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Rezension: “Der Herr der Ringe: Die Chronik”

Die Entstehungsgeschichte der Filmtrilogien - kennt man doch oder? Ob da vielleicht doch mehr drin steckt, klären wir hier.

Regulär erhältlich

Die Entstehungsgeschichte der Filmtrilogien – kennt man doch oder? Ob da vielleicht doch mehr drin steckt, klären wir hier.

Inhalt (Klappentext)

1937 entführte John Ronald Reuel Tolkien mit seinem Kinderbuch „Der kleine Hobbit“ die Leserinnen und Leser zum ersten Mal nach Mittelerde. Siebzehn Jahre später schuf er mit seiner „Der Herr der Ringe“-Trilogie ein kulturwissenschaftliches Phänomen, dessen Essenz aktueller denn je ist und neue Maßstäbe in der Literatur und im Kino setzte. Die Faszination für das komplexe Universum aus Elben, Zwergen, Menschen, Hobbits und ihren Kampf gegen Orks und Oberbösewicht Sauron ist nach wie vor ungebrochen und beflügelt noch immer die Fantasie der Menschen. „Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Für „Der Herr der Ringe: Die Chronik“ hat CINEMA, Deutschlands renommierteste Filmzeitschrift, seine Archive geöffnet. Und präsentiert auf 224 Seiten exklusive Berichte von den Dreharbeiten der sechs Kinoabenteuer, zahlreiche Interviews mit den Stars und Machern, spektakuläre Bilder und eine Fülle an Hintergrundfacts. Und nicht nur das: Auch die Entstehungsgeschichte der Prequel-Serie „Die Ringe der Macht“ wird ausgiebig beleuchtet. Reisen Sie mit CINEMA zu den Feuern von Mordor, dem psychedelischen Baumgewirr des Düsterwalds und den grünen Wiesen des Auenlands. Und tauchen Sie ein in eine Welt, in der nichts unmöglich scheint.

Kritik

Die Cinema-Bücher zeichneten sich bis jetzt ja durch eine durchweg gute Recherche und einen liebevollen Schreibstil aus, der es sogar schaffte, einige bis dato eher unbekannte Anekdoten (je nach Thematik) anzubringen. Nun versucht man sich mit der Herr der Ringe Chronik an einem Bericht zu den beiden Filmtrilogien von Peter Jackson und geht dabei auch etwas auf die neue Amazon-Serie ein. Auch hier gibt es wieder das ein oder andere, unbekanntere, aber auch kleinere Detail zu lesen. Allerdings: Ganz so gut wie die anderen Bücher ist das vorliegende nicht ganz geworden.

Rezension: "Der Herr der Ringe: Die Chronik" 1

Die Optik ist dabei in gewohnter Hardcover-Qualität: Hier gibt es durchgehend farbige Fotos mit Beschriftungen dazu zu bewundern, manchmal auch über Doppelseiten. Daneben dann eben als Textblöcke die Hintergrundinfos. Indes fällt diesmal vor allem auf, das die Doppelseitigen Fotos hier etwas überhand genommen haben und gefühlt zahlreicher als in anderen Bänden vertreten sind. An und für sich kann man zwar damit leben, im Zusammenspiel mit den ebenso gefühlt eher kürzeren Textblöcken (siehe nächster Punkt) ist das aber schon auffallend.

Denn man hat sich hier dazu entschlossen, eben nicht all zu ausführlich auf die einzelnen Entstehungsgeschichten einzugehen. So wird Tolkien etwa nur auf ca. 20 Seiten abgehandelt (was, abzüglich der Fotos, weniger als die Hälfte an Text ergibt) und seine Motivationen zum Herrn der Ringe oder wie sich das Ganze entwickelt hat, allenfalls gestreift. Bei den Filmen ergibt sich später ein ähnliches Bild, denn auch hier wird nur kurz angerissen, wie es zur Produktion kam und wie das alles abgelaufen ist, bevor es dann einige Details zu Schlüsselszenen gibt, es dann aber gleich mit dem nächsten Film weitergeht.

Auf der einen Seite ist das verständlich. Ausführliche Infos kann man an anderer Stelle nachschlagen und dürften den meisten Fans (die ja durchaus eine entscheidende Zielgruppe sind) schon bekannt sein. Auch Zuschauer der Filme kennen vermutlich inzwischen einige der Hintergründe. Wäre man hier zu ausschweifend vorgegangen, hätten sich viele womöglich gelangweilt. Auf der anderen Seite steht dann aber an der Stelle die Frage, was man von einer Chronik erwartet. Kurze Abrisse der Filme oder eben doch etwas mehr an Hintergründen?

Denn auch bei den erwähnten angeführten Schlüsselszenen könnte man kritisieren. So fehlen etwa bei der Hobbit-Trilogie Gollum und der Eine Ring völlig, obwohl diese durchaus einen gewissen Teil in der Handlung einnehmen. Dafür werden die einzelnen Kapitel der Filme mit Interviews gekrönt, die man bei Cinema damals mit den Darstellern gemacht hat (sprich: sie waren in der Zeitschrift schon abgedruckt und sind hier nun wieder vorhanden). Das liest sich an vielen Stellen halt wie kalter Kaffee, da vor allem diese Infos in meinen Augen eher wenig Mehrwert bieten. Hier wäre der Raum für besagte Szenenbeschreibungen und wie sie gemacht wurden, sinnvoller genutzt gewesen.

Am Ende wird auch noch die neue Herr der Ringe-Serie von Amazon angesprochen. Neben einem kurzen Blick auf die Produktionsgeschichte wird hier vor allem die Wokeness diskutiert, die ja dort eingebaut wurde und die bei Fans zu einigen Kontroversen geführt hatte. Zu Redaktionsschluß war die Serie vermutlich noch nicht angelaufen, weswegen man zu den Inhalten oder den einzelnen Szenen nicht viel sagen konnte. Irgendwo nachvollziehbar, stattdessen kommen aber Diversitätsexperten zu Wort, über deren Informationsgehalt man, wie bei den Interviews, sicher streiten kann. Abgerundet wird der Band noch mit einem Blick auf Anleihen von “Herr der Ringe” in der Popkultur, da hat man sich aber auf die musikalischen Ableger beschränkt, während andere Sachen wie Parodien allenfalls kurz beschrieben werden.

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Alles in allem hinterlässt die "Herr der Ringe Chronik" ein eher zwiespältiges Gefühl. Die Aufmachung ist gut und einige der recherchierten Themen bzw. Filmszenen vermögen mit neuen Anekdoten (wenn auch in kleinen Maßstab) zu unterhalten, auf der anderen Seite stehen aber auch Darsteller-Interviews mit weniger Informationsgehalt sowie deutlich weniger Texte und mehr Bilder im Vordergrund. Es kommt an dieser Stelle darauf an, was man sich von einer "Herr der Ringe"-Chronik erwartet. Kurze Abrisse über die Bücher und Filme mit nur wenig Neuigkeiten: Dann ist man hier richtig. Erwartet man eher eine detaillierte Übersicht zum Entstehungsprozess der Filme, wird man hier etwas enttäuscht werden. Echte Fans können natürlich zugreifen, alle anderen sollten vielleicht vorher einen Blick riskieren.

Bewertungsübersicht

Bewertung
Thomas Götz
Thomas Götz
Seitdem er 1985 zum Ersten Mal Episode IV sah und ausrief "Aber das heisst doch, Vader ist Lukes Vater" ist Tom der Science Fiction verfallen. Star Trek Fan wurde er, wie viele seiner Kollegen, 1990 mit "The Next Generation" in Deutschland. Seine ersten Buchrezensionen zu Star Trek Büchern erschienen schon 1995 im Alter von 16 Jahren im Star Trek Fanclub. Seit 2006 schreibt er auch Online Rezensionen (ab 2009 Trekzone-Exklusiv) und hat kürzlich seine 2000.Rezension veröffentlicht.
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Alles in allem hinterlässt die "Herr der Ringe Chronik" ein eher zwiespältiges Gefühl. Die Aufmachung ist gut und einige der recherchierten Themen bzw. Filmszenen vermögen mit neuen Anekdoten (wenn auch in kleinen Maßstab) zu unterhalten, auf der anderen Seite stehen aber auch Darsteller-Interviews mit weniger Informationsgehalt sowie deutlich weniger Texte und mehr Bilder im Vordergrund. Es kommt an dieser Stelle darauf an, was man sich von einer "Herr der Ringe"-Chronik erwartet. Kurze Abrisse über die Bücher und Filme mit nur wenig Neuigkeiten: Dann ist man hier richtig. Erwartet man eher eine detaillierte Übersicht zum Entstehungsprozess der Filme, wird man hier etwas enttäuscht werden. Echte Fans können natürlich zugreifen, alle anderen sollten vielleicht vorher einen Blick riskieren.Rezension: "Der Herr der Ringe: Die Chronik"
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