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    StartPicardPicard - Season 2Rezension: Picard 2x05 - "Flieg mich zum Mond"

    Rezension: Picard 2×05 – “Flieg mich zum Mond”

    Halbzeit bei "Picard". Wir sehen uns in dieser Spoiler-Review an, was so drinsteckt in Folge 5 der zweiten Staffel.

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    Halbzeit bei “Picard”. Wir sehen uns in dieser Spoiler-Review an, was so drinsteckt in Folge 5 der zweiten Staffel.

    Die Auflösung

    Gleich in den ersten Minuten von Folge 5 werden die drängenden Fragen des Cliffhangers der Vorwoche aufgelöst. So ist Tallinn wirklich ein Aufseher und quasi Nachfolger von Gary Seven (der im Deutschen auch endlich so genannt wird). Zumindest hat “Picard” damit erreicht, was man seit “Discovery” nicht mehr erreicht hatte: Die Fans spekulieren wild, was wohl in der nächsten Folge passieren wird. Während man in der großen Schwesterserie laufend enttäuscht wurde, scheint es zumindest bei “Picard” noch zu ziehen.

    Warum Picard aber viel zu lange – trotz menschlicher Ohren etc. – davon ausgeht, es handele sich bei Talinn um Laris, entzieht sich etwas meinem Verständnis. Dadurch wird eher der hilflose Aspekt der Figur hervorgehoben. Immerhin, die Szenen zwischen ihm und Tallinn haben durchaus was; vor allem dann, wenn man von einer dritten Person im Bunde spricht: Reneé Picard.

    Dass es sich bei Reneé um eine Vorfahrin von Picard handelt, war ja letzte Woche schon offenbar geworden. Und trotz neuer Stimme erkennt man sofort, dass der Psychiater Q ist. Was er indes vorhat, mag sich noch nicht so recht erschließen. Gleiches gilt auch für Adam Soong, doch dazu kommen wir noch an anderer Stelle. Wie hängt das alles mit Picard und Qs Kräften zusammen? Und warum hat er Picard und Konsorten in die Vergangenheit gesnappt, damit sie ihn stoppen können? Hoffentlich gibt es hier noch eine befriedigende Auflösung.

    Picard und Tallinn (Picard 2×05, Paramount+)

    Etwas befremdlich ist auch, dass Picard die Crew als “die Beste” bezeichnet. Zwar funktioniert die Situationskomik in der Situation ganz gut (toter Polizist, auch dazu kommen wir noch), aber was ist mit der Crew der Enterprise? Oder der Stargazer? Oder…

    Ein bisschen zu konstruiert ist es schon, aber wenigstens ist Tallinns Technologie nicht übermächtig und am Ende muss man etwas tricksen. Bleibt zu hoffen, dass ihre Rolle in den nächsten Folgen noch etwas ausgebaut wird.

    Nebenhandlung B

    Etwas verloren wirkt dahingegen die Handlung um die Befreiung von Rios. Zwar gibt es eine gute Charakterszene zwischen Seven und Raffi, wo Erstere anscheinend zu ihr durchdringt. Ansonsten läuft hier aber alles irgendwie erwartbar ab.

    Auch im weiteren Verlauf ist das Trio eher Stichwortgeber und trägt nichts Wesentliches mehr zur Handlung bei. Wenn die Ärztin aus Folge 3 und 4 nicht mehr auftaucht, war diese Storyline halt leider nur ein Lückenfüller, was etwas schade wäre. Und das obligatorische “Ich sehe den toten Elnor” hätte man sich an der Stelle auch sparen können.

    Gewinnerin bei den Nebenhandlungen ist aber ganz klar wieder Jurati und ihre Interaktion mit der Borg-Königin. Natürlich ist das auch hier nicht ganz klischeebefreit. Warum wartet die Königin so lange, bis sie aktiv wird? Und wenn man sicherlich weiß, dass sie ‘Tentakel’ hat, warum hat die Crew diese nicht auch gesichert beziehungsweise festgebunden? Und auch der Polizist, der (allein!!!) das Landhaus betritt, durchsucht natürlich alle Räume – außer den, in dem Agnes schläft. Warum geht man überhaupt von Bord? Man hätte die Einsatzbesprechungen auch an Bord des Schiffes halten können. Und wenn einer neben dir ins Funkgerät spricht… Naja, ich weiß ja nicht, aber da würde man doch schon aufwachen, oder etwa nicht?

    Ich hatte ohnehin schon damit gerechnet, dass der Polizist eine erste neue Drohne wird. Aber dass Agnes sich nun zwischen ihm und der Königin entscheiden muss, ist eine schöne neue Dynamik, die zu den in den vorherigen Folgen aufgebauten Entwicklungen passt. Daher hab ich auch gefeiert, als Agnes dann wirklich die Borg-Königin erschießt.

    Geht auf eine Party: Agnes (Picard 2×05, Paramount+)

    Allerdings war halt auch offensichtlich, dass hier noch nicht das Ende erreicht ist und die Königin noch irgendwo “in Umlauf” ist. Vielleicht hat man hier ja die neue Queen aus Folge 1 vor sich? Zumindest scheint hier die Assimilation noch so zu klappen, wie wir es kennen.

    Darüberhinaus darf Alison Pill im Anschluss erneut ihre Wandelbarkeit beweisen und im Abendkleid eine Party infiltrieren. Pill hat sich hier wirklich zu einem wichtigen Crewmitglied gemausert, was man nach der ersten Staffel eher nicht vermutet hätte.

    Allerdings endet die Folge halt leider auch mitten in der Party. Irgendwie hat man trotzdem das Gefühl, dass nicht viel passiert ist, was in der Gesamtbetrachtung etwas schade ist.

    It’s a Soong!

    Kommen wir nun zum letzten Handlungsstrang und das ist der um Adam Soong, der anscheinend Gen-Experimente durchführen will. Das passt sogar noch zur Darstellung in “Enterprise”, weil die Soongs erst dort zu den Androiden umschwenken. Trotzdem muss man ein bisschen nach der Sinnhaftigkeit fragen.

    Das fängt damit an, dass Adam wieder einmal von Brent Spiner dargestellt wird. Dafür, dass er eigentlich nicht mehr in Data-Rollen auftreten will, kann man ihn erstaunlich oft noch zu Auftritten bewegen. Aber das ist halt auch einer der Knackpunkte, denn alle Soongs sehen gleich aus. Und wie wir schon in Season 1 bemängelt haben: So funktioniert Genetik halt nicht.

    Selbiges gilt eben auch für Kore. So schön es ist, dass Isa Briones zurück ist (ich hatte sie ja schon abgeschrieben), so muss halt auch hier Soji wieder Kore nachempfunden sein. Nach über 30 Jahren Trek-Geschichte, in dem das der Fall war, mag es für viele ein Running Gag sein. Ich persönlich finde es aber einfach nur nervig.

    Und auch die Technologie mit den Kraftfelddrohnen scheint an der Stelle unangebracht, denn die Enterprise NX-01 hat 130 Jahre später nicht einmal Schilde. Und hier haben wir schon Kraftfelder? Da wurde einfach mal wieder nicht aufgepasst.

    Adam und Kore – und etwas zu hoch entwickelte Technik für diese Zeit. (Picard 2×05, Paramount+)

    Immerhin darf hier Q noch ein wenig eingreifen und ein Heilmittel anbieten. Auch das ist aber leider etwas zu vorhersehbar, denn dass dessen Wirkung nicht von Dauer ist, war allzu klischeehaft. Hier stellt sich erneut die Frage nach dem Plan. Warum Reneé aufhalten und zusätzlich Adam Soong noch anstiften, gegen Picard vorzugehen? Wobei ich mir gerade auch die Frage stelle, was Adam in der veränderten Zukunft genau erreicht hat, dass er so verehrt wird?  

    Ob wir darauf Antworten erhalten oder alles wie bei “Discovery” versandet? Nun, wir werden sehen…

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    Bewertungsübersicht

    Bewertung

    Fazit

    Die Folge wirkt an vielen Stellen wie ein Lückenfüller und bedient ziemlich oft ein paar Klischees. Das muss nicht schlimm sein, wenn man gut unterhalten wird. Und zumindest dies kann man der Episode attestieren. Nichtsdestotrotz scheint sich auch jetzt schon zu offenbaren, dass man sich in dieser Staffel vermutlich ein oder zwei Folgen hätte sparen und die Handlung straffer erzählen können.
    Thomas Götz
    Thomas Götz
    Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.

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    Zum Kritikpunkt mit den Schutzschilddrohnen und das diese Technik überhaupt nicht zum Canon passen würde weil in enterprise gab es das nicht: Es gab den 3. Weltkrieg, ein Atomkrieg, Millionen Menschen starben, ganze Städte ausgelöscht. In so einem verheerenden Krieg geht auch wissen verloren. Ganze datenbänke mit gespeicherten wissen zu Technologien gehen verloren. Und wenn keine weiteren Aufzeichnungen zu Technologien existieren und dann alle Daten verloren gehen weil der cloudserver zerstört wird und Menschen die um die Technik wissen sterben ist die Technologie weg, futsch, finito. Unwiederbringlich weg. Muss dann mühsam ganz neu erforscht/erfunden werden. Bis zum dritten Weltkrieg kann… Weiterlesen »

    Ich denke auch nicht, dass das Kraftfelder in dem Sinne sind, sondern quasi “nur” UV-Schutzschilder.

    Danke für die Rezension. Stimme in Teilen zu. Gut das die Cliffhanger gleich zu Anfang gelöst werden. Und das es weiter Unklarheiten und Rätsel gibt? Klasse, dass hält die Spannung aufrecht. Die Szenen mit Tallin wirken etwas befremdlich, weil ihre Mimik der von Lariss entspricht, bin gespannt wie sich das löst. Und wieder die Verbindung zu TOS: Gary Seven. Mir gefällt sehr, wie diese Staffel Sidekicks und Easter Eggs verpackt! Das ist Klasse und gibt ein „heimisches“ Star Trek Gefühl. JL Sagt im Original „bunch“ was eigentliche. „der beste Haufen heißt..“ Tallin spricht dann von Crew. Aber natürlich wird JL… Weiterlesen »

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