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    Rezension: “Die Kunstwirker-Chronik 1: Drei Viertel Tot”

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    Bei uns in der Review: Band 1 der Kunstwirker-Chronik.

    Inhalt (Klappentext):

    Ein Gott ist gestorben, und nun muss Tara, frisch- gebackene Mitarbeiterin der Kunstwirkerfirma Kelethres, Albrecht und Ao, ihn wieder zum Leben erwecken, bevor seine Stadt untergeht. Ihr Klient ist kein geringerer als Kos persönlich, der kürzlich verstorbene Feuergott der Stadt Alt Coulumb. Ohne ihn werden die Dampfgeneratoren der Metropole ausfallen, die Züge nicht mehr fahren und die vier Millionen Bürger werden randalieren. Taras muss Kos wieder auferstehen lassen, bevor das Chaos ausbricht. Ihre einzige Hilfe ist Abelard, ein kettenrauchender Priester des toten Gottes, der allerdings derzeit eine nachvollziehbare Glaubenskrise hat. Als Tara und Abelard entdecken, dass Kos ermordet wurde, begeben sie sich auf eine brandgefährliche Suche nach der Wahrheit, die alles und jeden in tödliche Gefahr bringt.

    Die Kunstwirker-Chronik 1 (Panini)
    Die Kunstwirker-Chronik 1

    Kritik

    „Drei Viertel Tot“ ist der erste Roman der Kunstwirker-Chronik, von der es inzwischen schon sechs Bände gibt. Bleibt an der Stelle natürlich schonmal zu hoffen, das wir auch die restlichen Bände auf Deutsch bekommen werden. Dieser Einstiegsband, soviel kann vorab schon gesagt werden, ist in jedem Fall gelungen.

    Dabei muss man sich zunächst auf die neue, fremdartige Welt einlassen, die uns hier geboten wird. So ist es zwar eine Fantasywelt mit Göttern und Magie, sie ist aber dann doch etwas anders, als wir sie aus anderen Franchises her kennen.

    Hauptperson ist Tara, die quasi an den „göttlichen“ Schulen Magie studiert hat – hier Kunstwirken genannt, weil es sich um eine spezielle Form handelt. Sie hat aber lieber die Schule abgefackelt (warum wird später erklärt) und wurde dafür verbannt, was sich derart äußerte, das man sie einfach aus den Wolken auf die Erde geworfen hat. Immerhin kommt sie in ihrem Heimatdorf heraus und will den Leuten dort helfen, was natürlich am Besten geht, indem man die Toten auferstehen und als Wachtposten am Dorfesrand agieren lässt.

    Mit diesen Ereignissen, die sich übrigens auf den ersten 30 Seiten abspielen, weswegen es hier keine Spoiler sind, sieht man schon gut das Setting und die Gangart des Romans. Hier erscheint dann auch eine andere Kunstwirkerin und nimmt Tara unter ihre Fittiche (samt Visitenkarte für die Dorfbewohner). Denn ein Gott wurde ermordet und die beiden Magiebegabten sollen das untersuchen.

    Etwas erschwerend ist an dieser Stelle vielleicht, das viele Begriffe und Fähigkeiten nicht groß erklärt werden, sondern sich im Laufe der Geschichte aus der Handlung ergeben. Daher mögen sich manche Personen eher etwas schwerer in die Handlung hineinfinden können. Hinzu kommt natürlich, das nicht nur Tara quasi etwas „kaputt“ ist, sondern auch ihre (teils unfreiwilligen) Begleiter. Da haben wir den drogensüchtigen Cop (hier Justiz genannt) oder den fanatischen Gottesanbeter. Und natürlich darf Taras fieser Lehrer als einer der Gegenspieler herhalten, denn es gilt, einen Prozess um die göttlichen Verträge zu führen.
    Klingt alles jetzt noch einen Ticken komplizierter, im Grunde ist das hier aber eine Art Krimigeschichte in einem Fantasysetting, die eben durch die Umgebung und die Magie ein paar ganz eigene Nuancen entwickelt.

    Was die Charakterentwicklung angeht, so haben alle Helden hier am Ende eine typische Heldenreise hingelegt und sind über sich hinausgewachsen. Okay, die Enthüllung des Bösewichts bedient am Ende das ein oder andere Klischee, aber darüber kann man hinwegsehen, da die Story eben durchaus schnell Fahrt aufnimmt.

    Natürlich gibt es noch ein paar andere Fraktionen, die um die göttliche Nachfolge kämpfen, das soll an dieser Stelle aber nicht alles vorweg genommen werden. Die Geschichte weist nämlich durchaus ein paar überraschende Wendungen auf, und es wäre schade, diese hier alle zu erwähnen. Hier sollte jeder, der an solchen Geschichten interessiert ist, einfach mal selber hineinschnuppern.

    Fazit

    Wer sich auf die etwas fremdartige Welt einlässt, wird mit einer durchaus spannenden Geschichte um Verrat und Intrigen belohnt. Kleinere Abzüge in der B-Note stören hier weniger, insgesamt ist dieser erste Band durchweg gelungen.

    Bewertung 4 out of 5 stars (4 / 5)
    Information: Ein Exemplar dieser Ausgabe wurde dem Autor vom Verlag zum Zwecke der Rezension kostenlos überlassen.

    Quick-Infos

    Autor: Max Gladstone
    Originaltitel: Three Parts Dead
    Jahr der Veröffentlichung (Original): 2012
    Übersetzer: Helga Parmiter
    Seitenanzahl: 406
    Preis: 16.- Euro
    ISBN: 978-3-8332-4100-0
    Verlag: Panini

    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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