeit des Erwachsens” ; 4×09 “Kir’Shara”

 

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Commodore Oh hat zwei vulkanische Gegenstände auf ihrem Schreibtisch stehen (Bild: CBS).

 

Isaac Asimov

Dr. Jurati liest in Isaac Asimovs (1920-1992) gesammelten Werken. Asimov war ein russisch-amerikanischer Biochemiker, Sachbuchautor und gehörte zu den bekanntesten Science-Fiction-Autoren seiner Zeit. Auf ihn gehen die sog. “Robotergesetze” zurück. Er war zudem ein enger Freund von Gene Roddenbery.

In “Star Trek” gelten Asimovs Theorien über das positronische Gehirn als Grundlage für Dr. Noonien Soongs kybernetischer Forschung. Darauf verweist Lt. Tasha Yar in “Das Duplikat”.

Referenz:

“Star Trek: The Next Generation”: 1×13 “Das Duplikat”

 

Jurati in "Maps and Legends" (Szenenbild: CBS)
Jurati in “Maps and Legends” (Szenenbild: CBS)

 

Vasquez Rocks

Raffi Musikers Wohncontainer befindet sich irgendwo in einer Wüste. Im Hintergrund ist eine berühmte Felsformation der “Vasquez Rocks” zu sehen.

Der Vasquez Rocks Natural Area Park in Kalifornien ist seit den 1960er-Jahren ein beliebter Drehort für “Star Trek”-Produktionen. Bekannt ist die Kulisse vor allem für den Kampf zwischen Kirk und einem Gorn in “Ganz andere Dimensionen” (“TOS” 1×18), die Szenen auf Veridian III in “Star Trek: Treffen der Generationen”, die Szenen auf Mintaka III aus “Der Gott der Mintakaner” (“TNG” 3×04) sowie die Szenen auf Vulkan in  “Star Trek IV”.

Referenzen: s.o.

 

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Die Kampfszenen zwischen Captain Kirk und einem Gorn wurden seinerzeit im Vasquez Rocks Natural Area Park gedreht (Bild: TOS 1×18).
Matthias Suzan
Matthias Suzan
Matthias' Leidenschaft für "Star Trek" wurde 1994 mit knapp zehn Jahren durch "The Next Generation" geweckt. TNG und DS9 sind bis heute seine Lieblingsserien. Es sind vor allem die politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Themen des Trek-Universums, die ihn faszinieren. Aber auch die vielen, tollen Raumschiffe haben es dem passionierten Modellbauer angetan. Matthias ist seit 2017 Teil der TZN-Redaktion.

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Star Trek Picard handelt also auch in einem Universum in dem vorsätzlichen Verlieren von Kontinuität. Das ist ja mit Retcon gemeint.

Ich habe ehrlich gesagt keine große Lust mehr auf jegliche Star Trek Produktionen.

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