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    Rezension: Das Buch von Boba Fett 1×06 – “Aus der Wüste kommt ein Fremder”

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    Wir werfen einen Blick auf die vorletzte Folge von “Boba Fett”. Aber Achtung: Spoiler!

    Fanservice Deluxe

    Die sechste Folge von “Das Buch von Boba Fett” ist eigentlich erneut eine “Mandalorian”-Folge, denn Boba Fett steht hier eigentlich so rein gar nicht im Mittelpunkt. Am Ende wird es zwar ein paar Überschneidungen geben. Bis dahin bekommen wir als Fans aber einige der beliebtesten Charaktere der Saga zu sehen. Allen voran sind hier natürlich Luke Skywalker und Ahsoka zu nennen. Und vor allem Letztere war dann durchaus eine Überraschung. Der Geheimhaltungsapparat von Disney funktioniert also immer noch ganz gut.

    Aber davon abgesehen, können hier die Macher anderer Franchises (“Star Trek”, hüstel…!😁) durchaus wieder lernen, wie das Auftauchen von Ikonen geht bzw. wie man Referenzen als Fanservice einbaut. Das geht sogar soweit, dass ich mich gefragt habe, ob Ahsoka und Luke über Anakin reden. Das tun sie dann sogar auch, wenn auch nur ganz kurz. Hier habe ich eindeutig eine längere Szene vermisst, die dann hoffentlich in der “Ahsoka”-Serie kommen wird. Es tut aber dem Nostalgiegefühl keinen Abbruch und ihr merkt es wahrscheinlich schon: Wie damals beim Finale der zweiten Season des “Mando” hat es mir die Folge angetan und bekommt von mir die Höchstwertung. Ein paar Mankos hin oder her seien ihr da verziehen. Daher auch hier wieder das Fazit zu Beginn. Der Rest kommt jetzt.

    Wäre ein “Boba Fett”-Film nicht sinnvoller gewesen?

    Man hat also nicht die Story von Boba weitergeführt, sondern die des Mando, der nun eben wirklich Grogu aufsucht. Und ohne die Folge von nächster Woche – das Finale – gesehen zu haben, kann ich jetzt schon sagen, dass “Boba Fett” eher schwächer ist als “Mando”. Denn hier hatten wir vier etwas halbgare Folgen und die nächsten beiden zählen nicht wirklich, da diese eigentlich “Mandalorian”-Folgen sind. Auch wenn das Finale vielleicht episch werden wird, drängt sich weiter der Eindruck auf, ob man die Serie nicht auch in einem 90 bis 120 Minuten langen Film hätte erzählen können. Womit dem Ganzen wahrscheinlich besser gedient gewesen wäre. Aber das  werden wir dann nächste Woche sehen.

    Am Ende dieser Rezension werde ich nochmal kurz auf die Prognosen für Folge 7 zu sprechen kommen.

    Nostalgiefaktor

    Die sechste Folge beginnt ebenfalls mit dem Auftauchen eines alten Bekannten: Cobb Vanth aus “The Mandalorian” ist zurück und darf beweisen, dass er als Schütze Leuten wie Han Solo in nichts nachsteht. Das war in gewisser Weise auch zu erwarten gewesen. Und so ist die Szene auch irgendwie etwas klischeehaft ausgefallen, unter dem Strich aber dennoch schön umgesetzt worden. Später wird Mando auch noch über einen Sandkriecher fliegen und dabei das Skelett des Monsters aus der letzten Staffel sehen. Auch das ist ein netter Fanservice (zumindest für die Eingeweihten). Die Knochen des Biestes sind nun Hintergrund der Bar in Mos Pelgo (Freetown) zu sehen.

    Überraschungsauftritt: Ahsoka (Bild: “Das Buch von Boba Fett” 1×06, Disney+)

    Obwohl erst in Staffel 2 eingeführt worden, ist Vanths Rückkehr ebenso gelungen wie der einiger anderer Figuren. Wie gesagt, fliegt Din zunächst zu Lukes neuem Aufenthaltsort und trifft dabei R2 – auch herrlich nostalgisch. Eine Info, ob es sich hierbei wie in den “Legends” um Yavin IV handelt, bleibt man uns allerdings schuldig. Möglich wär’s durchaus.

    Wir sehen hier übrigens auch Bau-Droiden (in kleinerem Maßstab, die auf Couscant sollen ja riesig sein), die eine Hütte für Luke bauen. Diese erinnert an die Hütten auf Ach-To aus den neuen Filmen. Allerdings kann Luke eigentlich gar nicht wissen, wie die Hütten dort aussehen. Aber gut, auch in den neuen Filmen sah die Akademie ähnlich aus. Muss wohl ein alter Jedi-Stil sein.

    The “Star Wars” we wanted in cinema

    Und nun kommt es endlich zum Wiedersehen mit Grogu und Skywalker. Klar, die Verjüngung von Luke ist künstlich, was man manchmal auch sieht. Das I-Tüpfelchen wäre allerdings der Originalsynchronsprecher gewesen, aber hier darf man nicht kleinlich sein. Was sich anschließt, sind herrlich nostalgische Szenen, die nicht von ungefähr an “Episode V” erinnern.

    Hier muss Luke etwa Grogu zeigen, dass man durchaus auch viele Frösche anheben kann (wie der X-Wing bei Yoda). Oder er rennt – klassisch mit Grogu wie früher auf dem Rücken – über einen Hindernisparcours. Das ist einfach so herrlich referenziert, dass man da durchaus schonmal emotional angesprochen wird, wenn man – so wie ich – mit der Originaltrilogie aufgewachsen ist und diese rauf und runter geguckt hat. Und dann ist natürlich auch die Übungsdrohne zu erwähnen, die nicht von ungefähr an “Episode IV” erinnert. Diese Szenen sind halt einfach ein Fest! Da stört es auch nicht, dass man – wenn Ahsoka und Mando zu Grogu hinüberblicken – ganz genau sieht, dass sie vor einem LED-Monitor stehen.

    Aber wie bereits erwähnt: Ahsokas Auftauchen ist an dieser Stelle eine schöne Überraschung, aber es passt, dass sie Luke getroffen hat. Die Interaktion der beiden war kurz, hier hätte ich gerne viel viel mehr gesehen.

    Und ja, die Fans hatten es schon vermutet: Der Mando hat wirklich ein Kettenhemd für Grogu geschmiedet. Dabei sind die Lektionen, die Luke für den Kleinen hat, durchaus auch altbekannt. Ein kleines Highlight ist der Blick in die Vergangenheit von Grogu, denn auch er wird Opfer der “Order 66”. Allerdings wäre dies natürlich auch ein Weg gewesen, wirklich mehr von seiner Spezies zu zeigen, statt bei der Vision der “Heimat” auf den Jedi-Tempel zu verweisen. Aber so bleibt natürlich das Mysterium um die Spezies gewahrt.

    Alles rund um die Jed ist gut gelungen und stellt eigentlich das “Star Wars” dar, das sich die Fans im Kino gewünscht hätten. Okay, jetzt nicht unbedingt Luke beim Ausbilden anderer Jedi, aber eben Luke (und meinetwegen Ahsoka) zusammen in Action! Was wir bekommen haben – nun, erwähnen wir es nicht weiter.

    Luke und Grogu (Bild: “Das Buch von Boba Fett” 1×06, Disney+)

    Es geht weiter – zurück auf Tatooine

    Zurück auf Tatooine sehen wir eine kurze Szene in Jabbas Palast (und der Anflug ist optisch wieder eine Wucht, da kann der Serie einfach keiner was vormachen). Man brauch einfach mehr Männer gegen die Pykes.

    Da kommt der Mando gerade recht, der zu Cobb fliegt, um ihn um Hilfe zu bitten. Hier bekommen wir weitere Einblicke in den Alltag einer weit entfernten Galaxis präsentiert und auch Weequays und Menschen leben hier schön zusammen. Und ich muss an der Stelle sagen: Ich bin irgendwie auf Cobbs Seite, denn was kümmert diese Einwohner ein Krieg am anderen Ende des Planeten? Nur weil irgendwann die Gefahr besteht, dass die Pykes auch zu ihnen kommen? Hier bewegt sich Mandos Argumentation auf schwachen Füßen – trotz der Pyke-Präsenz am Anfang.

    Dass diese etwas konstruiert ist, wird in der nächsten Szene offenbar, denn offensichtlich will Vanth helfen. In guter alter Wild-West-Manier erscheint jedoch eine Figur am Horizont. Und schon von der Silhouette her war mir von Anfang an klar, dass es Cad Bane ist. Richtig gelesen: Cad Bane feiert seinen ersten Realauftritt – und tut das recht beeindruckend (er passt irgendwie total in das Western-Setting).

    Das ist insofern interessant, da ich mich schon immer gefragt hatte, wie Cad Bane im Vergleich zu Boba abschneidet. Zur Erinnerung: Zur Zeit von “Episode I” war Aurra Sing die beste Kopfgeldjägerin, dann kam in den Klonkriegen Cad Bane, bevor dieser von Boba Fett abgelöst wurde. Zumindest wenn man so ein wenig nach den “Legends” geht. Und ich habe mich schon immer gefragt, wie es dazu kam. Hat Boba Bane umgebracht? Hatte sich der zur Ruhe gesetzt?

    Die Antwort ist: Bane ist immer noch da. Wobei er auch ein Hühnchen mit Fennec Shand zu rupfen haben dürfte, haben die doch in “Bad Batch” um Omega gekämpft. Übrigens sind alle drei mindestens in ihren Fünfzigern. Wobei das bei Bane relativ sein dürfte, denn Duros müssen nicht so altern wie Menschen. Boba und Fennec allerdings… okay, Fennec kann man mit guten Willen noch als “in den Vierzigern” beschreiben. Was ich damit sagen will: Das Aufeinandertreffen dieser drei in der nächsten Folge könnte ein Fest werden, wenn diese Episode es versteht, das gut einzusetzen (“Duell der Opas”).

    Doch zurück zur Szene in Mos Pelga: Von Anfang an war mir klar, dass Vanth – trotz der gezeigten Fähigkeiten zu Beginn – gegen Bane keine Chance hat. Und dass der übereifrige Deputy den Löffel abgibt, war von Anfang an so vorhersehbar da Klischee … seufz. Aber da halt der Rest gepasst hat, lassen wir mal Gnade vor Recht ergehen…

    Cobb Vanth wartet auf Bane (Bild: “Das Buch von Boba Fett” 1×06, Disney+)

    Natürlich hat Bane mit seinem Angriff genau das erreicht, was er eigentlich verhindern wollte: Den Anschluss von Mos Pelgo an Boba. Das hätte man verhindern können…

    Zum Ende…

    Zu guter Letzt bekommen wir noch zu sehen, dass Luke Yodas Lichtschwert mitgenommen hat. Grogu wird vor die Entscheidung gestellt, zum Mando zurückzukehren oder ein Jedi zu werden. Auch das ist in gewisser Weise nachzuvollziehen. Und ja, die Fantheorien gehen dahin, dass Grogu Mando wählen wird. Auch weil Disney die beleibteste Figur der Serie zurückbringen will (Stichwort: Merchandise!!!!).

    Sicherlich, das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, allerdings auch nicht einzig den Merchandise-Interessen geschuldet. Denn schon seit “Episode VII” (von 2015!) wissen wir, dass Luke der letzte Jedi ist. Es gab also damals schon keinen Grogu und man muss diesen Haken irgendwie schlagen. Aber ja, schade wäre es dennoch, wenn man diesen Weg geht.

    Allerdings gibt es für mich hier eine viel bessere Lösung: Grogu wählt einfach beides und Luke, Ahsoka und Grogu – in Kettenhemd und mit Lichtschwert – stürmen an Bobas Seite in die Schlacht. Zugegeben, das wäre in Lukes Fall etwas seltsam, immerhin hatte er Boba in “Episode VI” noch bekämpft. Es hätte aber auch seinen Reiz, einen Dialog zwischen den beiden zu sehen. Und immerhin ist Tatooine Lukes Heimatwelt.

    Aber das Abwerfen der emotionalen Bindungen war bekanntlich schon in den Prequels einer der Hauptgründe für den Untergang der Jedi gewesen. Deswegen eben beides: Jedi und Emotionen, so wie es zu Zeiten der Hohen Republik noch üblich war.

    Kalt erwischt hat mich indes die Explosion in der Bar. Jennifer Beals Twi’lek hatte mir gefallen und hätte eigentlich noch einiges Potential gehabt. Nun aber ist es schon vorbei mit diesem Charakter. Damit hatte ich nicht gerechnet, weswegen die Szene wohl auch so hervorragend funktioniert.

    Ob es alles so kommen wird? Wohl nicht (und zumindest Ahsoka ist ja wohl weitergezogen). Aber nach dieser Folge bin ich extrem gespannt auf das Finale nächste Woche. Geht es euch auch so?

    Fazit

    Kleinere Schnitzer gehen hier im Nostalgiefaktor unter. Das ist das “Star Wars”, das die neuen Filme hätten zeigen sollen. In dieser Richtung kann es weitergehen – auch wenn diese Richtung wohl nicht die “Boba Fett”-Serie einschlagen wird. Wer allerdings nur “Das Buch von Boba Fett” geguckt hat und “The Mandalorian” nicht kennt, der wird sich mit dieser Folge wohl eher schwer tun.

    Bewertung 5 out of 5 stars (5 / 5)

    Episoden-Infos

    Episodennummer 6
    Originaltitel From the Desert Comes a Stranger
    Deutscher Titel Aus der Wüste kommt ein Fremder
    Erstausstrahlung 02. Februar 2022
    Erstausstrahlung Deutschland 02. Februar 2022
    Drehbuch Jon Favreau & Dave Filoni
    Regie Dave Filoni
    Laufzeit 45 Minuten
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    1 Kommentar

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    1 Kommentar
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    Tja, was soll man dazu noch sagen oder schreiben? Diese und letzte Folge waren einfach nur der Oberhammer, was du auch prima in der Rezension (zu Recht) rüber bringst…

    Aber es stimmt schon, was den Mando-Beigeschmack angeht… Im Grunde genommen ist Das Buch von Boba Fett nichts anderes, als The Mandalorian 2.5!

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